Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 12 (11.2.1884)
- Date
- 1884-02-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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196 (Uitct Wille bövfjaubcii ist, überwindet er so manche j Schwierigkeiten, utk rj/os inaS son. (5in Haupt- | übel ist leider auch, das; man in gn:.z Mahren nnr; wenige verläßliche LdL' anzutrcffcn vermag, und! die Macht de» Rabbiners scheitert hic^ weil gewöhn- ' lich der Nachfolger nicht besser ist als sein T'orgüugcr ' gewesen, da sich überhaupt pur tvenig verläßliche. irdischen Hülle des Verglichenen von Oememdemsialiedcrn in den Tempel übertragen, der Zier im Ruhestände lebende Rabbiner S. Freund hielt hierauf ekttt in meinem nächsten Berichte etwas Erfreulicheres mittheilen können. rate L"r« 2^ Tabor, t. Februar. Wenige Wochen sind seit der Zeit verflossenda ich mit einigen Z ifeix des schönen Heftes gedachte-. welches Misere ehrwürdige GcrNeinße ans Anlaß des 40jährigen verdienstvollen Wirkens des allvercrthen Kreisrabbmers Gut mann Klein per er feierte. Und sie hatte Ursnche, den Ehrentag des Jubilars zu einem allgemeinen Gemeindesesttage zu erheben; denn kaum konnte sich eine zweite Gemeinde unseres schonen Vaterlandes dessen rühmen, einen Seelenhirten zu besitzen, der 4Dezenien in einer und derselben Gemeinde. segensreich wirkte und sie erfolgreich vertrat. Die isr. Kultusgemeinde in Tabor hatte sich ihrer Verpflichtung würdig entledigt und die Anerkennung blieb nicht aus. Der Jubilar dankte mit den wenigen, aber inhaltsreichen Worten: „Dieser Tag bleibt mir ewig unvergeßlich". Unsere Freude hat sich aber bald in Trauer verwandelt. Mit Schmerz muß ich heute die Trauerkunde verzeichnen, daß unser treuer geehrter und geliebter Herr Kreisrabbiner am 27. d. M. nach kurzem Krankenlager verschieden ist. Durch seine Freundlichkeit und Gerechtigkeitsliebe hatteer sich die Liebe und Verehrung seiner Gemeinde und auch der Mitbürger kath. Confessio» zu erwerben gewußt. Beim Vernehmen der Todesnachricht bemerkte der hochv. Herr Dechant sehr treffend: Einen solchen Rabbiner bekommt die hiesige isr. Gemeinde nicht mehr. Durch seine schriftstellerischen Arbeiten, durch seine wissenschaftlichen Vorträge, unter anderen auch im Vereine zur Verbreitung der Wissenschaft des Judenthums, Afike-Jehnda in Prag, hatte sich der Verblichene in weiten Kreisen einen geachteten Namen zu verschaffen gewußt. ES ist daher nicht zu verwundern, daß die Theilnahme an dem vorgestrigen Leichenbegängnisse eine allgemeine war. Die Staatsbehörden, der vollzählig versammelte Stadtrath, sämmtliche hiesigen kath. Vereine und Deputationen beinahe sämmtlicher 51 Kultusgemeinden des Taborer Kreises betheiligten sich an demselben. Um 11 Vr Uhr Vormittags wurde der Sarg mit der •} Wir bitten darum. Red. Sarge die Ehrenwache. Um diese Zeit versammelten sich im Tempel die Tranergäste. Es fanden sich ein die k. k. Beamten der k. k. Bezirksmannschast mit dem Herrn Statthalterekrath Braun an der Spitze, die Beamten des k. t Kreisgerichtes.. der k. k. Finauzbezirksdirektion, der Stadtrath mit dem gy ... und Knabenvolksschrrlen, Deputationen der Bezirks- Vertretung und sämmtlicher hiesigen Vereine nnd Korporationen. Nach einem Tranerchoral trat Ober- Rabbiner M. Hirsch aus Prag vor und begann seine Rede mit der Frage: Wozu steht der Sarg meines College» bei der Lade Gottes in der Synagoge? Zinn erzählte er, wie die Israeliten aus Egypten zogen daß sie stets 2 Laden nntführten. In der einen Lade befand sich die Thora, in der anderen lagen die Gebeine Josefs. Am die Frage der Talmudisten, was für ein Bcwandtniß die Lade mit den Gebeinen Josefs gemein habe mit der heiligen Lade, folgt die Bemerkung der Talmudisten, der Verstorbene in der einen habe genau das Gesetz, die Thora in der zweiten Lade befolgt. Seine Rede schloß er mit dem Gebete is. Ziehe hin im Frieden! Nun setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Voran schritcn die Schüler der isr. Volksschule und des Realgymnasiums, diesen folgten die Gemeindeansschußmitglieder, welche abwechselnd den einfachen Sarg trugen. Dein Leichenwagen zunächst schritten die drei Söhne des Verstorbenen, ihnen folgten die Gemeindemitglieder, eine dreigliedrige Deputation der Ortsgeistlichkeit, die anderen Deputationen und die fast unendliche Reihe von Trauergästen, die dem Verblichenen das letzte Geleite gaben. Am offenen Grabe hielt abermals Oberrabbiner Hirsch eine ergreifende Grabrede. Im Namen des Vereines Asike-Jchuda in Prag sprach der bewährte jüdische Gelehrte und Schrift-, stellet S. Koh n aus Prag einige erhebende Worte, die in den Herzen Aller widerhallten und wies auch daraufhin, daß der Verblichene sein Lehrer war. dem er sehr viel zu verdanken habe. Rabbiner Torsch schloß die Traucrfeier mit einem Gebete. An Bcileidsknndgebungen, welche der Knktusgemeinde znkamen, seien erwähn: Dr. Joses Sacher, k. k. Geueraladvokat am obersten Gerichts und Kaffationshose in Wien, die Prager Kultusgemeinde-