Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 43 (28.10.1909)
- Date
- 1909-10-28
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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£ * Organ öes Bundes gesehesfreuer jüdischer Lehrer Deutschlands. wzid^ung und E»el? B«ii Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutschlands. Zweigoerein Rheinland. Einladung zur Konfererrx am 17. N o v e m b e r, morgens 11 Uhr im Jüdischen Lehrerseminar zu Cöln, St. Apernstraße 29/31. Tagesordnu ng. 1. Besprechung des Thesen der Vortrages „Reform des hebräischen.Sprachunterrichts". 2. Stoffverteilung für den Pentateuchunterricht. 3. Lehrprobe: Gebetübersetzen (Mittelstufe). 4j Freie Besprechungen. Im Anschluß an die Konferenz ist ein gemeinschaftliches Mittagessen geplant. Anmeldungen hierzu nimmt Herr Seminarlehrer Stern, Berlich 10, bis zum 10. November entgegen. Für den Nachmittag ist ein kleiner Ausflug vorgesehen. Reisekosten werden teilweise vergütet. Der Schriftführer. Derein der jüdischen Cehrer in den RahhinatS'Bezirken Emden- Oldenburg-Bremen. Protokoll der 25. Konferenz in Nordheimers Gasthof zu Emden. I. Äm 1. und 2. September versammelten sich die Mitglieder unseres Vereins in Nordheimers Gasthof zur Jubiläumskonferenz. Eine besondere Freude war es uns, den Vorsitzenden des Bundes g. jüdischer Lehrer in Deutschland, Herrn Realschulöirektor Dr. Lange- Frankfurt a. M., in unserer Mitte zu sehen. Er hatte die weite Reise zum Nordseestrande nicht gescheut, um uns die Grüße des „Bundes" zu unserm Feste persönlich zu überbringen. Schon vor Beginn der Verhandlungen herrschte eine rechte Festesstimmung. Kollegen, die sich Jahre lang picht an den Verhandlungen beteiligen konnten, waren diesmal herbeigeeilt, unserer Sitzung beizuwohnen, und so wollte das gegenseitige Begrüßen und Händeschütteln kein Ende nehmen. Kurz nach V*6 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Kollege Löwen st ein, die Verhandlungen, indem er die Erschienenen im Namen des Vorstandes begrüßte und dabei betonte, es gereiche uns zur besonderen Freude, daß der Bundesvorsitzende, Herr Direktor Dr. Lange an unserer Jubel» wnferenz teilnehme. Besondere Grüße richtete er an die Vereinsjubtlare, die an der Wiege des Vereins gestanden, und ihm bis zur heutigen Stunde noch treu angehören. Er erinnert daran, daß der Verein schwere Kämpfe durchgemacht und glücklich bestanden habe und flndet den Grund für diese Tatsache darin, daß unsere Konferenz sich stets als eine n'ßjD betrachte und in diesem Sinne wirke. Damit verknüpft er den Wunsch, der Verein im ganzen und jedes einzelne Mitglied im besonderen möge diese Richtung weiter verfolgen, damit man nach abermals 25 Jahren dieselbe Treue an den dereinstigen Mitgliedern rühmen könne. Zum Schluß richtete er noch Worte des Dankes an den Vorsitzenden des Schulvorstandes der Emder Gemeinde, der nach längerer Krankheit »bieder in unserer Mitte weilte, um seine rege Teilnahme an den Bestrebungen der Lehrer zum Ausdruck zu bringen. Die herzlichen Begrüßungsworte, die nun Herr Dr. Lange im Namen des Bundes in längeren Ausführungen an die Versammelten richtet, gipfeln in dem Wunsche, der Verein möge seine Ziele unentwegt in der bisherigen Weise weiter verfolaen, und sich durch persönliche Verdächtigungen nicht beirren lassen. Wer Gottes Sache vertrete, brauche nicht zu zittern. Die Wahrheit werde sich ihren Weg bahnen, die Gegensätze würden allmählich schwinden, und dann werde man allenthalben zu der Erkenntnis kommen, daß unser Verein in den Kämpfen den richtigen Standpunkt eingenommen habe. Auch Herr Pels überbringt als Vorstandsmitglied der Emdner Gemeinde in beredten Worten seine persönlichen Glückwünsche und die Grüße der Gemeinde zum Jubiläum. Herr Landrabbiner Löb beglückwünschte den Verein zum heutigen Tage und zu seinen bisherigen Erfolgen und führt dann weiter aus, daß die Arbeit der Konferenz noch den späteren Geschlechtern zugute komme. Im Anschluß hieran werden die, sowohl von einzelnen als auch von Vereinen zahlreich eingegangenen Begrüßungsschreiben verlesen. Hierauf folgt die Berichterstattung und Rechnungsablage über das abgelaufene Bereinsjahr, woraus hervorging, daß der Verein auch im verflossenen Jahre sich erfreulich entwickelt hat, indem er sowohl einen Zuwachs an Mitgliedern, als auch an Vereinsvermögen verzeichnen konnte. Nach Erledigung des geschäftlichen Teiles gab der Vorsitzende dem Kollegen Abt-Emden das Wort zu seinem Vortrage Ueberblick über die geschichtliche Entwicklung des Vereins. In seinem fast einstündigen Referate schilderte der Redner, der mit zu den Gründern des Vereins gehört, auf Grund seiner persönlichen Erlebnisse und unter Benutzung der vorliegenden Protokolle den Werdegang des Vereins. Aus seinen Ausführungen geht hervor, daß die erste Anregung zur Gründung eines besonderen „ostfriesischen" Vereins im Jahre 1881 gegeben wurde, die aber zunächst noch gar keinen Erfolg hatte. Erst drei Jahre später gelang es, auf Betreiben der Kollegen Wolff-Aurich und Rosenthal-Emden, die Sache in Fluß zu bringen, so daß am 2. September 1884 sich der Verein mit einer Mitgliederzahl von 15 Kollegen bilden konnte. Die Notwendigkeit zur Gründung -eines besonderen ostfriesischen Vereins lag in dem Umstande, daß die Verkehrsverhältnisse zwischen Ostfriesland und Hannover noch unentwickelt waren, und die ostfriesifchen Lehrer deshalb an den Beratungen des „Vereins jüdischer Lehrer" in der Provinz Hannover, die gewöhnlich in der Stadt Hannover stattfanden, nicht teilnehmen konnten. An Hand der Protokolle gibt der Vortragende nun eine Uebersicht über die während der 25 Jahre gepflogenen Verhandlungen und entrollt so ein lebhaftes Bild von dem regen Vereinsleben. Von Interesse war, besonders für die jüngeren Kollegen, die den älteren Mitgliedern längst bekannte Tatsache, daß Kollege WÄff- Aurich schon im Jahre 1887 die erste Anregung zur Bildung eines deutsch-jüdischen Lehrerbundes gegeben hatte, durch welche Anregung sich in der Folge der Verband jüdischer Lehrervereine in Deutschland bildete. Am Schluffe seiner Arbeit ernrunterte der Vortragende die Mitglieder zum treuen Ausharren bei der Vereinsfahne. Der lebhafte Beifall, der sich nach Schluß des Vortrages in spontaner Weise kundgab, zeigte, mit welchem Interesse die Versammlung den Ausführungen gefolgt war, und die Dankesworte, welche der Vorsitzende dem Kollegen widmete, waren allen aus dem Herzen gesprochen. Zu einer Debatte bot der Vortrag keinen Anlaß und es konnte nun gleich in die Freien Besprechungen eingetreten werden. Den größten Raum derselben nahmen die uns berührenden Paragraphen des neuen Besoldungsgesetzes ein. Durch eine rege Aussprache wurde die Unklarheit über manche ministerielle Ausführungsbestimmung gehoben. Damit war die Arbeit des ersten Tages erledigt und es folgte nun der vorgesehene Kommers, den Kollege Wolfs mit herzlichen Worten eröffnete. Insbesondere wies er darauf hin, wie sich die Zeiten in den verflossenen 25 Jahren zu Gunsten der Lehrerschaft, ganz besonders der jüdischen Lehrerschaft Ostfrieslands, geändert hätten, so daß wir mit Recht in das Königswort einstimmen könnten: „Welche Wendung durch Gottes Fügung." Es folgten nun Darbietungen ernsten und heiteren Inhalts, die die Teilnehmer