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Der Israelit · 1884-01-21 · Heft 6 (21.1.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 6 (21.1.1884)
Date
1884-01-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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85 aufgenommenen dreimaligen Hoch auf Seine Maje- -ft öt den Kaiser, welcher der Anstalt Eorporations- Rechle verliehen hat. Herr S. M a n n s b a ch brachte seinen Toast auf den langjährigen und bewährten Direktor, Herrn Rabbiner Dr. Plato. Der Vorsitzende des Curatoriums, Herr Jakob Simon, trank auf das Wohl der Ehrengäste. Hierauf ergriffen wir das Wort, um dem Curatorium, zu dem auch der Direktor gehört, den Dank der Ehrengäste auszusprechen. Wir begnügten, uns jedoch nicht mit dem bloßen Danke; wir gestatteten uns vielmehr, die Leistungen der Herren einer Prüfung zu unterziehen, um ihnen demgemäß die betreffenden Noten auszustellen. Bei einer Lehrerbildungsanstalt ist wohl der Hinweis aus unseren ersten' Lehrer, Moscheh Nabbenn, am Platze. Wir knüpften an jene wunder- - vollen Andeutungen an> welche unsere Weisen im Traktate Sota f. Jla. über die Erziehung unseres ersten Lehrers an.einen Vers des Wochenabschuittes (2. B. M. C. 2. V. 4) anlehnen. Wir wollen hier nur Eins hervorheben. Bei dem Worte prrs „ans der Ferne", deuten die Weisen auf den. Vers hin 't P*mo (Jirmijahu C. 31 V.) „aus der Fernes ist-mir Gott erschienen". Als vor mehr als zwanzig Jahren der Abfall vom Gottcsgcsetze erschreckliche Dimensionen annahm und immer schlimmer zu werden drohete, da wurde von für das Judenthum begeisterten Männern vielfach die Frage erwogen, was zu geschehen habe. Das Gute, was ans der.Gründung eines Vereins zur Errichtung einer Lehrerbildungsanstalt hervorgchen soll, liegt in weiter Ferne. Jahrzehnte mußten darüber hingehen, bis die ersten Früchte für das praktische Leben gezeitigt werden konnten. Aber der Blick in die weite Ferne ist es, welcher die Weisen von den gewöhnlichen Menschen unterscheidet. Während diese nur für das Zunächstliegende sorgen, suchen jene Einfluß auf die Gestaltung der fernen Zukunft zu gewinnen p-mo 'v nana Auch den edlen Gründern und Leitern des Vereins und der Anstalt ist die Weisheit dieses Gedankens offenbar geworden, und sie haben sie zur That werden lasten. Die Jahrzehnte sind dahin gegangen, und schon wirken eine Reihe gottesfürchtiger und gebildeter Männer in den verschiedensten Gemeinden Deutschlands als Bildner und Erzieher der Jugend, als Verbreiter und Pfleger der Lehre unseres ersten und größten Lehrers Moscheh. Daß unsere Prüfung ein günstiges Resultat hatte und wir sämmtlichen Herren in allen Fächern die Rote „1 mit Auszeichnung" zu ertheilcn vermochten, brauchen wir wohl nicht zu versichern. Die Herren waren auch so liebenswürdig, cs uns nicht übel zu deuten, daß wir uns zum Schulmeister der Schulmeister künftiger Schulmeister aufgeworfen. Herr Provinzialrabbiner Dr. Munk ans M a r b u r g brachte ein Hoch auf die Lehrer der Anstalt aus, welche dem Direktor hilfreich zur Seite sichen. Anknüpfend an einen Ausspruch des Talmuds im Traktat Verachot \n~-[ *ocnvD”n wies er darauf hin, daß im Verein mit Ernst und angestrengter Thätigkcit auch die Freuden des Lebens ihre Berechtigung Haben. Herr Rabbiner Dr. Ehrmann aus Trier hob hervor, daß der für die Einweihung gewählte Tag so passend wie kaum ein anderer sei, nämlich der Mittwoch zwischen Paraschath Wajechi undParaschath Schemoth. Das erste Buch Moses schließe mit dem Ende der Familiengeschichte des Hauses Jakob und das zweite beginne mit der Volksgeschichte desselben. In der Mitte zwischen Familie und Volk aber stehen die Lehrer. Der Redner betonte die Thatsuche, daß cs dem Vereine gelungen sei, nicht nur die gesetzestreuen Glaubcngenoffen, "sondern auch die Halben und selbst manche sonst ganz Indifferente für die Zwecke des Vereins zu interessiren und zu Spenden für dieselben zu veranlassen. Der Vortrag war so sehr von Geist und Humor durchdrungen, daß ein nicht enden wollender Beifall dem Redner die reichste Anerkennung zollte. — Herr Julius Harff ans Eöln brachte m gebundener Rede ein Hoch auf die anwesenden Damen aus. Herr E M anuel ans Eöln verstand cs, durch einen humoristischen Vortrag die Lachmnskeln in Bewegung zu setzen. Herr Joseph Wolf aus Eöln hielt einen' sehr lehrreichen Vortrag über die verschiedene Wortstellung in den letzten Versen des 1.' B. M., wo es einmal heißt ddon ips’ ipE? und das andere Mal our.K dh'n nps» -ip?, woraus er erhabene Ge- ■ danken zu entwickeln wußte, und nun folgte Toast auf Toast, bis mit dem Tischgebet und Maariw kurz vor Mitternacht die Feierlichkeit ihr Ende erreichte. Kein Mißton störte das schöne Fest, allen Theilnchmern wird es unvergeßlich bleiben. Zahllose Telegramme aus den entferntesten Gegenden bezeugten, welche Tbcilnahme auch in der Ferne dem Feste cntgegengebracht wurde. Möge die Anstalt wachsen, blühen und gedeihen zum Heile des Judcnthnms und zum Wohle des Vaterlandes. - Lasker und die AnlisemUenöcwegung. Zur Würdigung Lasker's, des Menschen wie des Politikers, veröffentlicht „Die Nation", herausgegeben von dem Ncichstagsabgcordnctcu Herrn Dr. Th. Barth, drei Gcdenkblätter-, welche derselben von hervorragenden Mitgliedern der liberalen Parteien zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem hat der

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