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Der Israelit · 1884-01-24 · Heft 7 (24.1.1884) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 7 (24.1.1884)
Date
1884-01-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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109 häufig als Vorwand dafür, daß die Kinder dem ’ Elementar-Unterrichte entzogen werden. Bevor der; Minister seine einschlägigen Verordnungen erlösten werde, wolle er sich mit den Vertrauensmännern beider Parteien ins Einvernehmen setzen. Zur. Bekämpfung des feindseligen Geistes gegen die Juden sei eines der sichersten Mittel, wenn die Juden sich der christlichen Bevölkerung nähern, und zwar in allen Berufssphären der Gesellschaft. Er gebe ihnen den guten Rath, ihre Kinder zu Handwerkern und Ackerbauern zu erziehen. Der ungarische Staat werde gewiß ihre persönliche Sicherheit und ihr Vermögen schützen, und wenn die Juden sich in der vom Minister angedeuteten Richtung entwickeln, werden auch die Vorurtheile verschwinden, und sic werden keines besonderen Schutzes bedürfen. Die Deputation dankte für die Gesinnung des Ministers und entfernte sich unter Eljen-Rufen auf denselben. Krakau, 18. Jan. Da das hiesige Gericht in dem Prozesse wegen des Mordes in Lutcza eine große Anzahl Fragen an die hiesige medicinische Facultät gerichtet hat, wird die Schlußverhandlung erst in der April-Session stattfinden. Unter den erwähnten Fragen ist die wichtigste die, ob constatirt werden kann, daß sich am Halse und Unterleibe der Leiche der Mnich Schnitte befanden, oder ob die Mnich auch zufällig um das Leben gekommen sein kann. Feuillet o rr. Das Israel. Lehrerseminar und die Synagoge der Adas; Ieschurnn in Köln. Das Terrain des neuen Seminars liegt an einer der breitesten inneren Periphcricstraße Eölns, der St. Apernstraße und hat einen Flächeninhalt von 1300 Cm. Die Breite des Grundstücks beträgt an der Straße, auf der Tiefe von 17,5 m nur 4,5 m dann erbreitert cs sich auf 8 in auf weitere 18,5 m Tiefe nach Süden (links) und erst dort auf seine Gesammtbrcite von ziemlich 21 m, auf die weitere Tiefe von 52 m. Die Grenzen laufen parallel; der vordere Theil des Grundstücks bildet dem entsprechend gleichsam eine Einfahrt, die wegen der Gebäude zweckdienstlich auf der Hinteren Parthie des .Grundstücks errichtet wurde, und entspricht dies auch dem ruhcheischenden Zweck. Ehe wir nun zu einer Beschreibung des Gebäudes übergehen, wollen wir zunächst das aus den Bedürfnissen der Anstalt sich ergebende Programm entwickeln. Gilt des doch bei derartigen Anlagen ebenso sehr das Zuviel zu vermeiden, als das Nöthige mit Rücksicht auf die gesteigerten Forderungen der Hygiene festzustcllen, um auf. der einen Seite jeden hierbei doppelt unberechtigten Luxus zu vermeiden, auf der andern aber den Errungenschaften unserer Zeit Rechnung zu tragen. Mit Rücksicht darauf wurden folgende wesentliche Punkte festgestellt: a. Beschaffung von Schlaf-, Arbeits-, und Schulräumen für 50 Seminaristen; 1). eines Krankenzimmers, eines Badezimmers, eines Waschzimmers und eines Schrankraumes; e. einer sogenannten Kaffeküche, in welcher die Seminaristen sich Morgens und Nachmittags ihren Kaffee selbst bereiten; (1. eines Raumes zur Aufbewahrung der Koffer und zum Putzen der Stiefel; e. eines Sitzungszimmers für das Curatorium und 1 f. eines Schulzimmers für die neu zu errichtende Uebungsschule für 40 Köpfe; g. einer Wohnung für den Direktor; Ii. einer Wohnung für den Lehrer; i. einer.Wohnung für den Hausmeister. Die Frage, ob alle diese Räume unter einem Dache 'zu vereinigen oder in mehreren Gebäuden untcrzubringcn seien, blieb unentschieden. Von den ciugereichten Plänen wurde derjenige des Architekten L. Brockmanu in Köln ausgewählt und auch ohne Aenderuugeu unter dessen Leitung zur Ausführung gebracht. Sämmtliche Räume-, welche gefordert waren, sind in einem Gebäude von 5 Geschossen über den Keller untergebracht worden und zwar liegen die Lehrerwohnungen im Erdgeschoß, die Lehrzimmcr, die Uebungsschule, die Bibliothek und das sogenannte Physikzimmer im 1. Stock, die Arbeitszimmer nebst Kranken- und Badezimmer im 2. Stock und schließlich die Schlafzimmer nebst Waschzimmer und Schrankzimmer im 3. Stock. In einem Aufbau liegen noch 2 Kammern zu den Familienwohnungen und ein Raum zum Trocknen der Wäsche. Eine Glasthüre führt von diesem Aufbau auf das Dach des Gebäudes, welches in Holzcement hergestellt und mit einer massiven Brüstung umgeben, späterhin mit Blasen besät und dadurch zum Trocknen und Bleichen der Wasche tauglich gemacht werden soll. Von dem Dache, das sich über seine Umgebung weit erhebt, hat man einen schönen Rundblick über

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