Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1884)
- Date
- 1884-01-07
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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27 dem irdischen Körper den Menschen zum Ebcnbilde Gottes erhebt, bedeutete ein Neberwnchcrn dieses Gottesgeistes durch irdische Sinnlichkeit und degradirte den gottähnlichen Menschen zum am Boden hastenden Staube, der nimmer Gott zu huldigen und seine Wahrheit zu verkünden fähig ist. 'm~a 'viI p-2 no •inoM Ti'n Twn nn» Vn Deshalb fleht Israel Gott um seine Gnade und Beistand an, daß es niemals aus der ihm von Gott angewiesen Höhe fallen möge. Denn wenn Gott Israels Klage in hellen Neigen verwandelt, ihm das Trauergewand abgenommen und es in Freude gebullt hat, so soll diese Israel angewiesene Ehrenstcllung zur freudigen, Gott huldigenden Hymne werden, die niemals wieder verstummt, deren einziger Schlußresraiu lautet: .*Itk 'n (In Nr. II haben sich einige den Sinn entstellende Drucksch'er eingeschlichen. Seile 1757. zweite Spalte. oben, mutz es statt „oft erleichtern" „oft erschließen" heißen. — Abs. V derselben Spalte mutz eS statt „Wenn ein Lchriststellcr", „Wenn eine Schriftstelle" Helgen. — Red.) Aettungsrrachrichlen und Correspondeuzen. Deutschland. Hamburg, am Chanukah-Feste 5644. Ein Zufall, ich weiß nicht, ob ich ihn einen glücklichen oder einen unglücklichen nennen soll, führte mir vor einiger Zeit „die kürzeste Darstellung der nachbiblischen Geschichte für die israel. Schuljugend von Dr. David Leimdörfer,gegenwärtig Prediger an dem Tempel dahier, in die Hand. Die mancherlei Mängel, welche den bisherigen, für die Schule bearbeiteten Darstellungen der jüdischen Geschichte anhasten, hatten mich längst das Bcdürfniß einer kurzgefaßten Bearbeitung dieses Gegenstandes empfinden lasten , und so beeilte ich mich denn, dieses .Werk auf seine Brauchbarkeit für die Schule zu prüfen. Ich muß indeß gestehen, daß ich einen solchen Reichthum an Ignoranz noch nie iu irgend, einem andern Buche gefunden habe, und daß es mir unbegreiflich ist, wie die Kritik, wenigstens meines Wissens, bisher verabsäumt hat, vor dein Gebrauch desselben zu warnen. Man ist ver- .sucht, mit einer kleinen Variation des berühmten Lichtenbergischen Spruches auszurufen: „Dieses Buch ist auf ziemlich gutem Papier gedruckt, schade um das gute Papier." Eine kleine, auf's Gradcwohl unternommene Blumcnlcse möge dieses Urtheil rechtfertigen. Simon bcn Schetach und Juda bcn Tabbai werden auf Seite 13 Brüder genannt. Mariamne wird Seite 14 zu .einer Tochter Hyrkans U., Hillcls Spruch: übersetzt er: „Liebe dejnen,.Nächsten wie dich , selbst." Hillcls Enkel, NabhastMarnliel I, verwandelt sich unter der gewandten Hand des H. Dr. Lcimdörfer auf Seite 16 in dessen Sohn, und ihm wird die Gründung des Lehrhauscs in Jabne zngeschrieben, die der Verfasser selbst auf Seite 20 ausnahmsweise richtig dem Rabbi Jochanan den Sackai vindicirt. Uebrigens übertrug nicht, wie dort bemerkt wird, Rabbi Jochanan den Sackai die Rassirwnrde an Nabban Gamliel II., sondern dieser folgte ihm nach seinem Tode. — Rabbi Akiba's Lebenszeit wird vom Jahre 23 — 193 ausgedehnt. Das im Talmud angegebene Lebensalter Akiba's von 120 Jahren schien 5). Dr. Leimdörfer wahrscheinlich nicht ausreichend, und ebenso fühlt er das Bedürsniß Rabbi Akiba's Ruhm zu vervollständigen,, indem er den Lehrer R. Akiba's, Nähum isch-gam-eu, unter seine Schüler und Genoffen zählt. Seite 29 wird Schamais Satz: r.vy ysp imn übersetzt: „Halte Religion für eine Hauptsache." Diese Beispiele aus der älteren Geschichte, die, wie gesagt, mir beim flüchtigen Durchblättern aufgestoßen sind, werden indeß noch überboten durch die Jrrthümer in der mittleren und neueren Geschichte.. Charakteristisch ist Hier vor Allem die Ordnung. welche der'Verfasser beobachtet. Jeder Gcschichtskemier wird es z. B. würdigen, wenn die Gönner der Juden unter den christlichen Gelehrten in folgender Ordnung aufgcführt werden: Hugo Grotius (dieser lebte bekanntlich 1583 -1645), Calvin (1509—1564). Wagenseil <l633-1705), Sebastian Münster (1489—1552) Cämeron (—1669); ebenso wenn erst nach diesen Rcuchlin genannt wird, und wenn von Luther nur ein judenfreundlicher Ausspruch angeführt-wird, ohne daß seine spätere Stellungnahme gegen die Inden erwähnt wird. — Die jüdischen Gelehrten des Mittelalters werden, dann in folgender Reihenfolge erwähnt: Gabirot, Halevi, Jbn Esra, Maimonides, Rachmanides, Abrabanel, Raschi, Alfasi, Raschi. wird zu einem Schüler des. Rabbenu Gerschom gernächt. Das Großartigste aber leistet er auf Seite 54, wo er R. Josef Aldo, der von 1380—1444 lebte, einen Commentar zu dem etwa hundert Jahre, nach seinem Tode erschienenen Schulchan-Aruch impntirt Ein solches Wunder haben selbst, -die vielvcrschkienen' Ehasidim ihren „Rebbes" niemals zngcträut. — Es darf nach all.' dem nicht Wunder nehmen, wenn ans.Seite-78 als talmudische „Choriphäen" der. neuesten Zeit angeführt werdest: Moses Sofer, Akibah Eger, Jonathan Eibenschütz (sic), Münz, Lineth, Frankel, Weiß. — Ich wiederhole, daß diese facti chen Un-