Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 41 (14.10.1909)
- Date
- 1909-10-14
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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©eie 12 No. 41. tnnifle Familienleben und sprach zugleich seinen Dank auS für die vielen Wohltaten, die Bielen die teure Verklärte erwiAn. n"22ÜJl Kolmar, 6. Oktbr. Heute Morgen verschied nach längerem Leiden der frühere Vorsteher der israelitischen Kultus gem inde unserer Stadt, Herr I. Bickard. Der Verstorbene war wegen seines freundlichen, sympathischen Wesens allgemein geschätzt und beliebt. Frendeut«! (Württba.), 10. Okt. Am 3. Oktober b. IS. feie.tt das Ehepaar Abraham L. Wertbeimer und Pauline geb. Stern das Fest der Goldenen Hochzeit. Bonder stattlichen Schar seiner Söhne, Töchter und deren Gatien, somie Enkeln und Enkelinnen begleitet, zog bas Jubelpaar in die fest! ich erleuchtete Synagoge, wo di» ganze Einwohnerschaft des hübschen Dörfchens, Juden und Christen, seiner darrte. Nachdem Herr Lehrer Roedelsheimer einen Psalm eesungen hatte, feierte Serr Rabbiner Dr. Kahn aus Eßlingen das seltene retgntS fünfzigjährigen in Liebe und Treue unter Freuden und Leiden, unter Arbeit und Mühe gemeinsam verbrachten ehelichen Lebens und Sorgens für. einander, indem er an der Hand von Kvhelrth 9, 9 ausführte, baß in diesem Leben der Vergänglichkeit und der Mühsal daS einzige Glück eine gesegnete Ehe bilde. Am Schluffe feiner Ansprache teilte er mit, daß der König von Würt« temberg die Gnade hatte, dem Jubelpaare Glückurb Segenswünsche auszusprechen und eine Plakette mit deS Königs Bildnis und mit eingravierter Widmung zur Erinnerung an die Feier überreichen zu lassen. Möge das Jubelpaar in Gesundheit und Rüstigkeit auch daS Fest der Diamamenen Hochzeit begehen dürfen. Wern, 12. Oktbr. Der Lehrer für Staats- und Völkerrecht an der hiefigen Universität, Professor Dr. jur. K a r l H t l t y ist heute Nachmittags in Montreux gestorben. Htlty gehör:e dem schweizerischen Nattonalrat seit 1890, dem internationalen Schiedsgerichtshofe im Haag seit dessen Bestehen als Mitglied an. In seinen Jahrbüchern behandelte er auch eingehend die Judrnfrage. Zürich, 12. Okt. Anläßlich des Gorbon Bennet- Wettfltegens, welches ror Kurzem hier abgehalten wurde, ereignete sich hier ein tiefbedouerliches Unglück, welches den Tod des hochangesehenen Präsidenten dec israelitischen Kultusgemeinde, Herrn S. Braunschweig-Weil herbeiführte. Herr Braunschweig befand sich mit seinem Sohne und einem Geschäftsfreunde tu einem hiesigen Solei, als von der Straße her der Ruf ertönte: „Der arfeval kommt!" Herr Braunlchwctger wollte sich nun, um daS vorbcifahrende Luftschiff bewundern zu tönnen, auf die Veranda begeben. Diese stürzte jedoch unglück- . icherwetse ein und der Bedauernswerte fiel einige Meter hinab und v.rstarb nach kurzer Zeit. Der Verstorbene war ein sehr religiöser Mann und seines biederen Charakters wegen bei allen hochgeachtet. Seit vielen Jahren war er in den Behörden der jüdischen Gemeinde tätig. Er har sich da große Verdienste erworben. Vor einem hatben Jahre war er zum Präsidenten der Gemeinde ernannt worden. Er hat ein lter von 56 Jahre erreicht. Die Nachricht von dem Unglück machte überall einen niederschmetternden Eindruck. Unter i heraus großer Beteiligung (olle Gemeinden der Schweiz hatten Delegierten entsandt) fand die Beerdigung statt. n"33MiT Sprechsaai. Zur Mohalinr-Angelegenheit. Frankfurt a. M., 10. Oktober 1609. Verehrltche Redaktion! Der von Ihnen in Nr. 39 Ihres geschätzten BlatteS veröffentlichte, mit Plont Almont Unterzeichnete Brief gibt beredtes Zeugnis, daß der Schreiber des Briefes die einschlägigen Verhältnisse absolut nicht kennt und ehe er unter Erwähnung unseres Vereins lcichtfertige Vorwürfe gegen uns in der G.samtheit und gegen die einzelnen Mnglieder im besonderen erhebt, wäre es rechtens gewesen, sich v rher zu orientieren. Die von ihm gerügten Mängel haben zur Gründung unseres Pereins im Jahre 1907 geführt und gelang es uns bisher säst ausnahmslos jede uns zugekommene n*PÖ an L'31v DW nifDtt? rechtzeitig vollführen zu lassen. Unserer Generolver,amm!ung konnten wir Ende 1996 unter sknauen, Angaben mit Genugtuung beachten, daß und wie alle am auSgeführt wurden. Leider war cs uns in diesem Jahre nicht immer möglich, allen diesbezüglichen Anforderungen gerecht zu w rden. Einige Fälle kamen erst verspätet — ein Fall erst am — SU unserer Kenntnis, so daß hilfsterrite hiesige Kollegen wegen der Kürze de, Zeit n deren Uebernalme verhindert waren. Die j ngsten E'21tD EFö*». erforderten mit dem darauffolgenden je om Tage Aüfenihalt an den betreffenden Orten, uno da sich auf drei Tage l ine größt re Anzahl Fälle konzentriert als auf zwei Tage, so konnten nur die fyiTÖ von den uns zu Gebote sichenden frästen vollsührt werden, die zuerst unS bekannt wurden. CS kann selbst bet größerer Menge von Hilfskräften der gleiche Mtßstand einlreten, da durch Zufall die Zahl der männlichen Geturten an den enorm vielen für hier in Betracht kommenden Plötzen eine erhebliche sein kann und eine ganz große Zahl D^bniÖ auch nicht in der Lage sein l önnen, an betr. Piayen zu gleicher Zeit zu sein. Die die am nicht rechtzeitig ausgeführt werden konnten, waren an Plätzen, die zu den Sprengel« ,«derer Gemeinden gehöre-'. Der Platz liegt ca 21/* Bahnstundcn von hier entfernt und ist also die Bezeichnung „in der Nähe Frankfurts" Dewitz unberechtigt. _Der Israelit. ___ Auch haben sich die beiden JV*D '^P2, die Sie exemplifizieren, nicht an den Verein gewandt. Die beiden Herren resp. deren Anverwandte haben einige ö’bniÄ gefragt, doch hat die Mehrzahl der hiefigen Kollegen erst am selbst von den Kenntnis erhalten. Durchaus falsch ist die weitere Behauptung, wir hätten eine Zentralstelle zur Anmeldung aller und zur Verteilung der Mohlschaftenauch hier wäre eine Information ebenso leicht wie ordnungsmäßig gewesen. Es bleibt nun überhaupt die Frage, ob auch Mitglieder verpfl chtet find, an ^"'122? nach Orten zu gehen, in demn für die religiösen Bedürfnisse — abgesehen von der Verpflegung, auf die unsere in selbstlosester Weise fungie. enden Mitglieder niemals besonderen Wert legten — nur sehr mangelhaft oder garnicht gesogt ist. Nicht jeder bnitt ist befähigt auch als ^2 oder DplD bjD zu fungieren und es kann auch nicht zugemutet werden, daß der die ihm selbst obliegenden JTlXto vernachlässige, um als jrbtP für die dem rP“D Sj)2 obliegende N1LV zu fungieren. Zu den Hauptaufgaben unseres Vereins zählt die fachgemäße Ausbildung von 2^7112welchen Zweck wir auch in der kurzen Zeit unseres Bestehens möglichst zu erfüllen suchten. Da jedoch die meisten Kandidaten dem Lehrer- und Kantorenstand angebören, so dient dieser Nachwuchs wenig oder garnicht für die am vorhandenen Lücken, da die filSnp am L"'12V diese Angestellten nicht entbehren können- * e« Vorschlag auszubilden, die gegen Entgelt die N1LQ ausführen, haben wir früher bereits ad acta gelegt, da Elemente zu dieser Funktion gelangen würden, die nichts weniger als wünschenswert wären. Schließlich ist der Vergleich mit den n"*n absolut hinfällig Welche Fülle selbstloser Hingebung jeder unserer Kollegen m der Ausübung desN2'!2 filSCÖ betätigen n uß, entzieht sich dem Auge der Oeffentiichkeir. Daß aber große Bahn- und Wagrnfah t, zu jeder TageS- und Nachtzeit unter den Unbilden jeglicher Winter- oder Sommerwttierung, Geldopfer und Zeitverlust, letztere in großem Maße nicht ohne Opferwtlltgkeit gebracht werden können, wird jeder zugeben müssen. Wir rechnen dabei nicht, daß die Entfernung von Familie und Geschäft, auch nicht zu den Annehmlichkeiten unserer Funktionen gehören. Es würde uns sehr freuen, wenn diese Kontroversen dazu führen würden, recht viele gewandte, für begeisterte jüngere Leute uns als Schüler zuzuvenen. Wir erwarten aber auch, daß Ihr Korrespondent sich für seine unberechtigte Kritik angemessen entschuldigt. Mit Hochachtung Der Vorstand der Chebrath Mohalim Zuntz, Posen, Bondi. Hamburg, 10. Oktober 1909. Löbl. Redaktion! Zur Klärung der in Ihrer jüngsten Nummer angeregten Frage betr. der Sicherung von dürfte vielleicht eine Mitteilung über die einschlagenden Verhältnisse in Hamburg beitragen. Gleich Frankfurt a. M. gibt es hier 71 "2 eine ganze Anzahl von die stch ihrem Ehrenamt 21? ^>22 2221 htngeben, trotz öf erer erheblich r Störungen in ihrem Berufedies umsomehr, als von hier aus ein sehr großer Bezirk versorgt wird, woselbst meistens nur einzelne Familien wohnen und große Schwierigkeiten betr. Essen rc. zu überwinden sind. Dennoch ist es in den letzten Iah en n"2 «i e vorgekommen, daß von der Umgegend ein Vater vergebens am ''l 7)2V rinen. ^ni!2 verlangte, stets waren einer oder mehrere bereit, trotz der vielen Unbequemlichkeiten, die 7112t!2 7DJ2J2 erfüllen zu helfen. DicseS Jahr wurde nun hier ebenfalls ein Iwch einem weit entlegenen mehr zum Berltne,. Rayon gehörig-r Ort gi sucht. Es war aber nicht einem ^TJlÖ Möglich, den Wunsch zu erfüllen. Der Grund war nun weniger die Unbequem» lick keiten und Störungen des U " 1' N N!2, sondern eS lag d ran, daß die L'TNIÜ, welche alle Geschäftsleute sind, außer den Feiertagen auch den ganzen fc'-y 2“1J? und auch ‘’KSCltt «och ihrem Beruf entzogen worden wären, und daS ist nicht jedem möglich, so gerne tonst die 2'2N1v bereit sind, um deS N1L!2 halber Opfer zu bringen. (Am fnSCl? 'LVV war eme nb'HS JT22 mehr in der näberen Umgebung, welche auch zur Zeit a sgcführt wurde.) Daß es sehr erwünscht wäre, wenn niemals eine durch Verhinderung der aufgeschoben werden brauchte, ist selbstverständlich, ov aber die angegebenen Mittel die richtigen zur Erreichung des Zweckes wären, mag doch bezweifele werden. Zunächst kann fich dock, niemand im Voraus auf Jahre hinaus binden, bestimmt immer außer dem Wohnort alles annehmen zu wollen, was vorkommt, daß wenn mehrere 2^N1!2 ln einem Ort find, wie in Frankfurt und Hambuig, diese in Erfüllung der auswärtigen abwechscln, wi d doch schon jetzt der Fall sein. Sollte aber der Einsender der Metnm g sein, dcß gesucht «erdcn sollen, welche gegen ent- 14. Oktober 1909 sprechendes Entgelt dte betr. ,1^2 vollziehen, so dürfte gerade nach den hier bereitin früheren Jahren und auch jetzt noch gemachten Erfahrungen entschieden davon abzm aten sein) die Gefahr liegt zu nahe, daß auch an Kindern die vollzogen wird, bei denen *T2£Ö solches nicht statthaft ist! Es hat fich ferner evident gezeigt, baß-durch die in letzten Jahren beliebt gewordene Ausbildung der Q'Jtn und Lehrer zu Q^niD die Schwierigkeiten erwachsen find, am fi2ü ein.« Sniö zu erlangen, gerade an diesen Tagen find doch obige Herren am wenigsten abkömmlich. Das sicherste Mittel bleibt stets: Fortwährend junge Kräfte zur Ausübung der nb'ti heranziehen, auch heute noch ist 1J21?* X1? und finden sich sicher unter der Jugei ü noch genügend opferwillige welche bet der Heiligkeit der JT)5tJ2 ihre Bequemlichkeit und Gemütlichkeit. Damit wird der von dem geehrten Einsender gerügte Uebe stand von selbst verschwinden. Ein Mohel. vkieMasttn. Rabb. Dr. L. Die Rezension erscheint demnächst. G. <$. in A. Wir haben den unS zugesandten Betrag erhalten. Lch rev R. in I. ffin kurze Rezension wird demnächst erscheinen. I. B. H. in D. K. Es ist in der Tat sehr traurig, daß der Vorstand auf dem gemischten Chor, der in einem jüdischen Gotteshause eine Entweihung ist, besteht. Setzen Sie sich doch nochmals darüber mit Ihrem zuständigen Rabbiner in Verbindung. Er wird sich gewiß seiner Pflicht nicht entziehen, hier einzuschretten. I. G. in F. Erste Voraussetzung für die Ergreifung des Rabbinerberufes, ist gediegene talmuöische Vorbildung. Da Ihnen dtese, wie Sie schreiben, abgeht, so können wir Ihnen zu Ihrem Vorhaben nicht raten. Lehrer G. in L. Fragliche Berichte find uns nicht zugegangen. Kantor G. in R. Ist leider für uns unbrauchbar, UereiiKkalender. Verein Mekor-Ehajim, Schützenstraße 3: Samstag, den 15. Oktbr. 1909, nachmittags 3% Uhr ^Mtkro- Borttag' des Herrn Gustav Kaufmann. — Mittags 12 Uhr im Hörsaale dcr Synagoge Friedberger Anlage: Vorlesung dcs Herrn Professor A. Wehl auS „Sefer Schaufttm". Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung '2SC Dienstag, 19. Oktober 1909, abends 9 Uhr im Vereinslokale Langestraße 26 (ehemals Kaufm. Verein): Begrüßungsrede. Bortrag des Herrn Rabbiner Dr. H. K 0 t t e ck - Homburg aus Halevys Doroth Horischonim „ Oie vier Gefangenen". (Ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen Lehre.) Jüdische Frauenvereintgung. Mittwoch,den 20. Oktober, abends 81/* Uhr, im Beretnslokale des „Verein Mekor Chajim", Schützenstr. 3, Dr. Josef Breuer: „Die Losung des Judentums". lamiiiennachticdten. Geburten: Eine Tochter: Hugo Heß (Frenkel) Sternstr. — Leop. Flamm (Königshöfer) Kitzingen.— Maurice Krendel (Rothschild) Antwerpen. — Isidor Krank (Gottlieb) Mülheim (Ruhr). — Linen Sohn: Josef KönigShöfer (dielken) Breslau. Verlebte: Elle Stern, Manfred Bock, beide dahier. Selma Dorfzaun, Gottfried Levi, beide dahier. — Coline Eisenm ann, Hugo M. Lunzer. Antwerpen-London. Barmlai'U'roltf,eiea*n: Baruch David, Sobn v. Abr. Drenger, hier, Fischcrfcldstr. 8 in der Synagogder Israel. Gemeinde, Börneplatz. Sabbat - Anfang u. Ausgang OBT: Anfang Datn« Ausganp Uhr i Rin. 1909 | 5670 Uhr iMin. 16. 1. Nrmrkfrrrt *. M 5 — Oktbr. Cheschwan 6 15 Verli» .... — 5 53 München . . . — — 6 05 Strnßchnrg - 0 15 6 20 Stnttgart. . - 5 15 6 15 Pole» .... - 5 40 Stürnberg . . - — 6 05 Hamburg. . . — 6 03 Prag .... - — 5 40