Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 52 (30.12.1909)
- Date
- 1909-12-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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»er 1909 Cis Jftraeltt. Jsttdenland eine Rückkehr zum Judentum «H> zw« zum alten Judentum der Thora sich vOAehen müffe. Nur mit der nun und durch ttMeS Festhalten an thr seien die großen Ideale des Zionismus zu erreichen und in diesem Ginne begrüßt er den Kongreß in aller Herzlichttchkelt. Dr.Franck, Altona überbrachte die herzlichen Willkommensgrüße der Gemeinden Altona, Wandsbeck, Lübeck, Kiel und Bremen. Dr. Kalmus begrüßt den Kongreß namens der Zionistischen Ortsgruppe Hamburg, indem er eine Ehrengabe von 3000 M. überreichte, zum Zwecke der Gründung einer Gtipendienstiftung, die jungen in studierenden Juden zU gute kommen soll. Nun ergriff Max Nord au das Wort zu seiner einstündigen Rede, die rethorisch sowohl wie der Form nach ein Meisterstück war, ein aestethischer Genuss, inhaltlich eine tiefere Begründung des bereits von Wolffsohn erwähnten Verhaltens des A. C. in Sachen der Umwälzung der Türkei, eine tiefere Begründung dafür, daß an dem Basler Programm nicht gerüttelt werden dürfe und brauche. Die auf Nordaus Rede folgende Wahl des Präsidiums für den Kongreß ergab folgendes Resultat: 1. Präsident Mar Nord au, Vizepräsidenten: Reichratabgeordnerer Stand, Dr. B o d e n h e i m e r, Ingenieur U s s i s ch k i n u. a. Es wurden weiter Schriftführer für alle auf dem Kongreß" vertretenen Sprachen gewählt, ferner Friedensrichter aus allen Parteien. ' Die Nachmittagssitzung wurde von Nordau mit dem Verlesen der in den letzten zwei Jahren verstorbenen Gesinnungsgenossen eingeleitet. Mit besonders warmen Worten gedachte der Vorsitzende des verstorbeuen Großherzogs Friedrich von Baden. Nachum So ko low, der Generalsekretär des A. C., erstattete sodann in hebräischer und " deutscher Sprache den Geschäftsbericht. Die Generaldebatte gestaltete sich äußerst lebhaft und gab teilweise zu stürmischen Szenen Anlaß. Auch der zweite Tag (Montag) war ganz ausgefüllt von der Debatte über den Bericht des Aktionskomitees, an dem gleich zu Beginn der Sitzung eine Reihe von Rednern scharfe Kritik übten, so die Delegierten Dr. K oh an-Bernstein, Jaffa (Palästina), Reichstagsabgeordneter Dr. Stand, Lemberg, der besonders die Unfrucht« harkeit politischer Tätigkeit betont, wenn diese -nicht gleichzeitig von intensiver praktischer Arbeit in Palästina begleitet und unterstützt werde. Dr. Brande, Lodz wirft der Leitung vor, sie habe völlig vergessen, daß es solche Länder gebe, die nicht nur Träger, sondern auch Objekt -des Zionismus sind. Nachdem Greenberg, Lon- BjlJ....- ■ -=g=g=5g=gBgHBBgBgB meines unterm 9ten dieses an Hochdieselben erlassenen Pro Memoria annoch mtterthäntg beifügen, Hochütefelben wollen geruhen in dem GewährungSfall meiner devotest bargelegten Wünsche auch auf die Set mir Leuten auf Reißen gnädigst Bezug nehmen. Diese gnädigste Berwilltgung würden mir vorzüglich bei die gegenwärtige kritische Zeiten ganz den huldreichstm Schutz und Schirm Sr. Hochfürstlichen Durchlaucht, Weines gnädigsten Landesherrn für mich und die Meinigen genießen machen, womit Allerhöchst dieselben Ihre sämtlichen Staate durch den Frieden zu stchern gewußt haben, Mit schuldigster Ehrfurcht harrend * Einer Hochfürstlich Hochlöblichen Geheimen Land Canzleh Offenbach den unterthäniger 17. Octover Wolf Breidenbach v 1795. . Fürstl. Hessischer Hof Factor." DaS Pro Memoria von dem in der Eingabe die Rede isthat folgenden Wortlaut: „Unterthäniger Pro Memoria an Eine Hochfürstliche Hochlvbliche Gehe m- Ämd-Cantzley. 8» Gnädigkett erhaltener verehrlicher Weisung, säume yicht^mit dem nächsten Montag in Frankfurt abgehen- ^Hessischen Postwagen 4ö Stück Laubthaler einzusenden, "W Hmischer Währung 4 Laubthaler zu 6 Rthlr. Re Summa von 67% Thaler ausmachen und " ' ' angesetzte SO Rthlr. ait WoMauS-ftaffe, Tchce und endlich 2*f» 2mt. als ein fik den geheimen RaM-Pchell hochdon bereits das Aktionskomitee gegen die gestern und heute erhobenen Vorwürfe in Schutz zu nehmen versucht hatte, ergriff der Präsident deS Aktionskomitees, Herr Dr. Wolffsohn, Köln das Wort zu einer längeren Erwiederung. Herr Wolffohn führte aus: Die Leitung und einzelne Personen derselben seien in den letzten Wochen und Monaten in zionistischen Zeitschriften so angegriffen worden, einzelne Landmannschaften, besonders die russische, wäre mit einer so ausgesprochenen Meinung zum Kongreß gekommen, ohne die andere Partei zu hören, daß er sich gezwungen sähe, in eine ausführliche Polemik einzutreten. Er wolle die von ihm gewünschte Generalbilanz geben. Es werde immer vorgeworfen, daß der große Zug in der Bewegung fehle, bisher sei aber von keiner Seite gesagt worden, woher derselbe kommen soll. Der Redner weist den ihm gemachten Borwurs, daß er zu autokratisch regiere, und gefaßte Beschlüsse nicht zur Ausführung bringen, energisch zurück. Er habe den Prozeß der jüdischen Kolonialbank um Aenderung ihrer Statuten nur mit äußerstem Widerwillen geführt, weil er von seiner Unfinnigkeit überzeugt war. Aber er habe sich eben dem Kongreßbeschluß gefügt. Es werde ihm daher zu Unrecht der Borwurf gemacht, er sei eine zu st a r k e Persönlichkeit, ebenso wie der Borwurf von anderer Seite, er sei zu schwach und zu nachgiebig gegenüber den Wünschen gewisser Herren. Herr Wolffsohn schloß seine Rede mit folgenden Worten: „Die Art und Weise der heute und überhaupt in der letzten Zeit an meiner Tätigkeit geübten Kntik macht es mir unmöglich, die Leitung weiter zu führen. Es war sehr schwer, das Erbe Herzls zu übernehmen, es wird aber leichter sein, Wolffsohns Nachfolger zu sein." Die geschickte Rede Wolffsohns verfehlte ihren Eindruck auf den Kongreß nicht. Mit einer stürmischen Ovation, die die Anhänger Wolffsohns diesem bereiteten und die die ganze Versammlung mit hinriß, schloß die Bormittagssitzung. In der Nachmittagssitzung wurde die Debatte fortgesetzt. Aus den 80 noch vorgemerkten Rednern wurden je 4 Generalredner pro und eoutrs. den Bericht des A. C. gewählt. Die Delegierten Lebowitsch (Ungarn), Dr. Nacht (Rumänien), Dr. Rappaport (Galizien) und Dr. Loewe (Berlin) setzten sich energisch für die gegenwärtige Leitung ein, der sie volles Vertrauen aussprachen. Dagegen übten eine scharfe Kritik an der Leitung die Delegierten Aronowitz (Palästina) Prof. Dr. Weitzmann (Manchester), Goldberg und Dr. Tschlenow (Rußland). Rach einem Schlußworte Wolffsohns wurde zur Abstimmung über den Antrag auf Erteilung des Absolutoriums abgestimmt. Die Abstimmung gestaltete sich sehr bewegt, weil ein zweiter Antrag vorlag, der dem Engeren Aktionskomitee nur eine teilweise Entlastung aussprechen wollte und von Wolffsohn als Mißtrauensvotum bezeichnet wurde. Der Antrag auf Erteilung des vollen Absolutoriums wurde schließlich mit großer Mehrheit angenommen, worauf die Minderheit ihren Antrag zurückzog. Die Nachmittagssitzung schloß mit erneuten, lebhaften Kundgebungen für Wolffsohn. Anbet wage ich die unterthäntge Bitte, Eine Hochlöbliche Geheime Land-Canzlei wollte geruhen, bei Ausfertigung de8 gnädigst refolvirten Hof-Factors-Pabent auf meine dem Hochfürstltchen Hause geleisteten ersprießlichen und redlichen Dienste (: welche wenn fie gleich noch zur Zeit sehr gering find, indem ich vorerst nur nach der rühmlichen Einnahme von Frankfurth Gelegenheit gehabt habe, meinem Hessischen Pattiottstmus mittelst einer beträchtlichen Brodlieferung zu bewähren, womit ich jedoch den schmeichelhaftesten Beifall der Herren Osficiers sowohl als die vollkommenste Zufriedenheit der Soldaten erhallen zu haben mich rühmen darf, ich jedoch in der Zukunft auf alle mir mögliche Art, als treuer geborener Hessischer Landes-Unterthan und nun doppelt alS schuldigster Diener zu vermehre» so schuldig alS bereit sein werbe:) hochgefälligst mit einigen Worten Bezug nehmen, und eine Art von Requisition betzufügen, damit ich zur Beschleunigung der künftighin aufyabenüen herrschaftlichen Geschäfte allenthalben frei und ungehindert paß und repasfirm möge. Dieser Beisatz ist niemand schädlich, fftz mich aber von großer Bequemlichkeit. Die mir hierunter erweisende, und wie ich glaube, gary von Derofelben Einleitung abhengen dürfende hohe Gewogonhett werde ich nach Empfang des gnSMfpm PadentS mit besonderem vielen Dank zu erkennen ohnemangeln. UebrigenS würbe ich die gnädigste Gewährung meiner unterihäntasten Bitte um den Titel eine» Hof und Cammer Agenten allerdings als eine ganz besondere Höchste Gnade angesehen haben. Ich verehre indessen Sr. Hochfürstlichen Durchlaucht gefaßten gnädigen Entschluß mit allzu tiefer Ehrfurcht, OGB baß ich es wagen wollte, jene uuterthäntgste Bitte — tz» fchrM Mr mcherdem am. Herzen liegt — dermalen m , Ro. 59. Sette & Damit dürfte die von langer Hand vorbereitete Aktton, welche die Leitung von Cöln nach Berlin verlegen und Wolffsohn ausschalten wollte, als gescheitert anzusehen sein. Zu Beginn der Bormittagsfitzung am Dienstag den 28. Dezember, erstattete Herr Professor Dr. Marburg (Berlin) den Bericht des Palästinaressorts, dessen Vorsitzender er ist. Professor Marburg berichtet Wer den Stand und die Fortschritte sowohl der zionistischen Palästinainstitute — der Anglo Palästina Company, der Oelbaumspende, des Kulturfonds, der in der Berichtsperiode neu begründete Pale st ine Land Development Company, des Jüdischen Nationalfonds — sowie über eine Reihe nicht speziell zionistischer aber von der zionistischen Organisation unterstützten gemeinnützigen Institutionen und privaten Erwerbs-Unternehmungen. Die zionistische Palästinabank habe im letzten Jahre bereits eine Dividende von 4r/2 Proz. zahlen können und besitze außer der Zentrale in Jaffa Filialen in Jerusalem, Beirut und Hebron sowie eine Agentur in Haifa. Die Oelbaumspende, die der Aufforstung Palästinas durch Anlage von Oelbäumen zu dienen bestimmt sei, besitze bereits einen Fonds für die Anlage von über 30000 Oelbäumen. Mit der Anlage eines etwa IS000 Oelbänme fassenden Oelbaumwaldes, der den Namen Herzl-, Wald tragen soll, sei längs der Bahnstrecke Jaffa-Jerusalem bereits begonnen worden. Me Palestin >r Land Development Company, die bestimmt sei, die Parzellierungs- und Ansiedlungsgesellschaft der zionistischen Bewegung zu werden, konnte auf ihrem Gute Kinereth am Tiberiasee beginnen, jüdische Arbeiter, die später als Pächter um» Ansiedler in Bettacht kommen, auszubilden. Weiter erstattet Dr. Tschlenow (Moskau) den Bericht über die Tättgkeit der zur Vorbereitung der Gründung eines Agrarkredit- Instituts eingesetzten Kommission. Der Redner beantragt die Einsetzung eines Kongreß-Ausschusses, der sofort zusammentreten und dem Kongreß die Prinzipien für die Schaffung eines solchen Institutes vorlegen soll. Herr Jakobus Kann (Haag), Mitglied des Engeren Aktions-Komitees, erstattet ein Referat über Handel und Industrie in Palästina in dem er hervorhebt, daß allerdings die Bevölkerung Palästinas hauptsächlich auf Landbau und Gartenwirtschaft angewiesen sein werde, daß aber dabei industrielle Methoden Anwendung finden könnten. Ueberhaupt werde die Industrie in Palästina sich mehr als anderswo auf die Agrikultur stützen, ja zum Teil direkt agrikulturelle Industrie sein müssen. Der Vorsitzende des Direktoriums des Jüdischen Nattonalfonds, Dr. Bodenheimer (Köln) erstattet den Bericht über diese Institution der zionistischen Bewegung, über die er eine Broschüre von mehr als hundert Seiten den Delegierten vorlegt. Redner hebt hervor, daß dieser aus kleinen und kleinsten Beiträgen zusammengesetzte Sollte jedoch die Erhörung jener Bttte durch hohe Verwendung Einer Hochlöbltchen Geheimen-Land-Canzlet annoch möglich sein) so würbe meine so schuldige» als devoteste Erkenntlichkeit der Größe der erhaltenden Gnade gleich sein. Mit schuldiger Devotion die Gnade zu verharren Einer Hochfürstltch Hochlöblichen Geheimen Land- Canzley Den 9. October mtterthäniger 1795. Wolff Breidenbach Fürstl. Heffischer Hof Factor " Die Ernennung zum Hof- und Sammeragenttn ist nicht erfolgt, waS jedoch Breidenbach nicht hinderte, für feine Glaubensgenossen biS an fein Lebensende tätig zu sein. Mit Recht konnte eS auf der Grabschrist heißen: Ynrm rowom arwn- Und Wolf Heidenheim schreibt über ihn: ton ^«11 DDDDDn mD DDD "Oll n'ib rw ^2 btonornrnn rann wbyo Torfr ny bsa fvnnn mn rnao HDD nt wromro otjk. iirc toä c>D2v,i boD ib □vwm moyn ^jn napi'Ti dw •Yqn mm