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Der Israelit · 1884-01-14 · Heft 4 (14.1.1884) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 4 (14.1.1884)
Date
1884-01-14
Page
– (sequence 11)
Language
German
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58 sonst gegen die zu Unterstützenden, seiner Pflicht nicht Nachkommen könnte. _ Die Einnahmen betragen 1107 fl., die bis auf 44 fl. verausgabt worden. Budapest, Januar. Graf BLla Büuffy hielt als Sprecher der Regierungspartei des ung. Abgeordnetenhauses, beim dleujahrsempfang an den Ministerpräsidenten Tisza die Gratulaiionsrede und sagte n. A. das Folgende: „Anerkennen müssen wir auch, daß dieses Jahr für unser Vaterland nicht zu den glücklichsten gehört; die unter falschen Vorwänden und Schlagworten erregten und ansgcpeitschten Leidenschaften haben hie und da schmachvollen Ansdruck gesunden; Bürger standen gegen Bürger, die besitzlosen Massen gegen die Besitzenden und verursachten im Namen Gottes schwere Leiden ihren Mitmenschen, ihren Mitbürgern und sich selbst. Allein dieser Sturm ist vorüber; er brach sich an dem gesunden Sinne der Mehrheit , der Nation und aud) an Deiner Energie mit welcher Du die Ruhe der Bürger zu schützen wußtest,^ eingedenk dessen daß es keine größere Gefahr für Freiheit und Gesetz gebe, als wenn sie so schwach erscheinen, daß unter ihrem Deckmantel der Friede der Bürger gefährdet werden kann; beim das Gesetz muß unter allen Umständen stark genug sein, der gesetzlichen Ordnung Respekt zu verschaffen." Hierauf erwiederte Herr v. Tisza n. A.: Was den Antisemitismus betrifft, so brauche ich hierüber nicht ausführlicher entsprechen; meine diesfälligen Ansichten sind bekannt; ich wiederhole auch jetzt, was ich' schon bei anderer Gelegenheit sagte; ick) lasse mich in dieser Frage weder durch Sympathie, noch durch Antipathie, sondern blos von dem Interesse des guten Rufes Ungarns und der ungarischen Nation leiten, dessen Brandmarknng nick)t gestattet werden darf. (So^ift's!) Ter hiesige Bürger isimon Kohut wurde am 0. d. hundert Jahre alt; er hatte vor zwei Jahren seine diamantene Hochzeit gefeiert. Herr Kohut besitzt zwei Töchter, die mit hiesigen Kaufleuten verhcirathet sind, ferner 16 Enkel und 4 Urenkel. 31 li in a u i e n. Jassy. Seitdem Rumänien von i n europäischen Mächten als Königreich anerkannt worden, scheint die rumän. Regierung alle früher beobachteten Rücksichten, die sie sich namentlich in Bezug auf die Behandlung der Juden anfcrlcgte, außer Acht nehmen zu dürfen. Die Behandlungsweise, die sie dem Rabbi Taubes in Dorohoi zu Theil werden ließ, legt Zeugnis; hiervon ab. Bor einiger Zeit kam zu Taubes der Stadtcommissiionar, als ruffifcher Jude verkleidet, und bat um ein Nachtquartier. T., der keinen Verdacht schöpfte und keine Gefahr ahnte, gewährte die Bitte. Sofort wurde er von einigen zur Disposition des Eommiffärs gesteLtcn Gensdarmen ergriffen und von denselben an die österr. Grenze gebracht. Man konnte sich den Grund dieser Maßregel nicht denken; erst fetzt wird es bekannt, daßT. vom Distriktspräfekten beim Ministerium als Spion der „All. isr." denuncirt worden, und darum die Transportiruug an die Landesgrenze. Den russischen Juden wird der Eintritt in Rumänien auf alle nur mögliche Weise erschwert. Mögen sie ans Moskau, Warschau oder andern entfernten Theiken Rußlands kommen, alle sind sie gezwungen, über Odessa zu reisen, um^ daselbst vom rumänischen Generalkonsul ihre Pässe visiren zu lassen. Unter diesen Umständen verzichten die rufst jüd. Kaufleute auf jede Handelsbeziehung mit Rumänien. E n g l a n d. In London starb Herr Samuel Moses im Alter von 74 Jahren, ein daselbst allgemein bekannter Mann, welcher im jüdischen Gemcindewesen Viele Ehrenämter bekleidete und namentlich um die Verwaltung des jüdischen Waisenalsyls, dessen unermüdlicher Schatzmeister er 40 Jahre gewesen, große Verdienste erworben Hat. Rußland. Petersburg, 11. Jan. Die deutsche' „St. PetersburgerZeitung" erfährt, diePlenarversammlung des Senats habe in Folge der desfallsigen Petitionen beschlossen, zuständigen Ortes noch vor Entscheidung der Judenfrage durch die Judenkommission um Aufhebung der provisorischen Maßregeln des Ministercomitks vom Mai 1882 vorstellig zu werden, wonach u. A. die Abschließung von Verträgen mit Juden über den Verkauf und die Verpachtung von Immobilien außerhalb der den Juden zugewiesenen Wohnsitze untersagt wird. Türkei. Konstantinopel. Vom türkischen Consuk in Frankfurt a. M. wurde uns ein Ausschnitt aus einer Koustantinopclcr Zeitung überschickt, dessen Inhalt wir im Nachstehenden veröffentlichen: Nach den jüngsten Erhebungen beläuft sich die Zahl der in Konstantinopel durch die Feuersbrunst Verunglückten auf ungefähr 7000. 500 dieser Unglücklichen liegen gegenwärtig in dem Stadtviertel Mallew, 320 in Haßkcny, 300 in Ainali-Kavak, 400 in

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