Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 25 (1884)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1884)
- Date
- 1884-01-03
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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3 Der 30. Makm. Von Rabbiner Dr. Ehrman n. m. Unsere Chanukahgedanken knüpfen an die Wunder, an die Befreiung, an die siegreichen Kampfe und an die Allmacht Gottes in der Geschichte unserer Ahnen an, und an der aus der fernen Vergangenheit in die lebendige Gegenwart führenden Lichtbrücke, für welche jedes jüdische Hans einen Pfeiler liefert, entzündet sich neu die unerschütterliche Hoffnung auf die uns von Gott gewährleistete Zukunft. Der vom Gottesgeist erhellte Blick eines David dagegen bedarf hierfür nicht erst der freudig erhebenden Lebensmomente. Gerade aus Lagen und Zeiten in der von Gott gewährten reichen Fülle Zungetrübten Lebensglücks, erblickt er in dem erziehenden Gottesschutz, welcher sich gerade in der Versagung unserer heißesten Lebenswünsche bekundet, Gottes alle sonstigen Größen überragende Höhe und läßt ihn sein Chanukahlied mit den Worten einleiten: 'jn’*n 'n -jeen». Ich will Dich erheben, o: Gott, weil Du Aiich arm sein ließest und keine -Freude meinen Feinden an mir bereitet. hast. Gott, , mein Gott, habe ich zu Dir gefleht und Du hast mich wiederhergestellt, lässcst o Gott aus der Gruft meine @me wieder emporsteigen, lässcst mich wieder .aufleben, nachdem - ich schon ins Grab gestiegen bin. Singet. Gott, ihr seine Frommen und huldiget seinem heiligen Gcdächtniß. Denn selbst mit seinem augenblicklichen Zürnen ist Leben seine Absicht; am Abend zieht die Thräne ein, um für den Morgen Jubel zu werden. Und auch ich, im Vollgefühl meines Glückes spreche ich es aus, werde niemals wanken. Hast Du doch, o Gott, mit Deinem Wohlwollen meinem Berge die einzige Macht bestimmt; nur . so lange Du Dein Antlitz verhüllt hattest, war ich von Schreck betroffen. ' Dich, o Gott, rufe ich an, und cs ist mein Herr, zu dem ich flehe: „Welchen Gewinn hätte ich mit meinem Blute gebracht, wenn ich ins Grab sänke? Würde der Staub Dir huldigen? Deine Wahrheit verkünden? Höre, o Gott, und gewähre mir Gnade, bleibe mein Beistand, Du hast meine Trauer in Neigen mir verwandelt, mein Trauergewand .gelöst lind mich mit Freude gegürtet, damit meine Ehre Dich bcflnge und niemals verstumme, ' Gott mein Gott, für alle Ewigkeit will ich Dir huldigen. . Die von - dev modernen Exegese bemängelte Ueberschrift dieses Psalms ist der Schlüssel für sein Verständniß. — Es war Davids sehnlichster Wunsch seines Lebens, Gott ein dauerndes Heiligthum m errichten, aber die Erfüllung dieses Wunscheswurde ihm versagt und sollte erst durch seinen Sohn Schelomoh verwirklicht werden. Die künftige Tempelstätte auf dem Zionsberge und diesen selbst hatte David bereits käuflich erworben*) Ebenso hatte er die reichen Schätze an Gold und Silber und allen sonstigen für den Tempclban nöthigen Materialien vorbereitet. — Als David diese Schätze seinem Sohne für ihre einstige Bestimmung überwies, sprach er durch ein einziges Wort die ganze Wehmuth aus, mit der ihn die Unmöglichkeit erfüllte, selbst diese Schätze ihrer Bestimmung zuzuführen »mi . nxo O’-od 3nj 'n n'2^ »nwon. „Siehe, ich habe in meiner Armuth vorbereitet für das Gotteshaus an Gold hunderttausend Kikar, an Silber tausend mal tausend Kikar, Kupfer und Eisen ohne. G'cwichtsbestimmung, wegen der Menge/ ' Holz und Steine habe ich vorbereitet und Du sollst noch hin- I Mögen." (Eh. I. 22. 14.) Dieses Bekenntniß der Armuth mit dem gleichzeitigen Hinweis auf diese unermeßlichen Schätze, spricht die Wahrheit aus, daß nicht der Besitz, sondern die richtige Verwendung ir-. bischer Güter das. wal^e Kriterium des Neichthums bildet. Je prunkender die David umgebende Fülle - ist, um so schmerzlicher fühlt er die Armuth, die ihn ' an der Verwendung dieser Schätze für ihren wahren Zweck hindert. Der Bettler, der zur Ehre Gottes. einen Tempel errichten möchte, findet -in der von Gott über ihn verhängten Armuth einen Trost für die Unausführbarkcit seines Verlangens. Aermer aber als der ärmste Bettler mußte ein David sich gerade Angesichts der reichen Tempelschätze fühlen, denn welcher Trost konnte ihm.' .für die Versagung *) Scbach im 1q1. lKib' wird huf den Widerspruch zwischen Sam. II. 24. 24. und i5fji. I'. 2) 25. bettest deS Kaufpreises hingewiesen. An erster 2tdie werden 50,Schekel Silber und an levlerer GOO Schekel Gold angegeben. Lieser Widerspruch wird auf verschiedene Weise daselbstau?geglichcn. Vergegenwärtigt maji sich de» Wortlaut der ersten 2tciü HN m Ipl D’tfsn 0'?ptr .«ppa -IPDri T'Nl und beit bet Paralellstelle'' ivr«, ior«r * bparp * am 1 Qpjp:} lni. so durstesich die große PrejSoerschiedelchdt dadurch e» klären, daß sich die ei'sle Summe nur. die .Lenuc und das dazu' gehörige. Arear, das festere aber aus. den Bergselbst, den künftigen - n'2.l:~>n bezieht, -r- Tamil, erklärt sich milch die.Bezeichnung 'Ivö in unsere a Psalm, nur Davids persönliche Beziehung zu deren Stätte zu betonen, aus welcher sich der salomonische Tempel erhob. ~