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Der Israelit · 1909-07-22 · Heft 29 (22.7.1909) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 29 (22.7.1909)
Date
1909-07-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sette 10 Rr. 29 Der Israelit. 22. Juli 1909. dem sie best eurer kürzlich m Galizien verstorbenen Tante 150000 Dollars erbten. Die in Radlow, Galizien, verstorbene Tante war vor mehreren Jahren zum Christentum übergetreten. Da sie jetzt kinderlos starb und keine christlichen Verwandten besitzt, werden die jüdischen und sehr religiösen Verwandten die für'fie nicht unbedeutende Erbschaft antreten. Oeieiarweren. Karlsruhe, 20. Juli. Der Bericht des „LanüesveretnS zur Erziehung israelitischer Waisen in Baden" pro 190* ist erschienen und gibt in Bezug auf die finanziellen Zustände deS Vereins ein recht befriedigendes Bild. Das bare Vermögen des Vereins ist auf 255 0 0 Di f. angewachsen, (ein Waisenhaus besitzt der Verein nicht). Die Mitglieder-Beiträge und Spenden betrugen im Berichtsjahre 1300) Mk. Der Verein ist nach dem Berichte bestrebt, „jedes israelitische Kind, dessen körperliche und geistige Entwickelung durch seine Notlage gefährdet wäre, zu unterstützen". In 1908 wurden 17 Kinder aus der Fürsorge entlasten, 19 neu ausgenommen, es verblieben darin 93 Kinder. Bon diesen sind 10 Kfnder bei geeigneten Familien unt rgebracht, 2 sind im LandeSsttst in Karlsruhe, die übrigen find bei ihren Eltern, Müttern bezw. Verwandten verblieben. — Ueber die Art der Fürsorge für diese Kinder schweigt der Bericht vollständig. Er gibt keinen Aufschluß darüber, welcher Art die Familien find, in denen die Kinder leben, auf welche Weise der Verein die Kontrolle auSübt über die körperliche und geistige und insbesondere auch über die religiöse Erziehung der Waisenkinder und welcher Art die Erfolge dieser Erziehung sind. ES ist anzuerkennen, daß der finanzielle Bericht jebeS Jahr klar und übersichtlich dargestellt wird, aber das kann nicht genügen. Die Waisen-Erziehung — der Hauptzweck deS Vereins — muß in den Jahresberichten ausführlich und nach allen Seiten erörtert werden, nur dann kann das Jntereste der Mitglieder wachgehalten werden. Der Sitz deS Vereins ist Bruchsal. Basel, 18. Juli. Im hiesigen „Schomre-Thora- Berein" wurde der ehemalige Schüler der Thora-Lehranstalt des Herrn Rabbiner Dr. Breuer, Frankfurt a. M., Herr cand. Phil. Simon Adler als Vereinslehrer gewählt. Personalien. Frankfurt a. M., 21. Juli. Eine' Trauerkundc geht durch unsere Stabt, die in allen Kreisen die schmerzlichsten Gefühle auSlüst. Herr Julius Hirsch ist heute im Alter von 67 Jahren plötzlich und unerwartet gestorben. Er war der letzte noch lebende Sohn von Samson Raphael Hirsch indessen galt die überaus große Verehrung, deren er sich überall erfreute, seinem eigenen inneren Werte, seinen herrlichen menschlichen Eigenschaften und seiner Bedeutung als hervorragender EDn Tö^fl* Doch noch hat sich baS Grab nicht über der irdischen Hülle des teueren ManneS geschloffen und unS fehlt im Momente des frischen Schmerzes das geeignete Wort, um unseren Gefühlen gebührend Ausdruck zu verleihen. VJB1? StDIÖ 17DV NVV2 1,100311 Wir behalten uns daher eine eingehende Würdigung des Verstorbenen für die nächste Nummer vor. Mosbach 1. Baden, 9. Juli. Bei der Geburtstagsfeier des Großherzogs wurde unserem verdienten Vorsteher, Herrn Nathan Rothschild, eine seltene Ehrung zu teil. Anläßlich seiner 40 jährigen Zugehörigkeit zur hiesigen Feuerwehr wurde ihm von dem Großherzog eine Ehrenmeoaille zuerkamtt, die ihm von Seiten deS hiesigen Gemeinderates in Anwesenheit der Beamten und der gesamten Feuerwehr Überreicht wurde. Am Nachmittage brachte die Kapelle der Feuerwehr dem Jubilar ein Ständchen und am Abend fand ein Festesten statt. Die ganze Feier, wie die Teilnahme der gesamten Bevölkerung legen Zeugnis von der Beliebtheit unseres Vorstandes ab, dem wir wünschen, baß er noch lange an der Spitze unserer Gemeinde stehen möge. Schwerfenz. 18. Juli. Am 12. d. M. verschied nach langem und schweren Leiden im 58. Lebensjahre Frau P. Katz. Durch diesen Tod ist in unserer Gemeinde wieder eine Lücke geschaffen worden, die schwer ausmfüllen sein wird. Als Gattin deS hochangesehenen Kaufmanns und Stadtverordneten Aron Katz, welcher, wiewohl er sehr von seinem Berufe in Anspruch genommen, immer noch Zeit findet, sich zu Gunsten der Institutionen unserer Gemeinde zu betätigen und sich auch vielen gemeinnützigen Aufgaben zu widmen, hat sie vielfach im Leben die Anregung zur Ausführung von Werken der Nächstenliebe gegeben und als ihre vornehme Aufgabe betrachtet, schwachen jüdischen Existenzen aufzuhelfen und sie zu erhalten. Selten hat eine Beerdigung eine solche Beteiligung gefunden, wie die dieser wackeren Frau. Der Leiche folgten, neben den Mitgliedern unserer Gemeinde, die Elite der hiesigen Bürgerschaft, zahlreiche Gutsbesitzer der Umgegend, Freunde und Verehrer der Familie von nah und fern. Diese ehrende Kundgebung für die Famllie ist der beste Beweis dafür, daß die praktische Betätigung des Judentums und die Erfüllung der von ihm an uns gestellten Anforderungen das geeignetste Mittel ist, um dem Antisemitismus und dem leider in unserer Provinz herrschenden Konfessions- und Ration litätenhaß Tür und Tor zu schließen. Allgemein aber hegt man hier den Wunsch, daß Herr Katz noch lange unserer Gemeinde, deren Leiter und würdiger Vertreter er nach außenhtn ist, erhalten bleiben möge. Zprecdsaal. kiMning. Indem ich im Laufe der bisherigen Verhandlungen in der von Herrn Max Szabolcst, Redakteur des Eghenlöseg in Budapest, gegen mich angestrengten Jnjurien-Anklage aus den mir vargelegten Atten die Ueberzeugung gewann, daß derselbe die auf ihn bezughabende Anmerkung zn meinem Aufsatze in Nummer 47, 1908, dieses Blattes in dem Sinne auffaßt, als hätte ich mit meinen Ausführungen doctselbst die Ansicht vertreten wollen, daß derselbe blos deswegen gegen die Orthodoxie kämpft, weil die Leitung derselben ihm einen gewissen nervus rerum verweigert habe, und diese seine Auffaffung aus den Worten: „halten wir es für unsere Pflicht, den Herrn Sz. daran zu erinnern, daß nur das Verweigern eines gewisten nervu8 rerum seitens der Orthodoxen daran schuld ist, daß er heute nicht für die „tolle Berbrecherbande" derj Orthodoxen kämpft," herleitet, während ich aber keinesfalls solches zu sagen beabsichtigte — so halte ich mich schon zur Wahrung meiner eigenen Reputation verpflichtet zu erklären, daß ich diese Worte keinesfalls in der derselben von Herrn Szabolcst betgelegten allgemeinen Bedeutung verstanden wissen wollte und erkläre eine solche Jnterpretation für eine Mißdeutung meiner Worte, die ich bedauere. Da ich durchaus nicht die Ansicht öffentlich vertreten wollte, daß sein elementarer Haß gegen alles, was orthodox, bloß in egoistischen Motiven wurzelt. Vielmehr erkläre ich, daß jene Worte — wie dies aus dem ganzen Zusammenhänge hervorgeht — nur auf die von mir im Namen des Herrn Gabel, Schuldirektor in Großwarbein, angeführte und von Herrn Szabolcsi bis dahin unwidersprochene Tatsache Bezug haben, wonach er im Jahre 1884 seine publizistischen Dienste der Orthoxte angeboren hat. Einzig und allein hierauf beziehen sick die von Herrn Sz. inkriminierten Worte, da ich jedenfalls der Ansicht bin, daß Herr Sz. im Falle, daß die orthodoxe Leitung im Jahre 1884 seine angebotenen Dienste angenommen hätte, gewiß nicht in die Lage gekommen wäre, sich den orthodoxen Kreisen so sehr zu entfernen, daß er heute ihr geschworenster Feind ist. Noch erkläre ich, daß ich mit diesen Worten durchaus nicht die Absicht habe, den Gang des sich in Schwebe befindlichen Prozesses zu hemmen, sondern denselben bloß lokalisieren, daraus beschränken will, was ich in Wirklichkeit behaupten wollte, daß nämlich Herr SzabolcSi im Jahre 1864 seine Dienste der Orthodoxie angeboren habe, heute aber die Orthoxte als Ausbund alles Schlechten darzustellen sich bemüht. Resümieren wir: Die von Herrn Sz. mir zur Last gelegte Behauptung, als hätte ich mit erwähnter Note sagen wollen, daß er bloß aus egoistischen Motiven gegen die Orthodoxie kämpft, erkläre ich für eine Mißdeutung meiner Worte, die ich vedaure, — die Beweisführung dafür aber, baß er i. 1.1884 seine Dienste der Orthodoxie angeboren habe, übernehme ich mit größtem Vergnügen! Und empfindet es Herr Sz. in der Tat als et vas — sagen wir Unästhetisches, daß er derselben Richtung, die er heute begeifert, i. 1.1884 seine publizistischen Dienste angeboren hat, so bietet sich ihm gegenwärtig eine äußerst willkommene Gelegenheit dafür, mich und mit mir auch andere, ihm geradeso unbequeme Männer an den Pranger zu stellen. Devavanja, den 16. Juli 1909. Rabbiner Ph Fischer. Uereinskalender. Verein Mekor-Chajim, Schützenstraße 2: Samstag, den 24. Juli 1909, nachmittags Uhr: „Mikro- Bortrag" des Herrn Siegfried Jetdel. Briefkasten. F. F. itt München. So leicht kommt in der Regel ein Jude zu diesem Amte in Preußen nicht. Einige Ausnahmen bestätigen diese Regel. Kantor Bl. in Sch. Wo es, wie in Ihrem Falle, von berufswegen ausgeübt wird, ja. Lehrer M. in Gr. Sie schreiben nicht, um was sür ein Jubiläum es stch handelt. 8. 8. in C. Wir halten es nicht für angebracht, auf die haltlosen Ausführungen der reaktionären Lokalblättchen zu reagieren. Besten Dank. Lehrer W. in H. Die vom Texte abweichende Dinfl @tette beruht auf einer alten Ueberlieferung, die die Schriftstelle im Sinne des deutet. JamlljcHnacbrfcftren. Geburten: Einen Sohn. Bez -Rabb. Dr. M. Frank furter (Page!) Daruvar. Verlobte: Emilie Strupp, Simon v. Coevorden, Mittelsinn-Amsterdam. Verstorbene: Julius Hirsch, hier. 67 Jahre. Sabbat - Anfang u. Ausgang ORT: An sang Datum AuSgcw^ Uhr Min. 1909 5669 UhrlMi». 24. 6. Ab Frankfurt a. M 7 40 Juli 9 15 Berlin ... — — 9 0« München . . 7 15 8 48 Strahbnrg . 7 15 9 0 . Stuttgart. . 7 15 9 01 Baien . . . — — 9 05 Nürnberg ~ - 8 54 Hamburg ■ - 9 39 Brag ... - — 9 — >111 '=| Landeshuter |==l| Leinen- und Gebild-Weberei F. V. Grünfeld KGnigl., Qrossherzogl. o. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W., LifyiigirttraiSl 21-2. Grösste Aaswall aller Wäscheartikel für des HaaskcdarL iileitiim mm lisslattiiiti. Preisliste mit Ahhlldonuen sowie Kosten' anseliliga zn Diensten. 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