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Der Israelit · 1884-01-28 · Heft 8 (28.1.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 8 (28.1.1884)
Date
1884-01-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
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ziehe ich durch Mizrajim, und cs wird sterben jeder \ Erstgeborne 2c." Dagegen heisst es daselbst E. 12. B. 29: na.i 'm nS^n w\ „Und es war genau um Mitternacht, als der Ewige alle Erstgeborenen im Lande Mizrajim schlug/' — Unsere Weisen erörtern im Anfang des Tractat Berachoth, warum? Moscheh sich des unbestimmten Ausdruckes nsna : „ungefähr um Mitternacht" bediente, während Gott! doch genau um Mitternacht die zehnte Plage voll-? zog. Es ist bekannt, das; den Menschen nichts! schwerer fällt, als die genaue Bestimmung der Zeit.! In einer und derselben Stadt differiren die Uhren oft! ganz bedeutend. Wenn das in unserem vorgeschritteilen Zeitalter der Fall ist, um wie viel mehr musste; es erst im grauen Altcrthume sein. Moscheh wusste,! das; die Aegypter nicht genau die Mitte der Nacht! zu bestimmen vermochten. Wäre nun, nach ihrer Meinung, die Mittcrnachtsstunde angebrochen, ohne das; die Plage eingetreten, so hätten sie seine Weissagung verhöhnt; dcschalb sagte Moscheh nsna, „ungefähr um Mitternacht," während Gott den Zeitpunkt genau ans nYM ’snü, aus die Mitte der stacht, bestimmt hatte. Und weil Moscheh den Ausspruch Gottes nur dem Sinne nach und nicht wörtlich wieder gab, leitete er seine Prophezeiung mit den Worten *“i 128 na. „So (dem Inhalte, aber nicht dem Wortlaute nach) hat der Ewige gesprochen." Nach dieser Auseinandersetzung werden wir einen höchst räthsclhasten Ausspruch unserer Weisen zu . verstehen im Stande sein. Als die Kinder Israel am Fuße des Berges Sinai' das goldene Kalb gemacht hatten, da stellte sich Moscheh au das Thor des Lagers und sprach: Wer für den Ewigen ist, der komme , zu mir! Und es versammelten. sich zu ihm alle Söhne Levi's 'irx iq» na cna Und er sprach zu ihnen: So hat gesprochen der. Ewige, der Gott Israels: Leget ein Jeder sein Schwert um seine Hüfte, ziehet hin und her von einem Thore zum andern im Lager und erschlaget ein Jeder seinen Bruder und ein Jeder seinen Freund und ein Jeder seinen Verwandten (2. V. M. E. .">2, V. 26 u. 27). — Hierzu bemerken unsere Weisen (x"n Vs 'mrx ’:n x:n): ntro? .Y'apn iex x'iip psi - D'.cr >Vj? :x p.2 8'.m 9a> vnx rx tnx 'cm n:nsn ~j?ra CX #01 N2LP2 p H’-CD ^.1^ xVx 'ü: /ml ".CX HD 1CX inhjn Psr maaa n?n #oi "rxiirb -crx :x „Ich rufe Himmel und Erde zu Zeugen an, das; der Heilige, gelobt sei Er, nicht Moscheh besohlen hat, im Thore des Lagers zu stehen und zur Tödtung der Götzendiener auszufordern; cs war sein eigenes llrtheil, das er im Namen Gottes verkündete." Dieser Ausspruch würde ohne das, was wir vorausgcschickt haben, sehr räthselhast erscheinen. Moscheh spricht: „So hat der Ewige gesprochen," und der Midrasch ruft Himmel und Erde zum Zeugen, das; Gott das nicht befohlen habe? Aber nach dem Gesagten ist dieser Ausspruch der'Weisen vollkommen sachgemäß. Auch Raschi macht zur Stelle darauf aufmerksam, daß es sich hier nicht um einen speciclleu Befehl Gottes handelt, sondern um eine Folgerung aus einem bereits gegebenen Gesetze. :2tv □•rrxS na:: ms p»nr 'i ">cx na „So hat Gott gesprochen. Und wo hat Gott das gesagt? Wer den Götzen opfert, soll getödtet werden. (2. B. M. E. 22.' B. 19.) Auch der Targuu Jonathan erklärt die hier in Betreff kommende stelle in ähnlicher Weife: na'-.i;xa 72 rx-.rn xrnx 'ncx^na pn.V'vax: :'ai xs**öa ^cpn’ X'eep r.ryaä „llnd er sprach zu ihnen: So hat der Ewige, der Gott Israels gesprochen: Jeder, der den Götzen der Völker opfert, soll durch das. Schwert getödtet werden, und deßhalb ziehet u. s. w. Wir ersehen daraus, daß, weil es sich hier nicht um eine wörtliche Wiedergabe handelte, Moscheh sich der einleitenden Worte bediente: 'i -sc** na. „So hat Gott gesprochen," und nicht: 'i ms irx'-aan „Dies ist das Wort, welches der Ewige befohlen hat." Daher ruft mit Recht der Midrasch Himmel und. Erde zu Zeugen au, daß bei dieser Gelegenheit nicht ein specieller Befehl Gottes ergangen, sondern daß Moscheh sein Vorgehen einem bereits erlassene» Gebote gemäß eingerichtet habe. (Fortsetzung folgt.) Anträge zur We1l)odik des ßeöräifchen Unterrichts. i. llut die Bedeutung eines llnterrichtsgegenftandes und die Stellung, die demselben im ganzen Gebiete des Unterrichtswcsens gebührt, würdigen zu können, ist es nöthig, sich zunächst den Zweck desselben zu vergegenwärtigen. 'Ans die Frage, wozu wir das Hebräische lernen, wird die Amwort je nach der individuellen Auffassung und Anschauung und namentlich nach dem verschiedenen Grade des religiösen Sinnes anders lauten, und nach der jeweiligen 31«= sicht über den Zweck wird sich auch immer die Meinung über das Maß des zu Erlernenden richten. „Wir lernen Hebräisch, damit wir die Sprache, in der wir zu Gott reden, verstehen, damit wir wissen, was wir beten", ist so die landläufige, am häufigsten gebrauchte 3lnsdruck-:weise, mit der man natürlich von vornherein diesen Lehrgegenstand in die allerbeschränktesten Grenzen verweist, indem man dessen

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