Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 50 (1909)
- Issue
- Heft 3 (21.1.1909)
- Date
- 1909-01-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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»de. S. Veite 10. schuldigte sie, sein Portemonnaie gesunden zu haben, das viel Geld enthalte. Kurz, er bedrängte den Eierhändler dermaßen, daß dieser zu seiner Rechtfertigung einen Briefumschlag vorzog und sein darin befindliches Geld, 2900 Kronen in Papier, dem Gauner vorzeigte. Dieser benutzte natürlich die Gelegenheit, um, das Kuvert prüfend, die Geldscheine daraus zu entwenden und den Briefumschlag leer dem Eigentümer zurückzureichen, der den Betrug erst nach seiner Ankunft rn Oberschlesien bemerkte. Die hiesigen polnischen 'Zeitungen, die den Fall berichteten, vergessen merkwürdigerweise der Wahrheit gemäß hinzuzufügen, daß der so Betrogene ein „schlauer" galizischer Jude war, während der Betrüger zu den birdern Polen zählt. (Sonderbar! Red.) Aschaffenburg, 15. Jan. Die Wahlen der iSr. Sultusverwaltung fanden Ende Dezember zum erstenmale nach Inkrafttreten der neuen Gemetndestatuten statt. Wiedergewählt wurden dte Herren A. Hamburger und S. Goldschmidt, neugewählt Herr D. Cahn. Die Wahlen fandm unter starker Beteiligung statt, und wurden die genannten drei Herren trotz einer heftigen Gegenagitation mit großer Majorität gewählt. Die Wahl des Ausschusses, welche nach den neuen Statu en von 5 auf 7 Mitglieder erhöht wurde, fand 14 Tage später statt, wüche indessen bet einer sehr schwachen Beteiligung der Wähler vor sich ging. Wiebergewählt wurden die Herren S. Jacob und Jacob Solinger, neugewählt: Jacob Le vy, M. Oestreicher, M. Philipp, A. Ham burger und Louis Löb. Görlitz, 5. Januar. Herr Fabrikbesitzer Sally Sei)mann hat anläßlich seines 70. Geburtstages der ynagogengemeinde zum Baue der Synagoge 30,000 Mark überwiesen. New-Vork,19. Jan. Die „Federation of Jevish Organisations" in New-Aork hat auf ihrer jüngsten Delegiertenversammlung den Beschluß gefaßt, an dm Kongreß eine Eingabe zu richten, in welcher die Einführung jüdischer Mtlitärgeistltchen verlangt wird. Die Eingabe weist darauf hin, daß die katholische und protestantische Konfesfion bereits zahlreiche auch zur Frtedenszett wirkende aktive Mtlttärgeistltche haben und daß es nur gerecht sei, daß auch dte zahlreichen jüdischen Soldaten nicht des religiösen Beistandes entbehren. Yrremsveren. Frankfurt a. M., 18. Januar. Am Mittwoch, 13. d. M., sprach in der Bereinigung vjSC ]T?nj Herr Lehrer Mannheimer aus Dettelbach über den „Bug der Volkstümlichkeit im Judentum". Der unseren Lesem rühmlichst bekannte Vortragende verbreitete sich in klarer und anschaulicher Weise über die verschiedensten Gebiete, in dmen die „Volkstümlichkeit" sich Nachweisen läßt: der Erzähler ton der Bibel, rHi^T Dl« '22 ptrb mm den auch dte pädagogische Wiffenschaft anerkenntder geschieh ltche und gesetzliche Teil der n“liri/ in letzterem namentlich dte Tatsache, daß die jüdische Religion wie keine andere mit konkreten Begriffen und lebendiger Anichauung operiertder demokratische Zug hinsichtlich der Lernpflicht, die Popularisierung der jüdischen Wissenschaft seit ältester Zeit bis zur Gegenwartdie Volkstümlichkeit in der Sprache und im Inhalt unserer Für alles fühlte der Redner zahlreiche Aussprüche des jüdischen Schrifttums an und verwertete reichlich die Erfahrungen aus der Lehrpraxis. Die A sführungen des Borttagendm gipfelten in der Mahnung, daß jeder die besprochene Eigmart der jüdtschm Religion auszunützen umsomehr verpflichtet sei. Dte gut besuchte Versammlung, die dem Bortrage mit großer Aufmerksamkeit zuhörte, spendete dem Refermtm reichen Beifall. Es wurde auch die Anregung gegeben, dtesm Bortrag, sowie die anderm Arbettm deS Herm Mannheimer, die einer jüdischen Bolksliteratur zur Zierde gereichen müffm, in Buchform erscheinm zu taffen. Berlin, 12. Jan. Dte „Bereinigung jüdischer Religtonslehrer Berlins" beendete im Dezember v. I. das vierte Jahr ihres Bestehens. Auch der Verlaus dieses Jahres war, wie der Vorsitzende^)errDr.J. Beichrode, in der Generalversammlung hervorhob, ein vefriedtgmder. Es wurden in dm Monatsfitzungen 10 wifsenschaitliche Borträge bezw. Referate grhaitelldie Mitglieberzahl betrug 26. Erfteulichen Zuwachs hat die Bibliothek erfahrm, die sich um 69 Bände vermehrte. DaS wichtigste Ereignis war die Abhaltung einer Lehrerinnenprüfung auf Grund der von der Bereinigung aufgestellten Prüftmgsordnung. Es find zwar währmd der letzlm Monate noch zahlreiche Meldungen etngegangen. die aber zurückgewtesm werdm mußtm, weil die „B. j. R." zur Ablegung der Prüfung keine Kandidaten zuläßt, die Lehrer-Seminarten hätten besuchen können oder, sei eS wegen chrer mangelhaften Vorbildung, fei e-. wegen chrer religiösen Gesinnung, keine Gewähr dafür Memt, daß sie im Sinne der Tendenzen der „B. j. R." wirken werden. In der Gmeralversammlung wurde der Anschluß an dm „Bund gefttzeetreuer Lehrer" beschlafsm, ebmso eine Konsolbterung der vorgenannten Prüfungs- Kommisfion. In der Januar-Sitzung sprach Herr Dr. Meier Hildesheimer über das Thema: „Verschiedene Lehrerfragen". Anschließend an die Tagungen der „Freien Vereinigung", des „Bundes", sowie der „Rabbiner-Bereinigung" wurde über das neue Lehrerbesoldungsgesetz, Lehrerfortbilbung, sowie Wanderlehrer debattier^ Pose«, 15. Jan. Zum Zwecke der Berichterstattung über die Frankfurter Tagungen hatten dte hiesigen Ortsver Israelit. gruppm der „Freien Bereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" und des „VerbandeS derSabbathfreund!e"etnesgemeinsame öffentliche Versammlung e nberufen. Der Borfitzende der „Freien Bereinigung", Hcrr.Dr. Max Calvary, eröffnete dte Sitzung mit einer Begrüßung btt Erschienenen, wobei er in einer kurzen Darlegung auf die innere Verwandschaft der Verbände hinwtes, dte dem alten überlieferten Judentum einen neuen Frühling erringen wollm. Sodann gab Herr Pincus P l e ß n e r, nachdem er einleitend die große ideelle Bedeutung des von ca. 2000 Teilnehmern besuchten öffentlichen Beretnstages hervorgehoben hatte, den dort erstatteten Geschäftsbericht der „Freien Bereinigung" bebekannt, und führte den Besuchern der Versammlung ein getreues Bild ihrer vielseitigen von Erfolg gekrönten Bestrebungen vor Augen. Ueber den Dele giertmtag des „Verbandes der Sabbathfteunde" erstattete Herr Rabbiner Blum Bericht. Der Redner schilderte die Bedeutung und die Erfolge des Verbandes nach der ideellen und materiellen Seite und besonders durch die zahlreichen Anregungen, die der Delegtertmtag für eine wettere ersprießliche Tätigkeit gab. Mit einem warmen Appell an die Versammlung, diesen Anlegungen, namentlich bezüglich der „Peah" auch hier Folge zu geben, schloß der Referent. In herzlichen Worten dankte Herr Dr. Calvary den beiden Rednern und forderte die Erschienenen, soweit fie noch nicht Mitglieder waren, zum Beitritt auf. Nach kurzer Diskussion wurde die Versammlung geschloffen. Posen, 18. Jan. Am Sonntag, 17. d. Mts. fand in S a m t e r b. Posen im Hotel „Gilda" eine Versammlung deS „Verbandes oer Sabbathfreunde" statt, dte von der Pofener Ortsgruppe veranstaltet wurde. Es waren reichlich 100 Personen anwesend. Nachdem Herr Rabb. Dr. Wresckner dte Versammlung mit einer schönen Ansprache eröffnet hatte, ergriff Herr K. Pleßner das Wort zu seinem Bortrage über das Thema: „Wie erhält man dem Juden den fQtp? In etwa etnstündtger Rede legte der Redner dar, welche Bedeutung der für das Judentum hat, indem er auf dte Schäden des rötP aufmerksam machte der in den meisten Fällen des vollständige Schwinden des reltgiöfen Lebens zur Folge hat. Der Vortragende ging alsdann auf die Gründung der tellenvermittlungs»7i2V Vereine usw. ein und wies auf dte vom Verein errungenen praktischen Erfolge in Sachen der Sonntagsruhe hin. Zum Schluß ermahnte er zur Gründung von Jugendvereinen und schloß mit de- Aufforderung zum Eintritt in den „Verband der Sabbathfreunde". Der Erfolg bestand darin, daß sich 27 Mitglieder anschloffen und eme Ortsgruppe bildeten. Fürth, 17. Jan. Am 6. Januar hielt Herr Rabb. Dr. L. A. Rosenthal aus Berlin im htefigen „Auhawe Thauroh-Verein" enen Vortrag über „Der hohen Wert der Midraschim". Der Vortragende verstand es in ganz fesselnder Weise, dte Bedeutung der Midraschim, dte halachi che und agadische, besonders auch für dte Geschichtsforschung auseinanberzusctzen. An dte Mechilta anknüpfenb, zeigte er, wie dte Empfindung des jüdischen Volkes nach der Zerstörung des Heiligtums und sein ganzes Innenleben jener Zeit sich im Midrasch wiedersptegeln. Durch die Beschäftigung mit den Opfergesetzen wendete sich der Blick dem Tempel und seinem einstigen Glanze zu und der Druck des Exil erweckte den Wunsch im Volke, das jüdische Reich wiederherzustellen. Der Bortrag wurde mit großem Beifall angenommen. Wien, 15. Jan. Am 27. Dezember fand hier im Lokale des „Koscher-Bolksküchen-Bereins Einheit" eine Versammlung zur Gründung eines D2V 'NDV-Vereins statt. Dte sehr zahlreich besuchte Versammlung debattierte gründlich über einen vom Komitee vorgelegten Statutenentwurf und wurde dem Komttee die wärmste Anerkennung dafür ausgedrückt, daß es dazu geschritten ist, diese für die Erhaltung deS echten und rechten Judentums so wichtige Institution zu schaffen. Wer weiß, wie viele junge Leute aus religiösen Häusern in der Not der Versuchung zu rOtt? unterliegen, wie oft junge Leute gebucht wer en, die auf Sabbatheiltgung Wert legen, muß dte Gründung einer Zentralstelle für Angebot und Nach frage freudig begrüßen. Nicht minder wtchttg erscheint die Aufklärung über dte Bedeutung des Schabbos und Bekämpfung der die Heiligung des Sabbaths schädigenden Tendenzen. Wir erhoffen von dem Verein eine bedeutende Förderung der Reltgiöfität in Wien, besonders aber eine Konzentrierung aller streng-religiösen Elemente, die hier Zusammenarbeiten werden auf einem Gebiete, von dem Politik und Personenftagen auszuschließen find. DaS Komitee, besteheno aus den Herren: G. Austerlitz, S. Bondi, M. Hosbauer, W. Pappenhelm, E Torczyner, I. Herske, L. Hirschler, I. Stetnfeld, M. Stern, E. Stroh, hat die Statuten bereits der Behörde unterbreitet und wird in einem rl tonace der Verein konstituiert werden. Bon der Versammlung wurde ein Begrüßungstelegramm an den gleichzeitig versammelten Delegiertentag in Frankfurt a. M. gerichtetdie eingetroffene Antwort erregte um so größere Befriedigung, als fie von Herrn Moritz A. Loeb gezeichnet war, der dem Wiener Komttee mit Rat und Tat an Hand ging und sich dadurch den auftichtigen Dank der htefigen Sabbathfreunde erworben hat. Wie», 15. Jan. Vergangenen Freitag hielt Herr Berrhold Rosen st ein im Talmud-Thora-Tempel einen Vortrag über „Die Gebete Israels". Mit schönen Wmten schilderte der Redner an Hund zahlreicher Btbelsttllen und Gebetstücke den Wert und die Bedeutung unserer alten Tefiloh. Der Borttag fand reichen Beifall. 31. Januar 190» Personalien. Frankfurt a. M , 10. Januar. Am Freitag, 29. b. Mts., begeht Fräulein Henriette Auerbach, die verdiente Lehrerin an der htefigen Dr. Heinemannschen Höheren Mädchenschule, das Jubiläum ihrer 25jährtgen segensreichen Tätigkeit an diesem Institut. Die Jubiläumsfeier, zu der dte Freunde und ehemaligen Schülerinnen der Jubilarin etngeladen find, findet an diesem Tage im Saale der Loge „Adler" Seilerstt. 22, vormittags 9*/, Uhr, statt. Saarburg, 15. Januar. Die Eheleute Jakob Heymann feierten am Mittwoch im Kreise ihrer Kinder das seltene Fest der goldenen Hochzett. Ueberaus zahlreich waren die Ehrenbezeugungen, die dem Jubelpaar, das fich allgemeiner Achtung erfteut, zuteil geworden find und alle Häuser der Nachbarschaft hatten Flaggenschmuck angelegt. Am Abend brachten der Gesangverein und der Mufikverein gemeinschaftlich dem Jubelpaar ein Ständchen, wobei der Präsident im Namen der beiden Vereine in einer längeren Ansprache die Glückwünsche barbrachte. Möge bas noch recht rüstige Ehepaar sich noch viele Jahre eines heitten Lebensabends erfreuen. Thüngen, 10. Jan. Anläßlich des Neujahrsfestes wurde unserem Herrn Lehrer A. Eschwege von Sr. Kgl. Hoheit Prinz-Regent Luitpold der Titel eines „Hauptlehrers" verliehen. Aur ch. 17. Fror. Seit dem 1. Januar d. IS. wirkt in nnserer Gemeinde Herr S. Pfifferling, früher in Lübeck, als zweiter Lehrer und Borbeter. Dte feierliche Einführung fand am 3. Januar durch den ersten Lehrer Herrn B. Wolfs im Beisein zahlreicher Gemeindemilglüder in der Schule statt. Dem Anscheine nach haben wir in der Person des Herrn Pfifferling einen tüchtigen, pflichtgetteuen Beamten gewonnen. Tann a. d. Rhön, 15. Jan. Vorige Woche beging Herr Rentier S. H etlbro n sein 25jährtges Jubiläum als 1. Vorstand der „Chewra Habachurim . Der Verein beging den Ehrentag seines verdienstvollen Leiters und Förderers in würdiger Weise. Briefkasten. Lehrer L. O. in B. Die N1DV müssen begraben werden. Die erstere Frage müssen Sie unter genauer Schilderung der Umstände einem Rabbiner vorlegen. W. S. in P. Uns ist eine solche Firma nicht bekannt. W in tzk. In der betteffenden Gemeinde - hat die jüdische Gesetzeetteue keine Stätte gefunden und können wir daher auch ihre Institutionen in bezug auf ITPW2 nicht empfehlen. L. Pin W. Wollen Sie Ihr Anliegen einem der bekannten jüdischen Htlssvereine unterbreiten. Ueber den Inseratenteil steht uns kein Verfügungsrecht zu. Lehrer S. Rin B. Ja. Lehrer S. O in W. Gegen mehrfache Benutzung der durch verschiedene Personen ist nichts einzuwenden. Dte anderen Fragen bedürfen der Entscheidung eines Rabbines. S. M. R in R. Cs handelt fich bei dem Titel des Buches um keinen Druckfehler. Lehrer H. R. in H. Wenden Sie fich an Herrn Santtätsrat Dr. Rosenbaum, Frankfurt a. M., Hanauer Landstraße. I. H. S. in B. V ir find bereit, die Arbeit zu prüfen. Rabbiner G- R. in T- Die Rezenfion wird erscheinen. Bitte nm etwas Geduld. Ab. in Ans. ist imitier am fotf? vor -n« n'T/ — “Y)21 immer vor oniB/ — «NN immer vor D') n"!- Die JYJpDSrr werden danach eingerichtet. W A in H. Leider für uns ungeeignet. D. L. in A. Die kleine Kürzung war unvermeidlich, umsomehr als wir den Bericht an auffallender Stelle brachten. Es geht auch leider nicht an, den Rest jetzt noch nachträglicy zu bringen. Uereinskalender. Jüdisch er Frauenvere in e.B. Am Dienstag 25. Jan., abends 81/» Uhr im Hörsaale der Jsr. Rel.« Gesellschaft, Schützenstt. 12: „Jüdische Gebete" II. THO und der Ausbau des Morgengebets. Referent: Herr Jacob Ro s en het m^ — Am Mittwoch, 27. Jan., abends 9 Uhr, in der Realschule der ISr. Rel.-Gesellschaft, Am Tiergarten: „Lektüre und Erläuterung deS Buches Hiob". Herr Dir. Dr. Lange. Verein Mekor-Chajtm, SamStag, 23. Januar, Nachmittags 31/» Uhr, Schützenstt. 2, Mikro-Vortrag des Herrn Joseph Wohlfahrt. — Sonntag, 24. Januar, Nachmittags 5V» Uhr: «Generalversammlung." Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung '22k N2N2- Mittwoch, 27. Zanuar 1909, abends 9 Uhr, im Bereinslotale Schützenstt. 2: Borttag über „ S elvsterhaltung und Lebensverkürzung". Referent: Herr Julius Lewin- Samstag, ic3. Jan., mittags 12—1 Uhr, im Hörsaale oer Synagoge Friedberger Anlage: Lektüre der Neunzehn Briefe unter Leitung des Herrn Dr. I. H. Bondi. __: —_1^2^