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Der Israelit · 1909-07-01 · Heft 26 (1.7.1909) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 26 (1.7.1909)
Date
1909-07-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Der JSraelit. Seit 9 Nr. LS. 1. Juli 1909. daß den Inhabern von am Sabbat geschloffenen Geschäften gestattet werde, am Sonntag ihr jüdisches Personal in den BüreaU-Räumen zu beschäftigen. Die Königlichen Minister zeigten das freundlichste Entgegenkommen und Berständniß für die Sache der sabbathaltenden Israeliten, bekundeten ihr Interesse an dem Gegenstand durch eingehende Fragen und versprachen den Wünschen de» Verbände» »ach Möglichkeit nachzukommen. Eine besondere Audienz hatten unsere Vertreter bei dem Herrn KultuSmintster betreffs DiSpmston jüdischer Schüler an höheren Schulen vom Schreiben am Sabbat. Auch diese Audienz zeitigte vollen Erfolg, indem ein Erlaß' vom Jahre 1852, welcher eS ausspricht, baß israelitische Schüler an Sabbaten und Festtagen zum Schreiben nicht angehalten werden können, aufs Neue in Erinnerung gebracht wurde. Derselbe war im Laufe der Jahre ganz in Vergessenheit geraten. Auch deS freimütigen und mannhaften Eintreten» deS Vereins Württembergischer Rabbiner bet der Oberkirchenbehörbe in der Sache des Sonntagsruhe- Gei etzentwurfeS wurde dankend gedacht. Exemplare der Betrachtungen über den Sabbat vergl. Rabb. S. B. Hirsch s. A. wurden von der Landesvereinigung angeschafft und verbreitet. In der Bewegung, welche fich an die Vorlage deS Entwürfe» einer Ktrchenderfaffung für die Israelitische Religionsgenossenschaft de» Landes anknüpfte, nahm der Vorstand der Landesvereinigung Gelegenheit darauf hinzuwtrken, daß die Dispensation der Israeliten vom Erscheinen vor Gericht in nicht dringenden Fällen aufrecht erhalten bleibe. In der Debatte, welche fich an den Geschäftsbericht knüpfte, handelte eS sich hauptsächlich um die Besprechnuna der Mittel und Wege, durch die eine gewiffenhaftere Beobachtung der Sabbatgesetze erzielt, ein Festhalten am Sabbat und bie Treue zu ihm gefichert werden könne, insbesondere durch welche Mittel der Belehrung und deS Beispieles seitens der Lehrer und Rabbiner gewirkt werden kann. Einen breiten Ranm nahm die Frage des Nichtschreibens in der Schule am Sabbat ein, sowie die Befreiung vom Unterricht an den Feststagen. ES wurde darauf verwiesen, daß in der neuen Gesetzessammlung von Gunzenhauser die betreffenden Erlaffe zum Festtagen enthalten find. Hierbei wurde der Antrag angenommen, diese Erlaffe noch einmal besonder» den Glaubensgenossen in Württemberg zur Kenntnis zu bringen. AlS besonders bedauerlich wurde betont, daß vielfach unter den Glaubensgenossen die Scheu vorherrscht, berechtigte Ansprüche in Bezug auf Ausübung der Glaubensgevote vor die Lehrer der höheren Schulen zu bringen, resp. über verweigerte DiSpensattonen an die richtige Instanz zwecks Remedur zu berichten. AlSdann erstattete Herr I. Schweiger den Kaffenbertcht. Die Wahlen zum Ausschuß ergaben das Resultat: Beit Kahn-Cannstadt, Dr. Kahn-Eßlingen, E. Kaufmann, Lehrer Sulzbacher I. Schweiger-Stuttgart. Nach 2l\a ständiger Dauer wurde die stellenswetse recht angeregt verlaufene Versammlung mit Worten des Dankes und warmer Anfeuerung seitens de» Borfitzenden Herrn Kaufmann geschloffen Cöln, 28. Juni. Der aus Anlaß der Einweihung des neuen Anstaltsgebäudes Lützowstraße 37 herausgegebenen Festschrift entnehmen wir zur Geschichte der Anstalt folgende Daten: Die am 7. Juli 1890 gegründete Bewahrschule, die anfänglich von ca. 50 Kindern besucht war und bei der jetzt ca. 140 Kinder angemeldet sind, wird täglich von 60 - 70 Kindern besucht. Die im schulpflichtigen Alter stehenden Kinder werden von geschulten Kindergärtnerinnen nach Fröbel'scher Methode beschäftigt und erhalten in der Schule ihr Mittagessen. Bereits im Jahre 1891 wurde dieser Anstalt eine Suppenanstatt für schulpflichtige Kinder angeschlossen, in welcher den Kindern täglich durchschnittlich 70—80 nahrhaftes Mittagessen verabreicht wird. Recht bald kam der Vorstand indessen zur Erkenntnis, daß den Kindern eben so sehr, oder häufig in noch.größerem Maße die geistige Nahrung mangelte, wie die körperliche, sodaß im Jahre 1905 der Kinderhort eröffnet werden mußte. Hierhin kommen die Kinder nachmittags nach Schulschluß,- sie erhalten Kaffee und Vesperbrot und machen ihre Schulaufgaben unter ständiger Beaufsichtigungwelche von hiesigen Damen in liebenswürdiger Weise ansgeübt wird. Im Kinderhort sind durchschnittlich 80 Kinder angemeldet, von denen etwa 60 täglich anwesend sind. Inzwischen hatte sich das Bedürfnis herausgestellt, auch den von der Volksschule entlassenen Mädchen, welchen im Elternhause eine ihrem späteren Beruf angemessene Erziehung nicht zuteil werden kann, ein Heim zu bieten, fo daß der Vorstand sich vereanlaßt sah, im Jahre 1892 mit 5 Mädchen eine Haushaltungsschule zu eröffnen. Die Mädchen haben hier vollständiges Unterkommon und werden in allen häuslicher Arbeiten unter fachgemäßer Anleitung unterrichtet und zu D enstmädchen, Köchinnen usw. herangebildet. In diesem Zweige der Anstalt sind zur Zeit . 9. Mädchen nntergebracht. Daneben wurde aus Wunsch der städtischen Schulverwaltung im Jahre 1897 die Kochschule für die Schülerinnen der obersten Klaffe der isrl. Volksschule eingerichtet, in welcher 24 Schülerinnen dreimal wöchentlich Unterricht erteilt wird. Nachdem der Staat die Fürsorgeerziehung in die Hand genommen, eröffnte der Verein alsdann im Jahre 1900 ein Kinderashl, welchem die Provinzialbehörden Rheinlands und Westfalens die der Fürsorge bedürftigen und landarmen Kinder gegen Zahlung der staatlichen Zuschüsse überweisen und in welchem auch sonsttge Kinder Aufnahme finden. Zurzeit sind im Kinderasyl 49 Knaben und Mädchen untergebracht. Im Jahre 1906 wurde alsdann ein Säuglingsheim errichtetzur Unterstützung dieses Heims ist ein Kapital als „Hirsch und Julie Plato-Stiftung" zu Ehren der Begründerin und Vorsitzenden gestiftet worden. Ettdlich ist noch über die im Jahre 1903 eröffnete Volksküche zu berichten. Hier wurden im letzten Jahre 4000 Personen gespeist. Am Peßach liefert die Anstalt an Militär und Gefangene, (letzteren auf Wunsch das ganze Jahr über) warmes Mittag- und Abendessen. Durch Allerhöchste Verordnung vom 24°. Juli 1898 sind dem Verein die Rechte einer juristischen Person verliehen worden. Herr Dr. med. Ä Ochs hat in aufopfernder Weise ärztlichen Beistand geleistet. Im Mai 1897 wurde die Anstalt nach der Bayardsgasse verlegt. Im Jahre 1907 überließ die Stadt in hochherziger Weise dem Verein das Grundstück des jetzigen Anstaltsgcbüudes in Größe von 2300 qm. Heute steht nun der Prachtbau vollendet da; was Hygiene und Pädagogik v n einer derartigen Anstalt verlangen dürfen, ist in modernster und zugleich gediegenster Art erreicht. Die Projekte des Baues rühren von dem Architekten Herrn Alfred Müller-Grah her, die spezielle Ausführung lag in den Händen des Herrn Postbaurat Bing. Die Festfeier selbst nahm einen würdigen und erhebenden Verlauf. Schon lange vor festgesetzter Stunde waren die festlich geschmückten Räume mit Teilnehmern überfüllt. Die Stadtverwaltung war durch den Beigeordneten Dr. Greven, in Verttetung des zu seinem Bedauern verhinderten Oberbürgermeisters beteiligt. Von den Stadtverordneten waren die Herren Falk, Eliel, Bock anwesend. Ferner waren eine Reihe von Vereinen mit gleicher oder ähnlicher Tendenz durch ihre Vorstände vertreten. Mit der Mottette „Herr Deine Güte" eröffnet ein Chor die Feier. Im Anschluß daran übergab der König!. Postbaurat Bing den Schlüssel des Haujes mit herzlichen Glückwünschen der Frau Dr. Plato. In seiner Ansprache hob er besondes den religiösen Geist der Anstalt hervorso sei an den Sabbathen und isrl. Feiertagen auch für die Bauleute ein Tag der Ruhe gelvesen. Mit einem herzlichen Dankeswort an Frau Dr. Plato schloß der Redner, dem die Vorsitzende aufs tiefste bewegt dankte. Die Weiherede hielt Herr Rabbiner Dr. Rosenthal. Habe sich auch manches im Wechsel der Zeit geändert, der alte Geist fei derselbe geblieben. Im Namen der städtischen Verwaltung gratulierte Herr Bürgermeister Dr. G r e v e n. Ihm schlosi sich eine weitere Zahl von Gratulanten an. Mit dem Chor „Die Himmel rühmen" schloß die erhebende Feier, der eine Besichtigung der Alsi'talt folgte. Da die Räume für die Eingelaoenen nicht ausreichten, schloß sich Mittwoch Mittag eine zweite Feier an, die durch eine kernige Ansprache des Herrn Isidor Dülken und einen geistteichen Prolog, verfaßt und wirkungsvoll von Frau Albert S i m o n vorgetragen, ihr besonderes Gepräge erhielten. Hamburg, 16. Juni. Der Israelitische Unterstützungsverein für Obdachlose hielt seine Generalversammlung unter Borfitz des Herrn Rechtsanwalt Alexander ab. Dem vom Borfitzenden erstatteten Jahresbericht ist zu entuchmen, daß auch im verflossenen Jahre der Rückgang in der Auswanderung anhielt, dadurch aber dem Verein nur unwesentlich geringere Ausgaben entstanden. Die Kosten für die Ausrechterhaltung der Institutionen, für die Gebälter usw. find unavhängig von der Anzahl der Auswanderer. Eine Differenz entsteht dadurch nur bei der Versorgung der Wanderer in der Stadt und bei einigen besonderen Berpfiegungsgeldern in den Auswandererhallen. Immerhin beschäftigte die Fürsorge der Auswanderer den Vorstand etwas weniger im verflossenen Jahre, um so lebhafter war aber das Streben, ein eigenes Heim in der Statt zu schaffen. In einem in der Westerstraße erworbenen Hause werden nach vollzogenem Umbau sämtliche Arten der Bereinsfürsorge vereinigt sein. Zum Andenken an den Gründer deS Vereins har der Vorstand etnsttmmig beschlossen, dem Hause den Namen „Daniel Wormser-Haus" zu geben. Es wurden in den Auswandererhallen der Amerika-Linie an 12177 jüdische Emigranten insgesamt 43005 Portionen Mtttageffen aus der rituellen Küche verabreichtaußerdem wurde den jüdischen Emigranten nach Nord- und Südamerika unterwegs rituelle Verpflegung (Fleischkost) verabreicht. In der Stadt wurden 1640 Anweisungen für Nachtquartter und 4146 Portionen Kaffee und 2637 Portionen Mittagessen gratis verteilt. Ferner wurde 1486 Personen Reiseunterstützung gewährt, während an 3500 Männer und Frauen Bekleidung verabreicht wurde. Aus dem Baronin Clara Hnsch-Krankenfonds konnten für eine Anzahl kranker Emigranten insgesamt 933 Verpflegungstage im Hospital bestritten werden. Insgesamt wurden für die Zwecke des Vereins 8444 Mk. ausgegeben und für die Aufsicht auf den Schiffen 4868 Mk. - rechnet man hierzu noch die Gehälter und. Bureaumiete für die Beamten des Vereins in der Hö e von 4751 Mk. und die Berpflegungskosten im Krankenhaus, so ergibt fich die runde Summe von 20 000 Mk. i' PersoRalictt. Posen, 22. Juni. Nachdem jetzt bie Frist der verstrichen, sei hier von dem Verlust berichtet, der unsere Gemeinde und das ganze Judentum betroffen. Herr Lehrer I. G. Scherek, im besten Sinne ein Vertreter der alten Zeit, wie fie leider immer seltener werden ist von uns geschieden. Geboren 1834 in Reiser-, einem Städtchen in der Provinz Posen, erhielt er die Grundlagen d?s hebräischest und talmudischen Wissens Bei seinem Vater, einem Lietlingsschüler von R. Akiba Etger Den Elementarunterricht erhielt er nur in der Volksschule seines Heimatortes. Lediglich sein em eigenen Eifer und unablässigen Streben, das er auf diesem Gebiete entfaltete, ohne irgendwie baS rnin T)öS zu vernachlässigen, verdankte er seine große allgemeine Bildung. So war er, ohne je eMe höhere Schule besucht zu haben, imstande, eine große Zahl von Schülern mit bestem Erfolge für mehrere Gymnafialklaffen vorzuberetten. — Nach seiner Verheiratung gründete er in Posen ein Geschäft, das er aber bald wieder aufgab, um als Privallehrer zu wirken. Mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit gab er als seiner Schüler Lehrer, als Erzieher — er gründete ein Pensionat, das bald gern in Anspruch genommen wurde — seinen Zöglingen sein Bestes imd blieb ihnen auch weit über bie Schule hinaus der väterliche Freund, der, wenn einmal erforderlich, auch dem gereiften Manne, ohne Rückficht auf dessen Stellung, mahnend entgegentrat. Und oft mtt Erfolg. Denn er verstand es, durch seine Pflichttreue und seine auf Wohlwollen gegründete persönliche Liebenswürdigkeit auf alle tiefen Eindruck zu machen, seine Schüler an fich zu fesseln, selbst wenn fie später einen seiner religiösen Ueberzeugung entgegengesetzten Weg emschlugen. Jahrzehntelang fungierte er in der „Neuen Betschule" als K“Y|p ^P2 und als nb’’flri an den D’K'TU Li'V'- Sein meisterhafter Vortrag der Gebete mußre die Herzen der Hörer mtt fich fortreißen. Ließ, er ja nicht nur die Durchdringung des Inhalts, die Beherrschung der streng bewahrten altüberlieferten erkennen, sondern vor allem die innige Andacht, mtt der er als deren Anliegen vortrug. Unerreicht stand er da als joilp Die Sorgfalt und Genauigkeit, womit er alle grammatischen und musikalischen Feinheiten zum Ausdruck brachte, wie er fie von seinem Vater, der vor al» fungiert, überliefert erhalten, läßt fich nicht beschreiben. Ganz würdigen konnte ihn nur der Hörer, der selbst mtt allen Einzelheiten der Akzentlehre vertraut war. Auch journalistisch betätigte er sich, vor allem als langjähriger Korrespondent des „JSraelit", der sich nicht auf die nackten Tatsachen beschränkte, sondern mit klarem Blick und sicherem Urteil deren Bedeutung würdigte. Seine Aufrichtigkeit ließ ihn auch die Autoren auf Mängel und Lücken in ihren Werken Hinweisen, und so mancher bekannte Schriftsteller l lieb ihm. für seine Hinweise dankbar und befreundet. Zu erwähnen ist auch die seltene Kunstfertigkeit, mit der er die Druckschrift handhabte, so ergänzte er, und dies bis in sein höchstes Alter hinein, eine große Anzahl defekter Bücher in den verschiedenen Schriftarten einschließlich der am Rande gedruckten originalgetreu, so daß der Unterschied gegen den ^ruck kaum erkennbar ist. Bescheiden und zurückgezogen, wie er lebte, ist sein von der gleichgefinnten Gattin unterstütztes Wirken, besonders auf dem Gebiete der nplJC, weniger in die Oeffentlichkeit gedrungen, und nur wenig Eingeweihten ist es bekannt, wie er, selbst nicht mit Glücksgütern gesegnet, unbemittelte Schüler zu sehr billigem Preise, ja wiederholt umwnst bei fich aufnahm. Trotzdem er stets mit rückhaltloser Offenheit seine Ueberzeugung, den Standpunkt des überlieferten Judentums, vertrat, hatte er wohl keinen Feind. Wie allgemein geachtet und beliebt er war, zeigte fich bet seinem vor 5 Jahren gefeierten 70. Geburtstag und wieder jetzt bet seiner JTYDp/ wo eine große Zahl Personen aus allen Kreisen durch ihre Beteiligung ihm Wertschätzung und Anhänglichkeit zeigten. Ging ja mtt ihm ein ftommer 'Yiir», ein hervorragender Gelehrter und segensreich wirkender Lehrer dahin, der seine ganze reiche Geisteskraft in den BHpn gestellt hatte. n"32Mri Königsberg. 17. Juni. Am letzten Sonntag wurde unter großer Beteiligung Herr Saul M. Rabinowitz zu Grabe getragen. Etner alten Ravbtnerfamilie entstammend, har sich der Verstorbene stets min n'JTI n*TOP in hohem Maße gewidmet und infolge seiner beoeutenden talmudischen Gelehrsamkeit bei allen Tellen der Bevölkerung in hohem Ansehen gestanden. Er gehörte zu den Begründern und Förderern der hiesigen Ortsgruppe der „Freien Bereinigung für die Interessen des gesetzestreuen Judentums", deren Vorstandsmitglied er war. n"22Wn Lchwrinfurt, 25. Juni. Dieser Tage feierte hier ein hochgeachteter Bürger, Herr Fabrikant Philipp Salzer, in geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Demselben wurden von allen Seiten viele Beweise der Aufmerksamkeit zuteil. Besonders ehrte die israelitische Kultusgemeinde ihren langjährigen Kasfierer und 2. Vorsteher durch ein kostbares Geschenk, das dem Jubilar unter herzlicher Ansprache seitens des Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrat Heimann, übergeben wurde. Mainz, 22. Juni. Bet dem Gedenken deS Heimgegangenen Rabbiners Dr. Sänger f. A. in Mergentheim erwähnten Sie bereits, daß er ein Schüler Dr. Lehmanns s. A. gewesen. Es wurde aber nicht gesagt, daß der nunmehr uns entrückte Rabbi viele J rhre hindurch einer der fruchtbarsten Mitarbeiter des „Israelit" gewesen. Schon als Schüler, in den echziger Jahren, als einmal Dr. Lehmann viele Wochen in schwerer Krankhett barnieberlag, vertrat Dr. Sanier den Redakteur nach jeder Richtung und entledigte sich seiner Aufgabe zur hohen Zufttedenhett des später genesenen Chefs. Bon da ad arbeitete der nunmehr Heimgegangene fast ununterbrochen an dem ihm lieb gewordenen Blatte, auf der Universität sowohl, wie später in Amt und Würden, und es war kaum eine Frage der Gegenwart, die das gesetzestreue Judentum näher berührte, die er nicht mit Geschick und Geist zu behandeln verstand. Auch manches treffende Thorawort, erleuchtende Sidraherklärungen schenkte er den Lesern des.^Israelit" für ihre Sabbatstunden. Wer fich der Mühe unterziehen und die früheren Bände des „Jsrae.it" nachschlagen will, wird die Arbeiten SängerS noch heute mtt hohem Genüsse lesen.

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