Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 23 (10.6.1909)
- Date
- 1909-06-10
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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ffWWWWM ■«.^uy^mWKT^r w. Juni 1SSK. Der JSraeltt kWWW Seite 1L No. 28. die Herren Dr. Löffler und Dr. Hülsen. m Herr Felix Mayer häli den Paragraphen der antireligiöser Handlungen vonBerbandswegen verbeugt, für' ungenügend und verteidigt sehr energisch seinen Standpunkt, oaß der Frankfurter Verein als der größte und bedeutendste Jugendvevein Deutschlands eine bessere Gewähr für den jüdischen Charakter des Verbandes verlangen und seinen Beitritt von der Annahme eines Paragraphen abhängig machen müsse, der bestimmt, daß auch die dem Verbände angehörenden Vereine statutarisch daran verhindert werden, gegen das Religionsgesetz zu verstoßen. Im übrigen wünscht er, daß der Vorstand, wiewohl laut Statuten dazu nicht verpflichtet, erst eine Generalversammlung zur Beschlußfassung über den Anschluß einberufe. Nach Schlußworten des Referenten und des Herrn Dr. Löffler wird die zahlreich besuchte Versammlung geschlossen. Eine Resolution wurde nicht gefaßt. Doch unterliegt es keinem Zweifel ^nehr, daß der Vorstand, der sich bereits in einer Sitzung für den Beitritt ausgesprochen hat, nun auch diesen Beschluß ausführen wird. Frankfurt a. M., 24. Mai. Aus Jerusalem wird dem Verein „Lemaan Ziv.n" berichtet, daß gegen Ende April die Genickstarre noch nicht erloschen war. Dank der wie von anderen Seiten auch durch den Lemaan Zion dorthin gesandten Posten Serum mureu es nicht allzuviel Todesfälle, die infolge der Genickstarre eintraten. .Es war in manchen Fällen wunderbar zu sehen, wie von den Aerzten bereits aufgegebene Patienten sofort nach Einspritzung des Serums das Bewußtsein wieder erlangten und nach und nach als Verein Lemaan Zion war die einzige Stelle, von welcher — außer in den Krankenhäusern, insbesondere im Schaare-Zedek-Spital — das Serum in größeren Quantitäten gratis verabfolgt wurde, von anderer Seite war dasselbe nur gegen Zahlung von 10 Frs. erhältlich. Genaue Statistik über die Krankheitsfälle ist nicht möglich aufzustellen, soviel ist jedoch sicher, das; von den Hunderten an der Epidemie Ertränkten mindestens 60«/» durch die Serumbehandlung geheilt wurden. Ende April waren noch etwa 60 Personen von der Krankheit befallen, von denen 37 im „Bikur Chaulim Hospital", 15 im „Mischgab-Ladoch-Hospital" und zwei im „Schaare Zedek-Hospital" interniert waren. Die durch den Verein Lemaan Zion begründete Augenklinik, die während der Abwesenheit des Herrn Dr. Erlanger auf kurze Zeit geschlossen war, stellte einige 20 Betten dem Bikur Cholim Hospital für die von der Genickstarre Befallenen zur Verfügung. Demnächst wird Herr Tr. Erlanger seine Tätigkeit .in der Jerusalemer Augenklinik wieder ausnehmen. Wie notwendig diese Einrichtung für das heilige Land ist, erhellt aus den zahlreichen Konsultationen, die von Herrn Dr. Erlanger nicht mehr allein bewältigt werden konnten, sodaß noch zwei Aerzte zur Assistenz hinzugezogen werden mußten. Die Besuche zählten im August v. I. 5700, int September 7200 und im Oktober 6100. Durch die geradezu enorme Tätigkeit des Vereins Lemaan Zion auf diesen verschiedenen Gebieten, sind seine Mittel vollständig erschöpft, und ein Fortbestehen der Augenklinik und ihre Weiterentwicklung ist nur möglich, wenn der Verein durch die Opferwilligkeit unserer Glaubensgenossen tatkräftig unterstützt wird. Personalien. Rabbiner Dr. Tanger Mergentheim, 6. Juni. In tiefer Trauer rrMen wir die Pflicht, der weitesten Judenheit von dem großen Verluste zu berichten, der nicht bloS uns, sondern daS ganze Judentum betroffen hat durch den Tod des Bezirksrabbiner Dr. H. Sänger in Meramthem (Würtremverg). War er doch noch einer der Rabbiner der alten Schule, die in der Thora großgezogen worben find und die daher das Studium derselben, daS Leben nach derselben und die Erziehung zu derselben alS ihre einzige Lebensaufgabe betrachtet haben. Anspruchslos und fern dem Getriebe einer nimmer rastenoen Welt, führte er daS Leben eines forschenden Thoralehrers, pflichteifrigen Rabbiners, treum Seelsorgers, liebenden Gatten und Vaters, hilfsbereiten Menschen und echten Juden. — Aus hochachtbarer Rabbtnerfamilte entstammend, als Schüler Dr. LehmannS-Matnz und Dr. Hildesheimers- Berlin war er ein tteuer Anhänger und Verfechter des überlieferten Judentums, und gerade darum besaß er das feste, uneingeschränkte Zuttauen aller, die ihn kannten und fich oft von wett her Belehrung bei ihm holten. So besaß er Tugenden, die man sonst nur feiten in einer Person vereinigt findet, die Tugenden der Bescheidenheit, der Wahrhett und der Friedensliebe, die bei seinem Leichenbegängnis, das eines der w rdigsten war, die wir hier je gesehen, von den vielm berufenen Rednern in sinnvoller und ergreifender Weise herdorgehobm wurde. Am Donnerstag den 3. Juni wurde seine sterbliche Hülle unter zahlreicher Teilnahme aller Schichten u> d Staffen der hiesigen Bevölkerung auf den uralten (seit 1690 bestehenden) israelitischen BezUksfrtebhof in Unterbalbach überführt, wo er. nun, da wo viele andere SiOV ihre Ruhestätte gefunden haben, ruht. Dem^LeichmbegängniS ging em ergreifender Trauergottesdienst in der Synagoge voraus. An der Bahre hielt BezirkSrabbmer Dr. Schweitzer-Weiler-Heim eine ttefdurchdachte, den ganzen Lebenslauf des Verewigten umfassende Predigt; Kirch nrar Dr. Krön er-Stuttgart, der, ftinen Shn» aufemhalt unterbrechend, berbetgeeiit war, bezeugte dem treuen Beamten die Anerkennuog der S. Israelitischen Oberktrchenbehörde: Rabbiner Dr. S a h n - Heilbronn sprach im Auft age oeS württembergischen Rabbtnerverda ndes- Dr. Reuwtrth, Rabbiner in Bingen, brachte die letzten Grüße der dortigen ReltgtonSgeseüschast, in der der Berstorbene 18 Jahre lang al» der erste Rabbiner gewttkt & Lehrer Pappen ueimer sprach im Name» der m Gemeinde und Lehrer Sahn- Edelfingen für den tnatSveztrk. Auch der älteste Sohn des Verstorbenen, Herr Jakob Sänger-Berlin, sprach dem Sätet und Lehrer in schmerzbewegten, rührenden Worten den Dank aus und daS Gelöbnis, in seinem Geiste zu wirken. Sein Beist, seine L^hre und sein Beispiel werden weiterleben und weiterwirken unter uns. ‘"DJ. Krankfurt <*. M., 6. Juni. Die Geschichte unsere» Volke» erzählt von Zeitabschnitten, die für herbe Verluste besonders auserwählt scheinen, in denen eS uns anmutet, als ob der große unstchtbare Gärtner drvbm in seinen Menschengarten hrrniederstiege, um die schönsten seiner Blumen, die blühendsten Rosen zu pflücken, sie heimzuholen in ihre Urheimat. '131 TV '•‘TH D’i» mm*? BWW «me solche ~ deucht unS — war auch Frau R o f a I o s ep h, die gegen daS Ende der ^VV-Zett, am 26. Jjar, im blühenden Alter von 34 Jahren abberufen wurde. Zehn Tage zuvor hatte ste einem Töchterchen das Leben gegeben, aber bald nach dessen Gebun stellten fich die Anzechen einer ernsten Komplikation ein, welche schon 3 Monate zuvor ihre Schatten voraus geworfen hatte. DaS überaus zahlreiche Geleite, welches der Entschlafenen am späten Nachmittag deS 27. Jjar Iris zur letzten Ruhestätte folgte, gestaltete stch zu einer imposanten Kundgebung, weiche mehr alS Grabreden, die auf Wunsch der Familie unterblieben, von dem Wesen der Heimgegangenen Zeugnis ablegte. Diese, eine Tochter de« weithin bekannten Herrn Jsak-Mainz und Enkelin von Rabbi MoseS-Matnz war tteu den Spuren gefolgt, die ihr die Erziehung in einem echten altjüdischen Hause gewiesen. Bereits in der * chule flogen ihr infolge ihrer Sanfttnut und Pflichttteue die Herzen ihrer Lehrer zu, so daß einer derselben, der verstorbene Direktor Mendel Hirsch einst Tränen vergoß, als man chm von der Gefahr berlchtete, in der fie schon während ihres ersten Wochenbettes schwebte. Glänzend hat sie im späteren Leben eingehalten, war sie in ihrer Kindheit versprach. Ihr Haus gestaltete fie im Verein mit ihrem Gatten zu einem wahrhaften 'n in welchem die rnift als Alleinherrscherin das Szepter führte, und das zu einer mustergültigen Stätte von und wurde. Bon einer seltenen Anspruchslosigkeit, Befchetdenhett und Herzei sgüte, besaß sie dabet ein sonnigeS Gemüt, welches Licht und Warme stch fich verbreitere und die Herzen aller gewann, die mtt ihr in Berührung kämm. WaS fie an n"öi in Wort und Tat leistete, kam wohl nicht an die Oeffentlichkett, aber zahlreich find die Hilfsbedürftigen, die davon berichten können. Rastlos vom frühen Morgen an tätig, gab es wohl keine Frau, die es mit ihrm Pflichten als Mutter und Hausfrau emster nahm alS fie. Unabläsfig feuerte fie ihre Knaben zum Gutm, zu mifi und |7K*T an, und die Lehrer der Schule wtsien za erzählm, welch ängstliche Sorgfalt fie auf die Erziehung verwandte, wre ste ihre Kinder in Ausübung ihrer Pflichten überwachte, und deren Heranwachsen zu pflichttreuen Mmschm und Juden ihr als höchste- Ideal vorschwebte. — Möge KÖllil 2^ dem tief getroffenen trefflichen Gatten, den schwergeprüften Ettern Trost bringm, und möge das der Heimgegangenen ihren vier Kleinen im LeberHur Seitepehen. Pott«, 8. Juni. Gestern fand unter zahlreicher Beteitlgung aller Kreise der hiesigen Gemeinde das Begräbnis des von einem jähm Tode in der Blüte seiner Jahre dahingerafften Kaufmann» Elias RzescervSkt statt. Mtt ergreifenden Worten ttöstete Herr Oberrabbiner Dr. W. Feilchenfeld die tiefgebeugten Angehörigen über den Verlust eines zu so reicht n Hoffnungen berechtigten Lrbms. Herr Rabbiner Dr. Siiderberg-Schtt.m brachte im Ramm de» Verein» Lefchaun Ltmmudim den Schmerz de» EeretnS zum Ausdruck, der in dem Toten einm i einer befähigtsten und fletßigstm, durch feine praktischen wie wissenschaftlichen Leistungen gleich ausgezeichneten Vorsitzenden verloren. Im Namen der „Freien Vereinigung für die Jnreresien deS orthodoxen Judentums" sprach Herr Rabbiner Blum-Posen. Der Liebe und Anhängttchkeit der vielm Jugendfreunde, die in großer Zahl vertteten warm, sowie alS Bettreter der hiesigen Ortsgruppe des BerbandeS der Sabbathfteunde. gab in M Herzen gehmdm Abfchtedswortm Herr Kaufmann Pleßner Ausdruck. RzeScewskt gehörte zu dem Gott Lob immer mehr erstarkenden Krerse jugendlicher Bettreter des aesetzeStreuer Judentums, die nicht nur für ihre Person tm Studium der Thora und in gewissenhafter Erfüllung ihrer Gebote das Glück und da» Ziel ihres Leben» finden, sondern darüber hinaus mit rüstiger Hand dafür arbeitm, daß das ge/etzestreue Judentum immer weitere Kreise innerhalb der Gesamtheit für seine Ideale gewinnt und für seine Jntereffm tatkräftig einttitt. Möchte es dm Gesetzestrmen in Posen gelingen, durch verdoppeltm Eifer die Lücke einigermaßen zu schließen, die durch dm Heimgang deS wackeren MietftretterS geriffm worden ist und möge der fchwergeprüf-- tm Gattin und Familie Trost werden VK atorri ‘an rnaon Oedeuhurg (Ungarn), 6. Juni Eine Trauerkunde hat dieser Tage unsere Gemüter erschüttert. Die orthodoxe Gemeinde Oedenburg har den Verlust eine» achtbarm Mitgliedes und eiftigm Förderers jüdischer Jntereffm zu beklagm. Herr Hermann Lock ist im 54. Lebensjahre gestorben. Wie sehr der Verblichene dm Lehrm, die er im etterlichen Hause empfangen, nachgelebt, in welch ungewöhnlichem Maße er fich in seinem Lebm die?Hochachtung und Verehrung der weitestm Kreise erworbm ha , da» bewies die allgemeine Teilnahme, die fein Htnschetden hervorrief, sowie die ungewöhnliche Beteiligung an btt Im Hause sprach dn Vorsteher btt f|"n den Dank au» für die Tätigkeit deS Verblichenen, dann wurde die irdische Hülle nach Zelem überführt. Dort hielten Trauettebm die Rabbiner aus Megyer, Zelem Oedenburg und Herr Rabbiner Schenk aus Wien. Alle bezetchneren ihn als n"n und p'HSC' was er im wahrm Sinne deL Wortes war. ,"0¥3n üminskalcader. Verein Mekor-Chajim, SamStag, dm 12. Juni 1909, mittags 12 Uhr, im Hvrsaale Frtedberger Anlage 5: „Mmauras Hamoaur"-Bortrag, Hnr Cantvr Steinberger. Rachm. 4*/, Uhr, Schützenstraße 2: „Mikro-Bottrag", Httr Gabriel Plant. SUrNkartte. TaniliennachrichteB. 1 Geburten: Eine Tochter: Mar Schmidt tJaphet) hier, Mainstr. — Dr. E. StrauS (Goitein) München. — Jiidor Heinemann (Goldbach) Nürnberg, Solaerstraße 16. — Iwan S a l 0 m 0 n tvan Cleef) Berlin. — Einen Sohn: Direkwr S. Rosenbaum (Hamburger) Mannheim. Verlobte: Emma Hauser, Albert Stein, Neumarkt O.-Pf. - Frankfurt a. M. — Recha Alt mann. Fritz Gutmann, Wertheim a. M. - München. — Gisella Perl», Philipp Fried mann. Köpcsenv-Wien. Verstorbene: Fr. Jette Gold sch midi geh. Schwarzschmidt, hier, Sandweg. 63 Jahre. Barmiiwohfeiern: Siegfried, Sohn v.Heinrich Za itschek, Brünn (Mähren). Sabbat - Anfang u. Ausgang OBT: Sr«nkfnrtn.M Berlin . . . . MKucheu . . . Struftdurg . Stuttgart. . . Posen . . . RSrnkerg . . Hamburg. . . Pro« . . . . Anfang Uhr iMin. 19091 5660 55 15 30 15 Datum 18. 23. Siwau Juni AttGg«Mg Uhr «in. 35 29 Ol 19 28 14 55 25 V_ Schiller Hotel gern!. Neu. Nichst Bahnhof I ■11 % §11*11 Nur Zimmer n. Frühstück. Sehr komfortabel IIIMIVn II* Zimmer von fr. 8.— an. (12341 Zimmer von fr. 2.— an. (18341 — Israel. Restaurant neben dem Hotel. — 4 Landeshuter t Leinen* und Gebild-Weberei F. V. Grünfeld Königl., Qrossherzogl. n. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W., LlipzS|«ratratSI 21-2. Grösste Aiswall aller Wfiscbeartikel für dea Baasbedarl flifertism mzer flisslttiiin. Frelsllsti mtt HAUdimoti sowie XsstnaoseUige zi Dleastei. (18423) Lehrer F. W. in B. Die Rücksmdung ist aus Versehen geschehen. Der Bericht wird dankend verwendet, doch müffm wir unL über inn Artikel die Entscheidung noch Vorbehalten. — Ein illustriertes jüdisches Witzblatt existiert, r»achdem „Der Schlttaihl" in Berlin sein Erscheinen eingestellt hat, unseres Wiffens nicht mehr. N. N. Eine solche Sieüe ist uns nicht strianni, doch ist der Brauch allgemein üblich. H. 244. 'n. 99—100. AuS dem von Ihnen angefühtten Grunde darf natürlich eine Verschiebung der keineswegs stattflnden. Im übrigen kann die emin> m wichtige Angelegenheit kaum durch eine Bttefkastennvltz abgetan werdm. Wir empfehlen Ihnen, die Sache eine« gesetzestteuen Rabbiner zu unterbreiten.