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Der Israelit · 1909-09-23 · Heft 38 (23.9.1909) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 38 (23.9.1909)
Date
1909-09-23
Page
– (sequence 19)
Language
German
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23. September 1909. Der Israelit Seite 19. No. 38 gedankenschwerem Ernst ein in den Kreis der wieder hart bedrängten Familie. Mich ergriff ein Schauer, mein Herz erbebte, meine Seele erzitterte, die Erzähler dieser Begebenheit legten mir die Hände auf's Haupt und riefen zu mir: du kennst diese arme Familie, du wurzelst in derselben mit allen Fasern deiner Seele, mit allen Fühlfäden deines Herzens, es ist das Haus Israel, seine beiden Freunde sind wir. Mein Name ist Sabbath, sagte der eine- und ich heiße, sagte der andere, pnntr nattf, auch CilMn Dl' genannt. Ihr habt soeben verlesen gehört den Mahnruf des heiligen Propheten der Haphtorah -Diu» 7n unp*? 333; nivb n«">pi, den die Weisen so auslegen: 3:3; racrV ntnpi oniäsn ar nr'nnaü 7n vnpb n2V i? (n77^ 7n 7L ran tnpn) „Den niv nenne eine Seelenwonne, er bringt die allwöchentliche Erhebung aus dem Staube, den Versöhnungstag nenne den hochgeehrten, Gott geheiligten, er bringt Balsam für die Herzenswunden, Linderung jeglicher Seelenpein und Besserung von Gewissensqualen". Wohlan denn in unserem Namen, die wir heute wieder einmal beide zugleich euere Gäste sind, rufe zu der versammelten Gemeinde Gottes: linvn, ihr sollt rein werden. Rein sollt Ihr werden durch die Lehren, die Euch die beiden treuen Freunde eindringlichst ans Herz legen. Dem n2tr, als dem älteren, gebührt das Vorrecht, möge er seine Lehre, die so alt ist wie die Weltschöpfung, zuerst verkünden. rat? nennt sich auch rv«, Zeichen. Das Wort unseres Gottes lautet: '2 novn 'nnntr n« *7« 'n '3« a nyn1? dd'3'di «in ni« (3"' «7/l? mop) DDonpo „Jedoch meine Sabbathe sollt ihr beobachten, denn ein Zeichen ist er zwischen mir und euch für eure Geschlechter zur Erkenntnis dessen, daß ich, der Ewige, euch heilige.77 Sabbath soll uns ein Zeichen, ein Sinnbild sein, zu welch' hehrem Ziele, zu welch' heiliger Bestimmung wir berufen sind. Gott ähnlich sollen wir in unserer kleinen Welt wirken, schöpferisch sollen wir uns erweisen, sollen das 17121 inn, die Vermischung und Verwirrung, die Vermischung des Wahren mit dem Falschen, des Rechten mit dem Unrechten, des Guten mit dem Bösen bannen, sollen die flutenden Strömungen der Leidenschaften eng eindämmen, um festen, urbaren Boden zu gewinnen, in den wir die edle Saat der Tugend streuen und auf welchem wir die herrlichen Pflanzen der Menschenliebe pflegen und warten und zu fruchtbaren Bäumen emporfördern sollen. Die Sonne des Glaubens sollen wir einsetzen in den Himmel unseres Lebens, die religiösen Ideen sollen uns als Sterne leuchten und unseren Erdengang erhellen. Reges geistiges Leben sollen wir rings um uns schaffen, Menschen veredeln, ihnen, den Erdgeborenen, den Odem des geistigen Lebens einhauchen und das Siegel der Gottesebenbildlichkeit aufdrücken — D'p*?«D on"m nioViy axi\ Dazu gibt uns Gott sechs Lcbensphasen, sechs Jahrzehnte, rüstig zu schaffen und zu wirken, gleichsam sechs Schöpfungstage, und am Abende unserer, in schöpferischer Tätigkeit vollendeten Lebenslage sollen wir schauen, daß das Ganze unserer Tätigkeit gut sei, damit die siebente unserer Lebensperioden, das Alter, gesegnet und geheiligt sei. Also ist der Sabbath ein Zeichen und Sinnbild unserer Bestimmungals solches verleiht er uns inneres Selbstgefühl, innere Selbstwürde und keine äußere Macht und kein noch so furchtbares äußeres Mißgeschick ist im Stande, unsere innere Selbstachtung zu erschüttern. Als solches eignet er sich wohl zur Zerstreuung der Vorurteile, die gegen uns heraufbeschworen werden, und zur Darlegung unseres Gottesbekenntnisses vor den Augen der ganzen Welt. Fürwahr, meine geehrten Freunde, die Feier des Sabbath, die Heiligung dieses Tages ist die unzweideutigste Darlegung unseres Glaubensbekenntnisses Wir glauben nicht an einen Nationalgott, sondern an einen Gott des Weltalls, lp«l D'QV rüD. Wir scheuen nicht die Arbeit, denn der Gott des Weltalls hat uns zu schöpferischer Tätigkeit be- Ankündigung. Infolge der Aufforderung im „Eingesandt77 in Nr. 7 unseres Blattes wurden wir durch die Opferwilligkeit eines anonymen Spenders in die Lage versetzt, den ».Jüdischen Uolksseennd" versuchsweise doppellZfo häufig als jbisher erscheinen zu lassen. Diese neue Beilage des „Iüdis chen B 0 l ksfreundes77 soll wissenschaftlichen Zwecken dienen. Sie wird zur einen Hälfte REgionsvorschrifterr, zur andern Hälfte Geegese enthalten. Sie wird betitelt sein: „Kbliothek des jüdischen Uolksfreundes". Zur Bequemlichkeit der Leser wird die Beilage in Buchform gedruckt werden,um sie sammeln und später binden lassen zu können. Um das Unternehmen für die Dauer zu sichern, müssen wir aus die „SibliolheK des jüdischen Uolksfreundes" vom 1. Jirnrmr? 1910 ab ein besonderes Abonnement eröffnen, das auf den geringen Preis von Einer Mark für das Jahr bemessen ist. Jede Lieferung stellt sich also auf noch nicht 9 Pfennig. In den Monaten Oktober, November und Dezember des lausenden Jahres erhalten die Leser des „Israelit77 die in diesen drei Monaten erscheinenden Nummern der „Dibliothelr -es jüdischen Usllrssrermdes" gratis. Es werden zunächst die beiden Arbeiten erscheinen : „Der denkende Jude" und „Die Sprüche Salomas". Freunde der Verbreitung jüdischer Wissensch ast und Schaffung billiger jüdischer Hausbibliotheken mögen zur Unterstützung dieses Unternehmens durch recht zahlreiches Abonnement beitragen. Vereine und Verbünde mögen ihre Mitglieder auf die „DibüstheK des jüdischen Uolksfreundes" Hinweisen. Man abonniert auf die „Ditürsthek -es jüdischen Uolksfreundes" beim „Uerlag de» „Israelit", Frankfitrt a. p., Harrsahairs, zum Preis von Mk. 1 pro Jahr für zwölf Lieferungen. rufen und sein Gebot lautet: I12pn D'D' nrtP "[ns«1?» bo n'Bfjn „sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk vollbringen." Wir hängen nicht an dem Materiellen, denn wir machen uns von diesem frei und pflegen die Ideale des Lebens. Wir bekennen nicht nur mit den Lippen in« 7n 13'n?« 7n, die Heiligung des Sabbath ist, wie unsere Weisen lehren, n't^yo n«nin, das Bekenntnis durch die Tat, das wichtigste, unerläßlichste Bekenntnis, daß wir an den wahren Gott glauben, der an jenem Tage, «inn Dia, am Tage der Erlösung der Menschen von Wahn und Vorurteil, der Einzige und dessen Name der Einzige sein wird. Und Ihr, meine geliebten Brüder und Schwestern, entweihet, verletzet die Heiligkeit des Sabbath, wenn er nicht in Begleitung seines erhabenen Genossen, des pnat? nstr, kommt, Ihr entziehet Euch dem treuen Freunde, den Ihr mit offenen Armen solltet empfangen? Ihr saget, wir kennen die Treue dieses Freundes, wir kennen die Heiligkeit und Wichtigkeit des Sabbath, aber wir können nicht jede Woche einen Tag rastenwir können bei den gegenwärtigen Zeitverhältnissen nicht auch jeden Sabbath die Arbeit aus den Händen legen. Ihr kennet und könnt nicht? Ihr kennet die Heiligkeit und könnet Euch nicht heiligen? So hört denn, was der andere hohe Gast, der pinnt? ri2V, heute lehrt. Ihr könnet Euch wohl heiligen, denn Ihr besitzet die Kraft, Euere Sinnlichkeit zu beherrschen. Seid Ihr nicht heute die Herren Euerer sinnlichen Triebe? Ihr kasteiet Eueren Leib, verzichtet auf jeden leiblichen Genuß, bannet jegliche Leidenschaft aus Euerem Herzen und richtet Euren Geist ungeteilt auf das Göttliche. Ihr stehet hier im Hause Gottes, als fehlte Euch jede Empfänglichkeit für alles, was draußen vorgeht, für alle äußeren Verlockungen, als wäret Ihr höhere Wesen. Dies könnt Ihr, weil es Euch heute nicht mangelt an Selbstbeherrschung. Ihr besitzet aber immer die Heldenkraft, allen Verlockungen der Sünde widerstehen zu können, wenn Ihr Euch selbst beherrschen, Euch heiligen wollet. Durch den heutigen Tag sollt Ihr an Euch selbst erfahren, was Ihr könnt, wenn Ihr ernst wollet. Ihr könnt dann nur Euch nicht heiligen, wenn Ihr nicht befolget das Wort Gottes DDTy '">n«i 0D231? 'in« ninn «Si „späht nicht aus nach den Gelüsten Eueres Herzens und nach der Lüsternheit eueres Auges. Diesen nnajn ’nDiD'nn „beiden Vermittlern der Sünde", dem Gelüsten des Herzens und der Lüsternheit des Auges, folget Ihr. n«n pyn nvin 2>n, was das Auge sieht, danach verlangt das Herz, verlangt danach mit aller heißen Gier. Was äußerlich glänzt, mit seinem Schimmer das Auge besticht, das bildet den Brennpunkt alles Würstchens und Strebens. Das zu besitzen, was das Auge bei Anderen sieht, Niemandem nachzustehen an äußerem Prunk, das Haus anzufüllen mit kostbaren Hölzern, mit unnützen zerbrechlichen Gerätschaften, den Leib zu behängen mit teueren, bunten Gewändern, mit auserlesenem funkelndem Geschmeide, daran setzt der jetzige Mensch alle feine Kraft, dafür setzt er sein Teuerstes und Heiligstes ein, dafür rinnt chm der Schweiß heiß von der Stirne, dafür quält er feinen Leib und seinen Geist. Ja selbst seinen Geist spannt er an zum Sklavendienste der Alles beherrschenden Eitelkeit. Dieser sind gewidmet und tributpflichtig alle Erfindungen und Entdeckungen der Kunst und Wissenschaft, auf die unsere Zeit so stolz ist. Nach außen hin hat der Mensch den Schwerpunkt seines ganzen Seins verlegt. Innere Beruhigung, innere Befriedigung, innere Beseligung, die kennt der Mensch der Jetztzeit gar nicht. Innere Freuden des Gemütes, innere Genüsse der Seele, innere Schätze des Herzens, innere Vorzüge des Geistes, sie haben keinen Wert mehr, well sie eben Inneres und innerlich sind, weil sie äußerlich nicht glänzen, weil man mit ihnen nicht prunken kann. Wie sollte aber ajiwa&iiivjij.

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