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Der Israelit · 1884-01-24 · Heft 7 (24.1.1884) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 7 (24.1.1884)
Date
1884-01-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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„Und es stand nicht auf ein Prophet abermals m Israel wie Moscheh, dem der Ewige Erkennimpe verlieh von Angesicht zu Angesicht." (5. B. M. Cap. 34. B. 10.) Unsere Weisen lehren im Tractat Nasch Haschanah (k. 21i>.): Es heißt in der heiligen Schrift (Koheleth Cap. 12. V. IO.) '->21 n^np vpi psn. „Es trachtete Koheleth Werthvolles zu finden," niDNi "ip ro .ins» nwm nvrv nMp wp2 :n»DD V8->L"2 i'v swa Dp* «dl no« nni ivn 21021 Koheleth wünschte zu werden wie Moscheh, da erscholl eine Stimme vom Himmel und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: die Redlichkeit, Worte der Wahrheit: Und es stand nicht auf ein Prophet abermals in Israel wie Moscheh. Es ist zu erörtern, wieso unsere Weisen aus dem angeführten rvibelverse folgern, daß König Salomo das Streben gehabt habe, gleich Moscheh zu werden, und ferner, wieso die Nichtgewährnng dieses Strcbens in den Mortem den nm w 2102*. angedeutet ist. Um das zu verstehen und zu begreifen ist es nothwendig auf die unvergleichliche Eigenart der Prophetie unseres großen Lehrers Moscheb näher einzugehen. Den Schlüssel dazu bietet uns eine Stelle im Siphrö, welche auch Raschi zur Thora ansührt. (4. B. M. Eaw 30, V. 2) IQ« 7\22 l«3Jr*J □'«’SJm 'l "ID« 022 0®D : 121.1 n? Pl^d2 «2jnjtsr .rwo Q.i'do -1'O'D ,'1 „Moscheh prophezeite mit den Worten: So hat der Ewige gesprochen, und die andern Propheten prophezeiten mit denselben Worten; aber den Vorzug hat Moscheh vor den andern Propheten, daß er prophezeite: Dies ist das Wort, das der Ewige geboten hat." Die Erklärer (vergleiche Rabbi Elia Misrachi z. St.) deuten den Unterschied zwischen .12 und m ~oin folgendermaßen: Die Worte „So hat der Ewige gesprochen," deuten auf den Inhalt und nicht auf den Wortlaut. Der Prophet, den der allmächtige Gott der Offenbarung würdigte, lag mit dem Antlitze aus der Erde und erschaute dann, was ihn Gott sehen lassen wollte. Demgemäß hatte er seine Prophezeiung zu verkünden. Die Art und Weise der Einkleidung dessen, was er dem. Volke zu sagen hatte, war ihm selbst überlassen. So spricht auch der Prophet Jesaias (Cap. 50. B. 4.): „Der Ewige hat mir verliehen eine gelehrige Zunge, daß ich wisie zu stärken den Müden mit bem Worte. an jedem Morgen erweckt Er mir das Ohr, zu hören in gelehriger Weise." Wir erfahren daraus, daß Jesaias dem Allgütigen für die Gabe dankt, daß er die ihm gewordene Offenbarung in wunderbar, herrliche Worte, die ihres Eindruckes auf die Mitmenschen nicht verfehlen, zu kleiden vermag. Der Inhalt der Offenbarung ist ihm von Gott eingegeben; aber die Art und Weise der Wiedergebung ist dem Propheten zu eigen. Gott erweckt ihm das Ohr, zu Horen in gelehriger Weise, und Er selbst verkündet dann die ausgenommenen Gedanken so herrlich und schon, wie wohl kein Anderer es jemals zu thun vermocht hat — Achnliches finden wir auch bei Jirmkjahu ausgesprochen. Gott zeigte ihm Gegenstände wie ipo -i’D ipw und gibt ihm die Deutung, während der Prophet die Worte, die er an das Volk zu richten hat, selbst wählen muß. In ähnlicher Weise constatiren die Rabbinen einen Unterschied zwischen der Prophetie des Jesaias und der des Jecheskel. Nicht ein Prophet spricht in derselben Weise wie der andere. Alles das belehrt uns darüber, daß mit den Worten: „So hat der Ewige gesprochen" nur der Inhalt und nicht die Form gemeint ist. Anders verhält es mit dem Ausspruche: „Dies ist das Wort, das der Ewige besohlen hat." Dieser Ausdruck bezeichnet die wörtliche Wiedergabe. Und das war der große Vorzug Mofcheh's vor den übrigen Propheten. Auch er beginnt manchmal feine Anreden mit den einleitenden Worten: So hat der Ewige gesprochen. Und darin gleicht Moscheh den übrigen Propheten. Es sind das Prophezeiungen, bei denen es nur auf den Inhalt ankömmt. Da aber, wo der Wortlaut von der höchsten Bedeutung ist, bei der Verkündigung der Mizwoth, Chuckim und Mischpatim, bei welchen oft an einen Buchstaben sich eine Menge religiöser Vorschriften knüpfen, da heißt es 121.1 nt „Dieses ist das W.ort, das der Ewige geboten hat." Wir tverden in den folgenden Kapiteln diesen Gedanken näher erörtern und durch Beispiele klar zu machen versuchen. (Fortsetzung folgt.) Briefe aus Ilngarn. m. Preßburg, 23. Tebeth. Absichtlich habe ich mit der Abfassung dieses meines Briefes länger als sonst gezögert, und zwar aus dem Grunde, weil ich früher die Stimmung erkunden wollte, die meine ersten Briefe in hiesigen orthodoxen Kreisen hervorgernsen, und ich kann darüber nur sagen, daß meine Wahrnehmungen mich für die Fortsetzrng dieser Briefe überaus ermuihigt haben. Mit Stolz und freudiger Genugthmmg sprechen wir es aus: der bei Weitem größere und in geistiger Beziehung hervorragendere Theit der hkes. orth. Jndenheit kennt seine Leiden und ist sich der Schäden und Gebrechen seiner Einrichtungen und Verwaltung wohl bewußt, und dieses ist uns der hoffnungsvolle Vorbote einer »i"j?n gewiß bald folgen-

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