Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 7 (24.1.1884)
- Date
- 1884-01-24
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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103 Orten und Provinzen, in denen russischen Inden der j Avfcnthalt und Geschäftsbetrieb gestattet ist, unter j der gleichen Voraussetzung wie diese Hausen und | Geschäfte und Handel treiben oder betreiben lassen, j wenn sie den allgemeinen Gesetzen sich fügen. Gin : Ausnahmsgesctz sür österreichische Juden, wie eine; soche die erwähnte Verordnung bildet, ist durch den! letzten Satz des oben mitgetheilten Vertragsartikels geradezu ausgeschloffen und besagte Verordnung mithin eine flagrante Vertragsverletzung. Prag, 17. Jan. Die „Politik' berichtet; „Der hiesige Kaufmann Herr Josef Philips schickte vor einiger Zeit seine 14jäbrige Tochter Regina zu seinem Schwiegervater Wolf Krebs nach Limberg. Das Mädchen kam daselbst glücklich an, nach einiger Zeit verschwand es jedoch plötzlich. Rach längerem Forschen gelang es den gemeinschaftlichen Bemühungen des Vaters und des Großvaters in Erfahrung zu bringen, daß das Mädchen in Lemberg in einem griechisch-katholischen Frauenkloster lebe. Beide begaben sich in das Kloster und fragten da§ Mädchen ob es nach Hause zurückkehren wollte, was diese mit sichtlicher Freude bejahte. Sie begaben sich deshalb zu dem dortigen Bischof, um die sofortige Entlaßnng des Mädchens aus dem Kloster zu erwirken. Der Bischof wies ihnen jedoch einen von dem Mädchen eigenhändig geschriebenen Brief vor, in welchem sie erklärt, sie wolle freiwillig in dem Kloster bleiben. In Anbetracht dessen erklärte der Bischof, ihrem Wunsche nicht willfahren zu können, zumal das Mädchen bereits das 14 Lebensjahr überschritten hat. Der Väter wandte sich nun durch seinen Vertreter Herrn Dr. Rehedly in dieser Angelegenheit telegraphisch an den Ministerpräsidenten Grafen Taaffe um Vermittlung." Krernfler. Wenn der Berichterstatter in Rr. 3 von den hiesigen Zuständen so genau unterrichtet war, dann durfte es ihm nicht verborgen sein, mit welchen Opfern ich hier tu vwa prs 'n'by so lange es in meiner Macht stand, die religiösen Institutionen erhalten habe, mit welchen Kosten ich die mpD für meinen Gebrauch restaurircn ließ. Ein pbüv den idj -psj/o gewesen, citirte mich sogar vor das Gericht. Als ich am ms 'v npn 's und bei einer ernsten Gelegenheit am Friedhofe über die Nothwendigkeit einer mpo sprach, da hörte ich den Vorwurf, daß dieses Thema nicht für einen modernen, gebildeten Rabbiner passend ist, und ich nicht Todtcs in's Leben rufen möge. Wer meine Begeisterung für religiöse Dinge von Jugend ans kennt, ich nenne blos Hildesheimer, Weise, Spitzer, wird mich nickt der Saumseligkeit beschuldigen. Trotzdem ich vor Kurzem 25 Stunden wöchentlich unterrichtete, lerne ich mit Befähigten freiwillig '-ioj n wo Leider ist bei uns nicht der Rabbiner die coinessionelle Behörde. Uebrigens habe ich alle oben erwähnten Uebelstäudc hier angetroffen und will ich jedoch das Aenßerstc an deren Beseitigung setzen. Fr—Gr. Engl an d. Liverpool, 2!. Jan. „Am vorigen Sonntag den 13. d. M. war hier in Liverpool das sogenannte .„Hospitar Sunday" an welchem in allen Andachts- Hausern der Stadt Sammlungen sür den Fond der hiesigen Spitäler, deren über zwanzig hier sind, und die alle durch freiwillige Beiträge erhalten werden, vorgenommen. Auch in den beiden Synagogen fand ein besonderer Gottesdienst mit Predigt statt, und ergaben die Sammlungen einen Betrag von nahezu 100 L. St. (2000 MkI Unter dem Publikum befanden sich viele christliche Zuhörer. Dem Prediger Herrn Dr. Stern wurde bei.dieser Gelegenheit ein prachtvolles Ornat ans reicher schwarzer S-ude von den Damen überreicht. — Ein großartiges Meeting wird Dienstag den 22. d. M. im Mansion-Hausc in London wegen eines Testimonials an Sir Moses Moutefiore abgehalten, bei welchem die hervorragendsten Loris in England Reden halten werden. Der Erfolg wird glänzend sein, ein großes Rcconvalcszentcn-Hans für Alle ohne Unterschied des Glaubens soll in Ramsgate errichtet werden." Ruß l a li d. In Charkow brachen am „dritten Weinachtstage" (die Russen feiern nämlich drei Tage) Unruhen gegen die Juden aus. Die heute hier angclangten Eharkower Blätter enthalten die Ansprache, welche! der dortige General-Gouverneur au die deßhalb zu ihm bcschicdenen Fabriks- und Etablissements-Besitzer. gerichtet hat. Der Gouverneur sagte unter Anderm: | „Meine Herren! Vorgestern (8. Januar) hat ein kleiner Burschen-Exceß auf der Eisbahn die Handwerker hcrbeigelockt, welche sich ein Vergnügen daraus machten schaarcnweife mit dem Rufe: „Haut die , Juden!" durch einige Straßen der Stadt zu ziehen j und in 16 Häusern die Fenster einzuschlagen, dann ' aber bei dem Anblicke der rasch erschienenen Kosaken- Patronille auseinanderstobeu. Meine Herren! Ich habe Sie zu mir cingcladcn, damit Sie mir helfen, etwa bestehende Unruhen zu unterdrücken, und bin ich .überzeugt, daß Sic mir darin behilflich sein werden sowohl aus bürgerlichem Pflichtgefühl wie auch aus eigenem Vorthcil, damit Ihre cömmerziellcn Unternehmungen in Folge der von Ihren Arbeitern angestisteten Unruhen keine Erschütterungen erleiden. Meinerseits