Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 13 (14.2.1884)
- Date
- 1884-02-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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208 sündige Volk zu ermahnen und zur Tugend und Gottesfurcht zurückzuführen. So schon Aharon im Lande Mizrajim, wie Jecheskel es uns berichtet. Da die Kinder Israel in Götzendienst versunken waren, tritt Aharon als Prophet unter sie und mahnt sie mit harten Worten, zum Gotte ihrer Väter zurückzukehren. So tritt Ido dem Jerobeam gegenüber^ so Elijahu dem Achab, so Jeschajahu dem Könige Achas, so Jirmijahu dem König Jojachin und so fast alle. Auch Mirjam hat ihre Prophetie in ähnlicher Weise bewährt. Als Pharao befohlen hatte, alle isr. Kinder ins Waffer zu werfen und als in Folge dessen Amram sich von seiner Gattin trennte und die Israeliten, dem Beispiel Amrams folgend, sich von ihren Frauen schieden, da trat die junge Mirjam mahnend auf und bewies ihrem Vater, daß. sein Verfahren folgenschwerer sein würde als das des Tyrannen; und als nun sich Amram aufs Neue mit Jochebed vermählte, da sagte es Mirjam vorher, daß ihre Mutter einen Sohn bekommen würde, ..ln welchem Israel ein Helfer erstehe. Daher heißt es 'ji pnx nm nsran d^d npn>. „Und es nahm Mirjam die Prophetin, die Schwester Aharon's", — sie war schon eine Prophetin zu der Zeit, da sie nur die Schwester Aharon's und noch nicht die Schwester Moscheh's war, der zu jener Zeit noch nicht das Licht der Welt erblickt hatte. Der Anlaß, daß es überhaupt Propheten gab, ging fast immer vom Volke aus; hätten die Israeliten nicht gesündigt, so wäre es nicht nöthig gewesen, Propheten an sie abzuscnden. Nur bei Moscheh war es anders; der Hauptanlaß seiner Berufung war die Offenbarung, die Ueberbringung der Thora durch ihn, und dieser An laß war nicht von den Israeliten gegeben, sondern nur von Gott. So hat auch Gott zu Moscheh gleich bei der ersten Offenbarung. gesprochen: Dyn nx *iios*.ra ojx nwn X> rw ,nin mn hy on}wi n« jnayn dhsdd wozu der Targum Jonathan (richtiger Jeruschalmi) erläuternd hinzufügt: pn soi*d dy s«vnw rv ptapcn Wir können daraus entnehmen, daß der Endzweck der Erlösung ans Mizrajim die Offenbarung am Sinai war, und daß die Erwählung Moscheh's direct von Gott veranlaßt und nicht durch die Thaten des isr. Volkes hervorgerufen war. — Die andern Propheten wurden auf Veranlassung des Volkes von Gott mit ihrer Botschaft betraut; Moscheh aber wurde ohne Veranlassung des Volkes von Gott ausersehen, die Thorah zu üverbringen. Nachdem wir dies vorausgeschickt, werden wir die obenangeführten Worte oiüosj nw cs» verstehen. nsncD ddh'33 'w ost irr wo# -iDxn tp3 toa n»D n:sy p rrd p "Qist opna ynnst rtse HO (CKJ „Und Er sprach: höret doch meine Worte - wenn er (Moscheh) sein würde euer Prophet (das heißt: durch die Sünden des Volkes — also durch euren Anlaß — zu seiner Sendung berufen) so würde (Ich) der Ewige in nächtlicher (siehe Aben Esra) Erscheinung Mich ihm (ebenso wie euch) zu erkennen geben, im Traume zu ihm reden: nicht so mein Knecht Moscheh, in meinem ganzen Hause ist er vertraut." *) Wenn Moscheh euer Prophet wäre, euch angemessen, euch entsprechend ('-n 's> rruo), so hättet ihr auch das Recht, sein Thun und Lasten kritisch zn beleuchten und darüber ein Urtheil zu fällen — Moscheh aber, spricht Gott, ist in erster Linie Mein Knecht,. Mein Bote ntPD3 mya -mV or>io» iö yno* * „Und warum habt ihr euch nicht gefürchtet, zu reden wider Meinen Knecht, wider Moscheh?" Moscheb hatte die Aufgabe erhalten, die Gotteslehre zu überbringen, die nicht nur dem damaligen Geschlechte ängemeffen war, die vielmehr stets dieselbe und unveränderliche bleiben sollte für alle kommenden Geschlechter. Daher konnte und durfte er nicht ein Prophet sein, dem damaligen Zeitalter angemessen c3st'23, sondern p»« »cra Vm, bewährt im ganzen Weltall, für den ganzen unermeßlichen Raum, für die damalige Zeit und für alle Ewigkeiten. Ein solcher araj war Moscheh, ein Prophet, aus Gottes freier Initiative an die Menschen gesandt; auch in dieser Beziehung unerreicht von den Vorlebenden und den Mitlebenden, unerreichbar von den Nachkommen. (Schluß folgt.) MttYeikungen vom Aeutsch-Israek. Hememdeöunde. Berlin, km Januar. Unter diesem Titel tritt der Gemeindebund mit einer seiner zahlreichen papiernen Thaten wiederum vor die Oeffentlichkeit und bietet für eine Beurtheilung des Bundes recht intereffante Anhaltspunkte. — Erwägt man den hervorragenden Platz, welchen unter den Thaten des Gemeindebundes diese ihre Verkündung einnimnit, so begreift man die den Bericht einleitende Bitte um Nachsicht für die Spärlichkeit, mit welcher die „Mittheilungenin jüngster Zeit e Auch Seforno bezieht die Garte v-ö»» *3» cfr auf Moscheh, er erklärt: „Wenn Moscheh ein Prophet wäre, der auf Eurer Stufe der Prophetie stäube.-