Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 18 (6.5.1909)
- Date
- 1909-05-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Sette 10. Nr. 18 Der Israelit. 6. Mat 1909. unserer Gemeinde. Ja ihm -waren vereinigt: eine unentwegte Treue zu den Traditionen unserer Lehre, eine profunde Gelehrsamkeit auf lalmudtschem Gebiete und in den sonstigen Zweigen der hebräischen Literatur, eine ungewöhnliche all^en eine Bildung und eine makellose Ehrbarkeit in seinen ausgedehnten Handelsbeziehungen. Au8 einer seit uralten Zeilen in Nochod erbgesesienen angesehenen und reichen Familie stammend, war er mit seinem gelehrien alten Vater Jsaac Schur der Hauptbegründer unserer durch nationale Reibrrein oft arg gefährdeten jüdischen Volksschule. Mit seinem durch Gelehrsamkeit und ungewöhnliche Wohl.ättgkcit ausgezeichneten Bruder dem sel. Herr * amuel Schur vermehrte er das An chen seiner Firma. Das Leichenbegängnis, an welchem die meisten städtischen und staatlichen Behörden teilnohmen, gestaltete sich demgemäß zu einer würdigen Feier des großen Toten. Die Schüler der jud scheu Schule, eröffneten den langen Zug der Trauerkäste. Im Hause desBerblichenen sprach besten Schwiegersohn Dr. Richard Löbl herz iche Abfchiedswortr. Bor dem Hufe widmete Herr Rabbiner Dr. Sicher dem privaten Leben des Verstorbenen einen ehrenden Nachruf. Mitglieder des 2 orstar des trugen sodann de Bahre zu der Synagoge, die geöffnet und beleuchtet war, und vor deren Eingang der greise Vorsteher der Kultusgemeinde, Herr Jacob Pick in warmen Worten das Wirken David Schurs, für die Gemeinde, pries Hierauf dankte Herr Oberlehrer Bäumel für das Wohlwollen, welches der Verblichene der Schule zeitlebens gespendet hatte. In weitem Umkreise über den Haup!platz der Stadt zog der Trauerzug zum Friedhöfe, woselbst Herr Rabbiner Dr. Sicher den verblichenen als seltenen GeUhrten und Ehrenmann prieS. Bet offenem Grabe spendete der Obmann der Chewra Kaddiscka dem ältesten Mitgltede dies.r Körperschaft herzliche Worte des Abschiedes. Unter den zahllosen Kondolenzen, welche im Trauerhause eintrafen, bl finden fich auch solche von Friedrich Prinzen zu Schäumturg Lippe, dem ehemaligen Leiter des Unterrichtsmini eriums, k. k. Sektionchef, Josef Ritter von Kanera, dem Stadtrate von Nachod, zahlte chen Gioßintustrllllen, dem O.l errabb ner Dr. Ehrenfeld und vielen Rabbinern. Sarvar, 28. April. Am vergangenen Tonntag ist die Fra^ unseres hochverehrten Rabbiners, im Alttr von i erst 45 Jahren, sanft entschlummert. Die Verblichene war die Tochter des bekannten Rabbiners S. CH. Fellner und eine Enkelin deS berühmten Rabbi Menachem Satz Vitt* Die rplbn fand unter zahlreicher Betetltgung von nah und fern statt. Der Sohn der Verblichenen, ein n"rv hielt einen warmen Nachruf, bet dem kein Auge trocken blieb. Kopeyhage«, 24. April. Dieser Tage aal Herr Kaufmann M. Rosenbach hier,elbst, seinen 90jährtgen Geburtstag in voller Körper- und Getstesfrische, begehen können, Morgens um 8 Uhr war er in der festlich beleuchteten Synagoge, wo er natürlich diele Ehrungen und die Glückwünsche aller Anwesenden empfing. Der ynagogenchor sang mehrere Psalmen zu seiner Ehre, und Herr Prof. D. Simonsen überreichte dem Jubilar nach einer sehr herzlichen Red einen prachtvollen Tallis. Nachmittags fand eine Festtafel statt, an der der rüstige Greis teilnahm. HXÜ 1# wünschten wir vom ganzen Herzen dem lebensjroyen, thoratreuen Greis. Sprechsaal. Geehrter Herr Redakteur! Bei der Lektüre des vorwöchentlichen Artikels . Ein neologeS Fechterkunststück" fühlte ich mich einige Male aposttophtert, daher ich bitte, mir einige Zeilen hierüber zu gestatten. WaS den angeblich direkten crstoß gegen die Halacha b.trifft — es handelt fich um meinen Vorschlag,, für das vielfach geändert^ endlich das positiv lautende eintreten zu lasten — spreche ich noch an einer anderen Stelle hierüber in ausführlicher Weise. Die Entschuldigung, daß man einen solchen Verstoß einem Literar-Historiker, der ja keinen Anspruch erhebt, nmn n-llv zu sein, schließlich nicht allzuhoch anrechncn dürfe, lehne ich herzlich dankend ab. Man möge mich nicht als ruhmredig ansehen, wenn ich behaupte, daß ick sowohl bezüglich der Literatur als auch bezüglich der halachischen Vorschriften, für das liturgische Gebiet ast mit jedem amtierenden Rabbiner es aufnehme. Dieses stolze Bewußtsein hat mir der selige Rabbi Dr. Hildesheimer etngeflößt, mit dem ich auf diesem Gebiete mehr als drei Dezenten gearbeitet habe. Es fei mir erlaubt — gestatten es ja unsere Weisen da, wo man nicht erkannt (oder gar verkannt) werde von sich selbst zu sprechen — daraus hinzuweisen, daß der sel. Rabbi mich einmal in öffentlicher Rede als einen Granit bezeichnet habe, nicht allein für die Festigkeit in der Glaubens- und Gesetzesrrcue, sondern auch für die tief einuegrabene, unverlöjchliche Schrift auf dem bezeichneten Wissensgebiete. Aber ttotz dieser weitgehenden Anerkennung habe ich in den zahlreichen fV'HP/ zu denen ich von Rabbinern und Vorstehern des In- und Auslandes veranlaßt werde, niemals meine Anficht als Entscheidung hingestellt, sondern immer nur in Form eines Vorschlages oder einer Empfehlung für diese oder jene Berichtigung oder Aenderung. Auch in meinem Buche „Randbemerkungen" habe ich diese Form gewahrt, bet der ich jedesmal noch auf eine ältere oder höhere Instanz mich berufen habe. Die Devise „gerecht und wahr" wird, so Gott mir Leben und Gesundheit verleiht, auch ferner mich leiten. Mit Ergebenheit! Prof. Dr. A. Berliner. Zur Warnung., Vom Oberrabbinate in Amsterdam geht uns unterm 20. April solaendes Schreiben zu: Bor einigen Jahren verheiratete fich hierzulande (nicht in Amsterdam) ein Rüste, namens Gedalja Kaftan und wohnte dann mit seiner Frau i letzter Zeit hier. Es stellte fich jedoch heraus, daß derselbe schon in Rußland mindestens einmal verheiratet war. Auch mit der hiestgen Frau un> deren Verwandtschaft war das Verhältnis getrübt, sodaß auch von dieser Sette auf toi gedrängt wurde. Seit dem jüngstenrOtP nun, ist der Mann verschollen und soll nachher aus oer Reise nach Dortmund gesehen worden sein. Damit der schlechte Mensch nicht noch andere Frauen zu seinen Opfern macht, scheint es erwünscht, die Sache in die Oeffentlichkett zu bringen, damit sowohl die Frauen als die Rabbiner, die die Trauungen vornehmen könnten, zur Borficht gemahnt werbenumsomehr als der Verbrecher fich im Besitze eines ruffischen Passes befindet, der jüngeren Datums als der offizielle Trauschein mit seiner Frau in Ozany, (Rußland) i|t und in dem er als unverheiratet bezeichnet wird. Im Aufträge des Herrn ObrrrabbinerS möchte ich Sie freundlichst bitten, das nötige zu veranlasten, damit Gedalja Kaftan sowohl in deutschen als in rusfischen Blättern als ein btCW'' 7)122 71120 gekennzeichnet wird." Briefkasten. St. L. in E. Wir haben Ihren Wunsch erfüllt. A. Sch. Sie erhalten direkte Offerte. Nabb. Dr. B. K in Pl Hugo Bondi & Co., Mainz. Kantor F. in Z Wenden Sie sich an das Stellenvermittlungsbureau des Schomre Schabbos-Bereins Frankfurt a. M., Schützenstr. 14. E. W. in C» Es besteht heute kein Zweifel darüber, daß nur solcher Ehokolaoe als gelten kann, der unter ritueller Aufsicht hergestellt wird. Ä. Pl. str. Uns liegt bereits ein kurzer Bericht über den Gegenstand vor. Besten Dank. A 4E>. in H. Wir freuen uns aufrichtig über Ihren Wunsch nach Erweiterung des homiletischen Teiles unseres Blattes und werden ihm nach Möglichkeit Rechnung tragen. Ihre anderen Wünsche lasten sich leider aus Gründen künstlerischer Natur nicht ausführen. I B. in O. Die Barmizwah findet statt am 'VOV1 fllfctt dieses Jahres.!W. B Die Frage bedarf der Entscheidung eineranerkannten rabbinischen Autorität. B. in M. Ist leider für uns unverwendbar. Manuskript folgt zurück. K. A. Darüber entscheidet nicht der sondern der Dlpön 2N2V, über den Sie fich bei Ihrem zuständigen Rabbiner oder einen heimatkunbigen n"f) orientieren müssen. Lehrer E. M. in H. Die betreffende Notiz war in No 15 ganz im Sinne Ihrer Mitteilung enthalten. Zweimal Lbir den gleichen Gegenstand zn berichten, geht nicht an, was Sie als alter Abonnent gewiß einsehen werden. O T. in N. Wir find bereits im Besitze eines entsprechenden Berichtes. Besten Dank. Uereitt$k<Uender. Verein Mekor-Chajim (Schützenstr. 2.) Samstag den 8. Mat, nachm. 4 Uhr, Mikro-Vortrag des Herrn Joseph Kaufmann. TatniHennacbricftteM. Geburten: Tinen Sohn: Dr mrd. H. B. Auerbach (Kauffmann) Halberstadt. — Joseph Weichselbaum (Emanuel) Berlin, L Söhne. — Eine Tochter: Moritz Rapp (Berberich) hier, Hermesweg 39. — Richard Strauß (Kann) Bingen. Verlobte: Minna Jwicnsky, Carl Goldschmidt, Frankfurt a. M.-Berlin. — Emma Sichel, Julius Löw enstein, Frankfurt a. M.-Echzell. — Zda Berli ner. Abr.Schönfe l d, Archshofen - Wachenbuchen. BarmlEwobfelern: Louis, Sohn von Moritz Löwenstein, Mayer, Sohn von Jakob Oppenheimer, beide in Sulzbürg (Oberpf.i Sabbat - Anfang u. Ausgang 18« O B T: Anfang Datum Auso,- > UhrlMin. 1809 8««» Uhr -Pfu-. 8. 17. Jjor OnmM a. M 7 20 Mai 8 45 Berlin .... - 8 31 München . . . 7 r> 8 kl Sttahburg . 7 rO 8 40 Stuttgart. . . 7 15 8 33 Posen ... — - 8 28 Nürnberg . . — - 8 25 Hamburg. . . - - 8 55 Brau .... — — 8 25 Für de» Reklamenteil ist die Redaktion «tchr der ans« wörtlich: insbesondere ist es ausschließlich Sache der Leser, die im Reklameteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Ware« oder sonstige «»gaben religionsgesehliche« «harakters auf ihre Zuverlässigkeit zn prüfe». I>U2VNl. Schiller total aarnl. Neu Nächst Bahnhof Nur Zimmer u. Frühstück. Sehr komfortabel; Zimmer von fr. 2 — an. (12341 — Israel. Restaurant neben dem Hotel. — Für dm Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es ausschliesslich Sachs der Leser, die In Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder Sonstigeingaben r ellglonsgesetzllehen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zn prüfen. Triberg. Beliebtester HibiB-Lufikurari des Icbfarzwilies 800 m ü. d. M. Penwion Willa W»ldeclt. 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