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Der Israelit · 1884-02-11 · Heft 12 (11.2.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 12 (11.2.1884)
Date
1884-02-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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153 klärt, in welcher erhabenen Weise das Wort so* „gottesfürchtig" auf unfern großen Lehrer Moschch anwendbar ist. Aus seiner wahrhaften Dcmuth, nup, entsprang ihm die wie ja auch unsere Weisen in der letzten Mischnah des Traktats Sotah diese Stufenfolge bezeichnen. Durch die unbegrenzte Demuih des großen Mannes war ihm die Gottesfurcht etwas ganz Selbstverständliches, wie unsre Weisen cs lehren, anlehncnd an den Vers (5. B. M. C. 10, V. 12) ex o icj;d t>xu? "p-fc* no 'x7ljo nnyi r _ h rx „Und mm Israel, was verlangt der Ewige Dein Gott von Dir? Nichts als zu fürchten den Ewigen Deinen Gott." Und die Weisen fragen (Verachoth f. 33b): Ist denn die Gottesfurcht so etwas Leichtes? Und sie antworten: Ja, unserem großen Lehrer Moschch erschien sie als etwas Selbstverständliches. Moschch war der geeignete Gottcsbote; denn ihm lag jede Ueberhebung fern. Nicht der Herporbringer, sondern nur der Ueberbringer unserer heiligen Religion wollte er sein,-und gerade das istsein höchster Ruhm. (Forts, folgt.) Briefe üöer Rumänien, den neuesten Stand der dortigen Israeliten betreffend. Mitgetheilt von Dr. Z. Enc. n. In meinem vorigen Briefe habe ich, von dem Verbot in Sachen der geistigen Getränke sprechend, vergessen, einer Verleumdung Erwähnung zu thun, die sicherlich „jüd." Kreisen in Rumänien, bekanntlich Diejenigen, welche fast sechs Jahre nach dem Berliner Eongreß noch keine Wählerrechte haben, entstammt, welch? behaupten, daß eine ganze Elaste Menschen — wenn wir „Juden" überhaupt „Menschen" nennen können! — eine ganze Elaste Menschen ist durch das Spirituosen-Verbot nicht etwa auf den Bettelstab gebracht, sondern gerade dem Hungcrtode preisgegeben. Run sehen Sie selbst, wie weit die wissenschaftliche Ignoranz und der Jntriguirgcist der Hebräer geht! Jedem Staatsmann in Rumänien und besonders Herrn I. C. Vratianu, der in national-ökonomischen und statistischen Dingen bewandert ist, muß es sehr anffallen, daß bei den Israeliten die -Geburten die Todesfälle, wie es heißt, darum übersteigen, weil die Israeliten ein geregeltes und keusches Leben führen. Er muß daher aus dem angeführten Grunde darauf bedacht sein, zunächst die Statistik von oben herab zu regeln. Zu diesem Zweck muß er auf ein Mittel sinnen, um entweder die Geburten zu verringern oder die Todesfälle zu vermehren. Der Herr Premierminister Vratianu hatte, aber eine noch höhere Pflicht als die bloße regierungsmäßige Statistik: er mußte ans ideal-menschlichem Gefühl, mit Rücksicht aist die Plagen, welche die rechtlosen Menschen in diesem Leben und in Rumänien auszustchen haben, nothwcndig die Z a h l dieser armen Geschöpfe zu verringern suchen, um damit die Zahl der Leidenden herabzumindern, wenn er sich zu dem für ihn aus wahlagitatorischen Gründen schwereren Mittel nicht entschließen konnte, den Leiden selbst ein Ziel zu setzen. Und da eine Vermehrung der Todesfälle leichter herbeiznführen ist, als eine Verminderung der Geburten, so ist es klar, daß er den leichtern Weg betreten mußte, ganz besonders, wenn dieser in Verbindung steht mit dem Schnaps, mit welchem die „Inden" die Christen vergiften, verwirren n. s. w. wollten, was Sie.gefälligst in meinem vorigen Briefe Nachlesen wollen. Natürlich, von Dankbarkeit wissen Inden nichts. Daß aber das menschenfreundliche Walten des Herrn Bratiann eine gewichtigere Anerkennung gefunden^ als dies von ihm gar nicht erwartete israelitische, können Sie daraus ersehen, daß die Berliner. Vcrtragsmächte die Unabhängigkeit Rumäniens ohne Weiteres anerkannt (das schöne Oesterreich steht in Mißgriffen bekanntlich stehts obenan) und es nicht für ganz nothwcndig erachtet haben, das in Rede stehende Spirituosen- sowie andere Verbote vorher abschaffcn zu lasten. Wie ich noch immer — von Schnaps handle, so bin ich nun selber schon einigermaßen verwirrt worden, und darum habe ich es bisher übersehen, daß Sie von mir Erklärungen wünschen, warum jeder Israelit in Rumänien einen Papier-Siempelbogcn im Werthe von einem Franc bei sich tragen muß. Allem Anscheine nach haben Sie noch keine Kenntniß von dem M i l i t ä r - R e c ru t i r u n g s- Gesetz, welches allerdings nicht öffentlich, sondern blos durch ein diesem attachirtes geheimes Circular des Kricgministers an die Recrutirungs-Beamten von jedem Israeliten im Alter von 2 t bis 46 Jahren, während welcher Zeit er militärpflichtig bleibt, die förmliche Erklärung verlangt, daß er „gutwillig" auf die gesammten Rechte verzichtet, die er ohnehin nicht hat und auch durch den Militärdienst nicht haben wird, wie weiter unten zu lesen steht. Diese gestempelte, zur Noth auch nicht gestempelte Declaration, wird zur allgemeinen Kenntniß in der offiziellen Zeitung „Monitorul Offizial" abgcdruckt und auf diese Weise gelangt „der Jude Jtrik"^ auf einmal dazu, eine überall (leider nur) in Rumänien bekannte Persönlichkeit zu werden, ja sogar gewissermaßen in bäuerliche Kreise dringt sein Name,

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