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Der Israelit · 1884-01-31 · Heft 9 (31.1.1884) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 9 (31.1.1884)
Date
1884-01-31
Page
– (sequence 8)
Language
German
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nterabcu sein Glück zn verkünden und unter Denjenigen, die ihn so oft wegen seiner Armuth bemitleidet hatten, als reicher Mann sich zu zeigen. Allein er widerstand der Versuchung und reiste ohne Aufenthalt nach Breslau weiter. Dort angekommen, stieg er im „Goldenen Löwen" am Tauentzienplatze ab. Nachdem er sich restaurirt hatte, sandte er sofort seinen Empfehlungsbrief an die Herren Kornfeld u. Comp, und bat in einem Begleitschreiben, ihm die Stunde zu bestimmen, in welcher er seine Aufwartung machen dürfe. Der.Lohndiener des Hotels kam bald wieder zurück, mit der Nachricht, daß die Herren Kornfeld n. Comp, am folgenden Tage, Morgens!) Uhr, den Herrn Baron erwarteten. Es war Nachmittags;, und Bruno beschloß, eine Wanderung durch die Stadt zu unternehmen. Seit seiner frühesten Kindheit war er nicht inBres» lau gewesen und hatte sich keine Erinnerung an die schlesische Hauptstadt, au die zweite Stadt des preußischen Staates, bewahrt. Aber viele Reminisceuzen verknüpften sich für fein Geschlecht mit der alten Wrotislavim Auf dem großen Ring hatten einst seine Ahnen ein Haus besessen, ja, einer seiner Vorfahren hatte als Fürstbischof in dieser Stadt rcsidirl. Bruno wunderte zunächst dem großen Ringe zu. Hier zog das prachtvolle Nathhans seine Aufmerksamkeit auf sich. Aus der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts stammend, legt es ein glänzendes Zeugniß von der hohen Blüthe Breslaus unter den Lützelburger Kaisern ab, die hier regierten, als nach dem Aussterben der alten schlesischen Herzöge Schlesien an Böhmen gefallen war. Unter Kaiser Carl IV. waren die Wolkenbergs, die ursprünglich vom Rheine stammten, nach Schlesien gekommen; ein Bruno von Wolkenberg war von diesem Kaiser mit den Gütern am Fuße des Riesengebirges belehnt worden. Bruno trat in das Haus und meldete sich in der Dienerstube unten im Flur zur Besichtigung des Fürstensaales. Er fühlte sich in gehobener Stimmung, als er in den prächtigen, von einem Kreuzgewölbe überdeckten, auf einem Pfeiler ruhenden Raum eintrat. Hier batten Jahrhunderte lang die Versammlungen der schlesische» Fürsten und Stände stattgefunden, hier hatten seine Ahnen Sitz und Stimme gehabt inmitten der Großen des Landes. Hier hatte im Jahre 1741 ein Freiherr von Wolkenberg die Anrede an Friedrich den Großen gehalten, als diesem nach der Eroberung von Schlesien hier gehuldigt wurde. „Der alte Glanz," sprach er vor sich hin, „ist erloschen; ich, ich werde der Ahnherr eines neuen, glänzenderen Geschlechtes werden!" (Fortsetzung folgt.) Rächsel. Nach einem Sprach der Weisen. Ich kenne einen schönen Garten, Dort wohnet ein bcseesigt' Chor; Der Blümlein braucht man nicht zn warten. Von selber sprießen sie empor. Ein hoher Herr auf güldnem Throne In diesem holden Garte» weilt; Und seinen Dienern er znm Lohne Der Gaben köstlichste vertheilt. Doch diese stehen still versunken. Das Schöne — sie beachtend nicht; Sie schauen, schauen wonnetrunken Des Herren strahlend' Angesicht. S. H. D. Auslösung erwlgt in Nr. U. Die Namen der richtig Lösenden werden, wenn uns solche bis längstens Mittwoch Vornnttag den 8. Februar zugegangen, in gleicher Nummer veröffentlicht. Auflösung des Räthfels in Nr. 7: (Wahrheit) Richtige Lösungen sandten ein: Abr. Marr in Mainz. Salomon Weis in Main;. Sara Flors» heim in Meerhol;. Leo Koch in Mainz. Mar Koch in Mainz. Frau Adolf Berger in Niederzissen. Dorette Wallach in Zwesten. Schweizer, Lehrer in Adelsheim. S. £>., Lehrer i» Rheinbach. Rabb. Dr. Stern in Liverpool. *::f> ’ru? in Mainz. Isidor Felsenberg in Gr.-Tapvlcsan. Nozette PrinS in Dinrperlo (Holl.). Fanny Benario in Werlheim a. M. A. Kaminka in Hamburg. Joseph Bernseld in Gr.-Tapolcsan. I. I. inZerkov», Pr.^Posen. Israel Kätscher n Bensmin Eckstein, Talmudjünger, in Tapokcsan.;m in Oberendingen. Von Lösungen deS Näthsels in'Nr. ü sind noch nachzutragen' Deutscher in Krakau. A. M. R.'H. und Lehrer I. H. Oppenheimer in Buttenheim. MarknS Herzog in Verba. Sophie Mannes in Wrcschen. Martha Finkelstein in Deutschen. Enoch Reich in Weseritz. ' . Die Fortsetzung der Erzählung „Aus dem Leben eines orthodoxen Rabbiners" erschemt in der nächsten Nummer. Hierzu drei Beilagen. Verantwortliche Redaction: vr. Lehmann in Mainz. — Verlag und Spedition des .JSraelit* große Bleiche <% I. Gottsleheir'S__Buchdrttckerei„(Mainzer.Anzeiger).

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