Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 14 (18.2.1884)
- Date
- 1884-02-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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232 die jüdischen Schüler am Samstag za vermeiden > der Hügel, welche das Städtchen umgeben, als ich seien. Das veranlasse nun die „Nowoje Wrcmjä" ■ in Begleitung des Herrn Nathausohn die Synagoge gegen die Juden zu Hetzen. Doch dürsten sülche - betrat. Es war mir so eigen weh um 2 Herz, als Hetzereien nach oben hin schwerlich von Wirkung : ob dunkle geisterhafte Fittige um mich her rauschten, sein, aber in russischen Familien finden sie 'Anklang! die mein Schicksälsrad, mit hörbarem Sausen und und am meisten reizen sie die russischen Schüler zum j Schwirren um die Achse schwingen. — Sa beklommen .Hast gegen ihre jüdischen Kameraden. — Das Le-! war mein Herz noch nie gewesen, und so viel Wchstrebcn, in hervorragende Stellung jetzt nur Bollblutj mnih und Trübsinn hatten noch niemals mein Gerüsten zu berufen, macht sich immer mehr geltend, i müth beumnhigt. Ich mußte mir Zwang anthun. In ärztlichen Kreisen Petersburgs macht ein dies-! nm mein Gebet mit Andacht zu verrichten. Der bezüglicher Fall von sich reden. Der dirigircnde! Ehasan , Herr Fröhlich, würde ganz gewiß mit Arzt des großen Marienhospitals hatte unlängst; weniger glückseligem Gesichte mein Eomplimcnt für seinen Abschied genommen. Wäre die Neubesetzung! sein vortreffliches Bordeten ausgenommen habe», der Stelle, wie man erwartete, durch .Hinaufrücken j wenn er eine Ahnung gehabt hätte, wie unammerkerfolgt, so hätte sie ein Israelit erhalten. Derselbe j sam ich seinem Bortrage gefolgt bin. Herr Löwcnwnrde aber ebensowenig wie ein Pole, der ein zwei-? stein und Herr Hornstein, welche ebenfalls in der tcs Anrecht auf den Posten hatte, gar nicht in! Synagoge waren, begrüßten mich wie einen alten Vorschlag gebracht. Da die Stelle aber eine äußerst! Bekannten. Als wir die Synagoge verließen, bevcrantwortliche ist, so entschloß sich die die zuständige? gegnetc uns ein Mann, welcher noch in den besten Behörde, die in einiger Verlegenheit war, den diri-! Jahren stand — was für eine herrliche, imposante girendcn Arzt des Dbnchow'schen Hospitals, einen i Erscheinung! — Herr Nathansohn zog grüßend seinen Dentschrussen als Kandidaten zu prüsentiren. Der-! Hut. Als er uns fein ganzes Profil znwandie, um selbe wurde aber rundweg abgclchnt und statt dessen! Nathansohus Gruß zu erwidern, hemmte ich plötzein Busse berufen, den man in ärztlichen Kreisen lich meinen Schritt und schaute mit starrem Entsetzen wenigstens nicht für die geeignete Persönlichkeit hält, j und großer Bestürzung in ein Gesicht . . . .! was Uebrigens dehnt sich die Bevorzugung der National- - ist das? —Sollte die schmerzliche Erinnerung, welche Russen auch schon ans unbedeutendere Stellen aus.! heute urplötzlich in mir aufgetaucht, die Fackel meiner *; Phantasie entzündet und meinen sonst so scharfen Petersburg. Die Vorstellung der Frau Ephrussi, Blick geschwächt haben? War cs nicht das Gesicht einer Tochter des Baron Alfons Rothschild aus Paris, ' meines Bruders, mit dem meine Gedanken sich heute beim .Hofballe im Wiuterpalastc erfolgte, wie der „Pol.; beschäftigten,.und welches mir da der vorübereilende Evrr."ans Petersburg geschrieben wird, in ganz bcson-! Mann gezeigt? — Zwar war mein Bruder noch derer Weise. Der Eeremouicnmeister, der bei der Kaise- ' eilt Jüngling und ich noch ein kleines Kind, als ich rin ungefragt hatte, in welcher Form diese Lorsteltung! ihn zun? letzten Mal sah; aber seine Züge blieben erfolgen sollte, erhielt zur Antwort: „So im Bor- : mit nnanslöschbarer Schrift in meiner Erinnerung übergehen". Dementsprechend ist auch Frau Ephrussi,! eingegraben! — Q diese Gestalt! — ganz fo muß der Kaiserin, nachdem letztere in einem kleinen Salon! mein seliger Vater in seiner Jugend ausgesehcn mehrere ihr neu vorgeslcttte Damen ans das Liebcns- > haben! — würdigste empfangen hatte, erst beim Heranstretcn! . ans diesem Salon borgcstellt worden, olmc daß die -äathansohn, der nuch lchon eine kurze Weile Kaiserin an sic ein Wort gerichtet hätte. betrosten betrachtete, unterbrach mich ttt meinem; dllaehdcnlcn. . „Das war unser Amtsrichter!" — versetzte er. Feuilleton. „Ah! imb wie nennt cr sich?' frug ich mit _ ■ rtüjcmlofcr Lrpannnng. ^Ub bctll JÜt’ßCU CMC* OrlfjOböiCU , Nathansohn wiegte bedächtig seine» Kopf hin Rabbiners uud her; dann antwortete cr: Skizze von vr. Sta . . . „Eigcnthümlicher ftihrt denselben Familicnfr .. r : nameu, wie Sie. Er heißt ebenfalls Stein. Amtsli. Eapitel.; ^itc Stein!" Ist cr cs? oder ist cr es nicht? i Die Sonne senkte zögernd ihre Alles wie ein - „Und sein Vornamen?" — vermochte ich nur Gluthmccr überflnthcndcn Strahlen hinter die Gipfel j gepreßt hervorzustoßen. —