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Der Israelit · 1909-07-29 · Heft 30 (29.7.1909) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 30 (29.7.1909)
Date
1909-07-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1-0» ischen Proauch tngen ungszehaltugeu Zurück iffent ihren, Leute Biele itzland tanzen n da taaten n Geihnen eu zu welche :r den : mns; ch Be a gibt >r, dee Leind zu > nun, :rwar n bar hätten >l auf n, die Ellis Aber r find besten zieni iß wir tu ein en ist , bie 'inmal Gepäcl i fort nt der Raume ie ver r nur tnand, it zu r noch I vom . Juli :rikas. Juli td wer ' Eine [Tb sie , über Tee, f bald im me, ttqen- 2». IM 1909 schäften den Maßstab für die Bewertung des Einwanderers bilden müßten. Der Uebereifer des Einwandererkomissars grenzt schon in der Tat an Willkür und eine solche wird, wie wir hoffen, die liberale amerikanische Regierung für die Dauer nicht dulden. ver Tterfdiufe unä die flnfifemifen. Die junge Freiheit' hat auch in Finland sonderbare Blüten gezeitigt. Und daß diese liebevoll gehegt und gepflegt werden, auf daß sie immer üppiger ins Kraut schießen, dafür sorgt die bekannte finische Frauenrechtlerin Frökon von Konow. Sie hat sich bei den Antisemiten aller Welt und, wie sie meint, auch bei den Schlachttieren ihres engern Vaterlandes die Verdienstkrone erworben — durch ihre wilde Agitation gegen das Schächten. Das Schächterverbot in Finland ist ihr Werk, dessen sie sich öffentlich stolz rühmt Auch sei es ihr gelungen, der Regierung in Petersburg, die im Prinzipe dem Schlachten mancher Art gewiß nicht abgeneigt ist, .... für ihre tierfreundlichen Pläne zu" gewinnen. Aber all dieses befriedigt die unternehmende Weltdame noch nicht recht. So etwas wie eine internationale Aktion zu Gunsten ihrer Wahnideen ist es, wonach der Antisemitin Sinn gerichtet ist Und so kam sie auf ihrer Weltreise nach London, wo ihr der gerade tagende internationale Kongreß der Tierfeunde gastfreundlich die Tore öffnete und ihr Gelegenheit bot, in einem zweistündigen Vortrag ein weiteres Publikum mit ihren antisemitischen Anschauungen bekannt zu machen. Dem Vorstand des Kongreffes muß man dafür aufrichtigen Dank zollen. Denn besser kann man der gerechten Sacke des Schächtens nicht dienen, als durch die Schaffung einer Gelegenheit, die Weisheit der antisemitischen Schachtgegner von der Art einer Fröken von Konow kennen zu lernen. Daran mag die Kongreßleitung vielleicht nicht gedacht haben. Aber daß bei der Diskussion auch von nicht jüdischen Fachgelehrten alle schächtfeindlichen Argumente der Pseudo - Tierfreunde aä absnränm geführt und besonders die vagen Ausführungen der Referentin als das, was sie in der Tat waren, als ein Sammelsurium unsachlicher und ungerechtfertigter Angriffe bezeichnet werden konnten, daß auch endlich eine Resolution gefaßt worden ist, die das Schächten überhaupt nicht zu berühren wagt, dies alles ist doch das ungewollte Verdienst der Kongreßleitung. rc^n Der Israelit. Julius fiirscb Man glaubte es nicht, konnte, wollte es nicht glauben, als am Mittwoch, den 21. Juli, in aller Frühe die Kunde vom Ableben des Herrn Julius Hirsch durch die Stadt ging. Man konnte es kaum faffen, daß der Mann, den man noch vor einigen Tagen gesehen, gesprochen, in dem man eben erst wie immer das geistige rilvl V2K bv UpVi, das Konterfei seines großen Vaters noch bewundert hatte, gegangen sein sollte. Nun aber war es leider wahr, stand es als erschütternde Tatsache da. Auch ihn, der uns und allen so lieb und wert war, hat der unerbittliche Tod dahingerafft. Da w-irden LMM. yv wir so recht dessen inne, was er uns gewesen, was er uns durch seine Lehre und sein Leben gegeben hat. Lehre und Leben. Ja, seine Lehre, deren sich seine zahlreiche Zuhörerschaft regelmäßig erfreuen durfte, war Leben, sie war keine graue Theorie, keine bloße Schul- und Bücherweisheit, sondern sie atmete frisches jüdisches Leben, so wie sein Leben eine Lehre war, eine Lehre für Tausende und Abertausende, welche Zeit und Umstände für ein vom Thorageiste getragenes tatenvolles Leben als nicht günstig erachten und bezeichnen. Und darin lag wohl der Schlüssel für die große Anziehungs- und Werbekraft, welche die Vorträge des Heimgegangenen in einer bilden eue an durcki Liebe/' ingelsibt der t Zion ur auf Willen [hegten mitten s. > auch c Beraumen l aufte die t jener iß et- ■n '2 elange iretchtk m 'rr ott zu s auf Sachti Wort lteselbe t, und .1512 j der muß. Recht und Liebe und der Aufbau Jerusalems — fie haben zum Untergründe das eine Wort: Gott wählt es, Gott will es! Aus den Worten '1v8p ’KÖ KIp’UÖl lesen wir wohl mit Fug und Recht auch die Frage heraus: Was bildet die Grundlage, “ip'tf, zu, den Rufen der D’IÖItt? auf D^Swil’ 711211? Und darauf folgt die Tür die späteste erhoffte Zeit geltende Antwort '2 jvaö 'n* Allein dkn Ztonsfreunden ruft die auf der Zionswarte bestellte Wache zu: '128p '8!2 Klp'VQI. Fehlt die Grundlage — "ip'j? — allen jüdischen Fühlens, Denkens und Handelns nicht? Haben alle die Rettung und Hebung von 2^15.1 15'N8 bezweckenden Unternehmungen, ob sie fich nun natwnal oder lumanttär nennen, haben sie zum Ausgangspunkte den festen Glauben an die Erwählung Zions durch Gott und an die Sehnsucht des mit Israel im Golmh weilenden JTP3E7 nach ihrem Sitze in Zion? iS 21PlttS .118 Gott, ber .11171.1 )fl15/ hat st ine Lust an diesem Sitze. Sind die Mittel und Wege der Ztonsstretter derart, daß der 1117171 |7115 seine Lust an ihnen haben kann? DaS Leben in Zion und mit Zstn muß seinen An sang nehmen, bevor wir nach Zion gelangen. DteZtonsidee ist keine in der Luft schwebende Poesie,' sie har ihren heiligen historischen Boden nicht allein innerhalb der Grenzpfähle Palästinas, sondern im Geistes- und Tatenleben des jüdischen Volkes. Das Leben des Juden muß durch 711X121 ,11171 geregelt un in allen Forderungen und Kundgebungen bestimmt, davon Zeugnis geben: ‘iSl’’ VK1* Mann für Mann in Z:on und für ton geboren! min tft der Baum, P'X ist die Blüte. Nimmer darf die Blüte den Baum verleugnen. w unn Ski :d2S w,Sk 'n n* an^tan p82 ,iS nn nx'aw1 ipi pia** ir iS (3"D „O, ihr Mahner Gottes, ihr dürft euch selbst nrcht Ruhe gönnen! Und laffet t h m nicht Rast, bis er wteberhersteut, bis er zum Lobgesange der Erde macht — Jerusalem." Euch selbst muß der Gedanke an Jerusalem, den Gottessttz auf Erden, erfüllen. Euch selbst mabntzuetst und ohne Unterlaß. Nicht Kanaan allein und Morija und die Gottesstätte darauf ist's, was euch heiligt. Zur Heilig'eit des Raumes muß sich gesellen die Heili.keit der Zeit und des TunS. J-QV mahnt an den Schöpfer des Weltalls und an den Erlöser aus Mizrajtw, SdT D'IXÜ nK’irS* Die pSan mahnen den Zionssohn, daß der einzige Gott, in8 ',1/ der Befreier auS Knechtschaft, 'S ttHp, der Vollbringer der Kanaansverheißung, ^K'2' '2 *711, ihn schmücken will mit der priesterlichen Stirnbinde, und Arm und Haupt in seinen Dienst nimmt, in den Dienst des den ganzen Menschen umfaffenden Gottesgebotes pfoXQ Qg nVTl- — Und jede ,"72*12 und jede Danksagung uno jedes t?,ebot mit ihrem 2N1 und B'Sttn' 1*7521 und TTJfnm — alles ist Mahnung an Zion, Sclbstmahnung, die nicht zum Schweigen kommen darf D2S 'ö*7 Sk- Dann erst könnt ihr 2'*V2flD.*7 'n 718/ die Eotteswächter sein, die, das Erivsungswerk vorbereitend, zum Erbauer Zions emporrufen: „Hier find wir, die nimmer ruhenden ztonstreuen Bauleute." So wird Zion hergestellt und Jerusalem wird zum Lobgesangc auf Erden. No. 30 Sette 8 gewiß nicht avttu lernbegierigen Zeit auszuüben vermochten. Was er sprach und dozierte, war aus dem Eigenen und innerlich wie äußerlich Erlebten gegriffen, daher allezeit packend und überzeugend. Ein ni'Sna p'SD ns, verstand er seiner heiligsten Ueberzeugung Worte zu verleihen, denen nicht nur eine vorübergehend erhebende, sondern eine anhaltende, stärkende Wirkung innewohnte. Wie einst der, dieweil er sv war, also aus eigener Erfahrung sprach, in erster Reihe berufen war, das vertrauensarme Volk zu beschwichtigen, so konnte auch er, der Kaufmann, es uns am besten sagen und demonstrieren, wie man es machen muß, um als Mensch und Jude den hohen Anforderungen, die Judentum und moderne Kultur an uns stellen, zu entsprechen. Daher kam es eben, daß man sich zu seinen Vorlesungen förmlich drängte, daß sich zu vielen selbst christliche Zuhörer einfanden, daß sich einer derselben sogar durch einen Beitrag an den Verein das Recht zu erwerben suchte, der lebensvollen Belehrung des jüdischen Kaufmannes teilhaftig zu werden. Und so hatte er, der große Jesajas-Forscher, wohl unbewußt seinen Teil zur Realisierung dieses Propheten Wort beigetragen: *piKS 12S.II. Und Nun vom Lebensgange des Verstorbenen. Am 6. Niffan 1842 in Emden als vierter Sohn von Samson Raphael Hirsch S'ST geboren, war er von früher Jugend auf für den Kaufmannsstand bestimmt und einer prakttschen Ausbildung zugeführt, während er, wie die anderen Brüder, im Vaterhause das jüdische Wiffen frisch aus der Quelle schöpfen durste. Als Rabbiner Hirsch S'St nach Frankfurt übersiedelte, war der zweitjüngste Sohn Julius 10 Jahre alt, und des Vaters große Schöpfung, durch welche dieser die Jugend, die Zukunft, der jüdischen Sache sichern wollte, die Schule, kam auch dem ernsten und doch geistesregen Knaben zugute. Nachdem er einige Jahre das Gymnasium besucht hatte, trat er 1857 in die Israelitische Realschule ein, die er mit glänzendem Erfolge absolvierte, um sich dann an verschiedenen Plätzen in Frankfurt und Hamburg, für seine kaufmännische Laufbahn vorzubereiten. Nun begann des Lebens harte Schule für den Willensstärken und arbeitsfrvhen Mann. 1862 heiratete er, verlor aber schon nach kaum 8 Jahren seine teure Gatttn, die ihm sechs Kinder geschenkt hatte. Im Jahre 1871 verheiratete er sich zum zwettenmale mit der Tochter des Rabbiners Dr. Adler S"ST aus Lübeck, die ihm als würdige Gattin bis an sein Lebensende treu und liebevoll zur Seite stand. Um diese Zeit gab er auch seine frühere Tätigkeit auf und ging gänzlich zur Börse über. Hier genoß er ob seines lauteren Charakters, ob der Ihr Wächter auf der Mauer Jerusalems, rufet, rufet! wecket die Töne des Rechts, deS Erbarmens und vor allem — 8lp,#Ö — bte Töne der Pflichtentreue in der Brust Israels, daß fie htnetnklingen in das neue Zionslted! Sammlung um die Bundesfahne! Fester Anschluß an den Gotiesbund, desien oberstes Zeichen: £Hp 712BM Heiligung des Zettdenkmals der Welt und dann: Heiligung deS Denkmals, des ewigen Hanfes auf Morija! Das ist Ip'p, das ist die Losung! -i 1 * 1 i i i i ’t S / I i 3! 1 1 "i 3 'I euiUeton * ■I ■J (Nahruirgsmittelverfiilschungeri.) In der Frkf. Zeitung vom 17. Juli lesen wir: „Man kann nicht oft genug in der Oefsentlichkeit auf die zunehmende Berfälschung von Nahrungsmitteln aufmerksam machen. Denn nicht nur, daß durch sie Gefahren für di? sundheit der konsumierenden Bevölkerung entstehen, wird durch sie vor allem das kaufende Publikum fortwährend übervorteilt. Tenn das ist ja doch der Zweck der gewerbsmäßigen Nahrungsmittelverfäl schung, aus der verfälschten Ware größeren Gewinn zu ziehen, als es mit reeller Ware möglich wäre. Ungemein erleichtert wird das Geschäft der Nahrungsmittelfälscher durch die Tchwierigkert einer scharfen und allgemeinen Kontrolle. Selbst der Detaillist ist nicht in der Lage, die Waren, die er an das Publikum vertreibt, auf die Qualität zu prüfen. Er fa tu es mtffo weniger, als bei der raffinierten Ar! Weife, mit der heutzutage die Nahrungsiuiuei o.v & iiiÜft UäiHUilkäStiiiäiM ■ü

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