Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 48 (2.12.1909)
- Date
- 1909-12-02
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Redr, die leider aus räumlichen Rücksicht, n hier nicht I wtederqegeben werden kann, hinter'ieß einen nachhaltigen I Eindruck und die ganze Veranstaltung darf als einen ) äußerst gelungene betrachtet werben. 6. Hamburg, 29. Nov. Der „Verein selbständiger jüdisch er Handwerker und Gewerbetreibenden zu Hamburg von 1996" hielt vor einigen Tagen seine zahlreich besuchte Monatsversammlung ab. Etwa 40 neue Miig ieder find dem Ber in in den letzten zwei Monaren beigetreten. Als Kandidat zu den Repräsentantenwohlen wurde der 1. Vorsitzende, Herr Berlin, ausgestellt. Am 28. November fand im Logenhetm, Harturgstraße, die Fahnenweihe des Vereins statt, verbunden mit Sttftungslen. Vom Berliner und Kölner Kollegenverein hatten sich die Vorstände angemeldet. Am Montag, 29. November, nachmittags 8 Uhr, wurde im Logenheim e n Kongreß der jüdischen Handwerkerveretne Deutschlands abgehaltan.. Miltcvber, 28. Rov. In der hiesigen Ortsgruppe der „Freien Bereinigung" hielt heute Herr Perez Mosbacher aus Frankfurt a. M. einen Bortraq über den „Alltag im Ltch.e des Judentums", der allgemein wit großem Beifall entgegengenommen wurde. Bafel, 1. Dez. Am Gonntag, 28. November, hielt im israelitischen Jürglingsvetein „Schomre Thora" Herr eand. Phil. Simon Adler einen hochinteressanten Bortrag üb r das Thema: . W e verhält sich das Judentum zur modernen Nalurforschung?" Das Thrma hatte ein zahlreiches Publikum angelockt, welches den Ausführungen des Redners lauschte. Dieser wies nach, daß die von der Wifienschaft als sicher festgestell en Ergebnisse der Thora nicht widersprechen. Im Widerspruche zur Thora stehen nur die Hypothesen Darwins und Häckels, die durchaus nicht bewiesen find und gegen deren Annahme zahlreiche Momente sprechen. An den Bortrag, der lebhaften Beifall fand, schloß sich eine animierte Diskussion an der sich auch Hrrr Rabbiner Dr. Cohn beleiltgte. Auch schriftliche Fragen wurden gestellt und beantwortet. Es zeigte fich, wie notwendig eine von religiöser Seite kommende Aufklärung in unserer Zeit ist, in welcher schon in der Schule die Berichte der Bibel kritisiert und alS mit den Ergebnifien der Wifienschaft unvereir.bar hingestellt werden. Personalien. London, 28. Nov. Der Tod des Rev. Prof. Dr. Joseph M. Ascher in Ncw-Z)ork ist nicht nur für seine dortige Gemeinde, sondern auch für England von Bedeutung. Nicht nur alS geborener Engländer — die Hoffnungen, die Englands Juden für die Zukunft auf ihn setzten, waren groß genug, um eine Würdigung seines Lebens und Wirkens auch von London aus in Ihrem Blatte gerecht erscheinen lafien. Im Jahre 1872 als Sohn des Rev. Aaron Ascher in Manchester geboren, zeigte Joseph M. Ascher von Jugend auf ungewöhnliche Begabung. Nach Vollendung seiner Studien in Cambridge und Bonn wandte er sich nach der Jeschiwah in Kowno zur Vervollkommnung seines jüdischen Wifiens Reb David Katzenellenbogen in Suwalk verlieh ihm die Hatorath Horooh. Nach Manchester zurückgekehrt, gründete er Talmud Thoraschulen und amtierte bet jüdischen Fällen als gerichtlicher Beirat am Manchester Gerichtshof. Nach l4jährlger Tätigkeit in Manchester entschloß er sich einem Ruf in New Aork zu folgen, um dort auf steinigem Boden für dte Emunoh zu wirken, was in seiner Macht lag. Erst kürzlich brachte der „Israelit" eine Wiedergabe seines JmeviewS mit ber „Jew. Ctzrontole", n welchem er in treffender Weise die Erziehung der jüdischen Jugend, die Religionszustände im allgemeinen in New-Iork geißelte und alS einzige Rettung vor dem Abfall dre Gründung orthodoxer Synagogen ansah. Kaum bester läßt fich seine Bedeutung kennzeichnen, als es die Schlußworte einer Würdigung dieses hervorragenden Manyes in einer englischen Zeitung tun: „Durch seinen edlen Charakter, sowie durch sein konsequentes Judentum, seine Rednergabe und Gelehrsamkeit wurde Prof. Ascher das. Haupt der orthodoxen Juden heit in Amerika. Auch hier in England war diese seine Stellung anerkannt und englische Juden, auf das Wohl ihrer Gemeinden bedacht, blickten mehr wie einmal eifrig nach New-Aork, nach dem Manne, von dem die Aufgabe der Regeneri.rug ihrer eigenen Gemeinde in der Zukunft abhängen mochte. Tatsää ltch, n enn auch ur bewußt, war er ein ernster Kandidat für die Nachfolge des gegenwärtigen Oberrabbinats für bas englische Reich geworden." Ltz.en, 28. Nov. Der Gouverneur der Oesterr. Bodenkreditanstalt, Theodor Ritter v. Tausstg, ist Mittwoch, 24. b. M. gestorben. Ritter v. Tausstg, der ein Alter von 61 Jahren erreicht hat, gehörte zu den bedeutendsten Be tretern der österreichischen Finanz- und Bankwtrtlchaft und galt als hervorragende Persönlichkeit. Durch eine Reihe von Jahren widmete er seine Arbeitskraft auch der Verwaltung des Wiener jüdischen Gemcindewesens. Als seine persönliche Teilnahme an der Durchführung der russischen Anleihe in weiten Kreisen stürmische Kundgebungen gegen ihn auslöste, legte er sein Mandat im Kultusvorstand nieder, behielt aber nach wie vor für zahlreiche jüdische Institutionen ein lebhafteres Interesse, so daß selbst seine Gegner seine tatkräftige Menschenliebe rükmend Hervorbeben mußten. Briefkasten. D. B. in K Der Artikel eignet fich für uns nicht. Manuskript erhalten Sie dankend zurück. H. St. in A. Oesterreichische Postmarken werden von unserer Geschäftsstelle in Zahlung genommen. S. 4L. in Ing. Die Kadtschfrist ist in Adar I abgelaufen. K. 100. Der muß mit g beginnen und mit 7 schließen. Einen solchen finden Sie in Kap. 80, B. 9. <$. B. 82. Die Talmudstelle befindet fich in |Öp *7J?lÖ p. 9b und betrifft nicht ein Brautpaar, sondern einen Jüngling, der vom Rabbi den Segen in Form eines FlucheS erhält. Der scheinbare Fluch iHTfi ‘TCPin (Anbauen und nicht ernten) ist nach Ausführung der Gemara in dem Sinne zu verstehen, daß der Tod keine Ernte in seiner Familie halten möge. — Das Jahrbuch des Vereins für jüdische Geschichte und L.teratur (I. Kauffmann, Frankfurt a. M.). Jamiliennacbricbten. Verlobte: Regine Mandel, EliaS Reutlinger. beide zu Antwerpen. Barmtzwohfeier: Ernst, Sohn von von Meyer Sulzber ger» Wiesbaden. In der Synagoge der Alt-J-r. Cubusgemeinde. Uerelnskaiender. Verein Mekor-Chajtm, Schützenstraße 2. Samstag, den 4. Dezember, mittags 1L Uhr im Hörsaale der Synagoge Friedberger Anlage: Vorlesung des Herrn Prof. A. Wehl aus „Sefer Schauftim". — Nachmittags 31/* Uhr im Vereinslokale Schützenstr. 2 Mikro-Borttag des Herrn Nathan Eschwege. — Sonnt g, abends 7 Uhr in den Bereinsräumen Schützenstr. 2: Siumfeter. Vereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung '22t Mittwoch, 8. Dezember fällt der Bo.ttag aus. Labbat - Anfang u. Ausgang 2V1 ORT: Anfang Datum AuSgan^ UhrlMtn. 1909 5670 Uhr iMia 4. 21. Krarlkftrrt *. M 4 — Dzbr. Kißlew 5 15 »erlitt .... — 4 45 Mönche« . . . — — 5 09 Strabburg . 4 80 5 20 Stuttgart. . . 4 15 ö 15 Pole« .... — — 4 33 Nürnberg . . — — 5 05 Hamburg. . . — — 5 57 Prag .... — — 4 85 Für de« nteffamettteil ist die Redaktion Nicht verantwortlich: insbesondereist es ausschließlich Gache der Leser, die im Reklameteil enthaltene« Empfehlungen ritueller Ware« oder sonstige ««gaben religiousgefetzliche« V-barakterS auf ihre znverlöfstgkeit zn prüfen. 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