Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1884-01-03 · Heft 1 (3.1.1884) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
25 (1884)
Issue
Heft 1 (3.1.1884)
Date
1884-01-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2449406-2449408--19363-2508843
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5 öibS.nnnx 'ix bxi x".px 'n -,'7X. Das Blut des Krieges, das an Davids Händen klebte, hatte ihn unfähig gemacht die Friedcnsstätte Gottes auf Erden zu errichten, aber unwürdig an und für sich konnte dieses Blut die Davidshand nicht gemacht haben. Es waren doch die höchsten und heiligsten Anliegen, für welche David das Schwert geführt hatte. Alle jene großen Errungenschaften', die das Davidsschwert errungen hatte, die Einigung der Stämme zu einem großen, mächtigen Volke, die Sicherung der Landesgrenzen, die-achtungsvolle Scheu der ganzen Umgebung, aller dieser Gewinn des von David vergossenen Blutes würde in Frage gestellt werden, wenn er deshalb gerade dem Grabe verfallen sollte, während anderer- . feits die Wiederbelebung seines Gedächtnisses durch die Ehanukah seines Sohnes, den in der Erde modernden Staub des Vaters noch zu einem Herolde der das Grab überdauernden göttlichen Wahrheit machte. In'vx tjti nsy yiivi nnt? px Tn*o 'ötj yai ne.- Deshalb bittet unser Lied um Erhörung und Gewährung des göttlichen Beistandes, der seinen Sängep mit der Würdigkeit ausstatte, die Gottesheroldschaft, der sein Leben gewidmet ist, noch .im Grabe selbst sortzusetzen. Denn jwenn — wie dies unser Lied bezeugt — Gott an seinem Sänger das Wunder schon jetzt vollbracht, das was anderen zur lauten Klage würde, ihm zum Gegenstand des höchsten Jubels zu machen, wenn das, was jeden sonst in tiefe Trauer kleidete, ihn in lichte Freude hüllt, so soll, wie dieses Wunder, so auch seine Verkündung weit über die knappe Lebensspanne hinausreichen. Seine von Menschen in den Staub getretene und von Gott wieder neu geschenkte Ehre soll ohne Unterlaß, für alle Ewigkeit der Gottcshuldigung dienen, die' durch n'3,i rüjn ihren imposanten Ausdruck finden wird. 'b dined '-5DD rosn ,'d uy nvi 'n 'n yetp 'n Oi' lwv *pej» jyo^> nneser Mirxm ’ptff nnns .Il'X O>w> (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Rexiugeu (Württemberg). Die heute hier vorgenommene Gemeinderathswahl gab ein glänzendes Zeugniß von dem friedlichen Zusammenleben der Angehörigen der verschiedenen Confessionen in hiesiger Gemeinde. Denn von 166 zumeist von Christen abgegebenen Stimmen vereinigten sich auf das bisherige isr. Mitglied dieses Collegiums 158 .Stimmen. Ueberhaupt ist unserm Bezirke nichts von antisemitischen Bestrebungen bemerkbartrotzdem er stark von Israeliten bevölkert ist. F r a n k reich. Paris. Bisher war es in Frankreich Gesetz, daß die Stadträthe den Geistlichen, also auch den Rabbinern eine Subvention als Wohnungscnschädigung aus der Stadtkasse leisteten. Dies Verhältnis; ist zum Thcil schon anders geworden, und wird cs allem Anschein nach, da es einem neuern Gesetze zufolge, dem Ermessen der Stadtbehörden überlassen ist, ob sie diesen Gchaltsbeilrag für die Geistlichkeit geben wollen oder nicht, dahin kommen, daß diese Wohnungsentschädigung im ganzen Land nicht mehr geleistet werden wird. Die Lage der Rabbiner, die an und für sich keine große Besoldung haben, wird durch diese Entziehung eine ziemlich prccäre werden. Die israel. Consistorien werden daher nicht umhin können, schon jetzt nach anderen Hilfsquellen sich umzuschauen, um ihre Rabbinen vor etwaigem empfindlichem Nachtheil zu schützen. (Arch. IZr.)' England. London. Mail ist eben tm Begriff, ein Damenc.omite ins Leben zu rufen, dessen Aufgabe es sein soll, die Kranken in den Hospitälern und die Anken in ihren Wohnungen und Werkstätten zu besuchen, um so Ihre Bedürfnisse zu erfahren und ihrem Elend in bestmöglicher Weise zu steuern. Durch das Besuchen der Kranken tit den Hospitälern soll nicht allein diesen. Beistand geleistet, sondern auch in Erfahrung gebracht werden, in wieweit den zu Hanse verbliebenen Angehörigen derselben Hilfe nöthig ist. Wahrlich, diesem Damcncomitc steht ein edler Berns bevor und erwartet man von dcsscll Wirken die besten Erfolge. Ru m fliiicn. ' Bukarest. .In neuerer Zeit kommen wieder an Juden begangene Ausschreitungen häufiger aus Tageslicht. Diesmal ist eö ein jüdischer Soldat Namens Joseph Schpetzor, der wegen eines ganz geringfügigen Vergehens grausam gemordet wurde. Derselbe war am verflossenen "Neujahrsfeste ohne Erlaubniß in die Synagoge gegangen und in Folge dieses eine Stunde zu spat in die Kaserne gekommen. "Nur allein wegen dieses Grundes wurde er von einem der Offiziere todtgcschlagen. Und was noch das betrübcndste bei der Sache ist, daß bis jetzt der betreffende Offizier noch nicht zur Rechenschaft gezogen wurde. TicS geschehen in Europa im Jahre 1883 in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.