Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 34 (26.8.1909)
- Date
- 1909-08-26
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Sette 9. Nr. 34 36. August 1909. der jüdische Hotelier für kleinere und weniger komfortable Zimmer weit höhere Preise anfetzte als ein christliches Hotel. Das habe ich allerdings auch oft b.-stätigt gefunden. Desgleichen hatte der jüdische Restaurateur -fich nicht für rituell speisende Gäste in würdiger und ausreichender Form vorbereitet. Woher aber kommt es nun, daß heute, wo ohne Uebertretbung fünfz'gmal. mehr Juden unterwegs find, als vor Jahrzehnten, weder ein jüdischer Restaurateur, noch Hotelier auf einen grünen Zweig kommen kann, obgleich es noch Juden genug gibt, die, abgesehen von religiösen Erwägungen jüdische Hotels aussuch en müßten; nur, weil sie sich da wohler fühlen könnten als in ntchtjüdischen Gasthöfen wo es zuweilen offenbare antisemitische Abneigungen gibt? Auch dafür gibt es eine Erklärung, die der Begründung Wetter gar nicht bedarf, weil fie in jedem Badeort, in jeder Sommerfrische, an jedem Geschäftszentrum, in jeder Großstadt täglich beobachtet, daher auch nachgeprüst werden kann. Also: viele, vielleicht alle, bis auf eine nicht mebr in Betracht kommende Minorität, beispielsweise von Zionisten, die sonst für alles Nationale schwärmen — in der außerpalästinensischen Praxis suchen fie weder jüdische Hotels noch jüdische Restaurants auf meiden sie vielmehr aus Prinzip. Das kam mir, der ich sonst an den für ihr Volk theoretisch schwärmenden Leuten immer etwas zu bewundern fand, höchst sonderbar vor. Ich war nämlich der, allerdings etwas sehr naiven Ansicht, daß junge und alle Leute, die für die physische, moralische und nationale Renaissance der Juden so schwärmen, denn doch eigen.lich mit gutem Beispiele vorangehen und vor allen Dingen ihren Glaubensgenossen ihr Geld zutragen sollten. Wohin ich aber auch in Sommerfrischen und Bädern oder auf Geschäftsreisen gekommen bin, bin ich so gut wie gar nicht in jüdischen Lokalen auf Zionisten gestoßen. Und ihre Frauen und Kinder effen m allen Bädern und Sommerfrischen und wohnen, sofern fie nicht von Hause au? an Kaschrus gewöhnt find, zumeist in ntcht- Mischen Lokalen. Dann ist es noch eine andere jüdische starke Vereinigung, die sich die Hebung ves Judentums und seine S ärkung zur Lebensaufgabe macht. Das sind die Benei- Bertß-Logen. Auch hier ganz genau dasselbe Bild! Kommentare mögen sich die Leser selber bilden. So von aller Welt verlaßen und nur auf die Minorität bewußt orthodoxer Judenangewiesen, kann ja der Von aller Welt übersehene und meist nur geschrrähte jüdische Restaurateur und Hotelier keine Kapitalanlagen Der JSraeltt. i in sein Unternehmen stecken. Tr gleicht ja einem Lottrrtespieler, der auf Nieten im BorauS gefa t sein muß. Also bleibt die Schlußfolgerung: so lange nur ein winziger Bruchteil Juden fich beS jüdischen Gastwirts bedient, hat die Majori ät kein Recht, wenn fie zufällig einmal fich zu ihm verirrt, ihn zu verleumden. ^Sinke h x" und Einsicht — und Nachsicht auf beiden Seiten — und beide Teile werden ihre Rechnung finden und das Judentum sowohl moralisch-religiös wie auch finanziell erstarken. Und unsere verehrten zionistischen Brüder und die von den Benei-Beriß-Logen sollten fich nur erst einmal bet einem Badeaufenthalt für nur ei« Jahr verpflichten, nur jüdische Hotels und jüdische Restaurationen aufzusuchen und wir würden bald die herrlichsten Hotels mit allen jüdischen Einrichtungen bekommen, die selbst den größten Nörgler befriedigen müßten. Und welche Dividenden würde das für die Aktionäre abwerfen! Briefkasten. Tr M. Wir können Ihre Ansicht, daß der Roman den Klaffenhaß schüre, in keiner Weise tetlm. Man mag über den künstlerischen Wert der ewas konstruierten Gestalten des Romans verschieden denken, die Tendenz des Erzählung ist jedoch zweifellos eine durchaus sympathische. A. W. in M. Um die Frage zu beantworten, müßte man die dortigen Gebräuche bet Vergebung der fTtäflD kennen. Der bloße Verdacht, den Sie erwähnen, genügt keinesfalls, um jemand von dem Recht auf TBBÖ auszuschließen. Im übrigen hängt in solchen Dingen alles vom DIpfcH JPOÖ ab. Uerdnskalender. Verein Mekor-Chajim, Schützenstraße 3: Samstag, den 28. August 1909, Mittags 4*|* Uhr „Mtkro- Bortrag' des Herrn Willy Hofmann. Tamillennacbrlcftten. Oeburten: Einen Sohn: Selig Schwarzschild (Rosenberg) New-Uork.—J.W o r m s e r (Oppenheim) Amsterdam. Verlobte Getto S trau ß, Karl Rosenthal. Bd. Schwalbach-Mannheim-Frankfurt a. M. — Regine Steinberger, Siegmund Plattschek, Budapest. Vermahlte: Max Lion, Eva geb. Zimmer' - Fürth i. B. — Ludwig Grvdel, Jenny ged. Hamburger» ~\ beide dahier. — Carl Goldschmidt, Minna geb. JwienSkv 'i Berlin-Frankfurt a. M. I Barmiewobfeiern: Emil, Sohn von Isidor Dreh fuß, Freiburg i. B. — Benno, Sohn von Lehrer A. Gut mann, Altenschönbach. « Sabbat - Anfang u. Ausgang OKI: Anfang Datmn Ausgcw MrlMin. 1900 SSV» UbrlMin. 28. 11. Elul gsraakfurt 5 M. 6 40 Aug. 8 05 Berli« .... — — 7 51 MSuche» . . . 6 45 7 45 Gtraßchurg . 6 30 8 — Stuttgart. . . 6 45 7 55 Pole» ... — — 7 39 SLSrukerg . . — — 7 49 Hamburg. . . — - 8 15 Prag .... — — 7 37 Für de» Reklameutetl ist die Redaktion nicht verantwortlich r insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltene« Empfehlungen ritueller Ware« oder sonsttse »«gaben religionsgesetzlichen Charakters ans ihre Znverläsfigkett z« prüfe». Abfahrt per Eonderzug und Extraschiff von Budapest am 21. Oktober 1909. Reisedauer 21 Tage. Srreng rituelle Verpflegung. Mit Programmen und näheren Auskünften dient bereitwilligst die Uagarische Reifennteruehmang A.-«., Budapest, VIR. Grzfebetkörnt Rr. IS. Anmeldungen werden bis 20. September 1909 angenommen. Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Firma W. Drugultu, Leipzig, betr. Libanon-Psalmen von Rabbiner Joses Nobel bei, worauf wir unsere w. Leser hierdurch aufmerk« sam machen möchten. 1 . | J 1 5 i;3 1 /*4 Vir Im Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich: Insbesondere Ist es anssehllsssIlchS^chs der Leser, Ms ln Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihre Zn /srlAssigkeit zu prüfen. Spezial-Atelier!. Scheitel u. Perrücken Friedrich Schiefer, Frankfurt a. M., Königstr. 87 Scheitel von Mkio.— an — Perrücken von Mk. 30.— an bis zu den feinsten Pariser Modellen. (18371 'W'D Weifzweiu (12000 eigne- Wachstum, per Liter Sv, 70 u. 80 Pfg. Nachnahme oder Referenzen. Fäffer von 20 Ltr. an leihweise. Station angeben. Simon Löb, Edenkoben Rheinpf. JM'MT schon heute ip Grimma Knaben, die die hies. JSr. Realschule (Beg. d. Schuljahres 6. 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