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Der Israelit · 1884-01-10 · Heft 3 (10.1.1884) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 3 (10.1.1884)
Date
1884-01-10
Page
– (sequence 7)
Language
German
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39 Afrika. Capstadt, 20. Nov. Es wird Ihren Lesern erfreulich sein, zu vernehmen, das; auch hier im fernen Süden sich die hier wohnenden Israeliten zu einer Gemeinde zusammengefunden haben und eine Synagoge besitzen. Für das Hüttenfest batte die Gemeinde im Synagogenhofe eine große Festhntte errichten laffen, welche fleißig benutzt wurde. Am Simchath-Thora-Abend waren sömmtliche Kinder der hier wohnenden Israeliten zu einer Festlichkeit eiugeladcn. Mehr als 200 Kinder waren erschienen, wurden bewirthet und mit allerlei Darstellungen, wie Laterna magica, Taschcnspielcrkünste 2c. unterhalten. Die hiesige Wohlihütigkeitsgeseüschaft entfaltet, Dank der Thätigkcit des ehrwürdigen Herrn A. I. Ornstein, eine große und segensreiche Wirksamkeit. Da die hiesige Gemeinde im steten Wachsthum begriffen ist, so beabsichtigt der Vorstand eine größere Synagoge und ein Schulhaus erbauen zu lassen. Für die bevorstehenden Parlamcntswahlen ist Herr George Wolf aus Kimberley wieder als Candidat in Aussicht genommen. Seine Thätigkcit während der jüngste Session erfreute sich der allgemeinen Anerkennung. Zum Schluffe will ich noch des hiesigen Frauen- Wohlthätigkeits - Vereins erwähnen, der sehr viel Gutes leistet. Durharn (Süd-Afrika), 2. Dez. Dieser Tage sind die hier wohnenden Israeliten znsammengctretcn, um eine Gemeinde zn bilden. Der ehrwürdige Herr Wein stock wurde als Vorsänger engagirt. Für's Erste ist ein Local zum Abhalten des Gottesdienstes gemiethct worden. Sobald cs die Mittel der Gemeinde erlauben, soll ein Hans angetanst werden für Synagoge und Schule. Bisher sind die Kinder der Israeliten ganz ohne Neligiosnuterricht gewesen. Durch die Gründung der Gemeinde wird unter göttlichem Beistände auch in dieser Beziehung gcziemcndr Abhilfe getroffen werden. Feuilleton. Aur standhast! XXIV. Die Schönheit, der Geist und das vornehme Wesen des Fräuleins von Wolkenberg hatten den Banquier Löwenheim förmlich berauscht. Trotzdeni hatte er es nicht unterlassen, sich nach den beiden Wolkenbergs bei auswärtigen Freunden auf das Sorgfältigste zn erkundigen. Wenn ein Makel auf den Beiden oder auf Einem von ihnen lastete, so wollte er seine Leidenschaft mit Gewalt unterdrücken und Ostende sofort verlassen. Im andern Falle wollte er alle Hebel in Bewegung setzen, um die Hand der geliebten Dame zn . erringen. Die Erkundigungen batten einen sehr befriedigenden Erfolg. Daß der Vater der beiden jungen Lentc durch einen Pistolenschuß sich gewaltsam das Leben genommen, galt in jenen Kreisen nicht als entehrend. Von dem Sohne wurde ihm viel Nühmliches berichtet. Daß der junge Mann seinen Abschied genommen, konnte jeder Vernünftige nur - billigen. Von der Tochter war wenig bekannt; sie lebte ruhig und bescheiden in untergeordneten Verhältnissen.. Auch das konnte einem jungen Mädchen nur zum Ruhme gereichen. . Nachdem Löwenheim diese Auskunft empfangen, bewarb er sich eifrig um die Gunst , des Fräuleins; aber es gelang ihm nicht, sie zn'einem innigeren Tone zn veranlassen. Freundlich, aber kalt, nahm sie seine Huldigungen entgegen. Die prachtvollen Blumen, die er ihr täglich sandte, nahm sie zwar an, aber ihr Dank war stets kühl und gemessen. Desto freundlicher kam ihm der Bruder entgegen, so daß Löwenheim beschloß, diesen zn seinem Vertranten zn machen. Zu diesem Zwecke machte der Baron dem ehmaligen Officier einen Besuch. Herr zvon Wolkenberg war gerade beschäftigt, die Briefe seiner Freunde zu beantworten, als Herr von Löwenheim ihm gemeldet wurde. Der junge Mann eilte dem älteren entgegen. „Seien Sie mir herzlich willkommen, mein lieber Baron," sagte er, „setzen Sie sich in diesen Fauteuil. Darf ich Ihnen eine Havanah anbieten?" „„Es sollte mir leid sein, wenn ich Sie störe, mein lieber, junger Freund,"" sagte der Baron, der Aufforderung Folge leistend. „„Sie haben vielleicht wichtige Briefe zu schreiben. Ich kann warten, bis Sie fertig sind."" „Da mir die Ehre Ihres Besuches zu Theil geworden, so habe ich nichts Wichtigeres zu thun, als mich mit einem so geistvollen und erfahrenen Mann, wie Sie, zn unterhalten. Die Jugend mnß immer bestrebt sein zu lernen." Löwenhcim seufzte. „Freilich," sagte er, „bin ich nicht mehr ganz jung, und cs wäre mir lieber, ich wäre zwanzig Jahre jünger, so dürfte ich mir eher schmeicheln, zu dem Ziele zu gelangen, das ich mir gesteckt habe." „„Was das betrifft, mein lieber Baron, so köüneu Sie den Wettstreit mit jedem jungen Manne eingehen."" „Was das betrifft! Es gibt aber noch andere Hindernisse. Ich will offen mit Ihnen reden, junger

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