Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 5 (17.1.1884)
- Date
- 1884-01-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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07 die Rede war, geschah es stets unter der ausdrücklichen Voraussetzung, daß die bisherigen. Einrichtungen derselben, nach welchen die Verinnerlichung und Vertiefung des jüd. gesetzlichen Stoffes, der Lp"22o 20220 nim zu vermitteln, das Hauptziel des Unterrichtes bildet, ungeschmälert und unvermindert erhalten bleiben mögen, nur solle auch den profanen Hilfswissenschaften in einer das Hauptstudium nichts beeinträchtigenden Weise gleichfalls eine berechtigte Stelle an den. Talmudschulen eingeräumt werden. Daß dieses nicht dem jüd. Neligionsgesetz entgegen, vielmehr gerade ihm vollkommen entsprechend, das erst Nachweisen zu wollen, wäre lächerlich; denn so unleugbar es ist, was Sie. geehrter Herr Redacteur, in Ihrem Artikel nachdrücklichst hervorgehoben, daß nämlich der Talmud bei seiner Vielseitigkeit und Mannigfaltigkeit in fast allen Gebiete des menschlichen Wissens hineinragt, ebenso wahr ist es aber auch anderseits, daß das Verständniß solcher Stellen in der talmudischen Literatur, welche die profanwissenschaftlichen Gebiete berühren, sich nur Demjenigen erschließt, welcher in letzteren auch heimisch ist. Dieses haben unsere unsterblichen Rischonim gezeigt, welche den Talmud nicht blos in seinen speciell religionsgesetzlichen Theilen kannten, sondern in ihm auch wahrhafte Schätze historischen, geographischen, sprach- und naturwissenschaftlichen Inhaltes vorfanden und entdeckten.- So wenig wir uns nun auch für die Weise jener Nabbindrschulen, die letzteres Studium zu ihrer Haupaufgäbe machen und darüber die Hauptsache, die gründliche Durchdringung des gesetzlich-casuistischen Theils vernachlässigen, erwärmen können, ebensowenig kann irgend ein einsichtiger Mensch jenes auf den Jeschiboth beliebte Verfahren billigen, daß der Kasuistik einen allzu weiten Spielraum gestattet und darüber die allerprimitivsten wissenschaftlichen Kenntnisse negirt. Unsere Mschonim wüßten, wie überall auch darin, die goldene Mittelstraße zu finden, und die Folge davon war, daß or d-i’3 io”pro nr. Dieses haben auch andere auserlesene Geister bis auf unsere Zeit herab erkannt, und sich darum bemüht, bei fleißigem Talmudstudium auch so viel wie möglich wissenschaftliche Nebenkenntuisse sich, zu erwerben, die sie dann im Dienste ihrer Thorawiffenschaft gestellt. Von dem Gaon, Rabbi Elia Wilna nn'psT, erzählt N. Jakob Zwi Meklenburg b"s"i, Verfasser des 022 pm 202, daß er nicht ermüdet, kurzsichtige Zeitgenossen darüber aufzuklären, daß die gründliche Durchforschung aller wistenschaftlichen Gebiete vom religiösen Gesetze nicht nur nicht untersagt, vielmehr dringend geboten ist, zumal ja deren Kenntniß erst recht ein klares Verständniß aller jüd. Literaturzweige ermöglicht und den Einsichtigen im Glauben bestärken und bekräftigen*). Nehmen wir als Beispiel die Wissenschaft der Astronomie, der Sternkunde, die'unsere Weisen so sehr . geliebt und geschätzt — kann es etwas Erhabeneres geben, als das tiefe Versenken in jenes Studium, das den Menschen hinweg von dem Staube dieser Erde zu der Gottheit emporhebt und seinem staunenden .Blicke'die göttliche Größe und seine eigene Winffgkeit gegenüber diesen großen, glänzenden Welten voll und ganz znm Bewußtsein bringt? Dasselbe läßt sich auch von allen andern Wissensgebieten sagen; auch von diesen gilt wie von jener : 02 12102’ O'urnvi 02 ,2> 0'p'is. — Und die Träger des Talmuds — wie beschämen sie auch in diesem Punkte sowohl ihre Angreifer, sowie auch ihre sie mißverstehenden Verehrer. Nicht als unabwcisliche Zcitforderung pflegten sie irgend ein Wissenszweig oder Sprachgebiet, sondern weil ihnen alles Wissen heilig war, insofern dessen geistiger Inhalt seinen göttlichen Ursprung nicht verleugnte und mit Glaube und Religion nicht collidirte. „Verachte nicht die syrisch-aramäische Sprache — so lautet ein Ausspruch von ihnen — weil sie die Heiden sprechen; denn siehe.' Gott selbst hat ihr in der Schrift eine ehrende Stelle eingeräumt" (Bereschith R. C. 74). Die herzliche Ermahnung des Propheten: „Fördert das Wohl der Stadt, wohin ihr vertrieben seid," verstanden sie dahin, daß sie nicht nur ren Anfoi> derungcn der Gesetze jener Länder, wohin das Geschick sie geworfen, sich willig und gerne , fügten, sondern daß sie auch, fest im jüdischen Gesetze wurzelnd und in dessen Lehre und tteberlieferung sich vertiefendden Geistesbestrebungen ihres Kreises und ihrer Zeit folgten. Sie dankten der Vorsehung, die sie nach Babylon geführt, weil ihnen die Erlernung der Landessprache durch ihre Berührung mit der Hebräischen leicht wurde (Pessachi.m 87b), und waren auch später, als der göttliche .Wille sie nach dem Abendlande versetzte, die eifrigsten Förderer der ihnen bald heimathlich gewordenen Sprache und Literatur. Ja, sogar in den geistigen Gehalt solcher Sprachen, deren Verständniß für sie keine zwingende Zeitsorderung war, waren sie so-lief eingcdruugen, daß sie darüber Urthcile abgcbcn konnten, wie sie treffender und verständnißinniger kein moderner Philologe geben könnte. Es würde zu weit führen, hier alle ihre diesbezüglichen Anssprüche zu citiren, nur eine solche .122 10X n".iV? «ovuo '.i'"r«'.10 pxn. 0*211 (* ois6 ido» no '221 ,in' O'iiorr .102.111 rrmi r.ii’ r,nü v? .non’ .11 ocy1?, 0 021.1 ~>arc n-yn' irr-pw i"po -)ii2 V10 *J2~'.ib .i'L 1271 ,mo.i 002.12 n cix.l '020 '1200 10^2'2v .12 ^2 P'Op.l'? :ior«2 ijnyo O'oy.i rs'-n 1001 02 0*21 ’ooir" nr< — «2^000 o’Oir cw nscj’ ,C20J’2' 020020 o*rr 1120 00ip02 *jn2 ^'.10 1'>'.1 i2-i«2 ,0*v1ip0 1'121 :'011'2pr« 2y Pdk20 "02 0'21,12s