Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 43 (28.10.1909)
- Date
- 1909-10-28
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Mohel 1× ep/1006163
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Geehrter He« MLMML Ä Der verehrt. Vorstand der?y3N^f<»öert mich in Ihrer jünasien Nr. zu einer EntschuldiMmg auf' Ich mu st mem Befremden über diese- Vettcurgen ausdrücken, da "ich in meinem »Eingesandt" sMohl diesen Verein, demich übrigens ganz fern stehe, als auch oie einzelnen D*biTlÖ mit aller Hochachtung und Wertschätzung bchanbestehende Mißstände öffentlich zu behandeln, in der ein zigen Abficht, dadurch die Abstellung derselben zu bewirken. Wenn der verehrt. Vorstand der man diese meine Absicht verkannt hat — anstatt die gegebene Anregung dankend anzuerkennen — so bedauere ich dies leb hast. Die sachliche Behandlung der Angelegenheit in Ihrem geschätzten Blatte seitens eines „Hamburger Mohel" beweist mir übrigens, daß meine Zeilen auswärts das Interesse der maßgebenden Kreise fanden. Zur Sache selbst möch e ich nur noch erwähnen, baß ich darüber wohl unterrichtet bin, daß sich Angrhörtge der betr. Knaben mit Herren des Vorstandes des ge annten Vereins — und zwar rechtzeitig — behufs uebernahme der Mohlschaftcn resp. Besorgung eines ^n*IÖ in Verbindung setzten und wäre es meiner Ansicht nach der einzig richtige Weg gewesen — nachdem der Verein für die Zwecke der richtigen und rechtzeitigen Ausübung des 711LQ besteht — sämtliche Vereinsmitglieder anzufragen, ob sie die übernehmen wollen, — wenn auch der Verein keine Zentralstelle für Anmeldungen in Mohlschaften ist. Ich sprach 2 Herren, die gerne diese mV’D und zwar ausgeführt hätten, wenn sie davon unterrichtet tvordm wären. Der eine der Plätze ist übrigens nur eine habe Bahnstunde von hier entfernt und befinden sich in beiden sowohl ein pplfl als auch nib*»sn ’bra- Was Nun die Ausbildung bezahlter ü’S'Tltt betrifft, JTirölP/wiegt jedenfalls die bloße Befürchtung, daß sich unpassende Elemente dazu hergeben könnten, den jetzt bestehenden Mißstand zu verschieben nicht auf, — zumal man es ja in der Hand hat, Leute, die man nicht für passend erachtetz nicht heranzubilden. Ich kenne ehrenhafte welche sich in manchen Fällen bezahlen lassen und wie mir mitgeteilt wird, bedient sich jaauch jetzt schon die man eines solchen. So werden sich auch jetzt einige makellose, gute, — wenn auch unbemittelte — vNITl' finden, die man zu diesem Zwecke heranbilden kann, — für den Fall keine andere unbedingt sichere Lösung besprochener Frage gefunden wird. Hochachtungsvoll PloniAlmoni. Briefkasten. L. $f. in Ch. TS ist uns kein Rezensionsexemplar deS betreffenden Buches zugegangen und kann daher auch keine Besprechung erscheinen. Nach O. In Tunis existiert eine jüdische (sephärdische) Gemeinde. Wenden Sie sich an daS dortige Rabbnat. Frau I. Schw. in M. Wollen Sie bitte nähere Adresse an geben, da ein Brief an Sie unbestellbar zurückkam. Bl. in K. Die Barmizwoh findet MvV 'S 1910 statt. P. A. in K. Wir müssen es ablehnen, in solchen rituellen Angelegenheiten Entscheidungen zu tteflen, umsomehr ÄS sich an Ihrem.Wohnorte gesetzeStreue Rabbiner befinden, die Ihnen gewiß gern mtt Auskunft dienen. Rabbiner M. H. in Sch. Die Nr. 40 ist nur 4 Seiten stark erschienen und haben Sie dieses Mal die Zensur in falschem Verdachte. Wir glauben auch nicht, daß sie an der Rezension Ihres Buches, die in allernächster Zeit erscheint, etwas auszusetzen haben wird. Uereinskalender. Verein Mekor-Lhajim, Schützenstraße 3: Samstag, den 90. Oktbr. 1909, Mittags 13 Uhr im Hörfaale der Shngoae Friedberger Anlage: Vorlesung deS Herrn Professor A. Wehl aus »Sefer Schaufttm . — Nachmittags 31/* Uhr im BeretnSlokal Schützenstr. 2: „Miko- Vortrag'. Bereinigung zur Pttege jüdischer LebenSanschauüng '2L Jl?n3- Mittwoch, 3. November 1909, abends 9 Uhr im VereinSlokale Langestraße 36 (ehemals Kauft«. VereM) unter Teilnahme deS htefiaen Jüdischen FrouenvereinS: Bortrag deS Herrn Redakteur S. Schachnowttz: »Zur Geschichte der jüdischen Belletristik". Gäste, auch Damen, find willkommen. »Monteftore", Verein zur Pflege der idealen Interessen jüdischer junger Leute. Mittwoch, 8 Nodemb., abends 9 Uhr, Bortrag des Herrn Rabb. Dr.B. May: »Die Geschichte der Mischen Wohltätigkeit. W u« inderecke. Die TephiUn als Reifer. Bom M. in O. Es ist Freitag abend. Die Leuchter und Ber cheS auf dem Tische künden an, daß soeben der Sabbat seinen Anfang geommen hat. Um den hell beleuchteten Tisch sitzt die Familie. Das Mahl ist bereits eingenommen und das Tischgebet gesprochen, allein die Kinder sitzen noch voller Erwartung. Denn nun war der Moment gekommen, auf den sie sich schon die ganze Woche hindurch freuten. Der Vater pflegt nämlich an jedem Freitag abend den Kindern eine Geschichte zu erzählenentweder erklärte er eine Stelle aus dem Wochenabschnitte, aus dem „Midrasch", oder er erzählte etwas aus seinem eigenen Leben, woran er weise Lehren für die Kinder anknüpfte. Auch heute Abend weicht er nicht von seiner Gewohnheit ab. „Liebe Kinder," fängt er an, „jetzt will ich eine Geschichte von meiner Seereise erzählen. Nie mochte ich davon sprechen, denn ich habe dabei eine große. Sünde begangen, die ich aber schon so oft bereut und wieder gut zu machen mich bemüht habe, daß ich darauf rechnen darf, daß sie mir auch der liebe Gott schon verziehen hat. „Ich war, wie meine Mutter seligen Angedenkens zu sagen Pflegte, ein ganz wilder Knabe, übermütig und uusgelassen. Gern aber mochte ich lesen, und meine liebsten Bücher waren Abenteurergeschichten, die auf der See spielten. Da regte sich in mir der Wunsch,' Seemann zu werden. Ich war damals 15 Jahre alt. Immer mehr Lust bekam ich, mich als Schiffsjunge anwerben zu lasten. Es mußte doch zu schön sein, so dachte ich, auf einem Schiffe die Welt kennen zu lernen. Meine Eltern ahnten schon, was ich vor hatte, und vergebens suchten sie, mich davon abzubringen. Sie sagten, ich könne doch auf dem Schiffe nicht „koscher" leben und wie schrecklich wäre es, wenn ich auf dem Wasier umkäme! Ihr könnt euch wohl denken, einen wie großen Kummer ich meinen Eltern damals bereitet habe. Sie hatten ihre ganze Hoffnung auf mich, ihren einzigen Sohn, gesetzt, ich sollte nämlich Rabbiner werden. O, wie furchtbar haben sie sich da gegrämt über mich unbesonnenen Jungen. Damals tat ich, leider Gottes, jenen Schritt, den ich später bi'ter bereut habe, ich lief meinen Eltern fort, reiste nach dem nahen Hamburg und wurde Schiffsjunge. Wie mich ein Kapitän aufnahm, und wie es mir auf dem Schiffe erging, das habe ich euch schon früher erzählt." Jetzt konnte sich der kleine Joseph nicht mehr bezwingen, „Vater, frägt er, wie bist du denn wieder nach Hause gekommen?" „Gerade wollte ich es sagen", antwortete der Vater, „du mußt nicht so ungeduldig sein. Also später kehrte ich zu meinen Eltern zurück und fand auch meinen Gott wieder, den ich so leichtsinnig verlassen hatte, und nun hört, wie das kam: Auf unserem Schiffe war unter vielen anderen auch ein Paffagier, der Jude war. Er war sehr fromm, jeden Morgen betete er auf Deck, ohne sich vor den Paffagieren und vor der Mannschaft zu schämen. Die Schiffsjungen machten sich über ihn lustig und verhöhnten ihn. Ich nahm den Juden nicht in Schutz, ich schämte mich Jude zu sein. Da wurden wir eine- Morgens von einem Kriegsschiff angegriffen, es war nämlich zur Zeit des aroßen Seekriegs zwischen der Türkei und Rußland und daS Meer wimmelte von Schlachtschiffen, die jedes verdächtige Schiff beschossen. Sofort wurde zurückgesteuert, um dem Kugelregen auszuweichen. Wir Matrosen und Schiffsjungen mußten auf unserem Posten bleiben. Da gewahrte ich den Juden, wie er stand und betete. Er stand nach Osten gewendet, von wo gerade das feindliche Schiff kam, hier mußte "ihn ja eine Kugel treffen. Die sichere Ruhe des Juden in der Stunde höchster Gefahr, flößte mir gewaltige Achtung vor ihm ein. Da mit einem Male schreckte mich ein Schuß von meinen Gedanken auf, und sofort rannte ich, ohne den Juden weiter zu beachten, auf meinen Posten. Die Flucht war geglückt. — Mit mehreren leicht Verwundeten konnte unser Schiff die Fahrt fortsetzen. Jetzt fiel mir der Jude ein, und sofort lief ich zu der Stelle, wo er gestanden hatte. Da lag er auf der Erde! Tot? Nein, nur bewußtlos. Jetzt erkannte ich, was vorgesallen war. Eine Kugel am Gehäuse der Tephilin, die er gerade beim Gebet an hatte, war, das Fenster der Kajüte durchschlagend, abgeprallt, ohne das Gehirn zu verletzen. Dieser fromme Jude, der bald wieder frisch und esund vor uns stand, war also wie durch ein under gerettet worden. Eine göttliche Fügung war es, die so gewalttg auf mich wirkte, daß ich beschloß, wieder zu meinen Eltern und zum Judentum zurückzukehren. Wie sich meine Eltern freuten, davon will, ich euch nächsten Schabbos erzählen. „Also", schloß der Vater, „Gott waltet über Leben und Tod und indem er damals den frommen Juden gerettet, hat er auch mir meine Seele gerettet!" Rufldfung des Rätfels in Rr. 39 1. 12 2. 2« 3. ]K pK Richtige Lösungen sandten ein: Jeantte Barkon, Königsberg; Gustav Löwensiein, Oberkirchen - Wolf Feniger, Gelsenkirchen - Markus Pick, Wien - Adolf Gottesmann, Miskolz - O, Tura, Neutra - Moses Segal, David Reicher, Wolf Schechter, alle Schüler der Jeschiwah Beth. Israel in Buhuschi (Rumänien) - Lehrer I. Jacob, Rüdesheim- Jak. Kopel Rafalowiez, Nürnberg- Leo Brilling, Ballenstedt- David Reis, Jaworzyo- Jacob Stern, Wien- I. Ullmann, Großwardein- V. Adler, Nyitra - M. I. Kreffel, Zablotow- Netti und Hanna Fleischmann, D.-Szerdahely - Jsac I. Thumim, Przemysl- Maier Luvow, Tarnopol- Aron Schwertfinger, Wien- Josef Blankenstein, Bielitz - Cantor H. Stern, Austerlitz- Jg. Baar, St. Janos. Labbat - Anfang u. Ausgang OIT: Anfang Dattm» UhriMm. 1909 5670 Uhr nid. 30. 16. Slrniiffnrt n M 4 40 Oktbr. Lheschwan 5 55 Berlin — 5 26 München . — — 5 42 Ttrnkbnrg 5 — 5 55 Stuttgart. 5 — 5 50 Bolen . . — — 5 13 -türnberg — — 5 50 Hamburg — — 5 4) Brno ... — — 5 15 TaMiliemackricbtea. Geburten: Eine Tochter: Siegfried Risch (Levv) Frankfurt a. SR. — taten Sohn: Max Wolf (Schott) Frankfurt a. M. — Gustav Rosen mann (Eondheimer) ondon. Verlebte: Pauline Jsaar» Isidor Löwentdal fronffurt o. SR» — Franz Strauß, Hofhrim (Ufr.) Duisburg. Johanna Messie, Nathan Kahn, Memel-Lübeck. Verm&hlte: Dr. phil. Jehuda Marschak. Lina grb- Gott lieb» Pethach Tikwah b. Jaffa.