Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1884)
- Date
- 1884-01-07
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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26 .'S '2N nnvLk rrbi (2’i.Vn o 'n *ponx Jahrtausende hatte es im Gebete vor Gott gerungen, ihm die Schmach vom Antlitz zu tilgen und das brennende Weh zu lindern, das es als Träger der göttlichen Wahrheit standhaft ertragen und nun ist ihm mit der Ehanuka dieses Gotteshauses durch die huldigende Anerkennung der Völker die so lange erflehte Heilung geworden. Unsägliche male hatten die historischen Todtengräber es tobt gesagt und für alle Zeit begraben geglaubt und nun läßt Gott selber seinen Geist aus der tiefsten Tiefe emporsteigen und die Menschheit durchdringen, es selber aber zum unverlierbaren Leben aus dem Grabe erstehen. -irr«/ ]o rrSyn #n yba 'W'v '« 'n vrn'a-W'n Dieser am Ende der Zeiten leuchtende Markstein in der Geschichte Israels drängt die sich um ihn sammelnden Frommen aller Völker, in lauter Gesangesfreude ihre Hingebung an Gott zu -'vollziehen und Israel selber als das Denkmal seiner heiligen Wallung. wv -o?, als den Kreis zu verehren', in dem Gottes heiliges Gedächtniß eine Stätte fand, als die ganze Menschheit es ihm noch versagte. .tanp -oiP nini rTDri nci Im Hochgefühl dieser Freude schrumpfen die znrückgelegtcn trüben Jahrtausende des göttlichen Zürnens in einen Augenblick zusammen. Die Freude ist raschlebiger als die Trauer. Eine Mutter, die sich von ihrem'aus der Fremde zurückgekehrten Kinde seine Erlebnisse bis tief in die Nacht hinein erzählen läßt, vergißt in der Freude die Zeit. Der Dämmerstrahl des Morgens trifft sie noch an den Lippen ihres Kindes hängend, in mütterlichem Entzücken ist ihr die lange Nacht in ihr selber unbegreiflichen Raschheit dahin gerauscht. So'sind selbst in den kreisenden Wehe» in Natur und Geschichte, welche die Menschheit zu Boden drücken,' in Gottes Augen tausend Jahre wie ein Tag, wie eine Nachtwache, denn bei Gott, der in jedem Grabesgang, die ihm folgende Auferstehung, in jedem Greifen die zum neuen Leben sich ringende Geburt kennt, ist die Freude ungetrübt ewig, uyni.-nnvv'rw. „Gott freut sich seiner Ge- 2) Wir |ttib in der Uebersetzung dieses Wortes dem Thillim- Ofommentar Sn rocon von -ptpSN nro '2 gefolgt, ohne die grammatische Schwierigkeit zu verkennen, die sich dieser Uebersetzung eutgegenstettt. Es müßte dann von ’pSl abgeleitet werden, während man eS. gewöhnlich als Pis! perf. von rb~l anmmmt. ®ei den vielfach verschlungenen Bezeichnungen zwischen den - unb den n"? 'M dür sie die Allgemeinheit der gewöhnlichen Ableitung doch nicht die von unS gemachte ausschliegen. Bei den Lexikographen fmden sich wiederholt dieselben Worte sowohl unter als auch rubricirt, waS deutlich genug für d'e Unsicherheit der Ableitung spricht. — In Wirklichkeit verträgt jedoch auch die gewöhnliche Ableitung von nSl die von unS versuchte Erklärung. schöpfe." Wenn daher am Ende der Zeiten Gott den Geist seiner sich um ihn schaarenden Kinder erleuchtet und ihnen ein Einblick in die wunderbare Gotteswaltung vergönnt, die den lauten Jubel dieses Menschheits-Morgens aus den in nächtigem Geschick geweinten Thränen erblühen läßtdie das unverlierbar geschenkte neue Leben als Absicht des göttlichen Zürnens begreifen lernt, dann erscheint dem von göttlicher Frende verklärten Auge, der Jahrtausende umfassende Gotteszorn wie ein schmaler Streif, wieein trüber Purrkt an dem lachenden Himmel, der sich über ihren Häuptern wölbt, er hat dann nur einen einzigen Augenblick gedauert, unro am iew yxr »2 nn '22 225d. Denn diese Freude gipfelt in dem Bewußtsein: dieser Chanukah wird kein Churban und kein Galuth mehr folgen. Zu Boden werfen konnten auch die Galuthjahrhunderte Israel nicht, wohl aber wankend machen. Aber jetzt spricht Israel im Vollgefühl seiner Freude — -r — — werde ich nimmer mehr wanken. Denn der geistigen Macht, die mich bis fetzt mit der Widerstandskraft ausgerüstet hatte, einer ganzen Welt gegenüber mich zu behaupten, hatte keine'sinnlich wahrnehmbare Vertretung auf Erden. Sie waltete unsichtbar in den Geistern und Gemüthern und war daher bei ihren eigenen Trägern der Verkennung ausgesetzt. Nun aber hast Du in Deinem Wohlwollen 0 Gott, diese Macht auf meinem von allen Nationen umschaarten Berge errichtet, nun werde ich nimmer mehr wanken, denn nur sö lang dieses Dein Wallen dem menschlichen Blick verhüllt war» konnten äußere Verhältniffe mich vorübergehend bewältigen und schwankend machen. - * - nmpyn -psro 'n voV.yS ö-b» >2 ',2v2 'enest vjw .2H22 »n«n mnon w nrcfc An dieses höchste Glück knüpft sich daher die Bitte um seine dauernde Erhaltung und um die Würdigkeit, welche die Gewährung feines unverlierbaren Besitzes alle Zeit voraussetzt, sops* *n yxt ]:nnx *2» rrr'. Denn wenn Israel sonst in Zeiten des Glückes jener Gottesmacht leichten Sinnes entrathen zn können glaubte, so hat es in den darauffolgenden trüben Zeiten den Abfall mit seinem Blute wieder richtig gesühnt und diese freiwillige Sühne selbst ist doch der vollgültige Beweis für die in der Durchdringung eines ganzen Volkes in allen feinen Gliedern sich bekundende -Kraft der göttlichen Wahrheit. Wenn aber Israel ans der lichten Höhe, in welche es die letzte Chanukah'hebt, je wieder in die Tiefe sänke, so wilrde es diese Verirrung nicht einmal mit seinem Blute sühnen können. Eine solche Verirrung nach solcher Offenbarung der Gottseligkeit wäre eine Verlengnng des Gottesgeistes, dessen Vermahlung mit