Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1884)
- Date
- 1884-01-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Sicherlich wird dieses Fest seinen Leitrag zur! Belebung und Erstarkung dieses Geistes liefern, mtöv so dem wahren Judenthum und dieser ihm erblühten ■ Anstalt immer mehr Herzen und Hände. gewinnen. — Mein s. Z. folgender Fcstbericht wird dies hosfent- : lich bestätigen können. . - , '! Frankfurt a. M., Ende Deeember 1833. [ Am 25. d. M. fand hier die Jahresversammlung der Israelitischen . A^ligionsgesellschaft statt, in . welcher die rcglementmäßigen Wahlen vorgenouttnen wurden und der Vorstand den Jahresbericht er- : stattete. Derselbe enthält so manches, das auch für ' weitere kreise von Interesse sein dürste: ich erlaube mir § daher Ihnen einiges daraus mitzntheilen. Vor allem l coustatirt der Bericht, das; alle Anstalten der Religionsgesellschaft sich in erfreulicher Wirksamkeit be-! finden und sich immer mehr der allgemeinen Auer-! kcnnttng erfreuen. Die große, tausend Sitzplätze ent-! haltende Synagoge ist fortwährend gut besucht und nanlentlich an rco q d'c> von einer Menge an- düchtiger Beter bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Gottesdienst ist ein so würdevoller und erhebeni der, das; er die Besucher unwillkürlich zur Andacht , und Selbstbetrach'nng veranlaßt. Besonders ergrei-; send lind für unsere heilige n~nn begeisternd wirkt das Wort unseres ehrwürdigen Herrn Rabbiners! Samson Rafael Hirsch 2. °Die Synagoge erhielt in! diesen; Jahre ials Geschenk, zwei prachtvolle, reich j gestickte nons>. : ' Die Cultnssection, enthaltend die Eultus-, Sy- , nagogen-, Fleisch-, Mickwo-, Friedhof-Eassen, hatte j eine Gesammteinnahme von M. 67000gegen M ' 55000 'Ausgaben, so daß dieselbe in; Stande war ' der Schulkaffe einen Zuschuß von M 12000 zu gewähren. Dieses günstige Resultat ist eine Folge des größeren Ueberschnsses der Synagoge und des i vermehrten FlcischconsumS, der die Anzahl von 1790 > Ochsen erreichte, während der gesamnite, städtische - Eonsnul nur 15000 Stück beträgt. . j Das nun 30 Jahre im Gebrauch gewesene! Mickwo, das den Anforderungen der Jetzzeit nicht mehr entsprach, ist durch eine Herstellung in der; unteren Räumen des ehemallgeu Rtädcheuschulhauses, welches zu diesen; Zweck umgebant wurde, ersetzt worden. Diese neue Einrichtung entspricht sowohl dci; höchsten Anforderungen in Bezug auf die religiünsgcsctzlicheu Vorschriften als auf . Eleganz und Eomfort. Es soll nunmehr auch das alte Mickwo umgebant und dann mit dem neuen vereinigt werden Die ganze Anstalt wird . alsdann 6 Bassins und 12 Zellen mit Wauuen-Bädern enthalten. Von den bis jetzt für diesen Umbau ausgegebenen M. 14000 sind M 12000 durch freiwillige Beiträge und Geschenke gedeckt. Die Realschule der Religwnsgcsellschast, welche ihre Schüler und Schülerinnen zur Quelle unserer heiligen 'Religion, zur m*n führt und sie zugleich mit den erforderlichen Kenntnissen, welche jetzt m gesteigerten; Maßstabe verlangt werden, ausstattet, wird selbst in nichtjüdischen Fachkreisen zu den besten Frankfurts gezählt. Das neue Schulgebäude hat sich in allen seinen Theilen bewährt und ist von den bedeutendsten Autoritäten, sowohl in hygienischer als auch architektonischer Beziehung als mustergültig bezeichnet worden. Trotzdem die Schüterzahl am Beginn des Schuljahres ^auf 507 gegen 485 im Vorjahre gestiegen und die Schulgelder den ansehnlichen Betrag von M. 56000 erreicht haben, ergab sich gegen die Ausgaben im Betrage von M. 94000 ein Deficit von M. 38000, welches durch den bereits erwähnten Zuschuß der Eultuskaste, den Beiträgen unserer Mitglieder zur Schnlkasse im Betrage von M. 12600 und durch verschiedene Kaffen und Stiftungszinsen, sowie Geschenke auf M. 2000 herabgemindert wird. . Den; gegenüber hat die Schulscction eingenommen M. 5200 für zwei von den Hinterbliebene» des scl. Herrn Ar. Oppenheimer oui gestiftete Freiplätze; M. 16500, Legat der Frau Fanny Z. M. Spanier, geborne Goldfchmidt, gleichfalls zur Errichtung von Freiplätzen. Die Stiftnngssection, enthaltend die Wittwennnd Waiseukage, den Pensionsfond, sowie zwölf kleinere Stiftungen hatte eine Einnahine von M. 14600 und eine Ausgabe von M. 9800, so daß die Bestände dieser Sectio;; sich um M. 4800 vermehrten. Außerdem erhielt die Wittwen- und Waisenkaffe ein Legat der bereits oben erwähnten Frau Spanier, bestehend in zwei Stück österr. fl. 100 Loosen. Für den Schulbau wurden in diesem Jahre noch M.12000 verausgabt, die theilweise durch Berkäufe von Effecten und theilweise durch Vermehrung der Schuld beschafft wurden. Auch die von der Religionsgescllschast patrouisirtcn Institute, das von dem Freiherr» Wilhelm . von Rothschildgegründete und erhaltene Georgine 1 Sara von Rothfchilv'schen Hospital, so wie die von der Religionsgesellschaft in» Leben gerufene Israel. Volksschule befinden sich in gedeihlicher Wirksamkeit, letztere wird bereits von 86 Schülern und Schülerinnen besucht. Der Bericht, gedenkt eines Verlustes, den die Religionsgesellschast in dem Hinscheiden des Berwaltungsmitgliedes, des Herrn Ludw. Lob erlittcm Derselbe hat als Ausschußmitglied und insbesondere durch seine hingebende Thätigkeit als Mitglied der Fleischcommission und als Eaffier der Georgine Sara von Rothschild'schen Stiftung werthvolle Dienste der Religionsgesellschaft geleistet und sich dadurch ein