Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 52 (31.12.1908)
- Date
- 1908-12-31
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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e>Ctte 4 S1» De-euchrr 1908 Möglichkeit, die — %m Kaninchen Sinne — sich schon «ms der Unerkennbarkeit des W e s e n s der Dinge ergibt. Dieses Ergebnis der Untersuchung entspricht der Anschauung der T h o r a, die alle ethische Bindung auf Gott allein zurückführt, den einzigen Born und Urheber jeder sittlichen Pflicht. „Das Verborgene" — das Wesen hinter der Erscheinung — „ist Gottes, aber das Offenbare — die Erscheinungen und Bewegungen in Raum und Zeit — es ist uns und unsren Kindern zu dem Zwecke: zu erfüllen alle Worte dieser Lehre". Der geistvolle Redner, besten klangvolles Organ den weilen Raum anderthalb Stunden lang in ungeschwächter Tonfülle durchdrang, hatte es verstanden, durch zahlreiche humorvolle Einschaltungen trotz der vorgerückten Abendstunde das Jntereste des Auditoriums für den an sich schwierigen Stoff bis zum letzten Augenblicke lebendig zu erhalten. Es war schon gegen Mitternacht, als der Vorsitzende sich erhob, um die Versammlung mit einer kurzen Ansprache zu schließen. Er dankte den Referenten und dem Publikum und forderte die Anwesenden auf, jeder von seiner Stelle aus den Weckruf der „Freien Bereinigung" w e i t e r zu tragen, auf daß^es hell^und (immer Heller werde im jüdischen Kreise. NILS Wir npb'in e-mmlrrr-nrtiirungen. Soweit Ihr Berichterstatter erfahren konnte fanden am lÄrnntag Sitzungen des Amsterdam-Frankfurter Palästina-Comitvs und der Sch ul kommiss ion der „Freien Bereinigung statt." Am Montag Vormittag er- .sreute-stch die Sitzung der Palästina-Commission sehr starker Beteiligung und lebhafter, Diskussionen, während der Besuch der Literatur- und Pressekommission infolge der starken Konkurrenz, die andere gleichzeitige Tagungen machten, zu wünschen übrig ließ. Die nachmittags tagende „Commission für ländliche Wohlfahrtspflege" hörte unter anderem ein instruktives Referat von Dr. Arth. Kahn-Berlin über die „landwirtschaftliche Betätigung der Juden" und beschäftigte sich mit zahlreichen Einzel-Anregungen zur Hebung des religiösen Lebens auf dem Lande. Der Dienstag Bormittag fand zahlreiche Besucher des Vereinstages zur Sitzung des Propagaud-A usschustes versammelt, wähtend gleichzeittg in dem benachbarten Saale die bayrischenGesinnun gsgenossen über die wichtigen in Bayern zur Zeit schwebenden pokitischrreligiösen Fragen berieten. v«w»m> der Sabbarfreumle. ' Der dritte Delegiertentag des Verbandes der Sabbathfreunde" hatte sich, dem Beispiele der ,Areien Vereinigung" folgend, Frankfurt a. M. als Ort seiner Ä/Cv Tagung gewählt. Daß diese Wahl eine äußerst glückliche war, bewies die große Zahl der Delegierten — 88 —, die dem Rufe Folge leisteten. Als der .Vorsitzende des geschästssührenden Ausschusses, Herr Ür. Biberselb-Berlin gegen 11 Uhr die Sitzung eröffnete, war der prachtvolle Festsaal der Frankfurt-Loge — die sämtlichen Räume des Logenhauses waren für diesen Tag von der Verwaltung der Loge in hochherziger Weise gratis zur Verfügung gestellt — von den Delegierten und Zuhörern gefüllt. Es hatten Delegierte entsandt die Ortsgruppen: Schwabach, Burghaslach, Aschbach, Fürth, Mannheim, Buttenwiesen, Nüttlberg, Hainsfarth, Filehne, Schweinsurt, Wreschen, Kempen, Pinne, Marburg, Straßburg i. E., Mainz, Hörstein, Fulda, Gunzenhausen, Berolzheim, Darmstadt, Goldbach-Hösbach, Gelnhausen, Jchenhausen, Frankfurt a. M., Hamburg, Schrimm Cöln, Wächtersbach, Posen, Hanau, Rawitsch, Mülhausen i. E., Zreiburg, Kippenheim, Breslau, Berlin, Karlsruhe, Halberstadt, München, Königsberg i. Pr., Langenselbold, Würzburg, Heppenheim, Kitzingen. In das Bureau berufen wurden die Herren: Dr. Biber seid-Berlin als Vorsitzender, M. A. Loeb-Frankfurt a. M. und Aron Kober-Breslau als Stellvertreter, als Schriftführer die Herren Neuberger-Berlin und L o e w y - Rawitsch. Bor Eintritt in die Tagesordnung erhielt Herr M. A. Loeb das Wort, um die erschienenen Delegierten und Gäste im Namen der Ortsgruppe Frankfurt des Verbandes der Sabbathfreunde, wie trn Namen des Vereins zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit zu begrüßen. Herr Loeb hvb die engen Beziehungen hervor, die gerade Frankfurt zu dem Verbände hat. Er wies darauf hin, wie hier im Jahr 1898 der Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit geschaffen worden sei, wie dieser Verein dann mit den übrigen rotf notp - Vereinen Deutschlands in Verbindung getreten sei, um die gemeinsame Sache auch gemeinschaftlich zu fördern und wie dann dieses Zusammenwirken den ersten Anstoß zur Gründung des Verbandes der Sabbathfreunde gegeben habe^ Wenn heute, nach gerade 4 jährigem Bestehen, der Verband der Sabbathfreunde 128 Ortsgruppen und rund 5000 Mitglieder umfasse, so sei das ein Erfolg, auf den jeder, der an dem Werke mitgearbeitet habe, stolz sein könne. Punkt 1 der Tagesordnung bildete die Berichterstattung, die dadurch erleichtert war, daß die Dezembernummer des Verbandsorgans „Der Sabbath" einen ausführlichen Rückblick auf das verflossene Verüaudsjahr gebracht hatte. Mit _ freudiger Gettügtultkg würde das rasche Wachstmn der Ortsgruppen wie der Mitgliederzahl begrüßt- Unter den Arbeiten des verflossenen Jahres war es vor allem die Frage einer Erweiterung der Sonntagsruhe, die den Verband beschäfttgte. Auf seine Veranlassung fand am Anfang des Jahres eine Zusammenkunft einer großen Anzahl jüdischer Korporationen in Berlin statt, in der eine Einigung über die Art des Vorgehens erzielt wurde. Ueber den Erfolg dieser Bestrebungen kann heute ein endgültiges .Urteil nicht abgegeben werden, doch steht zu hoffen, daß die Arbeit keine vergebliche sein wird. Die von dem Verband herausgegebene Schriftenserie hat eine wesentliche Bereicherung dadurch erfahren, daß aus den „Gesammelten Schriften" von Samson Raphael Hirsch die herrlichen Aussätze über den Sabbath zu einer Sonderausgabe unter dem Titel „Der jüdische Sabbath" zusammengefaßt wurden. Diese schöne Gabe wurde von den Mitgliedern mit außerordentlicher Anerkennung ausgenommen, sodaß die erste Auflage von über 5000 Exemplaren bereits vergriffen ist. Von den seit längerer Zeit in Ausarbeitung befindlichen weiteren Schriften werden der „Führer, zur Berufswahl" sowie eine „Sammlung der Sabbath- Gesetze" in einigen Monaten erscheinen. Der Kassenbericht weist im Eingang 7500 Mark für Mitgliederbeittäge auf. Unter den Ausgaben ist es die Verbandszettschrift „Der Sabbath", die den größten Posten ausmacht. Die Kasse zeigt einen Bestand von über 2500 Mk. Nach Erledigung dieses Punktes folgen die Berichte der Kommis,ionen. Der Bericht der Stellenvermittlung s-Kommission ruft eine sehr ausgedehnte Debatte hervor. Da zu diesem Punkte auch noch eine Anzahl Anträge vorliegen, so wird beschlossen, diese ganze Frage von der Tagesordnung abzusetzen und zu ihrer gründlichen Erledigung eine Sonderkonferenz der beteiligten Vereine und Ortsgruppen vorzubehalten. Punkt 3 der Tagesordnung, Gründung einer Stellenvermittlung für Handwerker, zeitigt ebenfalls eine ausgedehnte Debatte. Es wird beschlossen, eine Zentrale für eine derartige Stellenvermittelung in Berlin rns Leben zu rufen und ihr außer der Fürsorge für Handwerker auch noch die für ungelernte Arbeiter zu überweisen. Den folgenden Punkt der Tagesordnung bildete der Bericht über „Jüdische Brockens a m m l u n g e n". Herr Neuberger - Berlin berichtet eingehend über die großen Erfolge, die die Berliner Ortsgruppe mit der Errichtung einer „Peah" hat. Es konnten bereits im ersten Gang der Geschichte reizt, nicht zu wissen, daß feine Kronzeugin Delila keine jüdische Frau, sondern eine phittstäifche war, deren Tücken, nicht das Judentum, sondern die Philister den Juden gegenüber sich bedienten. Das kann ein antisemitischer Philister, dem vor Ausfällen und banalen Hetzartikeln keine Zeit für die alte Bibel übrig bleibt, auch nicht mehr wissen. fBetkehrsverhättnisse in Palästina, j Zu den. Verbesserungen im Bahnverkehr Palästinas (siehe Nachttchtenteil) schreibt man der „Germania" in Berlin wie folgt: „Zwischen Haifa, am Fuße des Berges Karmel, und Damaskus hat man seit einiger Zeit neue Züge eingelegt, sodaß man jetzt täglich van Haifa abfahren kann, während man früher wöchentlich nur drei Züge hatte. Gegen 5,30 Morgens geht der Zug von Haifa ab, es mag aber praktisch sein, daß man schon gegen 5 Uhr sich auf dem Bahnhose befindet. Da diese Notiz hauptsächlich dem Palästinapilger dienen soll, so sei noch beigesügt, daß man gegen 8,30 schon in Samach, der Station am Sichende des Sees von Gei.ezaret, - ankommt. Nach einer Bootsfahrt von 2 Stunden ist man in Tiberias und nach ungefähr weiteren 2 Stunden in T rbgha. Freilich ist es in Tabgha während des Simmers sehr warm, jedoch von November vis April wird mm weder von der Hitze noch von der Külte zu leiden haben. -Tie Wagen erster Klasse zwischen Haifa und Damaskus sind sehr beguem, der Preis von Haifa bis Samach beträgt -ungefähr 8 Mk. 50 Psg. Wer sich nicht damit begnügen will, außer Jerusalem nur Galiläa zu beptchen, d. h. wer nach Damaskus weiter fahren will, wird freilich vorziehen, zu Pferd oder im Magrtt nach Liberias zu fahren, weil er ausidiese Werfe aikch in Nazareth und in Kana einen Besuch machen kann. Ich habe die Fahrt von Tiberias aus wtM* gelegt. Bon Liberias bis Kana fährt man im Hagen ungefähr 41/2 Stunden nnd von Kana bis Nazaretb kaum 11/3 Stunde. Eine Waaenfahrt von Nazareth bis Haifa kann an .die 6 Stunden dauern, dann wird aber unterwegs 2 Stunden lang gerastet, so daß die eigentliche Fahrt nur 4 Stunden dauert. Allzugroße Ansprüche darf man an die fahrbaren Straßen nicht stellen; teilweise jedoch sind sie sehr gut. Auch von Jerusalem aus kann. man Haifa im Wagen erreichen. Man gebraucht dazu gewöhnlich drei Tage und hat so Gelegenheit, auch noch Verschiedenes zu sehen. Am ersten Tage fährt man bis Nablus, dem alten Sichem. Unter sehr günstigen Bedingungen langt man gegen 3 Uhr nachmrttaggs in Nablus an, falls man gegen 5,30 in Jerusalem abfährt. Der zweite Tag ist dann für viele wohl sehr wenig interessant. In 7 Stunden 30 Minuten bei H/2 Stunden Rast legt man den Weg von Nablus nach Zummarin zurück; in Zummarin, wo nicht viel zu sehen ist, wird gewöhnlich übernachtet, falls man nicht die Pferde wechseln kann, um an demselben Tage noch vier Stunden lang weiter zu fahren; im letzteren Falle würde man nämlich schon am zweiten Tage in Haifa sein. Uebernachtet man in Zummaria, einem Mittelpunkt jüdischer Kolonen und jetzt allgemein unter dem Namen Sichron Jakob bekannt, so erreicht man am dritten Tage Haifa. Wenn man Zummarin um 6 Uhr Morgens verläßt, kann man um 10 Uhr schon in Haifa sein und hat am Nachmittgae Zeit, einen Besuch aus dem .Berge Karmel zu machen. Aus den vorstehenden Bemerkungen ersieht man leicht, daß eine" Fahrt von Jerusalem nach Twerias keine allzu schwierige Sache ist; die Reise wird auch nicht über- 'Mäßig' teuer sein, wenn 3 oder 4 Personen sis zu« sainmttr UrLArnehmen. WMitzMMmnt «-mtznchmal vor, daß man in Jaffa nicht landen kann, und dann bis Haifa oder Beirut weiter fahren muß. Der Reifende, der in Haifa an Land Seht, kann auch von da Jaffa mit dem Wagen erreichen, wenn nicht lang andauernder Regen eine Wagenfahrt unmöglich macht; vor Mtte Januar ist Las aber kaum zu befürchten. Die. Dauer der Fahrt selb stbeträgt an die 15 Stunden, außerdem wird unterwegs aber noch ein« Pause von 77 oder 8 Stllnden eingelegt. (Deutsche und Juden in der Bukowina.) Die Ortsgruppe Potsdam des Deutschen Sprachvereins, der nebst fünf anderen Vereinen an den „Deutschen Abenden" in Potsdam teilnimmt, veranstaltete gestern einen Vortragsabend, für den der Sendbote des Deutschtums in der Bukowina, Herr Tr. Starck, gewonnen war. Ter Redner entwarf ein anschauliches Bild von den Verhältnissen und gegenwärtigen Zuständen in der Bukowina und machte in Bezug auf die Bevölekrung folgende interessante Angaben: „Bon den 600,000 Einwohnern der Bukowina zählen die Deutschen 60,000, die Ruthenen 250,000, die Rumänen 200,000, die Juden 120,000, die Polen 160,000, die Slowenen 20,000, die Madjaren 10,000. Dazu kommen noch Großrussen, Armenier «nd Zigeuner. „Assimilationsjuden" kennt die B. -nicht. Auf, politischem Gebiet stehen die Juden dem Deutschtum sehr nahe, haben starke Berührungspunkte mit ihm. Bei Wahlen und Gründungen schließen die Deuttchen mit den Juden, als. ehrliche Bundesgenossen, ein Kompromiß. . ' Ja, bei Wahlen! Ta kann schon Herr Dr. Starck recht haben. Sonst haben an'der wüsten Judenhetze, wie sie gerade jetzt in der Bukowina unterem Minister Dr. Geßmann por sich geht, Me*christlichsozialen Dänischen nicht den gertnger»n^AnE. -