Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 4 (14.1.1884)
- Date
- 1884-01-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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50 am dritten Tage, (der Absonderung),, im dritten Monat." .Wir sind bei der Uebersetzung der Erklärung Raschis gefolgt, die jedoch dem Wortlaute nicht ganz entspricht. Raschi erklärt nämlich das Wort bald als ..dreifach", bald als die Ordnungszahl „der dritte". Die dreifache Thorah, erklärt Raschi, bestehend aus.wTOi-D’fraj ,mm, dem Pentateuch, den Propheten und den heiligen Schriften; das dreifache Volk, bestehend aus Kohauim, Leviten, und Israeliten. Von da und weiter erklärt Raschi dasselbe Wort als die Ordnungszahl. Es ist eben nicht gut anzunehmen, daß in einem und demselben Ausspruche dasselbe Wort verschiedene Bedeutungen haben soll. Daher versucht Rabbi Samuel Jdeles, ««"anno, in dem ganzen Ausspruche das m Rede stehende Wort als die Ordnungszahl zu erklären; der Pentateuch sei der dritthöchste Theil der Bibel, da die Kethubim Eingebungen des heiligen Geistesdie Nebiim Offenbarungen der Prophetie, der Pentateuch hingegen Offenbarung der höchsten unmittelbaren Prophetie, mwon «n^psjox, ebenso findet sich auch im Volke eine dritthöchste Stufe der Heiligung; Israeliten, geheiligt aus allen Völkern, Leviten, dem Dienste des Heiligthnms geweiht, die Kohanim allein für den heiligen Opferbienst befähiget; ebenso habe Moscheh die dritthöchste Stufe unter seinen Geschwistern erreicht, ähnlich der dritte Monat von dem Auszug aus Mizrajim an gerechnet und der dritte Tag der Absonderung. Auch diese Erläuterung läßt zu wünschen übrig, namentlich, da Gott ja die Thorah an ganz Israel und nicht nur an die Kohanim verliehen, und es wäre doch eine gezwungene Erklärung, wenn wir übersetzen wollten 'rrn'bn „dem Volke, in welchem ein Theil desselben die dritthöchste Stufe der Heiligung inne hat." Wir wollen daher, dem gelehrten Verfasser des Werkes „Afike Jehudah" folgend das Wort durchgehends in der Bedeutung '„dreifach" erklären. Sprachlich sind beide Uebersetzuugen berechtigt, gerade wie das Hebräische Wort n'lv'dw oder (Vergleiche Parah C. 1, Mischnah 1.) „Gelobt sei Gott, der da gegeben hat eine dreifache Thorah." Wie wir bereits oben bemerkt, erklärt Raschi dieses durch Thorah,-Nebiim und Kethubim. Aber auch diese Erklärung ist nicht ganz zutreffend, da ja nach dem. Ausspruche der Weisen nur im Pentateuch die Gebote unseres Gottes enthalten sind, während die Propheten nichts dazu hinzufügen durften. .*on dw anrfr 'rrvi koj px Es scheint der ganze Ausspruch des Galiläers hervorgegangen zu sein, aus den Worten Gottes bei Gelegenheit des Berichtes über die Offenbarung am Sinai (5. B. M. C. 5 V. 28>. msort bi nx i'vrr mm» noj? ns nn» 'u* crastffzm o’pnnt „Und Du (Moscheh) verweile hier bei Mir, und Ich werde zu Dir reden all die Mizwah. Chukim, und Mischpatim, die du sie kehren sollst." Und so wiederholte es auch Moscheh: „Und dies die Mizwah, Chukim und Mischpatke:, die der Ewige, Euer Gott geboten hat. Euch zu lehren." (Daselbst C. 6. V. 1.) Wir könnten dem entsprechend „die dreifache Thorah" als diejenige erklären^ welche Mizwoth Chukim und Mischpatim enthielt. Alle Gebote und Verbote, die der allweise Gott erlaffen, kann man in drei großen Kategorien eintheilen. Die ersten sind solche, deren Gründe wir erkennen, zu deren Beobachtung' wir jedoch nicht durch uns selbst, sondern nur aus Gottes Geheiß zu gelangen vermochten. Dahin gehören die Vorschriften über die Feier des Sabbats und der Festtage, über Tephillin, Mesusah, Zizioth, Kriath Schema, Tischgebet rc. Die Gründe für alle diese Gebote und Verbote sind in der heiligen Schrift klar und deutlich angegeben und von uns leicht zu erkennen; allein aus uns selbst würden wir nie dazu gelangt sein, Schofar zu blasen oder den Feststrauß zu nehmen an den dazu bestimmten Tagen. Die Chukim sind solche Gesetze, die wir lediglich der Offenbarung verdanken und deren Gründe wir manchmal nur vermuthen können, während sie manchmal uns ganz verschlossen sind. In diese Klaffe gehören die Satzungen über die Parah Adumah, das Verbot Kleider, die aus Wolle und Leinen bestehen, zu tragen, die Speifegesetze, die meisten Ehegesetze und viele andere. Sie ganz besonders sind das Band, mit welchem Gott Sein Volk an sich geknüpft hat. Die Beobachtungen dieser Satzungen bezeugt ganz besonders, den Gehorsam, den wir unserem Gotte entgegentragen. Unser Verstand begreift sie nicht, und unsere Mitmenschen verspotten uns darob. Wir aber wiffen, daß Gott der Allweise, sie uns gegeben, um uns zu heiligen und uns zu erheben aus allen Völkern der Erde. Die dritte Kategorie ist die der- Mischpatim, solcher Vorschriften, die uns Gott geboten hat, die aber der menschliche Verstand auch ohne Offenbarung zn finden im Stande gewesen wäre. Dahin gehören die meisten Gesetze, welche dazu bestimmt sind, das Verhalten der Menschen untereinander zu regeln: das Gebot der Elternehre, der Nächstenliebe, der Ehrerbietung gegen das Alter,' das Verbot des Mordes, des Diebstahls,t des falschen Zeugnisses rc. Es ist diese Kategorie, in welcher die Religion