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Der Israelit · 1884-01-14 · Heft 4 (14.1.1884) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 4 (14.1.1884)
Date
1884-01-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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51 Israels mit den Gesetzen der civilisirten Staaten vieles gemeinsam hat, mit dem Unterschiede, daß sie dort Ergebnisse menschlicher Nebereinkunft sind, während sie für uns die Heiligkeit von Gottcsgebotcn besitzen. Die zuletzt ausgesprochene Eigenschaft ist das einigende Band, welches sich um Mizwoth, Chukim, und Mischpatim schlingt, so daß im letzten Grunde sich nicht allein die Mizwoth, sondern auch die Mischpatim zu Ehukim gestalten. Wir wollen das an einem Beispiele klar machen. Die den Eltern gegenüber gebotene Ehrerbietung finden wir bei allen Völkern. Durch eigenes Nachdenken gelangen die Menschen dazu, zu erkennen, daß die Kinder verpflichtet sind, die Eltern zu ehren Es können jedoch Fälle eintreten, in welchen die dafür angeführten Gründe hinwegfallen. Wenn z. B. die Eltern gezwungen' waren, ihr Kind auszusetzen und das junge Leben der Gefahr des Todes preisugeben; Fremde haben das Kind gefunden, sich einer angenommen und cs erzogen. Nach vielen Jahren findet das Kind seine Eltern wieder. Nach dem Naturgesetz hätte es gegen dieselben keinerlei Verpflichtungen. In Folge' des Gebotes unseres Gottes aber muß das Kind, trotz Allem, seine Eltern lieben und ehren. In einem solchen Falle wir auch dieses Gesetz zu einem pn, dessen Motive wird nicht zu ergründen vermögen. Es ist demnach die Thorah, trotz der inneren Dreitheilung nur Eine. „Gelobt sei Gott, der uns eine dreifache Thorah gegeben." (Forts, folgt.) Koch einmal die Schechitah. 8. Wenn wir wiederum oben genanntes Thema den Lesern vorführen, so mögen sie uns die Wiederholung verzeihen. Es ist das Vorgehen unserer Gegner, das uns dazu zwingt, auf diese Frage zurückzukommen; zwar nicht deshalb, weil es ihnen gelungen, mit neuen Argumenten zu kommen; über solche gebieten sie nicht; es ist der alte abgestandene Kohl, den sie mit Behagen immer von Neuem aufwärmen, es sind die alten Behauptungen, die längst von uns widerlegt sind und vor uns schon widerlegt waren. Aber unsere Gegner sind uns gegenüber im Vortheil; ihnen steht eine Reihe politischer Tagesblätter zu Gebote, in denen sie ihre abgestandenen Gründe als neue, den Lesern nicht bekannte, verbreiten können, sie können Eins und Dasselbe hundert Mal Vorbringen, ohne den Lesern damit zur Last zu fallen, es wird uns darum die Abwehr nicht so leicht. Nichtsdestoweniger werden wir aber auch mit dieser Uebermacht fertig werden, wenn unsere Freunde uns in folgender Weise hilfreich zur Seite sichen werden. Jedes anständige politische Blatt räumt auch! der gegentheiligen Ansicht, falls sie sachlich sich äußert, einen Platz zur Abwehr gegen einen Angriff >! auf ein bedrohtes Princip ein. Es sollte, sobald in \; einem politischen Blatte die Schechitah angegriffen \ wird, demselben Blatte eine Entgegnung übersendet werden. Wir haben ja unter unfern Glaubensgenossen so viele, die sachkundig sind und die Entgegnung übernehmen können. Wir glauben sicherlich auch, daß die Redaction d. Bl. gern Jedem, der das einschlägige Material, das wir in einer Reihe von Artikeln über die Schechitahfrage eingehend behandelt haben, zur Abwehr in Händen haben möchte, die betreffenden Nummern zur Verfügung stellt. — Freilich wäre es in erster Linie Sache der betr. Herren Rabbiner sich der Schechitah- Angelegenheit anznnehmen; wie weit dies bis jetzt geschehen ist, wissen.wir nicht, wir wissen nur, daß in neuester Zeit Herr Dr. Landsberger in Kaisers-' lautern gegen lie Angriffe gegnerischcrseits kraftvoll ausgetreten ist. Nun, vielleicht genügt dieser Hinweis die Berufenen dazu zu veranlassen, jedem Angriff in den betr. Blättern auf die Schechitah energisch entgegenzutreten. Neuestens hat nun die „Straßburger Post" der Schechitah einen besonder» Artikel unter dem Titel „Schlachtmaske oder Schächten?" gewidmet. Der Artikel will, da in nächster Zeit in verschiedenen Kreisen der clsässischen Bevölkerung diese Frage auf die Tagesordnung werde gebracht werden, den Stand derselben beleuchten, „soweit es die Broschüren betrifft ," welche über die Schlachtmethoden, Maske und Schächten, , erschienen sind. Die Beleuchtung dieser Frage besteht nun darin, daß der Artikel zwei Broschüren anführt und deren Auffassung der Schechitah als das bezeichnet, was . in neuester Zeit über die Schlachtmethode gesagt worden ist, und zwar die des Herrn Bauwerker und die des von den Gegnern der Schechitah zur „Autorität" erhobenen Exrabbiners Herrn Stern. Das nennt man nun: den Stand der Frage beleuchten; wir überlassen dem Urtheil des Publikums die Art und Weise des Beleuchtens zu bezeichnen, welche den unbequemen Gegner, der Alles das, was vorgebracht worden, bereits widerlegt hat, einfach todtzuschwcigcn. Wir wollen heute nicht noch einmal - wiederholen;, was wir bereits Alles bei Besprechung der Bauwerker'schen Broschüre gesagt haben, wollen auch heute nicht noch einmal auf . die Bedeutung des Herrn . Stern, der sich durch . seine mannigfache Wan- .* dclungen als ein richtiger Wandelstern gezeigt hat, zurückkommen. Eines nur wollen wir cm.statiren, nämlich, daß die Bewegung,-welche gegen die Sche?

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