Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 13 (14.2.1884)
- Date
- 1884-02-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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214 „„Heute über vierzehn Tage ist die Hochzeit meiner Schwester. Da muß ich in Ostende sein. Nachher gedenke ich das junge Ehepaar nach Italien zu begleiten."" „Wenn ich Ihnen rathen darf, so lasten Sie das junge Ehepaar allein nach Italien reisen und kehren Sie nach der Hochzeit hierher zurück. Es gibt hier so viel zu thun und zu ordnen für Sie, daß Sie nothwcndig einige Monate dazu brauchen, um Alles in das gehörige Geleise zu bringen. Wir werden vorher einen Privatakt abschließen und eine kleine Summe anzahlen. Nachdem das geschehen, ist der Kauf rechtskräftig geworden, und Sie können ruhig nach Ostende reisen. Nachher aber muß der notarielle Act angefertigt werden. Zu diesem Zwecke müsten Sie sich einen Ncchtsbeistand wählen, damit Alles ordnungsmäßig und den bestehenden Gesetzen entsprechend geschieht. Ihre Anwesenheit ist dazu dringend erforderlich. Auch mit einem geschickten Baumeister müsten Sie an Ort und Stelle persönlich conferiren wegen des Wiederaufbaues des Schlosses und der Wirtschaftsgebäude. Das. Alles muß in nächster Zeit geschehen, denn in zwei Monaten ist es Winter und das Niesengebirge ist mit hohem Schnee bedeckt." „„Sie haben ganz Recht, und wenn mein Schwager und meine Schwester einwilligen, so werde ich gleich nach der Hochzeit derselben hierher zurück- . kehren."" „Wann gedenken Sie nach W. abzurcisen? Ich rathe Ihnen, morgen den Frühzug zu benutzen. Dann haben Sie den ganzen Tag vor sich." Wolkenberg fand diesen Rath sehr vernünftig, und der Bangui:r versprach, dem Agenten zu telcgraphiren, Am andern Tage, als die Mittagssonne das ganze Gelände beleuchtete, stand Bruno vonWolkenderg auf dem halbzerfallenen Thurme des Schlosses seiner Väter, wonnetrunken die herrliche Aussicht genießend auf die Wälder, die Seen und Hügel, die binnen kurzer Frist sein Eigenthum werden sollten, ja, es im gewisten Sinne schon waren. An demselben Tage wurde der Privatakt in ckuplo ausgefertigt und unterzeichnet, nachdem der neue Eigentümer eine Anzahlung von tausend Thalern dem Verkäufer übergeben hatte. Als Herr von Wolkenberg nach Breslau zurückkeyrte, hatte sich bereits in den Kreisen, in, welchen er verkehrte, das Gerücht verbreitet, daß er | seine ehemaligen Stammesgüter wieder erworben,; und daß er an der Stelle der alten Ruine ein präch-! tiges und mächtiges Schloß aufzubauen beabsichtige. Wic das zu gehen pflegt, übertrieb das Gerücht ganz gewaltig, und inan fabelte von ungeheuren Schätzen, die dem jungen Mann zugefallen sein sollten, lieber* all wurden ihm die freundlichsten Glückwünsche ent* gegengebracht. Die vornehmsten Familien der schlesischen Hauptstadt sandten ihm Einladungen. (Fortsetzung folgt.) Räthsel. . „Ich kenn" ein Wort,, zwei Silben lang. Ein Wort von wunderbarem Klang; Du hörst es nicht, kannst es nicht seh"n. Nur. mit dem Herzen es versteh"«. Doch dem wird es nur offenbar. Der treu stets dem Gesetze war. Trotz aller Mühen, aller Noth. Voranstellt stets des Herrn Gebot. Der nach der Tage Sorg"'und Last, Es froh begrüßt, zu süßer Rast, Und in der Seinen trautem Kreis, Sich still erbaut, nach alter Weif". Dann zieht"s in"s reiche Prunkgemach, Wie unter des Aermsten niedrig" Dach, Dann trocknet die Thrän" nur Freud" und Lust, Kehrt mit ihm ein in des Frommen Brust. S.L. Auflösung erfolgt in Nr. 4». Die Namen der richtig Losenden werden, wenn uns solche bis längstens Mittwoch Vormittag dcn 20. Februar zugegangen, in gleicher Nummer veröffentlicht. Auflösung des Räthfels in Nr. 11: ‘PDfr, Verstand, ‘ppD, Thor; das zweite Wort kann man auch mit & schreiben, also tofr nach der T T Analogie von Koheleth C. 1, V.17: nwn dj/t. Die Namen der Einsender richtiger Lösungen siehe Beilage. Seite 224. KF" Die Fortsetzung der Erzählung „Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners" erscheint in der nächsten Nummer. Hierzu zwei Beilagen. Verantwortliche Nedaction: vr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Expe'ü'.isn dc? .Jsaclit* große Bleiche 4L J.GottSleben'S Buchdruckerei (Mainzer Anzeiger).