Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 48 (2.12.1909)
- Date
- 1909-12-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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k!?■ & r* ■ t «»WWWG Grtte 48 TT- 'TTTr- Der JSraeltt. S. Dezember 1SW find doch ein kluger Mann, Sie haben doch noch Talmud gelernt . . Wir beneiden wirklich die „Liberalen" keinen Augenblick um dieses edle,/Brüden-Paar von „SRafcBmet" und Schauchet! Ist es aber moralisch, wenn fich Vorstände an die Spitze von solchen gemeindlichen Hauptnstitutionen stellen, welche sie im Herzen mißachten, mit Worten verhöhnen („Magenreligion!!") und in der Praxis mit Füßen treten? Wäre es nicht ebenso lächerlich als unmoralisch, wollte ein im Herzen „liberales Assimilant (orthodoxe Assimilanten kann's nicht geben) für sich eine Würde in Laaer der Zionisten beanspruchen? Ist es moralisch, mit den religiösen GeisteS- und Herzensgütern von Gemeindemitgliedern ein höhnisches Spiel zu treiben, ist es moralisch sich eine religiöse Kompetenz anzumaßen, wenn eine Hauptbedingung, nämlich das Vertrauen der Gemeindeglieder dadurch verletzt wird, daß es der betreffenden „Instanz" um die Sache im Herzen gar nichternst ist? Die Zukunft wird ihr Urteil über diese krankhafte „Entwicklung" des Gemeindelebens sprechen. Wie es scheint, fühlen sich die „Liberalen" dabei auch nicht ganz wohl. Darum sehnen sie sich nach der Organisation zu einer offiziellen „Israelitischen Kirche." Man kann es ihnen nachfühlen! Dieser Liberalismus" von heute ist ein Asyl für obdachlose „Religionssysteme" von der schüchternen Bibelkritik bis zum „Judentum" von Gemeindesteuerzettel wegen,' von der alten Ueberlieferung, dem väterlichen Heime, hat man sich losgerissen, man hat kein rechtes Fundament unter den Füßen, und auch kein Schutzdach über dem Haupte. Ist aber erst der Turm der „Israelitischen Kirche" aufgerichtet, dann, so glaubt man, sei das Judentum gerettet. Wie eS nachher in Innern der Gemeinden, der Schulen, der Familienhäuser, der Herzen aussehen wird? — Wenn nur erst die „Kirche" unter Staatsaufsicht dasteht! Dann ist mihitzeholfen! Das ist die „Macht", nach wÄchr^),Ohnmächtige" ringen, und zn der dr^L)rMdoxen jetzt als „geliebte Brüsollte in der ostpreußischen RWstöyAHrWeöfiKmlung nicht öffentlich aessttÄhm ÄjerWk/M Wüten sonst geschlosseneAugen Ä|.Ä zWwMM Aufklärung Platz greifen. i :i3MQr lGWn?s 3J rnmt Ui UI Brs Teme Sendung Du voubrach^,,,^- ,, •«& ,.«r um -M«»«^ ,Wnn_ Tu,^esiM hie. Gestalt. r MM EUl^erKen. :; , 7 Me baM, tz.ennE'U 'Ust j Enahä, 1r.-jb«? Kepscheu, mcht twrziehn dm maunm gesetz Teüti vexziehnf" . .... M AÄ-UtUM?rley»rtA Herr T-r. Rudolf Wasfer- " " unK: .. -.. ' ... .. ^lffcheHeMkerungH^ ebolkerungsprohstm der, Juden in Iypet fich^ine. Berechnung zu dieser Frage, die,, infoW, eines.. Schwibversghtzns schwer der? stänonch geworden ist. Es sei daher Folgendes .nach»- gettMUr ‘ * V‘‘AJ’J'1'--'-{•*'i-''*) Auszugehes^M hävan, daß in Deütschhmö durch-, schmttüch 10 .,Moz.,7^ler^ btziratendM Zuden eine Mischehe . Liehest ,.(hie üätchclW da.,zu.; einer jüdischen Ehe immer zw er jüdische Meaathen gehören- 5 Proz. der jüdischey-Ehen , aMngchen). Ta aus Wen Ehen MrÜEr bw, JüheMum zuge- Zfuhrt wird (*U and^>OetzMtMiW)< hWÜSt der?erlust, ber^ WMhrne; g^ich^rFruchtbarkeit ca. ob/L «/» — 3,75 0/0, Mer Mhuxjey. von,. ,iüdischen Ehegatten. v.'-iiiyj nii Irni'f dmr (lo'jj 'idiil") iu/, * ' .u-'-i ur/oT ind lim .indnll 'ihd'/j stfnll ui uni-S u'jX schämenden Tatsache, daß vereinzelte jüdische Eltern (trotz DhMtth) erst durch die Regierung angehalten werden müssen, ihren Kindern Religionsunterricht erteilen zu lassen, bei den Regierungsorggnen eine Art offizielle Stellungnahme zu erringen, die jenes „liberale" Streben znr „Israelitischen Kirche" verrät. Der Verband und der Vorstand des Lehrervereins waren gar so eifrig in der Bedienung der Behörde, daß sie darüber das Wohl der alten ostpreußischen Kultusbeamten ganz vergessen haben und mehr anboten, als die Regierung verlangt. Die „liberalen" Führer haben (mit verschwindenden Ausnahmen) gegen die seminarisch nicht geprüften Religionslehrer einen Kriegszug eingeleitet, welcher diesen ihr Ansehen, zuweilen sogar ihre Stellung in einer nie wieder gut zu machenden Weise untergraben hat. Hier das Opfer derjenigen „liberalen" Gemeindepolitiker, die viel zu wenig Respekt vor der meist hervorragenden Qualifikation dieser Beamten als Schochtim und Lamdonim und Jereim haben, als daß sie darüber einen gelegentlichen grammatikalischen Lapsus hätten verzeihen mögen. Der „Ostpreußische Synagogen- Verband" kümmert sich nicht nur nicht um die Schechita und andere rituelle Traditionen der Provinzgemeinden, sondern er mißbraucht das Gewicht seines Ansehens dazu, um „liberal" gesinnte Kultusbeamte „modernster Faeon" — scheinbar auf Grund freiwilliger Vereinbarung — in Gemeinden hineinzusetzen,die durchaus gefetzestreue Schochtim und Lehrer haben wollen. Der Grund ist klar: Das Interesse für Schechita und Mikwe kann nur die orthodoxe Cache fördern, also muß es sanft gedämpft werdenmit der eifrigen Geschäftigkeit für den einen allgemeinen Anstrich tragenden Religionsunterricht aber läßt sich allmählich die offizielle Verbindung mit der Regierung und die Beherrschung der Protz inzge mein den erreichen, Vorbedingungen der „Israel. Kirche". Das ist aber die aller wahren Innerlichkeit entbehrende „Macht" der Ohnmächtigen.Z Die Aufgaben einer jüdischen Gemeinde in der ßeuzeif. Bon Ravvimr Josef Nobel in Halberstadt. (Fortsetzung.) Wie in einer großen Armee die einzelnen Cadres den Grundstock bilden, um den sich die Truppenkörper der verschiedenen Waffengattungen ansetzen, und so wie gerade diese Cadres die Pflegestätten jener charakteristischen Armeetugenden sind?* welche die Ehre der Nation an die hochgehaltznen Fahnen knüpft, so bildeten und bilden vün/MÄ^M^pzelnen Vereine in der Gemeinde mit ihren eng Umschriebenen Tätigkeitskreisen - — --die^KristallisativnsYmrkte für das öffentliche Ge- ,J;11" weiüdolÄerll 'l Hik^Ä^Gesamtaufgabe zerlegt AlinMso,,,' rasten gwt, ore kleine Gemein einen bestimmte^ Zweig des ohl tunst; Me ArMew-i p der ^Krünbeupflege, die richtumgenundvon Geschlechtzw Geschlecht jeichenoeü-UeherlteserüNüefl- * Mn Mneit" Minen »es Baumes. Am sWem sich ne Mitgliederals arrlührsm SwuMtischehei- :its lÄM Platterv Boden der Repräfentation- Zeit md ' Rühe M IHM' VerfttzfÜng71 Md<n.'' Hiese M WÄKWMLMaMM'!Wicher ^eMrliDy Z§ft, so öM ein^ MMmachenhe Richauf bas Sonderleben bevü Gemeinde? ver-!nd' eingttöirkt,' die' Mtzteitd VV^ dtr kn das;$|ß eng verbundenen,-M hundert« altgewobüten Ge> tzsMtthrMbiEfMtlfltftt MbM Ä] eWmMryiÜen u(nnari) zstüdahiff«^ vomlGesicht! oum inuiföl u'i(hi'jrj') U9UO';,i9ffl'JÜi5üi ou(lo xi5rjid siiuD (ijou latirtnt? räimtim i(biu do v*uu ißidurii(79U punkte der Förderung echten altjüdischen GemekndEsinnes aus betrachtet, wett höher zu achten, als die an sich löblichen Besprechungen jener Weltvereine, die der weit ausgreifende Gemeinsinn über die Köpfe der Gemeinde hinweg ins Dasein ruft. In der Weltassociation gehen eben die Individualitäten unter, gehen all die Tausende von festen Charaktergebilden mit ihrer für die Gemeinde so großen und bewährten Bedeutung verloren. Israel hält nicht nur die Fahne seiner zerstreuten, politisch aufgelösten, ideal verbundenen Nation hoches ehrt auch seine Gemeindefahne und will auch keines seiner Stammesfähnlein und keines der an das Vaterhaus und den Vatersegen erinnernden Abzeichen aus denselben missen. Verehrte Versammlung. Diese Fahne der alten jüdischen Gemeinde ist von jeher nicht nur von Juden, sondern auch von Nichtjuden, ja oft auch von Judenhaffern respektiert worden. Ich könnte Ihnen hierfür Beispiele vorführen nicht nur aus dem Altertum, aus der Zeit der jüdischen Alabarchen in Egypten, sondern auch aus dem Mittelalter. Auch da kam es oft genug vor, daß man den Juden zum Kammerknechte erniedrigte, in sein Ghetto hineingedrängt und daß man dennoch der alten jüdischen Gemeinde,daß man dem alten jüdischen Gemeindehause und dem jüdischen Lehrhause die Achtung nicht versagte. Es kam nicht selten vor, daß hochstehende Feinde der Juden vor dem Judentum salutierten. Hat ja darum ein bedeutender nichtjüdischer Historiker in seinem Werke den Satz geprägt: „Man konnte das Judentum Haffen und verfolgen, allein verachten konnte man es nicht!" Und nun sollte, was Altertum und Mittelalter nicht vermochte, gerade die Neuzeit in ihrer Kulturfreundiichkeit fertig bringen? Die Neuzeit sollte die Fahne der alten jüdischen Gemeinde herabholen und in den Staub treten wollen? Und die alte jüdische Gemeinde sollte verpflichtet sein, vor dem Geiste der Neuzeit im Staube zu liegen? Wir behaupten: Das ist nicht wahr! Wir behaupten: Israel, der uralte Priester der Zeiten, der mit seiner geschriebenen Urkunde gottgeoffenbarter Lehre, mit seiner 2N22V min in der Hand und seiner mündlich überlieferten Lehre L"Zf2V min im Herzen all die finsteren, blutigen Zeitepochen überlebt hat, d'eses Israel hat Lebensgeist, Lebensmut und Lebensverständnis genug in sich, um den Ruf und das Gebot der Neuzeit zu verstehen und zu würdigen, ohne dabet das innige Verständnis für seine eigene hohe Aufgabe inmitten der Völker zu verlieren und ohne sich selbst zum Sklaven der neuzeitlichen Apostel herabzuwürdigen! Uns bedeutet die Zeit den Nahmen für die Geistes- und Tatengebilde der Menschen. Was die Männer eines Jahrhunderts mit der Zkraft ihres Geistes und Herzens denken, fühlen, schaffen und vollbringen, das wird Geschichte und das Geschichtsbild umspannt ein großer Rahmen: hie Zeit. Nur die urtellslose Menge staunt den Pahmen an und läßt sich von seinem verführettschett Glanze bestehen. Wem es aber gegeben fft, dffs Bfld sxlbst auf seinem wahren Kunstwert, has Geschichtsbild auf seinen immer wahrheitsgerschien Inhaltzu prüfen, der steht prüfend, richtickv vor deWMlde und sinkt nicht, von der SchWett; jÖe£überwältigt, in den StaM T'/iii'jä' 'd..“.vUUi'Y'.u;.o ä Uns, Jiwenichatu.Göthin seiner^min vom Siflai' he«ib Äeü'MchstM für üüftv'-BölM- und ^iNzellebeÜ in "die HÄnd' ÄMbEMMr„; WKtrger ürchMeiserr chaher^M dseMWniGl jbezWnot, Üach^rveschett/7 und den Sttutdppyktv angewijesen, von -welcheN^ wirf dtze Nettest Erscheinungen "lUund jf» MD .. . ... ... .;.L' v;<i 1 nDaS JudentmnHegrnßtjkdsn-varmenSonttenstraP« 'betp Kukrur Mtt 'Freudettj Ä l üsiM 'von '2WMg9idsiW UW/Irufn.MNuGöt -08N5Ndie mffoveSllliöen^ wachfinl' Mtd en 9 J20if«3id *(bjit3(k(ütcf y{bmta)mtf! itoä .li