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Der Israelit · 1884-01-31 · Heft 9 (31.1.1884) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 9 (31.1.1884)
Date
1884-01-31
Page
– (sequence 6)
Language
German
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140 tungen bflfirt. Bezüglich dessen, was ich in jener j Eingabe sagte, kann der Herr Abgeordnete amtliche j Daten sich verschaffen, sei cs bei dem Gerichshose in! Dorsoder Eomitale oder im Comitats Gefänguipe,! wo, Wie mir scheint. Der Angeklagte sitzt; sei es im Gefängnisse des Eomitats Bacs-Badrogh, wo gerade! einer jener Sicherhcits-Commissäre, von welchen dort ' die Rede war, sich befindet, der damals und anch seither wiederholt durch den königlichen Gerichtshof in Nyiregyhazä wegen solcher im Laufe der Untersuchung begangener Mißbräuche verurthcilt würde. (Andor Ladnay: Sie haben der Wassertortnr erwähnt!) Karl Eötvös: Ich wiederhole, ich habe dies dort nicht behauptet, sondern in einer an den Gerichtshof gerichteten Eingabe habe ich mich auf die in den Blättern publizirten Berichte berufen, wonach in Tisza-Löck oder sonst irgendwo Jnquisiten mit Wassertrinken torguirt und vor Pferden einhergehetzt wurden. Ohne diese Anklagen zu den meinigen zu machen, habe ich den Gerichtshof einfach auf dieselben aufmerksam gemacht, indem ich ihm die betreffenden Zeitungen zusendete. Im Uebrigen erkläre ich jenem Abgeordneten, dessen Recht, mich hier zur Verantwortung zu ziehen, ich nicht anerkenne, wohl aber seine Berechtigung, den Justizminister verantwortlich zu machen — ich erkläre ihm also, daß ich dafür sorgen werde, daß die amtlichen Urkunden und Daten jenes merkwürdigen und selbst an den Ufern des atlantischen Oceans mit reger Aufmerksamkeit verfolgten Prozesses in möglichst kurzer Zeit in der Oeffcntlichkcit erscheinen werden, und ich versichere den Herrn Abgeordneten und nicht minder den Herrn Justizminister, daß ste sich dort unzweifelhaft aus amtlichen Daten von weit bctrübenderen Dingen überzeugen werden, als jene sind, welche ich' vor dem Nyircgyhazaer königlichen Gerichtshöfe anztlführen für nölhig erachtete; von weit traurigeren Mißbräuchen, deren einige vor Gericht zur Verhandlung kommen werden, die ich aber anzuführen im Interesse meiner Clienten nicht für uöthig erachtete. Ich habe von diesen Mißbräuchen geschwiegen, um nicht durch derartige Erörterungen den gegen unsere Gerichte immer mit so großer Vorliebe vorgcbrachten Anschuldigungen noch weitere Nahrung zu geben. Aber der Herr Justizminister wird sich auch davon überzeugen, oder wenn nickt er, so doch das große Publicum, daß der Herr Minister wohl vor Gott und der Welt seiner Äuffassung nach mit Selbstgefühl sagen mag, daß er in dieser ganzen Angelegenheit unparteiisch gewesen, allein die Welt wird sich, ich wiederhole das, wenn dereinst der Qualm des Antisemitismus, der jetzt die Atmosphäre erfüllt, gänzlich verflüchtigt sein wird, davon überzeugen, daß der Herr Justizminister auf dem Gebiete der Justizverwaltung gerade im Interesse der unglückichen Angeklagten sehr Vieles nicht gethan' hat, was zu thun ihm das Gesetz vorgeschriebe«. Es ist heute noch nicht an der Zeit, jene Jnstizpolitik, welche in dieser Angelegenheit befolgt wurde, zu erörtern. Zu einer Zeit, da es geschehen kann, daß ein ansehnlicher Theil des Publikums Ungarns--- einer der Faktoren der ungarischen Legislative einen Fürsten Schwarzenberg hochleben läßt (Bewegung), dessen Oheim einem Haynau seine Instructionen ertheilte (Ruse: Sa ist«!); zu einer Zeit, da man in Ungarn einem Fürsten Windischgrätz Eljen zürnst ... (Beifall: lV»0 VVl VVl v wollen. — Karl Eötvös: Ich bin sogleich — (Hört!) Ich wollte nur noch sagen in einer solchen Zeit ist, was immer auch von der Justizverwaltung begangen worden sein mag. eine unbefangene Erörterung ihres Vorgehens nicht zu erwarten. Die gegen mich geschleuderten Verdächtigungen weife ich hier vor dem geehrten Hause zurück Ich erkläre, daß ich in dem Kampfe gegen den Antisemitismus dort war, wohin meine Pflicht mich rief und wohin mein persönlicher Einfluß mich wies, um dort zu wirken. Ich habe denselben bekämpft, so wie es meine Kräfte erlaubten; in jener einzigen großen Schlacht, die ich in Szaboles ihm lieferte, bin nicht ich besiegt worden, sondern er hat den Kampfplatz nach dem Somogyer und dem Zalaer Comitate verlegt; dorthin bin ich ihm nicht gefolgt, dort konnte ich mich ihm nicht entgegenstellen. Dort bedurfte er der Bajonette, des Statariums und des Galgens. Doch auch in Zukunft werde ich in dem Kampfe gegen den Antisemüismus in dem überaus geringen Kresse, der meinem Einflüsse noch zugänglich, der aber in Folge der nimmer rastenden wundet werden, wie dieses auch in der Vergangenheit geschehen. Ich leugne es nicht: jene Wunden schmerzen mich, doch ergeht es mir mit diesen Wunden wie dem Soldaten: sie schmerzen mich, doch bin ich stolz ans sie. (Zustimmung und Eljen-Rufe.) R « ß l a n d. Petersburg. Wie dem „Odeflki Listok" aus Nowo-Alexandrowsk im Gouvernement Kowno geschrieben wird, hat der dortige Gouverneur eine Verfügung erlassen, wonach Juden künftig in den Kanzleien der Polizeiderwaltungcn, der Landpolizeimeister und Pristawe nicht mehr beschäftigt werden dürfen; diejenigen Juden aber, die zur Zeit in dieser Weise beschäftigt sind, dürfen nicht länger als aus ein Jahr im Dienst belassen werden, bis wohin sie sich anderweitige Beschäftigung suchen können. Hinzu steht in aus- »

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