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Der Israelit · 1884-02-21 · Heft 15 (21.2.1884) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 15 (21.2.1884)
Date
1884-02-21
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXV. Jahrgang. Erlic Beilage zu Ar. 15 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Haggadah, für Pesach, mit Ueberfetzung, deutschem Commentar und musikalischer Beilage von I. M. Japhet. Verlag bei Kauffmann in Frankfurt a.M. Eine Arbeit, die, wie die vorliegende, den Zweck verfolgt uns die Haggadah für den Seder-Abend verständlicher zu machen und dadurch die Feier des von einem so eigenartigen Zauberglanze umstrahlten Abends noch genußreicher zu gestalten, ist an und für sich schon ein uns sympathisch berührendes Unternehmen. Ist doch die Haggadah sozusagen der poetische Ausdruck aller Gedanken und Empfindungen, die der Sederabend in uns zu erwecken geeignet ist, und was kann uns mehr anmuthen, als das Bestreben, uns diese zum vollen Bewußtsein zu bringen? Von diesem Bestreben aber wurde der Verfasser geleitet, der mit dieser Haggadah ein Werk ganz neuer Art, nicht blos eine Haggadah-Uebersetzung, deren es ja zahlreiche gibt, sondern, was unseres Wissens bis jetzt noch nie erschienen ist, eine Haggadah mit Erklärungen in deutscher Sprache geliefert hat. Um dem Leser einen Begriff von den ebenso interessanten als geistreichen Anmerkungen ^zu geben, führkn wir als Beispiel an, was der Verfasser zu der Stelle: st-n nö DDPI schreibt. ' T r Die Frage des von, unter welchem man einen denkenden wißbegierigen Schüler versteht, der dar um über seine Pflichten belehrt sein will, um sie im Lehen auch mir frommem Gemüthe erfüllen zu können, beschränkt sich deßhalb auch nicht darauf, über das Wesen und die Bedeutung eines Gebotes belehrt zu werden, sie erstreckt sich vielmehr auf den vollen Umfang des Gesetzes auf d*u?poi D'pm nny, die er zu erforschen und zu üben strebt. — Dem Jüngling, der für seinen Lebensweg eine solche Richtung gewählt, dessen Sinn so frühe schon auf das Hohe und Göttliche gerichtet ist, genügt darum auch nicht eine Antwort, welche die Erklärung eines einzelnen Gebotes gewährt, es ist nicht genug ihm ros noto zu lehrenrhm sollen wir vielmehr mit dem Geiste des Pesach nosn no'*rD bekannt machen! — Wie nach diesem Geiste der Geschmack des genossenen nD* ein ausdauerüder sein soll, der durch keinen andern beseitigt werden darf, auch nicht durch den Genuß des üblichen, süßen Dessertsimp'£x, so müsse auch jeder trene Jünger des göttlichen Gesetzes, der dem geistig veredelnden Einfluß desselben einmal sein Herz geöffnet, durch keine Lockspeise sich ablenken lapen, vielmehr auf dem guten Wege beharren und darauf fortschreiien, bis er alle O’üsipdi D'p^n nny geistig erfaßt und sie zur Richtschnur seines Lebens erhoben bat. In äußerst sinniger Weise sucht auch der Verfasser den äußerst schwierigen Abschnitt '"iD’iK ’idv 'rr zu erklären. Er schreibt nämlich: „Rabbi Jose H a g g l i l i will durch die figürliche Deutung den Hörer zu einer vergleichenden Betrachtung der Unterschiede , lenken, welche zwischen den Plagen in Mizraim und denen am Meere stattgefunden, und in der That gelangen wir auf diesem Wege zu dem Schluffe, das; die Wirkung sämmtlicher zehn Plagen, welche über die Mizraiten in dem Lande verhängt wurden, dock noch bei weitem von dem grauenerregenden Untergang im Meere übertroffen wurde. Denn die Plagen in Mizraim, wie viel Unheil und Elend sie auch über das Land und seine Bewohner brachten, waren doch — wie schon erwähnt — nur vorübergehend, und selbst die härteste von allen,, das Sterben der Erstgeborenen, stand in keinem Vcrhältniß zu der gewaltigen Katastrophe am Meer; denn es traf nur Einen in jedem Haus, cs traf plötzlich ein, ohne daß der Betroffene sein Schicktal im voraus kannte. Unbeschreiblich muß aber das Entsetzen gewesen sein, als das Verhängnis; das ganze cgyptische Heer, die stolze Macht und Blüthe einer großen Ration, inmitten der gewaltigen Meeresfluten ereilte. Rnr die lebhafteste Phantasie vermag die Schrecknisse des entfesselten, vom wüthenden Orkan gepeitschen Elementes sich auszumalen, oder die namenlose Angst und Verzweiflung, die sich der Tausende bemächtigten beim Anblick der anstürmenden Meereswogen, oder das Jammergeschrei derer,, welche den gewissen Tod vor Augen sahen, und die vielleicht Roth und Todeskampf der Ihrigen vorher erst noch mit ansehcn mußten, wo die Einen rasch nach kurzer, die Anderen nach längerer Todesqual ihr Ende fanden. Wahrlich das Bild des 'v-.' '21 ruht auf einer tieferen Wahrheit, als man beim ersten Blicke annehmen möchte, wenn er sagt, daß der Allgerechte in

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