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Der Israelit · 1909-10-21 · Heft 42 (21.10.1909) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 42 (21.10.1909)
Date
1909-10-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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MWSWMM w.^._v;^J,^ ^V1^1-^ Crtte«. «r. 42. __ leicht gemacht, indem sie ausdrücklich bekennen, daß sie in der Tat „im Geiste dieser vorbildlichen Meister", „welche Entscheidungen über Fragen des religiösen Lebens nur auf Grund sorgfältiger, historisch-wissenschaftlicher Forschung für zulässig erklärten", ihre Verbindung inS Leben rufen. Wie „sorgfältig" die historisch-wissenschaftlichen" Forschungen der Männer waren, in deren Geiste die „Freie jüdische Vereinigung" .das Judentum pietätvoll kritisieren will, hat in unvergleichlich sieghafter Weise Samson Raphael Hirsch Vst, hat in neuester Zeit Halevy auch dem gläubigsten Verehrer der „jüdischen Wissenschaft" bewiesen. Wenn die „Freie jüdische Vereinigung" dem kranken Geschlechts kein anderes Gegengift gegen die „liberale" Infektion zu verabreichen weiß als die Mixturen aus der Frankel- Grätzschen Hypothesenküche — und die praktischen LebenSäußerungen der Vereinigung können in de r Tat keine andere geistige Grundlage haben — dann wehe dem Patienten: er mag's dann wahrlich vorziehen, unter hitzigen Fieberschauern der Entscheidung über Leben und Tod religiöser Ueberzeugung entgegenzugehen, statt in langsamem Siechtum, den Keim des Zweifels im Herzen, abwechselnd nach rechts und nach links um Hilfe auSschauend, zu gründe zu gehen. Daß wir der neuen Vereinigung nicht unrecht tun, daß sie in der Tat trotze ihrer scharfen Frontstellung nach links, sich in bewußtem, prinzipiellem Gegensatz zum überlieferten Judentum befindet, daß sie zwar suavlter iv modo, aber fortiter in re dem gesetzestreuen Judentum den Boden unter den Füßen wegziehen will — das ergibt sich unzweideutig aus der Form, iu der das Programm das Wesen.des gesetzestreuen Judentums charakterisiert. Das heißt es: Auf der einen Seite haben fich Vertreter der strengsten Observanz verbunden, welch' die Anwendbarkeit des Gesetzes der geschichtlichen Entwicklung auf daS Judentum grundsätzlich in Abrede stellen und darum alle Zugeständnisse an die moderne Zeit a weisen und fich immer mehr von der Mttarbrit an den gemeinsamen Aufgaben der deutschen Judenheit abwenden. Das Schlagwort von der „Mitarbeit an den gemeinsamen Aufgaben der deutschen Judenheit" und die handgreifliche Unwahrheit, daß sich die Orthodoxie „immer mehr" von dieser Mitarbeit abwende, nehmen wir nicht tragisch. Man kann nicht verlangen, daß die Unterzeichner des Aufrufs Verständnis für die Beweggründe bekunden, von denen die „Vertreter der strengsten Observanz" bei ihrem politischen Verhalten geleitet werden/ sonst würden sie sich wohl gesagt haben, daß die Orthodoxie durch nichts so sicher »er JsraeM zu absoluter Jntransigenz gezwungen werden kann wie durch die „Partei der Versöhnung" mit ihrer Verwischung aller geistigen Grenzlinien. Auch die Bemerkung, daß die deutsche Orthodoxie alle Zugeständnisse an die moderne Zeit—auch diejenigen, die keinen Verstoß gegen die jüdische Lehre involvieren — abweise, wird von keinem vollsinnigen Menschen ernst genommen werden. Tiefer Ernst dagegen hat uns wenigstens ergriffen, als wir lasen, daß die neue Vereinigung den Vertretern des gesetzestreuen Judentums vorwirft, sie stellten „die Anwendbarkeit des Gesetzes der geschichtlichen Entwickelung auf das Judentum grundsätzlich in Abrede"! Das ist die Wahrheit. Hier scheiden sich die Wege, und hier klafft in der Tat der Gegensatz, der die neue „Freie jüdische Vereinigung" von uns und von der ganzen jüdischen Ueberlieferung trennt.. Der Begriff der „Entwicklung", im besonderen der „geschichtlichen Entwicklung", ist ja nicht von den Verfassern des Aufrufs neu geprägt/ eine ganze Zeitgenossenschaft, fünf Jahrzehnte reichen geistigen Schaffens iu Naturwissenschaft und Geschichte haben ihm seinen Inhalt gegeben, und wir wissen, was darunter zu verstehen ist. Wer theoretisch und praktisch das Judentum dem „Gesetz der geschichtlichen Entwicklung" unterstellt wissen will, der wird sich der Konsequenz nicht entziehen können, es aus Animismus, Fetischismus und Totemismus, aus Mythos und Menschenopferkult emporkeimen, über Ceremonienfrömmigkeit und Glaubensstrenge hinweg, der Lebenshöhe und dem Tode entgegen sich „entwickeln" zu lassen, der wird zu verzichten haben auf allen geistigen Halt und alle Beglückung, die uns Altmodischen der Blick in die Vergangenheit gewährt, der wird auch in der Thora nur ein Produkt der „Entwicklung", in der peinlichen Erfüllung ihrer Gesetze durch moderne Menschen höchstens eine pietätvolle Schrulle erblicken dürfen. Wir sagen nicht, daß alle Unterzeichner des AuftufS diese Konsequenzen ziehen — es sind im Gegenteil einige konservativ veranlagte Naturen darunter, die in die Gesellschaft der „Entwicklungs" - Theologen durchaus nicht hineinpaffen — allein auch sie sind dennoch für die Konsequenzen verantwortlich, und über ihr Wollen hinaus schreitet mit eherner Unerbittlichkeit das „Gesetz der geschichtlichen Entwicklung", das auch die liebenswürdigen Inkonsequenzen innerhalb ein, zwei Generationen restlos auszugleichen pflegt. Die „Freie jüdische Vereinigung" ist eine späte Frucht an dem in unbewußter geistiger Assimilation von Frankel gepflanzten Baume der Breslauer „jüdischen Wissenschaft". So wie der 21 Oktober 1«» Meister nicht bedacht hat, daß er mit der „zeitgemäßen" Entgöttlichung der NUN, auch der 2N22V nun den Boden entziehe, so nehmen die Jünger aus der Hand einer an Schlagworten sich betörenden Zeit das Zaubersprüchlein der „Entwicklung" entgegen und opfern das einzige, was dasBeharrende sein sollte im Strome unendlichen Werdens, das einzige, was diesem ewigen Entwickeln Sinn und Ziel zu geben vermöchte, dem Moloch der alles nivellierenden zünftigen Entwicklungsphilosophie. Um solchen Preis wollen wir keine Versöhnung, um solchen Preis nicht einmal die „Einheit der Gemeinden", zu deren Aufrechterhaltung die Partei der „Versöhnung" allerdings ein probates Rezept in der Tasche hat: Wenn kein Mensch mehr weiß, wasJudentum ist, dann werden die religiösen Kämpfe in Einzelgemeinde und Gesamtheit mit unfehlbarer Sicherheit beendet sein. Wer sich mit solchen Aspekten freut, der mag ftöhlich in der neuen Partei der Begriffsverwirrung, die schon durch ihren zu Verwechslungen mit der Orthodoxie geradezu herausfordernden Namen sich selbst charakterisiert, ein Gebilde von aussichtsreicher Aktualität erblicken. Wir glauben, daß es noch nie in der tausendjährigen jüdischen Geschichte eine Periode gelben hat, in der es in so hohem Maße galt, die Reinheit und scharfe Bestimmtheit der alten jüdischen Lehre allen Verdunklungs- und Usurpationsversuchen zum Trotz aufrecht zu erhallen. Die „Freie jüdische Bereinigung" ist nur ein neuer Alarmruf zu dieser Wächterpflicht! Kochmrunöschau. Me ErfafenmMen für Sie ReidisSuma. Bor einiger Zeit hat ein Buch vom Fürsten Trubetzki, in dem die Frage zum Austrage gebracht wird, ob der konstitutionelle Gedanke in Rußland im Wachsen oder im Abnehmen begriffen sei, großes und berechtigtes Aufsehen erregt. Der gut eingeweiht-' demokratisch gesinnte Verfasser kommt zu recht pessimistischen Schlüssen und stellt den Machthabern wie den Volksvertretern und Stützen der Gesellschaft in Rußland, deren Pflicht es auch wäre, für die Hebung des Kulturstandes im allgemeinen zu sorgen, kein gutes Zeugnis aus. Es scheint indes, daß die * Udradamr Aairärning. Zum Wochenabschnitt. Aon Rabbiner I. Nobel in Halbe-stadt. pnr n 'i:i -]2n«a *]h ^b ana« hx 'n na«n ri'21 "jar tow "pix 'vni mi na nna nn«b bwü pnr "1 na« -(n"o o^nn) 1'2« na« np^n nn« rrva mm aipa*? aipea “1212 na«i nuan bvz pcn otuo xbz ii rrra na«n oma« ira« 'w '$b "p /.Tran bpn «in *:« ib vbv pxn dvuö xbn n?n übwrw na«n nai« “jbon ikjvi bpn «in ■>3« ib na«i n"apn -[San i«n'i (ov) -pn« «in '2 “pa1 :'in ,i^> nnnvni .aVun "pnia^ . na** amo) .ona« sprach zu Abraham: Geh hinweg auS deinem Lande usw. Rabbi Jizchak leitet dieses Blbeiwort ein mit dem Psalmwortr: „Vernimm es, Tochter! und stehe und neige dein Ohr und vergiß deines Landes und deines Vaterhauses." (Ps. 45.) Da sagte R. Jizchak: Abraham ist mit jenem Mann zu vergleichen, der von Ort zu Ort zog und mit einem Male eine große brennende Stabt gewahrte. „Diese Stadt ha.' wohl keinen Besitzer und Führer" — so fragte der Mann. Da blickte ihn der Eigentümer dieser Stadt an und sprach: ,Ji, bin der Herr dieser Stadt!" So war es auch, als Vater Abraham verwundert auSrief: „Hat denn die Welt keinen Lenker?" Da schaute auf ihn herab der Allheilige und sprach: „Ich bin der Herr der Welt! Der König findet Wohlgefallen an deiner Schönheit, denn er ist dein Herr, d. h. der König will deine Schönheit in der Welt erstrahlen lasten. Nun, so beuge dich vor ihm!" Dies die Verwirklichung des Gottesspruches: „Geh hinweg aus deinem Lande!" (Rabb. Kap. 29.) Erklärung. Die Stadt brennt! Wo ist ler Eigentümer? Die Welt verödet! Wo ist ihr Lenker? Ueber den rauchenden Trümmern der Stadt ze gt fich der Stadtherr und ruft es dem Staunenden zu: „Ich bin eS." Ueber einer in heidnischen Finsternis versinkenden Welt offenbart stch dem fragenden, suchenden Abraham der Weltenherr und blickt ihn an in seiner-Gnade und beauftragt ihn seines Herrn Namen zu v.rkünden. Mußte erst eine ganze brennende Stadt 'fich selbst überlasten sein ober zu sein scheinen, damit der Eine stch fand, der fragte, wo ist der Herr? und dem der Herr kundtat: „Ich bin es!" Bedurfte es der zwanzig in heidnischer Rächt irrenden Generattonen, damit der eine Mann, Abraham, zum Lichte der Erkenntnis erwachend ftagte, ^vo ist der Herr dieser Welt, und damit diesem Einen die Antwort werde: „Ich bin der Herr, folge mir"? Unser Midrasch gibt auf soche Frage Antwort, indem er uns den h hen Wert vor Augen rückt, der in d.r rein subjektiven Gottes- und Menschenanschauung liegt, zu der Abraham, . er allein im Gegensatz zur Vorzeit und zum mitlebenden Geschlechts, stch bekannte. Jener herrliche Huldigungspsalm preist die Braut, indem er ihr zuruft: «in '2 *]ban i«nn Ta« n'ai -pp 'naw -yOT«. „Darin, daß du dein Volk und dein Vaterhaus vergißt, liegt deine eigentliche Schönheit. Losgelöst von allen Beziehungen zur Heimat und zur Famtite gibt fich dein innerstes Wesen zu erkennen, tritt dein wirkliches Sotvst in Erscheinung, und dieses dein Selbst, das so schön ist IV' liebt dein König, dein Herr. So ist auch alles, was an Vater Abraham schön und herrlich ist, nicht Frucht der Erziehung und Angewöhnung, sondern ursprüngliche Charaktergrötze. Wir haben eine Persönlichkeit vor uns, die im Gegensätze zum Jahrtausend von innen heraus wächst und riesig hoch emporragt über alle Macht und Größe der damaligen Welt. Die höchsten Spitzen des babylonischen Götterturms und der Nimrodkretse tief unter stch lastend, erhevüfich der Geist Abrahams immer höher der Sonnennähe der Erkenntnis entgegen und immer lauter erhebt er die F üge: „Wo, wer ist oer Herr der Welten?" DaS ist Abrahams Geist, sein eigenstes Wesen — das fort und fort Gott sucht, btS eS Ihn findet. Gott will fich von Abraham finden lasten, denn Abraham selbst ist ein Fund im Geröll der Jahrtausende. Gott will diesem Etgenwesen Anerkennung, dieser aus einem tiefen Innenleben erstrahlenden Schönheit Huldigung verschaffen in der Welt —22122 *pni2'7>- Abrahams fragendem Blick begegnet der Blick der Gottesgnade. ES drängt Abraham mit einer unaussprechlichen Sehnsucht nach Gott, dem Herrn und Lenker 31. Schill Bürq« die E jetzt t in du st Rußlc Ob cj liefert Prote nicht im L übera russisi solcher die se entwil als' P diese i Dub nicht S denkt Bedeu für d da die und £ heit z Wiede Orgie! nicht des rr | in der Zeiten Di Duma die W. rechte Jahre der Ki einzige befand allezeii saffun; alle er! verhin fischen wurdei in alle die no spruchi kämpfe bürg sinnige der Kl in Od der jü der W tungen aus die Welt h ih.en $ treibt il IHerr" - Sonnen gangen, l lebendig |nn sein Da lWunsch zieh de Pi* Drei jnijtcr, , Mrgsch 'einer < leittt's e lauenzer

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