Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1884)
- Date
- 1884-01-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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4 dieses zu Gottes ausschließlicher Ehre gefotzten Planes noch bleiben? Wußte er doch von der hämischen Bosheit, welche die Versagung dieses Wunsches mit seiner eigenen sittlichen Unvollkommenheit motivirte. Seine Gewährung hätte in offenkundigster Weise vorallen Neidern und Feinden die. Thatsache ronstatirtdaß Gott ihm seinen Fehltritt verziehen habe, seine Versagung dagegen mußte der Verlcumd'ungneue Nahrung geben und ihn für alle Zeit in den Augen seines Volkes ächten. Und trotz alledem vermögen diele Erwägungen einen David nicht nur nicht zu Boden zu drücken, sondern der Gedanke an die Einweihung des Tempels, die er nicht vollziehen, die er nicht einmal erleben sollte, drängte ihn zuund mr, nnd auf den Schwingen seines Lieds erhebt er' sich zu einer Höhe der Anschauung, an welche 'kein Weh der Arir.uth und kein Spott der Feinde reicht, die ihm vielmehr in seiner Armuth und in seinen Feinden Gottes Erhabenheit zeigt und sie mit den Worten feiern läßt: rnos? *6» ’D 'n iDDnN „Ich will Dich erheben, o Gott, weil Du mich arm sein ließest und meinen Feinden dennoch keine Freude an mir bereitet hast." Denn in der That, welche reiche Gewährung liegt nicht gerade in dieser Versagung, die einen David mit dem von Gott selber garantirten Bewußtsein seine irdische Laufbahn abschließen läßt, daß sein Wirken niemals abgeschlossen sei, indem der Sohn fortsetzen und vollenden werde, was der Vater begonnen! Daß aber zur Fortträgerschaft des Davidsgeistes unter allen Söhnen Davids der Sohn gerade desjenigen Weibes von Gott bezeichnet war, an dessen Besitz sich der so schwer gebüßte Eingriff Davids in das häusliche Glück eines Bürgers geknüpft hatte, diese tröstliche Thatsache vereitelte den Feinden ihre Freude und war ihm selber die beglückende Bürgschaft, 'JNsnni >njnp % daß Gott seine unablässige Bitte um Heilung dieses an seinerZLebensruhe nagen- .dcn Seelenschmerzes gewährt habe. .' Als daher die Chanukah des Gottesheiligthums sich vollzog nnd.sein Erbauer siedurch sein unvergleichliches Weihegebet einleitete, war der Hinweis auf seinen Vater David der leitende Gedanke, mit dem Schelomoh seine ewig denkwürdigen Worte einleitete und schloß. (Ehr. II. Cap. 6.) Vor diesem Hinweis allein, öffneten sich, wie in ihrer'sinnigen Sprache unsere Weisen berichten, erst die Pforten des Tempels und' manifestirten so. die Bedeutsamkeit Davids vor den Augen des ganzen Volkes im einer Weise, die alle seine Feinde und Verlästerer verstummen machte (Sabbat fol. 30a.). Seine sFeinde wollten durch ihre Verdächtigungen ihn moralisch - ^LödtellUnd_der^GrdMean die durch seinen Sohn sich-vollziehende Chanukah belebt in ihm die Zuversicht, wie Gott dieses seiner Seele bereitete Grab sprengen wird, und so ihn selber wieder der Gruft entsteigen -läßt, nachdem sie ihn schon lange Jahre umschlossen gehalten, um in. ungetrübtem Andenken seinem Volk für alle Zeit voran zu leuchten, jv n^yn 'n . ->q »Tiro ’Jrp'n /btbj >wmt. - ’. Schaut so David von der idealen Hohe seines Liedes, wie gerade aus der Versagung seines heißesten Lebenswuvsches ihm die beseligendste Erfüllung erblüht, so ist diese Erfahrung, wie kaum eine zweite, geeignet, für diejenigen ein unablässiger Sporn zur freudigen Gotteserfüllung zu werden, deren ganzes Leben' eine fortgesetzte Kette von Entsagungen und Verzichtleistungen bildet, um so ihre rückhaltlose Hingebung an Gott zu bekunden, die sie zu Chassidim in des Wortes eigentlichster Bedeutüng macht.*) ncnp -oq mm vTDn ’nP'not. Daß das noi der cwciun in mon, der alle - Zeiten überdauernden Hingebungsacte einesDavid in seinem Kinde noch dem Vater selber zu Gute kommt, daß sie es stad, die erst eiuem Schelomoh die Würdigkeit verleihen, Gott eine Stätte auf Erden zu errichten, machen diese Stätte selber zu wnp -qt, zu eurem Denkmal Gottes heiliger Wallung. „Singet zu Gott, ihr feine Frommen und huldigt diesem feinem heiligen Denkmal. Auch mit seinem momentanen Zürnen ist ewiges, unverlierbares Leben seine Absicht. Selbst die Thräne, die in trüber Nachtstunde zu Boden fällt, erweist sich, wenn erst der lichte Morgen folgt, ' als eine Gottessaat, aus welcher seine gütige Wunderwaltung lauten Jubel rufen läßt." nr> ou pv' D-tya uflna o"rr yr* o. Mag daher David die Chanukah des Tempels auch nicht selber vollziehen, und mögen noch immerhin viele Jahre verstreichen, bis selbst sein Sohn sie feiert; die wankenlose Zuversicht niemals aus dem Bewugtsein der Zeiten zu schwinden, darf ihn schon jetzt mit dem Vorgefühl heiterer Beseligung erfüllen, weil es sein Berg ist, der für die Niederlassung der Gottesmacht auf Erden von Gott selber bestimmt wurde. Deshalb fühlt David nicht mehr das niederbeugende Gefühl seiner Armuth, noch die Kränkung seiner Feinde, denn nur so lange Gott sein Antlitz abgewendet hatte, konnten diese Erwägungen ihn überwMigen. - •puna 'n o^yp. most -2 ’trm *:hi qnaj >n»n ' tnron ,y ncnoya (nmb nn-jpyn wievrnnqrr^ 'moyn ^rrCH. II.33.8.)r Der heiteren Erfüllung dieses ihm zugedachten göttlichen Wohlwollens gilt die nun folgende Bitte Da- *) Üeber die Bedeutung M» i'Oii in diesem Sinne mrgk. Higch'S Pent. «Lommeyiar Bd. 1. S. 595.