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Der Israelit · 1884-02-11 · Heft 12 (11.2.1884) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 12 (11.2.1884)
Date
1884-02-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXV. Jahrgang. Skilage;« Ar. 12 -es Israelit. Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 5. Febr. Der Beilcidsbeschluß des Repräsentantenhauses in Washington, der in einem Protokollanszug dem Bruder Lasters vom hiesigen amerikanischen Gesandten übergeben worden ist, lautet: „Kongreß der Vereinigten Staaten. Im Hause der Repräsentanten, 9. Januar 1884, Mr. Ochiltree stellt folgenden Antrag, welcher angenommen wurde: „Es wird erklärt: daß dieses Haus mit tiefem Bedauern den Tod des hervorragenden deutschen Staatsmannes Eduard Laster vernommen hat; daß dieser Verlust nicht allein von deni Volle feines Heimathlaudcs zu beklagen ist, wo seine feste und beharrliche Vertretung freisinniger Ideen wesentlich die sozialen, politischen und wirthschaftlichen^ Lebensbedingungen des Volkes verbessert hat, sondern ' ebenso zu betrauern von den Freunden der Freiheit in der ganzen Welt; daß eine Abschrift dieses Beschlusses der F-nnilie des Verstorbenen und ferner dem Vertreter der Verein. Staaten in der Hauptstadt des deutschen Reiches übersandt werde, damit dieser den Beschluß durch die dafür zuständige Vermittelung an den Präsidenten der gesetzgeberischen Körperschaft gelangen lasse, deren Mitglied der Verstorbene war" Bonn, 8. Febr. Unsere Königs. Familie kennt keine Ratzennnd Consessionsuntcrschicde. Fleiß und Reellität finden bei ihr Anerkennung, einerlei wo und bei wem sie sich im Reiche zeigen. So wurde am 27. vorigen Monats wieder von Sr. König!. Hoheit dem Prinzen Wilhelm v. Preußen, der auch in Ihren Kreisen rühmlichst bekannten jüdischen Firma A. Zuntz sel. Ww., Dampf-Eafsöe-Brennerei, dahier, das Prädikat als Loflieferant verliehen. Es handelt sich hierbei nicht um eine blose Titelverlcihung; genanntes Haus liefert vielmehr thatsächlich seit einer Reihe von Jahren ununterbrochen den Bedarf für die prinzliche Tafel. Sknrz, (Wcstpreußcn) 8. Februar. Int Ver' folge meiner Mittheiluugcn über den Mord des Knaben Zibula habe ich Ihnen zu berichten, daß ein Mann ausgesagt bat, er habe Jemanden qm Dienstag, 22. Januar, Morgens, einen Sack tragen sehen; er glaube, daß es der junge Josephsohn von hier gewesen; es könne jedoch auch ein Anderer gewesen sein. Daraufhin hat man den jungen Josephsohn eingezogen. Es ist nicht wahr, was die Zeitungen berichten, daß der junge- Joseph- .lohn-ein Pferdeschlächter sei; er ist ein Häusirer, sein Vater ist ein Schneider. Der junge Mann ist Bräutigam und erfreut sich eines sehr guten Rufes; auch seine Eltern und Geschwister sind lauter ehrenwerthe Leute. Die Aufregung in hiesiger Gegend ist sehr groß. Schon seit geraumer Zeit werden antisemitische Schriften massenweise verbreitet, welche das rohe und unwissende Landvolk gegen die Juden anfhetzen. — Eine Thatsache will ich noch erwähnen, zu welcher sich der geehrte Leser selbst den Eommentar machen möge. Als ich bei meiner Vernehmung, wie bereits mitgctheilt, mein Alibi bewies und dafür Zeugen nannte, sagte man mir, daß es nicht genügt, jüdische Z e ü g e n zu nennen; ich müßte ch r i st l i ch e Z e u g e n namhaft machen, was ich denn auch zu thun im Stande war und ihat. Er schläft und schlummert nicht der Hüter Israels. Er wird die Wahrheit an den Tag bringen und uns vor allem Bösen bewahren. S. Blumenheim. Attorra, 23. Jan. Vom Schöffengericht II. hieselbst wurde in der gestrigen Sitzung n. A. ein hiesiger Arzt i» empfindlicher Weise bestraft, der einem jüdischen Papierhändler, welcher ihn wegen Zahlung einer Schuld mahnte, einen Brief schrieb, in dem u. A. folgender Passus vorkam: „Ich sah neulich bei einem Bekannten eine Hundehetzpeitsche,.die dazu bestimmt ist, zudringliche Juden zu züchtigen. Sie wissen ja nun, was passirt, wenn Sie wiederkommen." Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu 300 Mk. Geldstrafe, da, wie in demErkenntniß ausgeführt wurde, eine geringe Geldstrafe bei dem Bildungsgrade des Angeklagten nicht angebracht sei. - Hamburg, den 10. Februar. In meinen Aufsatz in Nr. 11 haben sich einige sinnentstellende Druckfehler eingeschlichen. N. Gamliel de Jabne tvar nicht, wie es fälschlich gedruckt ist, ein llrenket, sondern ein Ururenkel Hillels. — Auf Seite 181, in der ersten Spalte muß es statt: „sondern Hillels wirkliche Entgegnung 2c 2c" heißen: nnd ich hatte Hillels rc rc.

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