Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 24 (17.6.1909)
- Date
- 1909-06-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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©ettc 10 9tr. 24 geachteten Rabbiner Dr. Philipp Klein in sein neues Amt ein. Rabbiner Dr. Drachnan ist in New I)ork geboren und hat fich teils vier, teils in Deutschland für seinen Beruf vorbereitet. Herr Dr. Drachman, der fich alS Berfafier mehrerer Werke in Hebräisch, Englisch und Deutsch einen vorzüglichen Namen gemacht hat, stehl alsPrästdent der „Je wisch -Sab bath-Association" vor und gehört dem Kollegium der kürzlich gegründeten „Kehil a" an. Die festlich geschmückte Syeagoge war bis auf den letzten Platz gefüllt. Tingeleitet wurde die Feier durch Kantor S. Meisels,der mit seinem vorzüglichen Chore „Mah-Towu" vortrug. Hierauf begrüßte der Gemeindevorsteher Herr Moritz Reuman die Erschienenen m herzlichen Worten und entwarf ein klares Bild aus der Geschichte der Kongregation Ohab-Zedek und der zweiten gegründeten Synagoge Westseite Hierauf hielt Rabbiner Dr. Philipp Klein die Festpredigt, die, sinnreich und gehaltvoll, großen Eindruck auf die Zuhörer machte. Unter den übrigen Rednern besanden sich Rabbiner M. Z. Margolies, Rabbiner Profefior I. M. Ascher, Rabbiner D. H. Menbes Perrira und der durch seine Wohltätigkeit bekannte Herr JonaS Weil. In tefer Ergriffenheit dankte der Gefeierte für die ihm erwiesene Ehre der einstimmigen Wahl, sowie für alle Kundgebungen der Li be und des Vertrauens. Der Bortr gende wie 5 im Laufe seiner eindrucksvollen Rede besonders auf die Wichtigkeit deS JugendumerrichteS und auf die der Sabbathetligung für den Bestand der H31ÜK hin. Möge das Wirken des neuen Rabbiners unserer Gemeinde zum Segen gereichen , P. K. Spkecdraal. Der Gemeindetag und die Verfassung der jnd. Religionsgemeinschaft in Preutzerr. Bon Dr. S. Bamberger, Kissinge tt. Nachstehenden Artikel sandte ich vor einigen Wochen dem Berliner Tageblatt, das mir jedoch denselben'zurückgab, mit dem Bemerken, das; „jetzt nach dem Gemeindetag die Frage nicht mehr aktuell erscheine und den Artikel unter dem Gesichtspunkte der „Berichtigung" aufzunehmen für das Tageblatt kein Grund Vorlage, da er weder der Form, noch dem Inhalt nach eine Berichtigung sei." Die Verhandlungen des Gemeindetages bezw. die unberechtigten Angriffe des Justizrates Herrn Dr. Blau gegen die Rabbiner zu Würzburg und zu Kissiugen veranlassen mich jedoch, auch jetzt noch um Veröffentlichung des erwähnten Artikels Sie, geehrter Herr Redakteur, ergebenst zu bitten. Wohl hat bereits Herr Dr. Blau von Herrn Rabbiner Dr. Werner-München eine entsprechende Zurückweisung seiner unberechtigten Angriffe erfahren: auch mußte derselbe — wie mir berichtet wurde — einen von mir nahestehender Seite eingelegten Protest zur Verlesung bringen. Allerdings hat Herr Dr. Blau hierbei seine Macht als Vorsitzender „tyrannisch mißbraucht" — um mit Herrn Dr. Blau zu sprechen —, um den eingelegten Protest nicht vollständig zur Verlesung zu bringen. Ich lege deshalb gegen das Verfahren Blaus auch öffentlich Protest ein. Das Rabbinat Würzburg hat ebenso wie ich dasjenige vertreten, was nach religiöser lkebcrzeugung zu vertreten wir für Pflicht halten. Wenn es nun auch glcichgiltig erscheint, daß .Herr Dr. Blau die gesetzlich berechtigte Wahrung der religiösen Interessen als tyrannischen Mißbrauch der religiösen Macht bezeichnet, so muß ich dennoch erwähnen, daß er weder die Berechtigung hat, hierüber zu urteilen, noch dürfte er über rabbinisches Wissen verfügen, um die Befähigung zu besitzen, über die diesbezüglichen religiösen Fragen ein Urteil abzugeben. Er würde cs sich wahrscheinlich mit aller Entschiedenheit verbitten, wenn ein Laie ihm Der Israelit. 17. Juni 1909. Vorhalt machen sollte über unrichtige Behandlung juristischer Fragen. Mit demselben Rechte muß ein Rabbiner es sich verbitten, wenn ein Jurist Eingriffe in religiöse Fragen sich erlaubt oder auch nur ein Urteil "darüber abgeben will, ohne daß er sie religionsgesetzlichen Bestimmungen vollständig beherrscht. Ich glaube auch annehinen zu dürfen, daß Herr Dr. Blau ehrlich genug sein wird, zu bekennen, daß er nicht befähigt ist, die Quelle des Religionsgefetzcs auch nur nachzulesen. — 'Ja, die Handlungsweise Blaus dürste sich sogar vom Standpunkte eines Juristen von selbst richten. Er hat in zahlreicher Versammlung ein Urteil über Angelegenheiten gefällt, ohne solche zu kennen, vielmehr lediglich auf Grund ihm gewordener einseitiger Mitteilung. Nach diesen etwas weitläufigen Vorbemerkungen, welche zur Wahrung des Rechtes und der Wahrheit erforderlich find, bitte ich um Wiedergabe des bereits der Redaktion des „Berliner Tageblatt" vorgelegenen Artikels: „Auf Grund des § 11 des Preßgcsetzes ersuche ich Sie, geehreter Herr Redakteur, um Aufnahme folgender Zeilen: Herr Felix Makower erweist mir nämlich in seinem Artikel über vorgenanntes Thema in Nr. 220 Ihres geschätzten Blattes die Ehre, aus die Vorgänge in Kissiirgen hinzuweisen, welche durch die in Bayern dem Rabbiner eingeräumten Rechte hier vorgekommen. Bevor ich hieraus erwidere, bedarf es her Widerlegung einiger Punkte in den Ausführungen des Herrn Makower, welche auf ungenauer Kenntnis der historischen Verhältnisse basieren. Die jüdische Glaubensgemeinschafthat feit ihrem Anbeginn eine aus Gelehrten zusammengesetzte Behörde, welche in allen religiösen Fragen maßgebend war: in der ältesten Zeit des Shnhedrion, später das Erilarchat und öfawat, das mit der Verschiebung des jüdisch n Geisteslebens von Asien nach dem westlichen Europa, nach Spanien, sein Ende erreichte. In Spanien sino es nicht Gelehrtenkollegien, welche in religiösen Frage» A ltorität' besaßen, sbndern einzelne Gelehrte. In Frankreich und Deutschland begegnen uns im 12 und 13. Jahrhundert Rabbinersynoden, welche all" bedeutsamen Fragen zu entscheiden hatten. Die Rabbinersyn ide zu Mainz 1223 setzte als oberste Instanz zur Cutscheidung strittiger Fragen die Rabbinate von Mainz, Worms und Speyer ein. Infolge der von Jahr zu Jahr sich steigernden Judenverfolgungen mußte diese.Institution aushören, weshalb im 14. Jahrhundert die Semicha d. i. die Autorisation zun: Rabbineramt eingeführt wurde, sodaß „kein Unberufener oder Halbwisser rabbinische Funktionen ausübe." Wir haben also innerhalb der Jndenheit wohl geistliche Autoritäten. (Schluß folgt.) Briefkasten. Rabb. Dr. Gr. in M. Sch. Die Rezension wird demnächst erscheinen. 'W. 34 1. Fragliche Bücher sind in allen größeren jüdischen Buchhandlungen zu haben. 2. Wir können Ihn n leider den Namen des betreffenden Herrn nicht nennen. 3. Darüber finden S'e die beste Auskunft in der Gutachten-Sammlung des Herrn Oberrabbiner Lern er in Altona. B. G. in L. Ein ^28 darf am nicht vorbeten. Rabb. K. in 8- W rd gelegentlich geschehen. K. 100. 1. Aus einer n"o, die ist, darf beim Gottesdieuste unter keinen Umständen vorgelesen werden. Es muß also in Ihrem Falle an Tagen, die das Ausheben zweier B'HBD erfordern, das einzige brauchbare "iLO 5wei- resp. dreimal benutzt werden. Den gewünschten Rat erteilt Ihnen vielleicht die „F r e i e B e reinigung" Frankfurt a. M., Schützenstr. 14. 2. Einer besonderen Adrefie der Dame bedarf es nicht. 3. Wenden Sie sich an Herrn D. W 0 r m s, Frankfurt a. M., Obermainanlage 20. 4. Die Gemeinde S. gehört nicht der gesetzestreuen Richtung an. Die Anstellungsbedingungen der dortigen Beamten sind uns nicht bekannt. H. O. in 8. 1. In Verwaltungssachen, der Vorstandin religiösen Dmgen, der Rabbiner. 2. Wenn es dort der Brauch erfordert, warum sollten Sie sich dem widerfetzen? 3. Wir sehen nicht ein, warum es einem Vorbeter verboten sein soll, durch Nebenbeschäftigung sein Einkommen zu verbefiern, vorausgesetzt, daß diese weder hörend noch entwürdigend auf seine Amtstätigkeit wirkt. In vielen kleinen Gemeinden ist es mit Rücksicht auf das schmale Gehalt nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. 8. E. in L8. Leider für uns unverwendbar. Besten Dank. G G. in Amsterdam. Im Verzeichnis des Hamburger Vereins ist der betr. Play nicht aufgeführt. Gr. A. in P. Ihr Bericht traf leider zu spät ein. Anderen Berichten sehen wir gern entgegen. verelnrkalenaer. Verein Mekor-Chajim, Samstag, den 19. Juni 1909, mittags 12 Uhr, im Hörsaale der Synagoge, Frtedberger Anlage: „Menauras Hamoaur", Herr Cantor Steinberger. Nachmittags 41/« Uhr, Schützenstraße 2: „Mikro- Vortrag", Herr Markus Hirsch. „Montefiore", Verein zur Pflege der idealen Jntereffen jüdischer junger Leute. Mittwoch, den 23. Juni, abends 9 Uhr, Herr Dr. Gustav Löffler: „Die soziale Aufgabe der Jugendvereine." lamiliennacdki edlen. Geburten: Eine Tochter: Julius Blumenfeld (Silbermann) Berlin. — Joseph Glück (Panethl MaroS-LudaS. Linen Sohn: Joseph Offenbacher (Schwarzschild) hier. — Moritz Salomon (Wertheimer) hier. — Lehrer Anfänger (Bierschild) Altenkundstadt. Verlebte: Anna Ellern, Julius Schwab, Frankfurt a. M.-London. Vermählte: Moritz Wiesenfeld, Fanny geb. Schottland, Darmstadt-Burgha-lach. Verstorbene: James Manfred Gugenh e im er» London, 6 Jahre. Barmizwohfciern: Arthur, Sohn von Rabb- Dr. Daniel Fink, Berlin. Labbat - Anfang u. Ausgang mp ORT: Anfang Datrun Ausgang Uhr iMin. 1908 8889 Uhr >Mw 19. 30. Siwan afranffm* a. M 8 — Juni 9 40 Berlin ... — - 9 33 München . . 7 15 9 07 Straüburg . 7 30 9 30 Stuttgart. . 7 15 9 23 Bose« ... — — 9 32 Nürnberg — — 9 18 Hamburg. - - - 10 — Prag ... - 9 33 Lnzern. Schiller Hotel garnl. Neu. Nächst Bahnhof Nur Zimmer u. Frühstück. Sehr komfortabele Zimmer von fr. 2.— an. (12341 — Israel. Restaurant neben dem Hotel. — für dei mseratanteU ist dis Redaktion nicht verantwortlich; iogDesondero ist ns aasschtiesslleh Sache der Losor, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben rellglonsgesetzllehen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. ■■ Fränkischer Kurier Nürnberg Kedentendste und reichhaltigste politische Zeitung de» Besteht seit 77 Jahren, industriellen Ilordbayern. 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