Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 46 (18.11.1909)
- Date
- 1909-11-18
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 20. Nr. 46 D« Mimrlit. 18. November 1909 -essen der Fall des vor. Es hätte der Befehl, die Tafeln hineinzulegen, demjenigen, den Deckel aufzulegen, vorangehen müffen. Das scheint die Quelle für das dann später mehrfach angewandte und besonders von Raschi häufig angeführte hermeneutische Prinzip D"lDK zu sein. Wir kommen auf diese Stelle selbst noch zurück. Zunächst wollen wir uns diejenigen Fälle vor Augen führen, bei denen es klar auf der Hand liegt, daß die chronologische Reihenfolge nicht gewahrt ist. Das ist dort der Fall, wo die min selbst deutlich oder doch andeutungsweise ein Datum angibt. I. Greifen wir zunächst die einfachste Form der Datierung heraus, so finden wir, daß der Inhalt des neunten Kapitels des 4. B. M. dem des ersten desselben Buches geschichtlich vorausgeht. Es ist dies aus der einfachen Tatsache erwiesen, daß das erste Kapitel die Ueberschrift trägt: „am ersten des zweiten Monates des zweiten Jahres", während das neunte Kapitel als Datum den „ersten des ersten Monats des Weiten Jahres" angibt. Hier ist v"li2t>r deutlich. Beral. Sisre a. a. O. Pesachim 6 b wird die Tatsache des O"iv8 hieran erhärtet. In der Mitte steht das IV, 7, 1 mbz m'2 W1 Erzählte. Denn der Tag, an dem Moses das zu errichten vollendet hatte, war doch wahrscheinlich, wenn nicht gar der siebente Nissan des zweiten Jahres, zum mindesten doch der erste, der im neunten Kapitel angegebene erste Nissan. Mit der Einleitung wi wird auf 11,40,17 zurückgegriffen. War doch nach Gitin 60 a auch IV, 5, 1—4 mSr DV2 gesagt worden! Eine solche Einleitung Hl \T1 an der Spitze einer Erzählung zeigt an, daß das Vorhergehende nicht fortgesetzt, sondern daß Späteres wie in IV, 7, 1 oder I, 25, 11 vorweggenommen oder auf Früheres zurückgegriffen wird. Dieses ist der I, 6, 13) ünn 'D Wl oder II, 13, 17 Wi Es widerspricht sich daher Raschi nicht, wenn er zu nbttn onain "inx I, 15, 1 sich der Ansicht anschließt, daß die mit in# beginnende Erzählung chronologisch unmittelbar auf das Vorhergehende folgt, während er zu I, 15, 22 *wi O'iain nn« einen Anschluß sucht. An letzterer Stelle wird durch das einleitende \T1 die Zeit zurückverlegt. Daß 22, 1, die Erzählung von der mpy, sich nicht an das unmittelbar vorher Erzählte anschließt, das beweisen die Verse 33 und 34 des 21. Kapitels. War doch der Bundesschluß mit Abimelech, dem König der Philister, 21, 22—32, wie deutlich genug aus 21, 32 ipK bü I3ttn hervorgeht, nicht auf phllistäifchem Boden getätigt worden. Auch die Geburt Isaaks und die Entlassung Jsmaels fand auf Palästinensischem Boden, in Berseba statt, wie 21, 14 yatr "0“!D3 ynm beweist. Es ist anzunehmen, daß 21, 22—32 sich unmittelbar nach dem Fest zu Ehren der Entwöhnung Isaaks begabalso nach 21, 8. Dann schließt sich 22, 1 an 21, 21 an. Der Inhalt der Verse 33 und 34 wird uns erst aus 22, 19 klar. Nach der mpy kehrte Grp2K nach yatp ito zurück und ging von dort aus aus längere Zeit — wahrscheinlich allein — nach Philistäa, um den Philistern seine Freundschaft zu beweisen. Weil dieser Besuch in ursächlichem Zusammenhang mit dem Besuch des Philisterkönigs bei Awrohom steht, darum geschieht seiner an dieser Stelle Erwähnung. II, 31, 18 will Raschi nicht an der Stelle, an der es steht, chronologisch eingereiht wissen, denn 7,jy npyo fand nach ihm vor der Erteilung des Befehls, das ptwo zu errichten statt. Er folgt darin dem Tanchumah. Nach Sohar, auch Abravanel, liegt kein v"iv vor. Es ist alles Vorangehende nur der Inhalt der Mitteilung art4) ntPQ, während der 40 Tage seines ersten Aufenthaltes auf dem Sinai, aber nicht Mittellung Moschehs an das Volk. Weder durch eine äußere Zeitangabe, noch durch eine besondere grammatische Form ist zu erkennen, daß ein Fall v"iv vorliegt. Es deuten vielmehr die historischen Zeitformen des Kapitels 32 auf die geordnete chronologische Reihenfolge hin. An den Befehl, das ptPD zu errichten, schließt sich die Uebergabe der ninv? die ja zur Komplettierung notwendig waren. Im Anschluß daran wird die Geschichte der nimV erzählt. Daß hingegen IV, 5, 24 Raschi nt p# ntryon "HD mit Recht bemerkt, ist in Vers 26 durchaus klar betont “intfi jnrn Ifvpi nachher soll er die Frau erst trinken laffen. Da von den oncn 'v die Rede war, wird erst auseinandergesetzt, was damit zu geschehen habe, und nachher auch der anderen Gesetze Erwähnung getan5). II, 12, 2 ist ebenfalls als Datum ausdrücklich der erste Nissan angegeben. Dadurch ist deutlich genug gekennzeichnet, daß der Bericht des 12. Kapitels dem Inhalt wenigstens des 11. vorausgeht. Darin dürfte Raschis Bemerkung begründet liegen, die er zu 11, 4 macht, daß nämlich der Inhalt der Verse 4—8 als Moses vor Pharao stand, ihm mitgeteilt seien. Denn wir finden weder vor noch nach 10, 24 eine Mitteilung Gottes an Moses. Es wäre wohl das einfachste, diese Verse 4—8 nur als Ausführung dessen anzusehen, was in 1 und 2 angedeutet ist. Sie bilden tatsächlich die Fortsetzung von 10, 29, denn erst 8 b schließt mit dem Verlassen des Palastes die Unterredung. (Vergl. Hirsch z. E. des 10. Kap.) Was Raschi daher zu Vers 4 bemerkt, bezieht sich eigentlich auf die Verse 1 und 2. Durch sie wird Pharao am Ende der Finsternis in der Nacht vom 12. zum 13. Nissan für die folgende Nacht gewarnt. (Ber. 4 a.) Diese Beispiele, in denen die Zeitangaben der Mitteilungen und Geschehnisse mit direkter Angabe des Tages oder durch indirekte Hinweise auf eine andere als durch den Zusammenhang der Aneinanderfügung gegebenen Zeit zu erkennen ist, sind die einfachsten und unwiderlegbarsten Formen des miKJDl onplQ pa. Außerdem gibt es noch stilistische Andeutungen dafür, sodaß bei Abwesenheit auch dieser Anzeichen eine chronologische Anordnung ausgeschlossen ist. Diese stilistischen Anzeichen können verschiedener Natur sein. II. Betrachten wir zu nächst das "iniKöl DnpiD pK in Chal (Zustandssatz). Da haben wir denn zunächst die Stelle, an welche der Talmud das Prinzip von d"idn anknüpft und die Eingangs erwähnt wurde: II. 25,21. pn jn#n ^«i indem du in die Lade legst. Es scheint dieser Satz unbedingt als Chalsatz aufgefaßt werden zu müffen. Würde pi*tn *?K1 ]nn nicht den Zweck der hl. Lade bestimmen, sondern den Befehl enthalten, das Zeugnis in die Lade zu legen, dann müßte es die Form des Befehles haben, wie dieselbe von V. lu an gebraucht ist und die insbesondere V. 16 tatsächlich hat. Die Reihenfolge dieser Formen ist nur noch durch V 15 IW und 1iO") unterbrochen, die ja auch keinen Fortschritt in der Verfertigung der hl. Lade darstellen, sondern nur Nebenumstände enthalten. Die Reihenfolge in der Ausführung der hier mitgeteilten Befehle ist ja zudem aus II 40,20 deutlich zu ersehen. II 4,20 zählt Raschi darum zu D"lDK da Moses offenbar nicht erst nach Aegypten reist und dann den Stab nimmt. Fassen wir aber einfach das np*1'» als Chalsatz und übersetzen demgemäß: „Moscheh nahm . . ., ließ reiten .... und kehrte zurück, indem er den Gottesstab mitnahm", dann brauchen wir diese Stelle gar nicht zu zu zählen. II 16,20 ist ebenso ganz einfach erklärt und wir brauchen darin keinen "pan Kipo zu erblicken. Wir übersetzen: „Es erhoben sich Würmer, indem es übelriechend ward". I 18,3 stellt Raschi zwei Möglichkeiten auf. Entweder ist 'nt* an die vermeintlichen Gäste gerichtet und ist ^in, wäre demnach mit „meine Herren" zu übersetzen oder es ist ttmp und ist eine Anrede an Gott. Im letzteren Falle ist der Inhalt des V. 17 dem V. 3 vorangegangen und "Mt-r '1 heißt „Gott hatte gesprochen". V. 20 stellt dann im Chalsatz "iD*n den Inhalt der Rede dar. Ist aber \nK keine Anrede an Gott, sondern an die als Reisende betrachteten Gäste und ist Tin dann ist B 17 Begründung zu kvi Gott erschien (V 1) weil er gesprochen hatte (V. 19) indem er sprach (V. 20). Es ist dann iEK'1 Chals. zu V. 1 und das Kt^'i (V. 2) trat nach der Unterredung mit Gott ein. So faßte mein Vater diese Stelle auf. III. Allgemein anerkannt ist eine Ausdrucksform, die wir nur zu erwähnen brauchen, um das D"iCK an vielen Stellen klar zu erkennen. Es ist das klnsqnampsrkeetum. Als pinsquamperfectam wirb ba§ perfectnm immer dann anzusehen sein, wenn das Subjekt vor dem Zeitwort steht. Wir erinnern nur an jna 2pVl I, 25,34. Die richtige Einschätzung dieser Form hat hier großen apologetischen Wert. Vergl. Hirsch z. St. Auch I, 4, 4 wird durch die Beachtung des Perfekts in das richtige Licht gerückt 7) ^2H1 Abel hatte schon vor Kain gebracht. Kain ahmte Abel äußerlich — aber nicht innerlich — nach. Wenn 127,20 Jizchok sich wunderte, daß das Wild so schnell gefunden war, so konnte wirklich Jakob nur darum so schnell zur Stelle sein, weil Rebecka schon, bevor Esau zur Jagd ging, das Wild für Jakob bereitet hatte. Im Gegensatz zu dem ■ffp’i 27,5 heißt es 27,6 rhDK. Rebecka hatte gesagt (schon bevor Esau sorting). II. 24,14 idk D^ptn Wi muß ja eißen: „Zu den Aeltesten h a t t e er gesprochen." Selbst in den Psalmen, in denen man über die Synthax der Formen gern hinwegzusehen pflegt, wäre die Beachtung derselben von großer Bedeutung. An vielen — leider nicht an allen — Stellen weist auch Hirsch auf die Wahl der Zeitform hin. In dem Streit zwischen Raschi und Ramban, ob II, 24,1 auf die Zeit vor oder nach min ]no sich bezieht, dürfte die Form -ittN im Sinne Raschis, der von I. I. Mecklenburg in seinem mapm anrn unterstützt wird, entscheiden. Hirsch übersetztauch: „zu Moscheh aber hatte er gesprochen." Er faßt die Form aber nur als eine stilistische Ausdrucksweise der Erzählung zur Anknüpfung an 19,24 auf, um den Zusammenhang, der durch cedsipd unterbrochen war, wieder herzuftellen. Demgegenüber sei der Hinweis gestattet, daß diese Perfektform im Sinne des?1u8quamp6rk6otum8 durchweg die chronologische Reihenfolge der Begebenheiten zum Ausdruck bringen zu wollen scheint. Es würde sich 1124,1 auf 19,3 beziehen. Wir hören, daß auf den erst II24,1 nachgetragenen Befehl hin, Moscheh 19, 7 die Aeltesten zusammengerufen hatte. Das "i£D,,l 24, 3 ist das Ottni von 19, 7 und das »1LP2 von 24,3 ist dasjenige von 19, 8. 8). Natürlich erhebt sich die Frage, wieso auch 19,3 als plnsquamqerfectum gebraucht ist. In Verbindung mit der Form 1*0 19,1 müssen wir das nfy zur Grundlage folgender Erwägungen machen. Zu II 18, 13 bemerkte Raschi, daß das mnvv der Tag nach DWSDn DV sein müsse. Vergl. seinen Beweis. Darnach wäre Jithro erst nach nun pv gekommen. Ist doch in der Tat gar kein Grund vorhanden, weshalb das *C1 des 18, 5 gleichzeitig mit dem jjdew (18, 1) sich begeben haben müsse. Jithro hörte von dem Durchzug durch das Schilfmeer und vom Kriege gegen Amalek. Er traf bei Israel aber erst ein, als er schon am Choreb lagerte. (Fortsetzung folgt.) (BSD