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Der Israelit · 1909-11-18 · Heft 46 (18.11.1909) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 46 (18.11.1909)
Date
1909-11-18
Page
– (sequence 19)
Language
German
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18. November 1909. Der Israelit Seite IS. No. 4« „naturwissenschaftlichen Hypothesen im Lichte der jüdischen Anschauung" lehrreiches Interesse. „Skizzen aus Lithauen" bieten des Lehrreichen und Unterhaltenden recht viel. Mögen den fünf Bändchen recht bald recht viel andere folgen und möge die herannahende Chanukka dem Verlag die Freude bereiten, zu sehen, daß er dem jüdischen Volk und seiner Zukunft einen guten Dienst leistet. €in Leittag zur Pentateuchkxegere.*) II. rmm nmam LnrW p* Zu den Ausführungen im Hauptblatt Nr. 54 und in der wissenschaftlichen Beilage zu Nr. 60 des 46. Jahrganges des Mainzer „Israelit" vom 6. und 27. Juli 1905 sollen folgende Zeilen die Fortsetzung bilden. Dort wurde über die von Raschi häufig festgestellte „Erscheinung des DilDD 8*1pD" gesprochen. Es wurde versucht, diesen Begriff der „Parenthese" gleichzustellen. Neben den Tonzeichen als sekundären Hilfsmitteln, so glaubten wir erkennen zu können, bestimmt der wechselnde Gebrauch des Tny und 22y für Vergangenheit und Zukunft') in erster Linie die Eigenschaft eines Satzteiles. Eine genau durchgeführte Synthax der Taurohsprache anzuerkennen, können wir nicht umhin. Wir waren durch die Hervorhebung des Zeitwechsels, besonders wenn my und Tny mit i"'i sich gegenüberftehen, zur Formulierung der Leitsätze gelangt, die wir zum Verständnis der folgenden Zeilen hier zunächst wiederholen möchten: I. Ist nur ein Formenwechsel, d. h. nur zwei verschiedene Zeitformen innerhalb eines für sich abgeschlossenen kleinen Teiles a) einer Erzählung oder b) innerhalb eines Gesetzes bemerkbar, dann liegt das Verhältnis von Vordersatz zu Nachsatz vor z. B. I. 31, 19, Ttt1? "jbn pVl aam . . . oder IV. 11, 17—-18 mmm mmn 2v8n cyn *>81 » ♦ ♦ 181M1 miDtri. Mit Konjunktion ist das ohne Weiteres klar, wie III. 22, 7. feto iriN möi Bfotvn 821 Wenn die Sonne „völlig" untergegangen ist (intDl 821), nachher darf er wieder von den Heiligtümern essen (^28^) II. Machen sich zwei Formenwechsel inner¬ *) Da der erste Teil dieser Abhandlung im „Israelit,, erschienen ist, wurde auch für diesen Teil dasselbe Organ gewählt kehrte ich im selben Wirtshaus ein und damit kam mir auch die Erinnerung an die Geschichte des Handelsmannes Meyer. „O, dem geht's jetzt gut, die Kinder haben alle den Verstand noch wiederbekommen." „So, wie ging denn das zu?" „Ja, das ist eine merkwürdige Sache. Ich werde mir nicht recht klug daraus. Der Meyer sagt einfach: Gott hat mir geholfen. Er fing auf einmal an, am Samstag nichts mehr zu arbeiten; wenn sich auch noch ein so glänzendes Geschäft bot, ließ er es entgehen. Bei keinem von uns nahm er mehr Speise und Trank, holte das Fleisch von weit weg, weil er sagte, hier bekäme er es nicht koscher geschlachtet. Na, kurz und gut, wir dachten schon, er habe auch den Verstand völlig verloren. Aber sonst zeigte er sich als treuer Freund wie immer. Im Gegenteil, er bemühte sich, noch mehr gefällig zu sein und war immer mit Rat und Tat der erste. Aber da kommt er selbst. Entschuldigen Sie, er will für mich eine Fuhre nach C. mit übernehmen." „Nach C., dorthin führt mein Weg mich auch. Dann kann ich mich ja anschließen." Kurze Zeit später waren wir zusammen unterwegs. Es interessierte mich, den Mann kennen zu lernen und aus seinem Munde seine Geschichte zu hören. Doch sah mir sein Gesicht halb eines Satzes oder einer sinngemäß zusammengehörigen Satzreihe bemerkbar, d. h. kehrt die zuerst gebrauchte Zeitform nach einer Unterbrechung durch eine andere Zeitform wieder, dann kennzeichnet der erste Wechsel die Parenthese. Dabei kommt es nun ganz auf das auszudrückende Zeitverhältnis an, ob in der Parenthese, wie in I, 8, 11 1TS2 das Partizip (hier pass. Lai nach Barth in der Hildesheimer'schen Jubelschrift) oder wie im I, 9, 23 182 8^ D.T28 nny das Perf. oder wie in II, 25, 21 pin pn8n^81 das Jmperf. gebraucht ist. Sehr häufig findet sich I und II verbunden, in welchen Fällen dann von den Formen 1a, 2, 1 b die Form 2 — gleichzeitig die Form der Paranthese — Vordersatz zu 1 b ist. So. z. B. in der Satzreihe I, 28, 20 bis 22. Die Reihe d»r Formen beginnt mit 1 a n\T (Tny) und schließt mit 1 b rva n\T (Tny) und iJ">try8,’; dazwischen Form 2 (i"'i cy 22y) : jnai rrm /»nan moan. Diese Formen 2 können sowohl eine dem arabischen Chalsatz *) (Zustandssatz) verwandte Ausführung der durch die Form 1a zum Ausdruck gebrachten Gedanken, als auch Vordersatz zu 1 b sein. Freilich können auch die Formen des -ay als Chal zu n\T 08 aufgefaßt werden und dieses vom Standpunkte der Zeit, in der es schon ein getreten sein wird, erklären. Die Perfekta hätten dann den Sinn eines lut. sxaat. In der Satzreihe III, 6, 18—23 reicht Form la von 18—21a — mp'— D22n—'12120—tonten n:l?28,>—i^28n Vers 21b hat Form 2: P21121 r6m Vers 22 und 23 haben lb ^28n Auch hier ist gleichzeitig 21b rptri p2ioi Vordersatz zu 82 *?28' wie der Talmud in Sebachim 97a bestätigt, 2-im .1^28 pr -iy nb pnoe nB'öien np^o T2y Wenn auch niSDin z. St. aus dem Zusammenhang kein unbedingtes Gebot zur Vermeidung von 2ma herleiten will, so wird doch im 8">SD auch schon der Zusammenhang der beiden Verse beachtet. Vergl. Malbim. Der Ausdruck paiyö n^28 2py riL'vVi npno den der o"2vi in m:22p nafyo VIII. 14 wählt, dürfte wenigstens sagen, daß unmittelbar nach dern^'28 die NL-L2V1 npno — zu erfolgen habe p'jo ir8l maar )dt iy. Während der Zeit die 0'a.22 das Fleisch essen dürfen, muß die Reinigung der Gefäße erfolgen. Vergl. navo F]D2 gegen Y'282 und nattro on^. gar nicht darnach aus, als ob er geneigt sei, jedem Fremden sein Innerstes aufzuschließen. Eine alte Gewohnheit half mir dazu. Ich pflege beim Marschieren gern halblaut vor mich jüdische Melodien herzusingen. Das erweckte die Aufmerksamkeit meines Begleiters. „Sie sind Jude?" , Ja." ^Und religiöser Jude?" „Ja." Nun ging ein Freudenschein über sein Gesicht. „Da darf ich Sie wohl nach manchem fragen?" „Gewiß, gern bin ich bereit zu antworten, soweit ich es kann." „Ich bin hier eben fast der einzige Jude, und auch die Nachbargemeinde, zu der ich bisweilen gehe, hat nicht viel Mitglieder. Da hört man eigentlich wenig von jüdischen Dingen. Man ist fast ganz auf Bücher angewiesen. Sie kommen wohl aus der Stadt?" Ich bejahte dies und erzählte, daß ich aus einer großen blühenden Gemeinde stamme. Er fragte mich nach diesen und jenen Einrichtungen und rch wunderte mich über die vernünftige und sachliche Art seiner Fragestellung. Es zeigte sich im Laufe des Gespräches, daß er nicht nur die Thora und die Propheten gelesen hatte, allerdings in deutscher Uebersetzung, sondern daß er auch über einige Kenntnisse des Chaje-Odom Im Mischnahkommentar lehnt Maimonides die Ansicht der Oman in der natro Sebachim 96 b an den Zusammenhang der Verse an. Uebrigens ist dort die Reihenfolge der Verse umgekehrt zitiert, ein Fehler, der wohl auf das Konto der hebräischen Uebersetzung des Mischnah-Kommentars zu setzen ist. Dabei können unberücksichtigt bleiben Fälle, in denen Vordersatz und Nachsatz dieselbe Zeitform zeigen, und nur die Einleitung eine davon verschiedene Form, und zwar mit den Präpositionen '2 und 08 aufweist z. B. III. 25, 25 22121 . . . 7IÖ' *2 Die erste Form gibt nur die Umstände an. Auf dieser syntaktischen Erscheinung der Wahl der Zeitformen beruht nun der weitaus größte Teil der Fälle, in denen V"108 (2ni8Ql onpio p8) vorliegt. Indes haben wir drei Fälle zu unterscheiden, in denen D"1D8 zur Anwendung gelangt. Alle Fälle aber haben das Gemeinsame, daß jedenfalls aus der Darstellung der min selbst ersichtlich ist, daß chronologisch eine Unregelmäßigkeit vorliegt. Darausaber folgt, daß wir überall da nicht das Recht haben von einer chronologischen Unregelmäßigkeit zu sprechen, wo die min sebst uns keinerlei Andeutungen darüber macht. 4° * Der Ausdruck V"1V8 kommt wohl zuerst im Sifre 64 vor. Dort wird festaestellt, daß historisch das 9. Kapitel des 4. B. M. dem ersten Kapitet desselben Buches vorausgeht. Sodann findet sich im Jerusalem-Talmud (Schekolim VI und Sota VIII3) die Controverse zwischen R. Jehuda und R. Meir darüber, ob die ntwo bv min ->sd in den 7128 oder in einen Behälter neben demselben gelegt worden ist. R. Meir ist der Ansicht, daß die mm ">5D in dem p28 ruhte. U. 25, 21. wird nämlich der Befehl gegeben: „Du sollst den Deckel oben auf die Lade legen, und in die Lade sollst du das Zeugnis legen, das ich Dir geben werde." Es soll erst der Deckel aufgelegt und dann „das Zeugnis" in die Lade gelegt werden. Es kann — so meint R. Meir — unter nny nur die min i£D verstanden werben, die erst am Ende der vierzig Jahre der Wüstenwanderung zum Abschluß gelangt war. Darum soll jetzt nach der Verfertigung der Lade der Deckel aufgelegt und nach Abschluß der min 2£D soll diese dann hineingelegt werden. Dagegen ist R. I e h u d a der Ansicht, daß die min i£D nicht in der Lade ruhte. Unter nny können nur die mn1? verstanden werden. Nach ihm s. rniyn p2p z. Sr. liegt hier infolgeverfügte. Ich drückte mein freudiges Erstaunen darüber aus. Er wurde verlegen. „Ja, das war nicht immer so, besondere Erlebnisse haben mich zu diesen Kenntnissen gebracht. Ich möchte es Ihnen erzählen, wenn Sie es erlauben. Sie sind anscheinend ein gebildeter und thorakundiger Mann. Vielleicht können Sie mir manches Dunkle erklären." Nun erzählte mir der Handelsmann von seinem Schicksale, die mir der Wirt vor einigen Jahren schon berichtete. Wie das Unglück mit den Kindern kam, hatte er sich mit Selbstvorwürfen gequält. Er hatte dem Wunsche seiner Eltern Folge geleistet und seine erste Frau geheiratet und hatte sich auch bestrebt, ihr treu zu sein. Aber sie hatte doch wohl gemerkt, daß seine Neigung andere Ziele gehabt hatte. Als er ihren Tod beinahe als Erlösung für sich empfand und so schnell die andere Frau geheiratet hatte, dachte er sich noch immer nichts BöseS dabei. Erst als eines nach den anderen Kindern aus dieser Ehe so unglücklich heranwuchs, erwachten die schweren Gedanken. (Fortsetzung folgt.)

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