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Der Israelit · 1909-02-11 · Heft 6 (11.2.1909) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
50 (1909)
Issue
Heft 6 (11.2.1909)
Date
1909-02-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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9tC- L Sette 10 Der J-raeltt. 11. Februar 1909 Urteil nach ein schönes Gebäude und wie geschaffen, den armen, bas Elternhaus entbehrenden Waisen ein angenehmes Familienheim zu werden Am 30. Septbr. 1908 betrug nach Abzug der für den Bau verausgabten 45349,93 Mk. das Barvermögen 57 636,37 Mk. Daß es gelungen ist, den herrlichen Gedanken bett. Errichtung eines Waisenhauses zu verwirklichen, ist in erster Reihe der unermüdlichen Tätigkeit unseres Herrn Landrabbiners Dr. Löb zu danken, der sich durch den herrlichen Bau und den damit verfolgten edlen Zielen ein dauerndes Denkmal gesetzt hat. Hoff nttich bleibt die seither so glänzend bewährte Opferwilligkeit unserer Glaubens genoffen auch weiterhin rege, damit es gelingt, ohne Sorgen das begonnene Werk weiter;uführen. Hatten (Elsaß), 9. Februar' Unter Leitung der Herren Rabbiner Bloch-Sulz und We l- Buchsweiler hat fich vergangene Woche hierein „Verein der Sabbatfreunde" konstituiert. Der Vorstand unserer Gemeinde hatte die Mitglieder auf Sonntag Abend 4 Uhr eingeladen, die auch fast vollzählig erschienen war. Nachdem die beiden anwesenden Rabbiner Zweck und Ziel des Sabbatverbandes und seine hohe Bedeutung für unsere Heranwachsende Jugend klargeiegr hatten, ist eine stattliche Anzahl GemeindemitgUeder zusammengetreten, um stch zu einer Ortsgiuppe be& „Verbandes der Sabbatfreunde" zu konstituieren. Rühmend sei besonders hervorgehoben, daß auch einige anwesende Damen stch sofort in, die Liste der Mitglieder einzeichneten. Hoffentlich entstehen noch viele s icher Vereine im Elsaß. Königsbach (Baden), 5. Febr. Es w^rde hier, dank eifriger Bemühung des Herrn Max Daube, ei >e „Schomre Schabbos - Verein - Ortsgruppe" gegründet, der bis jetzt 20 Mitglieder beigetreten fin); weitere Beitrittserklärungen stehen in Aussichtes ist zu wünschen, daß dies Beispiel in vielen Landgemeinden Badens Nachahmung fin e. Preftbnrg, 8. Februar. Der jüdisch humanitäre Btldungsveretn "D’OJmöfT/ hielt verflossenen Sonntag seine ordentliche Generalversammlung ab. Präses Oskar May er begrüßte die Anwesenden, sowie tie Delegierten »nd schilderte in einer längeren Rede die Geschichte des -i ereins. Hierauf wurde der Jahresbericht verlesen, in welchem fl&n Subrabbiner DaoidNeuman n ein warmer tiefempfundener Nachruf gewidmet ist. Zum Zeichen der Trauer erhoben sich alle Teilnehmer von ihren Sitzen, ferner ist aus dem Jahresbericht zu ersehen, daß dieser junge aufstrebende Verein während seines 16monat rchen Bestandes an Unterstützungen (an arme Schnlkinder) den Betrag von 116,18 Kr. verausgabt hat. Der Verein zählt 150 Mitglfeder und seine Bibliothek umfaßt 198 Bücher. Der Jahresbericht wurde zur Kenntnis genommen und dem Präsidium sowie dem Ausschuffe Decharge erteilt. Hierauf erstilgte die Neuwahl mit Akklamation - zum Präses wurde gewählt Herr Oskar Mayer, ferner die Herren Lajos Buchwald, Oskar Unger, Bela Adler, Jeno Gottlieb, Länder Krau'sz und Jeno Weinberger. In den Ausschuß: Dezsö Herzog, S. Katz, S. Sohn, L. Luzatto, Fr. Roth, A. chap, S. Pollak und Hr. Singer. Als Bibltothekor Hugo Grosz. O. M. Personalien. Hamburg. 5. Febr. Am 2. Februar starb hier Herr Gustav Tuch im Alter von 74 Jahren an den Folgen, einer Operation. In Hamburg als Sohn einer angesehenen Familie geboren, widmete er sich dem Kaufmannsstande. Seine Berufstätigkeit schlug ihn aber nicht völlig in Feffeln, er fand vielmehr noch Gelegenheit Wiffeaschast und Kunst zu Pflegen. Im Jahre 1854 erschienen vo.i ihm Übersetzungen poetischer und prosaischer Werke aus dem Schwedischen und Italienischen, ebenso eine englische Uebertragung des deutschen Wechselrechts unter dem Titel „German Code on Bills of Exchange" im Jahre 1860. Mit feuriger Begeisterung arbeitete er in dem Nationalve^ein mit, der nach deni Regierungsantritt König Wilhelms 1. die Einigung Deutschlands unter Preußischer Führung anstrebte. Auf Grund seiner umfassenden und gründlichen Kenntntffe ist Gustav Tuch auch zu den Preßverhandlungen und -Erörterungen zugezogen worden, die fich mit der Umwandlung der kleinstaatlichen Milttärzustände beschäftigten. Bald , ah Beendigung des deutsch-dänischen Krieges im Jahre 1866, war er mit an der Spitze der Bewegung, die in dem Anschluß Hamburgs an die deutsche Wirtschafrssphäre ihre wichtige Aufgabe erblickte. In den Kriegsjahren wurde Gustav Tuch als Leiter und Bure u-Organisator der Kommerz- und Dtökonto- Bank und später in die Anglor, entsche Bank berufen, wo er viec Jahre wirkte. Nachdem er 18 <4 bis 1879 Redakteur an den „Hamburger Nachrichten" gewesen war, veränlaßte die Wandlung der Wirtschaftspolitik ihn zur Gründung eines eigenen Organs, das unter dem Namen „Der Botschafter" erschien. In gerecht r Würdigung seiner Verdienst ollen Arbeit zur Förderung des Hamburger ZollanschluffeS, wurde ihm 1899 der Kronenorden vierter Klaffe verliehen. Staatsbehörden und Gemeindeverwaltungen forderten ihn öfters auf, sein sachverständiges Gutachten über wichtige jkommunalfragen abzulegen. Für seine hohe Intelligenz und seinen unermüdlichen Fleiß legt noch eine Reihe von Werken Zeugnis ab, wie: „Ueber die Sonderstellung demscher Häsin", über „Schutzzoll und Warenausfuhr" und derartige weitere Probleme. Seine spezifisch phtlantroptschen Arbeiten setzen zurerst mit der Förderung der Ed. Kley-Stiftung ein, die zum Besten alter, unversorgter Lehrer und Lehrinnen gegründet wurde. Biele Jahre lang bekleidete er das Ehrenamt eines Prästdenten der Henry JoneS-Loge. Seiner Initiative bezw. seiner energischen Mitarbeit find wichtige Jnstikutionen zu verdankon. Wie: „Das Hamburger Israelitische Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels", das „Gemoinschaftsheim", der „Ber in für Arbeitsnachweis", dem jüngst noch ein Zweig für weiblichen Arbeitsnachweis angegliede t wurde ferner die „Bodenkulturgesellfchaft", die „Israelitischen Kinderhorte", der „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" und die „Gesellschaft iür jüdische Völkerkunde" Ferner schuf er den „Israelitisch-Humanitären Frauenverein in Hamburg, aus den; schon mannigfache Ein Achtungen, und jüngst noch das „Israelitische Mädchen- Heim" j»r erwerbende junge Frauen hervorgegangen find Er war u a. auch im Reprüsentanten-Kollegium der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg, im Vorstand der Taubstummen-Anstalt, im Kuratorium der gärtnerischen Erz ehungsanstait zu Ahlem usw. Die Vornehmheit seiner Persönlichkeit kam auch in seinen schlichten Umgangsformea zum Ausdruck, in denen jeder Milde und Herzenstakt herausfühlen m ßte. Mülhausen, 1. Febr. Im hohen Alter von 86 Jahren starb gestern der weithin bekannte Großindustrielle Lazarus Lantz. Der Verstorbene war lange Jahre hindurch Präsident des Jsra litischen Konststort ms und Mitglied des Siadtrats. Als Wohltäter hat er stch einen unvergeßlichen Namcn erworben. Würzburg, 4. Febr. Ein für das Gemeinwohl sehr tätiges und sehr religiöses Mitglied ist in den jüngsten Tagen aus unserer Gemeinde geschieden. Herr L> zarus Baumblatt, früher in Theilheim, beendete im 84. Lebenswahre seine irdische Laufbahn. Wie wenige gab er sich der öffentlichen Wohltätigkeit hin und bald fand sein edles Streben die wohlverdiente Anerkennung durch Berufung in die Verwaltung verschiedener Wohltätigkeitsvereine und -Anstalten, so der D^Dn rTDrO in welcher er stch den Liebesdienst! n gegen Kranke und Verstorbene mit großer Hingebung widmete, der israelitischen Krankenhausverwaltung, des Hilfsvereins rc., wobei er sich überall durch rege Anteilnahme und Werktärigkeit auszetchnete. Die allgemeine Wertschätzung ward ihm dafür entg gengebracht und groß war daher auch die Teilnahme an seinem Leichenbegängnis die beredten Ausdruck fand in der Trauerrede des Herrn Distriktsrabbiners Bamberg er. Sein Gedächtnis wird ein bleibendes uitd gesig netes sein! Würzburg, 3. Febr. Am Montag beging die Kreisoberrealschule eine seltene Feier. HerrDr. Braunschweiger, eine überall bekannte und beliebte Persönkeit, wirkt an genannter Anstalt nunmehr vierzig Jahre als Lehrer für den jüdischen Religionsunterricht. Aus diesem Anlaß h;e t Herr Rektor Prof. Breun lg in Gegenwart sämtlicher Lehrer und vor einer größeren Anzahl von Schülern eine längere Ansprache an den Jubilar, in welcher er die Verdienste desselben kennzeichnte und hervorhob, wie segensreich er als Lehrer wirkte, und den Schülern stets als guter Berater zur Seite stand. Im Namen der Kollegen überreichre dann der Herr Rektor einen prächtigen Blumenkorb mit ausgewählten Blumen. Herr Dr. Braunschweiger, völlig überrascht von diesem Akte, erwiderte in bewegten Wortener dankte für die schönen herzlichen Worte des Herrn Rektors und betonte besonders den Frieden, der an der Anstalt unter allen Konzessionen herrsche und namentlich auch un ec den Reltgtonölehrern bestehe. Auch zwei Schüler sprachen ihrem Lehrer in herzlichen Worten ihren Dank aus und überreichten ihm ebenfalls ein sinniges Geschenk im Namen der Schüler. Tornalja, 9. Febr. Am Freitag, 6. d. M. wurde hier Nathan Marmor st ein V'än zu Grabe getragen. Der Verblichene war ein äußerst frommer rechtschaffener Jude und ein großer n"T|. Herr Oberrabbiner Fried aus Sejosztpeler, der Schwager des Verstorbenen, hielt eine ergreifende Trauerrede, die kein Auge tränenleer ließ, ebenso Herr Balajti, Rabbtnatsasseffor, im Namen der Gemeinde und n"3!ün- K. S Briefkasten. Kantor C. in St. Wir haben Ihre Frage bereits beantwortet. Für prinzipielle halachtsche Entscheidungen ist jedoch der Briefkasten der denkbarst ungeeignete Platz I. B. Th. m Z. Gehört in eine hebräische Zeitung. 1840. Der 13. Februar 1840 war am -HK 'IS -|"fl ptPXT — Ihre beherzigenswerte Anregung ift schon oft gegeben worden und hat auch in vielen Kreisen Anklang gefunden E. A. in Kr. Der betreffende Rabbiner ist uns nicht näher bekannt. Die Gemeinde steht auf neologem tandpunkt und ist daher in Ihrem Falle Vorficht geboten. M. K in N. Wir können keine prinzipielle Zusage machen, sonoern müsien die Arbeiten von Fall zu Fall prüfen. Lehrer ® in <5>. Wir müssen uns die Entscheidung noch Vorbehalten, hoffen aber, die Arbeit mit einigen Aenderungen verwenden zu können. Lehrer L. O. in Br. Bon hebräischen Einührungswerken nennen wir Ihnen 812V von Samuel Hanagtd. Bl. in 18. Daß Ihnen die Erzählung in der letzten Kinderecke so gut gefallen hat, freut uns aufrichtig. Auch haben Sie den Sinn der Fabel ganz richtig erraten. Ihnen den Namen des Verfassers anzugeben, geht leider nicht an. Aber Sie dürfen versichert sein, daß er, erfreut durch Ihre anerkennenden Worte, Ihnen jetzt noch öfter Fadeln und Rätsel bringen wird. Oereinskalender. Jüdischer Frauenverein e. B. Am Dienstag, abends 88/4 Uhr im Vereinslokale des „Mekor Chajim- Bereins", Schützenstraße 2: „Ibsens Rosmersholm" I. Referent: Herr Oberl. Dr. Schüler. — Am Mittwoch, 17. Febr., abends 9 Uhr, in der Realschule der Jsr. Rel.-Gesellschaft, Am Tiergarten 8: Lektüre und Erläuterung des Buches Hiob". Referent: Herr Dir. Dr. Lange. Gäste (Damen) sind willkommen. Verein Mekor-Chajim, Samstag, 13. Februar, Nachmittags 3% Uhr, chützenstr. 2, Mikro-Vortrag des Herrn Nathan Eschwege. — Sonntag, 14. Februar, Nachmittags 6 Uhr: Vorlesung des Herrn Julius H i r' ch aus „Jesajas". Vereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung '22t Mittwoch, 17. Febr. 1909, abends 9 Uhr, im Saale des alten Kaufmännischen Vereins, Langestraße 26: Vortrag des Herrn Jacob Rosenheim über „Großstadtpsychologie und ge setz es treues Judentum". Gäste (auch Damen) willkommen. „M o n t e fio r e", Verein, zur Pflege der idealen Interessen jüdischer jun,er Leute. Mittwoch, 17. Februar, abends 9 Uhr, Bortrag des Herrn Bernhard Ros'enthal hier über „Die Umwandlung der Juden von einem ck erbauvolk ezu einem Handelsvolke.' — Samstag mittag 12*/4 Uhr: Tnach-Schiur im Bereinslokale. Jamiliennachricbten Geburten: Jacob D aub e, Freiburg i. B. einen Sohn. Verlobte: Therese Wiegener, Wilhelm .Gabel Mezö Belker-Großwardein. Vermählte: Emil D aub e, Henriette geb. Pfeuffer, Giebelstadt i. Bah. — Silberne Hochzeit: Kantor Adolf Löwy u. Frau, Koblianowitz i. B. Verstorbene: Frau Sidonie Dann, Frankfurta. M. 73 Ihr. — Minna Strauß geb. Lorch,Frankfurt a. M. 70 Ihr. Barmizwohfeiern: Carl, Sohn von Samuel Rosenthal, hier. In der Synagoge „Kippestub" Rechneigrabenstraßc 18. Sabbat-Anfang u. Ausgang. •nrn OKI; Anfang Datu« AuSgany Uhr ISOTm. 1909 566» Uhr |Mw 13. 22. Schewat Sranksnrt a. M 5 10 Febr. 6 25 Berlin .... — 5 50 München . 5 15 6 13 Straftbrrrg . 5 30 6 25 Stuttgart. . . 5 -- 6 19 Posen ... — — 5 50 Nürnberg - — 6 12 Hamburg. . — 6 10 Prag. — 5 50 i Landeshuter |: Leinen» und Gebild »Weberei F. V. Qrünfeld König!.. Grossherzogi. u. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W., Leipzlgeratratie 28-2. Grösste Auswahl aller Wäscheartikel für den Hausbedarf. HaferUsBia ganzer üisstattBigei. Preisliste mit Abbildungen sowie Kosten' Anschläge za Diensten. (7vss) Der Zirkus Beketow wird sich gelegentlich seiner Durchreise von London nach Budapest für em kurzes Gastspiel von nur 15 Tagen bei uns in der Halle deS Landwirtschaftlichen Vereins, Ostendstraße, aufhalten. Die große Gesellschaft trifft am 16. Februar mittels SonderzugeS hierein; die Eröffnungsvorstellung wird Mittwoch, 17. Februar, abends 81/« Uhr, stattfinden. Der Zirkus Beketow ist eine Gesellschaft, welche bisher in größten Städten Europas, wie London, Paris, Brüssel, Hamburg. Berlin, Wien, Budapest u. s. w. gastierte und überall große Anerkennung fand. Karten im Vorverkauf sind zu haben in dm Zigarrengeschästen von G. M. Holz. Kaiserstr. 59, Zeit 6 und Overnplatz 2.

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