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Der Israelit · 1909-07-08 · Heft 27 (8.7.1909) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 27 (8.7.1909)
Date
1909-07-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
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Sette 10. Nr. 27 Der Israelit. 8. IM 1909. dex -pin und n#-p eine Glätte zu bereiten. Ganz besonders hätte ihm die gedeihliche Entwicklung seines Rabbtner-SemtnarS am Herzen gelegen, wvrin er die Krönung seines Lebenswerkes gesehen hätte, wenngleich er auch für eine der wichtigsten Aufgaben eines nm die Erziehung der Heranwachsenden Jugend gesehen hätte. Dies bezeugte auch die Tatsache, daß seine Tätigkeit sowohl in Eisenstadt wie in Berlin mit der Errichtung von Schulen begonnen hätte. Der Redner hob zum Schluß noch zwei Punkte hervor, die oft zur Verkennung von Hildesheimers Charakter Anlaß gegeben haben: seine bei den verschiedensten Gelegenheiten geübte Wohltätigkeit war nicht, wie oft angenommen wi> d, ein hervorstechender Zug seines Charakters, sondern nur eine Betättgungsart seines ganz dem rilStth DVp geweihten Lebens. Zur Entkräftung der weit verbreiteten irrigen Auffassung von Hildesheimers „Toleranz" zittert Redner einige Stellen aus einer Broschüre Hildesheimers gegen Geiger und einen Passus aus seiner ersten Berliner Predigt, die diese Auffassung am besten widerlegen. Zu dieser Anschauung hätte vielleicht der „Fehler seiner Jugend" bei getragen, daß dem ty) *y\ nämlich an besonderer Menschenkenntnis mangelte, indem er bei der Reinheit seines Wollens keine „schlechten" und „guten", sondern nur „gute" und „bessere" Menschen kannte. Hamburg, 1. Juli. Mit Ablauf des Jahres 1908 vollendete der BereinzurGesundheitspslege schwacher israelitischer Kinder in Hamburg das 25. Jahr seines Bestehens. Bon einer festlichen Stiftungsfeier sah die Bereinsleitnng ab und beschränkte sich darauf, das Werden, Wirken und die Zukunstspläne des Vereins in einem erweiterten Jahresbericht gu schildern, der allen Freunden und Gönnern des Vereins überreicht wurde. Der Bericht gibt eine ausführliche Darstellung der Geschicke, denen das Hospitz vom Tage seiner Errichtung bis heute unterworfen war. Stattlich erhebt sich der Bau, der in seinen zweckentsprechenden Einrichtungen wohl als hygienischer Musterbau bezeichnet werden darf an der Chaussee der hainburgischen Ortschaft Duhnen bei Cuxhaven, ungefähr 2 Minuten vom Strande des Meeres entfernt. Hohe, helle, luftige Räume in einfacher, gefälliger Ausstattung, eine allen modernen, gesundheitlichen Anforderungen entsprechende Einrichtung, die wie das ganze Gebäude in ihrer Anlage auch auf die klimatischen Verhältnisse des Platzes Rücksicht nimmt, zeugen von dem noch allen Richtungen hin wohl durchdachten Plane des Baumeisters. Das Grundstück ist ungefähr 1 Hektar groß. Das Gebäude, neben welchem noch Spielplätze und Gartenanlagen sich befinden, enthält außer dein 1 Meter in den Erdboden hinabreichenden Sockelgeschoß mit Wirtschafts- und Borratsräumen, einer Badeanstalt und Dienstbotenräumen, ein Erd- und 2 Obergeschosse. In das Erdgeschoß gelangt man vom Haupteingang aus durch eine große holzgetäfelte und init Holzdecke ausgestattete Halle, welche ursprünglich zum Aufenthalt der Kinder bei schlechtem Wetter diente. Später wurde neben dem Gebäude eine besondere Halle für diesen Zweck und zum Spielen erbaut. Rechts von der Halle befindet sich der Speisesaal, welcher ca. 150 Personen Platz bietet und nach 3 Seiten freien Ausblick gewählt. Die geräumige, allseitig geschützte Veranda schließt sich dem Speisesaal an. Sie ist mit Schiebefenstern versehen und hat einen direkten Ausgang nach dem Garten. In Verbindung mit dem Speisesaal steht ein Anrichteraum, mit einer Aufzugsanlage nach den Küchenräumen iin Sockelgeschoß versehen. Der andere Flügel des Ergeschosses enthälteine Garderobe mit mehreren Waschtischen, Wohnung der Oberin, Arbeitszimmer, Arztzimmer, Betsaal usw. In den beiden Obergeschossen sind je 2 Schlafsäle, ein größeres Einzelzimmer für Krankheitsfälle und ein Badezimmer untergebracht, das erste Obergeschoß für Mädchen, das zweite für Knaben bestimmt, zusammen für mindestens 150 Kinder. Leder Schlaffaal hat an drei Seiten Fenster und einen oder mehrere Balkons, so daß in ausreichender Weise für Luft und Licht gesorgt ist. Neben jedem Schlassaal befindet sich ein Zimmer für eine Aufsichtsperson, die von hier aus einen Ueberblick über den ganzen Saal hat. Unmittelbar an die Schlafsäle schließt sich je ein besonderer Waschraum an, in welchem freistehende Reihenwaschtische neuesten Systems mit Wasseranschluß für jedes Becken sich befinden, und welcher durch Kachelbckleidung der Wände und Plattenbelag des Fußbooens die peinlichste Sauberkeit ermöglicht. Die Wasserversorgung erfolgte bisher durch einen Tiefbrunnen, aus welchem das Wasser durch maschinelle Anlagen zu den Hochreservoirs gehoben wurde. Im verflossenen Jahre hat nun die Gemeinde Duhnen eine Wasser- und Sielleitung erbaut, welcher das Hospiz angeschloffen wurde. Die durch diesen Anschluß erwachsende dauernde Mehrbelastung wird reichlich aufgewogen durch die Schaffung vortrefflichen Trinkwassers und durch die sanitären Vorteile, welche die Sielleitung bietet. Denjenigen Kindern, denen das Baden in der See von ärztlicher Seite untersagt ist, werden in der im Hause befindlichen Badeanstalt warme Bäder verabreicht. Wer einmal das israelitische Seehospiz betreten und die inuntere Schar der Kinder beim Spiel oder Essen beobachtet hat, sie zum Strande hat ziehen sehen und sein Auge über die Watten oderdie unendliche Meeresfläche der Nordsee hat schweifen lassen, wird sich eines tiefgehenden Eindrucks nicht erwehren können. Der Blick ruht hier auf ei,rer der belebtesten Fahrstraßen, die tausende unserer ärmsten Glaubensbrüder auf der Suche nach einer neuen, besseren Heimat in England, Nord-Amerika, Argentinien oder Süd- Afrika passieren. Derselben jüdischen Hilfsbereitschaft, die sich täglich an unser., heimatlosen Brüdern bewährt, verdankt auch das Hospiz sein Entstehen: ein jüdisches Haus, auf dessen Zinne der Mögen Dovid weithin sichtbar ist, ein Wahrzeichen des jüdischen Geistes,, das diesem Hause innewohnt. .— Personalien. Marktbreit a. M., 4. Juli. Im Kreise ihrer Familie und Freunde, zu denen wohl alle, die sie kennen, gehören, feierte Frau Mathilde Kissing er, dabier ihren 90. Geburtstag, in körperlicher und geistiger Frische. Unter den vielen Gratulationen befand' sich auch der Magistrat der der Greisin ein ansehnliches Ehrengeschenk überreicht Wreschen, 29. Juni. Da gegen die hier stattgefundenen Repräsentantenwahlen P r o t e st eingelegt worben war, den die Kgl. Regierung als berechtigt anerkannt hatte, wurde unter Leitung des hiesigen Kgl. LandratS die Wahl wiederholt. DaS Interesse war sehr groß und die Beteiligung recht stark. Es wurdcktt zu Repräsentanten gewählt die Herren M i o d o w s k t, Schreier, Grünwald, M. Zucker und Haase, zu Repräsentantenstellvertteiern Lewandowski aus Stralkowo und I. Jadesohn hiers löst. Mittenberg, 6. Juli. Nach kurzem schweren Leiden starb hier Herr Mayer Selig im Alter von 52 Jahren. In welchem weitgehenden Maße sich der Verblichene in seinem Leben die Hochachtung und Verehrung der weitesten Kreise erworben hat, das hat die allgemeine Teilnahme, die sein Hinscheiden hervorrief, sowie die ungewöhnlich rege Beteiligung bei der Beerdigung, deutlich gezeigt. Mit Herrn Selig, der kurze Zeit Vorsteher der hiesigen Gemeinde war, scheidet wieder eine typische Persönlichkeit auS dem altjüdischen Gemeindeleben, die hier ein Menschenalter hindurch nach v rsch-ebenen Richtungen hin eine segensreiche Tätigkeit entfaltet hat auf dem Gebiete humaner Bestrebungen ohne Unterschied der Konfession einersetts, und andererseits nach echter jüdischer Art Z'dokoh und G'miluth Chcsed geübt bat. Die Teilnahme des hiesigen katholischen Waisenhauses, welches in dem Entschlafene > einen Freund und Gönner verliert, zeigte sich in rührender Weise darin, daß die Waisenkinder dem Verstorbenen das letzte Ehrengeleite gaben. Birkenau (im Taunus), 6. Juli. Zu den Tagen der Trauer, die diese Monate bringen, ist für unsere Gemeinde ein neuer Tag der Wehmnt hinzugekommen. Am 10. Tamus verschied unser ältestes Gemeindemitglied, Herr Zacharias Darmstädter, im Alter von 83 Jahren. Mit ihm scheidet ein wahrhaft edler und frommer Jehudi aus dem Leben, der seine Arbeit so lange er konnte in den Dienst der Gemeinde stellte. Lange Jahre lenkte er die Geschicke der Gemeinde als 1. Vorsteher. Bon der Tatkraft, mit der er sein Amt bekleidete, zeugt nnsere Synagoge, die unter seiner Amtsführung erbaut wurde. Auch der hiesige israelitische Männerkrankenverein, dem der Verstorbene seit seiner Gründung über 60 Jahre angehört hatte, verliert in ihm ein treues Mitglied. Voriges Jahr hatte der Verstorbene noch das Glück, mit der jetzt trauernden Gattin das Fest der goldenen Hochzeit zu feiern, und keiner von denen, die damals dem noch Rüstigen ihre Glückwünsche darbrachten, hätte gedacht, baß er ein Jahr später ihn zu Grabe geleiten werde. ftZFtzb (T*7¥ 13? Oereinskalender. Verein Mekor-Chajim, Samstag, den 10. Juli 1909, nachmittags 41/* Uhr: „Mikro-Vortrag" des Herrn Josef Bamberger. Briefkasten. L. Bl. in Z. Wir haben von der Entscheidung, wenn auch nicht nt, der von Ihnen gewünschten Ausführlichkeit, Notiz genommen. E. A. M. in Gr. Rezension wird demnächst erscheinen. 8. Fr. in M. Wenden Sie sich an Herrn D. Worm S, Frankfurt a. M., Obermatnanlage 20. Rabbiner G. D. in C. Besten Dank für Ihre fteundliche Mitteilung. Wir glauben übrigens, daß das Schlagwort von K. E. F. auch nur zitiert, aber nicht geprägt wurde. Abonnent in Karlsruhe. Eine genaue Biographie des betreffenden Gelehrten ist uns nicht bekannt. Er selber wäre gewiß gern bereit, Ihnen über alle Punkte Auskunft zu erteilen. W. H. in H. Ein Bar-Mtrzwa-Vortrag dürfte fich kaum zur Veröffentlichung in unserem Blatte eignen. D. Darf geschehen. Bei uns eingegangene Spenden für: Aufruf G. D. 11. M. Frankel, Berlin 2.05, M. K., K. K., A. K. 5, Sch., Luisenthal 2, S. Blum u. L. Brückheimer, Külsheim 4. Mitdchenwaisenhans Jerusalem. M. K., K. K., A. K. 5. Arme Kranke in Jerusalem. Fr. Levor» Barchfeld 5. Jerusalem. Ella 2, Gebr. Kaufmann, Ladenburg 50, durch Lehrer Katz, Nentershausen 14, durch Dr. KönigSberger, Pleschen für verschiedene Zwecke I8i, ges. bei Sium bei Moses Stern» Fuldas, ges. bei Bris Miloh Schwab, Fulda 6, B. Birkenrnth, Fulda 30, L. Kneip, Fulda 5, A. Wein, Fulda 3, Dr. Wemberg, Orb 5, aus Fürth 20, Gebr. Kaufmann. L ... g 100, N. N.» N. I, durch Js. Elchwege, Fulda 103, S. Rosentbal, Holzappel 3.70, Chalogeld von S, Klein-Heubach 18, B. Birkenruth, Fulda für verschiedene Zwecke 10. Arme. I. Heß, Pfaffenhofen 5. Israelit. Blinden-Anftalt Jerusalem. A. Reiß V., Ulrichslein 1. Israel. Kinder-Erziehungs-Anstalt Jerusalem. A. Reiß V., Ulrichstein 1. Schare Zedek Hospital Jerusalem. A. Reiß V., Ulrichstein 1, S. Ullmann, Tiefenorl 1. Rabbi Meir b. Hannes. Aus Freiburg 14, Hrch. Hahn, Zirndorf 5. S. Rosentbal, Holzappel 1.30, Sr. I. 5. Aufruf Mitleid. I. L., Frankfurt 10. A. Rosentbal, Oestrich 10» S. Höxter, Lauterbach 3, aus Stuttgart 3, Gundelfinger» Ulm 5, aus Bensheiin 3, M. Fränkel, Berlin 2.05, durch Lehrer Levy, Külsbeim 1180, aus Fulda 5, aus Oetringen 3, aus Kitzingen 5, aus Borghorst 3, E. Fribourg, Metz 3, Wwe Franck, Gerstheim 3, I. Samuel. Gerstbeim 3. aus Höchberg 3, M. Hamburger, Dittkelsbühl 5, N. N., Frkst. 1.50. B. Bermar.Ellingeu 10. Z. 10, Obcrndörfer, Braunsback 5, M. Levmstein, Trefenort 10, Ad. Lewin, König-Hütte 5, aus Cöln 0 50, S. Blumenthal. Rimpar 3, F. Mayer, Harxheim 2, Jac. D. Reis, Heilbronn 3, L. K.» Niedcrohmen 5, H. Bacharach, Seligenstadt 3, BaS Ben Zion. Rcxingen 1, S, F., K. 5, K. Kaufmann, Gr. Krotzenburg 10, Dr. Spiegel, Breslau 1, I. Bär, Ahrweiler 5, E. Wertheimer, Hardheim 5, B. Grünebaum, Cassel 2, I. Kissinger, Frankenwinheim 3, M. u. A. K. 5 06, H. Rothschild Alsfeld i, L. Oppenheimer, Breitenbach 2, Hrch. Levy, Homburg 3, aus Mergentheim 5, Ges. bei Hochzeit Fuld, Schaafheim 16. Meah Scheorim. E. Enoch, Narzym 16 Talmud Thora Schaare Zion. Ges. bei Hochzeit Erlebacher — Philipp a. Baisfingen in Freudentbal 18. Deutsch jüdisch. Waisenhaus Jernsalem. I. Rosenthal Wwe., Langenfchwalbach 5. Knabenwaisenhaus Jerusalem. M. u. A. K. 5.06. FamMennacdttcdten. Geburten: Eine Tochter: Richard.'Sondheimer (Strauß» hier. — Simon Epstein (Baer) Freiburg i. B. — Jonas Esch Wege (Goldberg) Fulda. ■Verlobt«: Zilla Sichel, Willi Wolfs» beide dahier. Elly Sternberg, Viktor Schönfeld, Budapest-London. Vermählte: Gustav Levison, Rosa geb. Oppenheimer, beipe dahier. — Seligmann Ra u, Carry geb. Marx, beide dadier. < > Barmiewohfeiern: Jacob , Sohn v. Marcel Goldschmidt, hier, Scheffelstr. 15 und Max, Sobn v. Jakob Korngold. hier, Kl. Obermainstr. 1l, in der Synagoge der isr. Religionsges. — Max, Sohn o. Sally Katz, Babenhausen. — Max. Sohn v. B. Rothschild, Lichenroth. Sabbat - Anfang u. Ausgang onrß ORT: Anfang Datum ilusgana ckhr!Mnr. 1909 566» Uhr Rrn. 10. 21. Tamus Frankfurt a. M 7 55 Juli 9 35 Berlin . . - 9 26 München 7 15 9 43 Ktraftbnrg 7 30 9 25 Stuttgart. 7 15 9 1. Polen . — 9 0 Nürnberg — 9 13 Hamburg — 9 50 Prag — 9 20 i Landeshuter t Leinen» und Gebild »Weberei F. V. Qrünfeld Königl., Grossherzogi, o. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W. •2. Grösste Auswahl aller Wäscheartikel für den Hausbedarf. üBlertisBRO giazer üBsstattBRiea. Preisliste mit Abbildungen sowie Kosten' anscblige zu Diensten. (1242s)

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