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Der Israelit · 1884-02-04 · Heft 10 (4.2.1884) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 10 (4.2.1884)
Date
1884-02-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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159 Man kann freilich nicht verlangen daß auf nur 92 Seiten ein ausführliches Lehrbuch der neuhebräischen Sprache geliefert werde, aber für den Anfänger, der sich mit den Spracherscheinungen vertraut machen will, ist durch die Erwähnung und Besprechung der wichtigsten und auffälligsten Momente genügend Sorge getragen. Die Anlage des Werkes ist zunächst auf die Formenlehre berechnet. Syntaktische Regeln werden bei Gelegenheit an den entsprechende« Stellen der Formenlehre mitgetheilt. Der erste Theil behandelt kurz die Lautlehre, der zweite die Formenlehre nach folgender Anordm ng: Kap. 1) die Empfindungskaute: 2) die Demonstrativbildungen; 3) das Nomen; 4) Partikeln; 5) das Verbum. Den Schluß macht ein bibliographischer Abriß der ncuhebräischen Literatur, der natürlicherweise auf Vollständigkeit keinen Anspruch macht und nur die vornehmsten Erscheinungenerwähnt, die zum Selbststudium nothwendig sind. Ein dritter Theil ist noch in Aussicht genommen, der eine Chrestomathie, Glossar und ein Verzeichnis der wichtigsten Abbreviaturen enthalten soll. Dr« H. E—ch. (Schluß folgt). Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. * Deutschland. Mainz. 28 Jan. In voriger Woche verstarb hier Herr Jsak Geis y"i im fast vollendeten 70. Lebensjahre. Derselbe, ein eifriges und treues Mitglied der israelitischen Rcligionsgeseüschaft, hat dieser ein Vermächtniß im Betrage von 1800 Mk. hinterlassen, mit der Bestimmung, daß an seinem und am Jahresgedachtniffe seiner ihm im Tode vorangegangene Frau n„y das übliche Kaddisch rc. gesprochen, und daß alljährlich zwei arme Kinder mit warmen Winterkleidern versorgt werden sollen. Am Grabe hob Herr Rabbiner Dr. Lehmann hervor, daß die Zeichen Blumenspenden, welche bei Begräbniffen unserer modernen Glaubensgenoffen auf den Sarg gelegt werden, sehr bald verwelken, während die Blumen echt jüdischer WohlthaLigkeit, die der Verewigte auf sein Grab gepflanzt hat, unvergänglich sein werden. n"a"s"j"r. AuS Meder Hessen. Herr Landrabbiner Dr. Adler, ist seit Anfang dieses Jahres in den Ruhestand getreten und die Wiederbesetzung des Landrabbinäts dürste in nicht allzulanger Zeit in Aussicht genommen werden. Wenn je, so ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um die im Sinne des orthodoxen Judeuthums lebenden Landgemeinden zu bestimmen, ihre berechtigten Forderungen bei der Anstellung eines neuen Landrabbiners geltend zu machen. Die religiöse Richtung des nunmehr peusionirten Landrabbiners war derjenigen des großen Theils der ihm unterstellten Landgemeinden diametral entgegengesetzt. . Wenn die Gemeinden die hieraus erfolgte Schädigung ihrer heiligsten Anliegen ruhig Hinnahmen, um jeden Schein zu vermeiden, als träten sie gegen die Person ihres geistigen Leiters auf, wenn sie für ihr Judenthum in die Schranken traten, so sind mit der nun erfolgten Pensionirung des Herrn Landrabbiners diese persönlichen Rücksichten vollständig in Wegfall gekommen. Wenn die gesetzestreuen Gemeinden des . Casseler Landrabbinats heute mit ruhiger Entschiedenheit, einen Rabbinerverlangen, der voll und ganz auf dem Boden des orthodoxen Judenthums steht, so treten sie mit dieser Forderung zur Zeit Niemand zu nahe. Kein vorurtheilsfreier Mensch kann in diesem Verlangen etwas Ungebührliches, den Frieden Störendes finden wollen. Es gibt in unseren Gemeinden noch viele überzengungstreue, wackere jüdische Männer, die sicherlich bereit sind, gegenseitige Besprechungen und Unterhandlungen zu diesem Zwecke an.mknüpfen. Es würde sich zunächst darum hanhefit, einen gemeinsamen Mittelpunkt für derartige Erörterungen zu finden. Ihr in hiesiger Gegend allenthalben sehr verbreitetes Organ dürfte sich anl Besten zunächst hierfiir eignen. — Diese Zeilen möchten Gesinnungsgenoffen anregen, sich über die Lage der Dinge und über das, was ihr gegenüber zu thun ist, öffentlich anszusprcchen, damit das Geschick des Casseler Land-, rabbinats nicht ohne und gegen den Willen seiner gesetzestreuen Gemeinden entschieden werde. Müncherr Ende Jan. Der Herr Correspondent, ..Aus Schwaben" scheint über die Zustände in München schlecht unterrichtet zu sein, wenn er sagt: Hier in M. sei eine jüdische Schule. Er möge doch hier suchen, aber wenn er selbst jeden Winkel elektrisch beleuchtet, wird er keine finden — Gott sei's geklagt! Die Wahrheit ist, daß die beiden Cantoren der Hauptsynagoge und der, ebenfalls von der Eultus-Verwaltung angestellte Lehrer Baum in den christlichen Volksschulen zweimal in der Woche eine „Religionsstunde" ertheilen, an welcher alle jüdische Schüler, als obligatorischem Unterrichtsgegenstände, theilnehmen müssen. — Was die „Synagoge" betrifft, so besteht sie'in dem,'nur „geduldeten" Betsaal der Gesellschaft „Lhel Jakob." welcher indeß nur für eine sehr kleine Zahl Andächtiger Raum bietet. Diese Thatsachen wird Jeder, der die hiesigen. Verhältnisse kennt, bestätigen

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