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Der Israelit · 1908-12-24 · Heft 51 (24.12.1908) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
49 (1908)
Issue
Heft 51 (24.12.1908)
Date
1908-12-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 61 Der Israeli!. 34. Dezember 190* Gäste fftü die ihnen geschenkte Aufmerksamkeit zu entschädigen, wird den Eindruck dieser herrlichen Schulstunde nicht, sobald verlieren. Wir sahen zweierlei : Ein allerliebstes Kinderaudttorium, das mit peinlicher Aufmersamkeit, entzückt und voll Dankbarkeit die großen Geschehnisse auf den Bretter», die seine kleine Welt bedeuten, verfolgte. Und dort auf der Bühne Kinder-Darsteller, deren Darbietungen von Eifer, Fleiß und guter Begabung zeugten und auch die Erwachsenen vielfach entzückten. Besonders mußte die reine deutsche Aussprache und die klare deutliche Vortragsweise der Kinder auffallen, was um so bewunderungswürdiger ist, als eS stch zumeist um Kinder handelt, denen keine deutschen Lieder in die Wiege gesungen wurden, um Kinder ausländischer Eltern, welche vielleicht heute noch den russtschen oder galizischen Jargon sprechen. Die Sicherheit in Haltung, Sprache und Betonung, die, wie jeder, der fich in Schuldingen auskennt, weiß, nicht von heute auf morgen angelernt werden kann, ist das beste EhrenzeugntS für den Geist, der in dieser Schule herrscht und für die Liebe und Sachkenntnis, Mit der die Lehrer ihrer schwierigen Aufgabe sich unterziehen. Entzückend schön war, um von den Mannigfaltigen Darbietungen einige hervorzuheven, der unter den Klängen deS Mo aus Zur auweführte Reigen vor der Menorah und ebenso der Mond-Retgen zum Schluffe Dazwischen hübet folgten abwechselnd Solovorträg e, Rezitationen und kleine Aufführungen aufeinander. Fräul. Mathilde Oppenheimer erfreute mit einigen vortrefflichen Gesangsvorträgen die Herzen der Kleinen und Großen, ebenso Fräul. Jülich und Fräui. Simon .am Klavier. Eine reiche Bewirtung lohnte die Kinder für ihre Mübe und erhöhte ihre Festesfreude. Alles in allem darf> das' Kinderfest als ein wohlgetungenes betrachtet Frankfurt a. M., 23. Dez. Am Mittwoch, den 33. Dezember, hat fich hier innerhalb des Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer ein Zweigverein unter dem Namen ^Israelitischer Lehrerveretn für Frankfurt a. M. und Umgegendgebildet. Zum Borfitzenben wurde Herr Rektor Falk gewählt. Mainz, 24. Dez. Seit tanger Zeit fühlte man in iserer Stadt, das dringende Bedürfnis, sowohl den etn- ' Äschen, wie den ortsfremden jungen Leuten eine egenheit zu schaffen, wo fie einerseits den Zerstreuungen der Großstadt entzogen werden und wo ste andererseits auch einmal etwas Judentum und Jüdischkett zu hören bekommen. Dank dem guten Willen und der Tatkraft einiger hiestger junger Herren ist nunmehr ein solcher Verein ins Leben getreten. Der Jugend-Verein Seschurun", so heißt die neue Bereinigung, hat fich «igSgemäß die Verbreitung jüdischen WkffenS tm me des gesetzestreuen Judentums zur Aufgabe gemacht. Durch Abhaltung von Lehrkursen, Veranstaltung von BorttägM und Besprechungen, sowie durch Pflege der Geselligkeit beabsichtigt der neue Verein seiner Ausgabe gerecht zu werden und es ist ihm bereits gelungen, eine Anzahl jüdifch-wiffenschaftlich gebildeter Männer zu ge- Winnen, die die Belehrung der Mitglieder im Sinne der Satzungen fich angelegen sein kaffen wollen. Selbstredend wtro hierbei das altjüdische echte „Lernen" in erster Reihe zu dm Zweckm des Vereins gehören. Hmte, wo Unglaube und religiöse Gleichgiltigkeit auf vielm Gebieten und in mannigfacher Gestalt aus Jung und Alt etnwirken, ist für die Jugend ein solch verläßlicher Kreis-, wo fie Stütze und Belehrung finden kann, besonders freudig zu ÜeSrüßen. Hier können ste fich mit gleichaltrigen Genoffen züsammenfinden und unter geeigneter Leitung auf den Gebieten jüdischen Lviffens stch weiterbilden. In zwangloser Aussprache können fie alle Juden und Judentum berührenden Fragen behandeln. Der Vorstand wird gevilder aus den Herren Jakob Cahn (Borfitzender), Wolsmg (stellvertr. Vorsitzender), Arthun Krieger, Lonnerstädter und Wtlh. Fränkel. Am Mittwoch Abend ist das Bereinslokal feiner Bestimmung Übergeben worden. Im Anschlüße daran fand ein zwangloses Zusammensein. statt, bei dem aus dm Rechen der Anwesenden viel schöne Worte -er Thora gesprochen wurden. SS ist für uns kein Zweifel, -aß diese l'fchem schomajim gegründete Berernigung dauernden Bestand haben wird. Basel, 17. Dez. Vergangenen Sonntag fand die ordentliche Gmeralversammlung des „Schomre Thora Jünglingsvereins" statt. Herr Emil Heymann, der Präsident des Vereins, erstattete den Jahresbericht und gab eben Ueberbltck über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre. Zur Zeit, gehören dem Verein 31 Mit- Wieder an tzegm 29 tm Vorjahre. Zu Anfang deS Jahres würdest die wichtigsten Abschnitte auS HirjchS „Choreb" vorgetragen und erläutert. Seil einigen Monaten wird Wur Schulchan Aruch gelernt. Hieran schließen fich gewöhnlich kleine literarische Bortrüge ober Besprechungen allgemeiner jüdischer Fragen. Im Laufe des Jahres tWürden 8 .größere Borträge gehalten, denen fich gewöhnlich ettze Diskussion anschtyß. Der Kassenbericht, der von Kassierer Herrn Jakob Hack erstattet wurde, schließt einem Sttoo von 126 Fr, ap. Der Bibliothekar, Herr. Emil Freilich, referiert über die Bereinsbtbliothek die über 100 Büchern enthält und von den Mitgliedern xege hmutzt wird._1_. . ... .... . . Personalien. Berlin, 16. Dezbr. ES war ein wacker«;, guter Mann, den wir gestern zu Grabe gettagen haben. Am vergangenen Sabvath verschied plötzlich uüd unerwartet der,in wetten Kreisen wöhlbeiannre und von dielen hoch- MchLtzte Kaufmann, Herr Max Heimann. Auf dem Wege zur Synagoge, dm er aUsaobaMch stmdtgm Herzens u..rernäym, berührte ihn der Todesengel, und wenige Stunden später hauchte er seine reine Seele aus, umgeben von seinen treuen Kindern. -Aus Wrefchen stammend, kam er vor mehr als zwei Jahrzei.en, fast ungekannt, hierher. Wie er stch nach wenigen Jahren schon, dank seiner Gewiffenhaftigteit, seiner strengen Redlichkeit und seines gegen Jede mann freundlichen Wesens eine große Zahl v n Freundm und Verehrern erworben hatte, davon zrugen die zahlreichen Ehrenämter, die er bet jüdischen und nichtjüdischen Korporationen innehatte, war er eine bekannte und allgemein hochgeschätzte Persönlichkeit, und sein Toü hat dort eine fühlbare Lücke gerissen. Fast unersetzbar aber ist er dem Synagogenvexein Moabit, zu besten Gründern er zählte und dessen Borstand er feit langen Jahren angehörte. Es ist nur schwer in Worten zu schildern, wie sehr ihm dieser Verein, sein Blühen und Gedeihen am Herzen lag, es ist noch schwerer zu sagen, mit welch glühender Liebe ec am Judentum überhaupt hing. Kein Opfer war ihm zu groß, keine Aufgabe zu schwer, wenn es galt, für den Glauben seiner Väter einzutretcn. So starb er denn auch an dem Tage, der ihm der heiligste galt, in der Stunde, in der er sonst seine Zwiesprache mit seinem Gotte beendet hatte. Stuttgart, 18. Dez. Einige Stund tt bevor das Chanückalicht entzündet wurde, haben wir eine Leuchte unserer kleinen Gemeinde zu Grabe gettagen. Herr Bett Merzbacher, das zweitälteste Mitglied unserer Religtnosgesellschast, ist in dem hohen Alter von 75 Jahren von Uns gegangen. Erst kürzlich hatte er unserer Syna- Be einen prachtvollen Chanuckaleuchter gespendet. Es le ihm leider nicht gegönnt sein, den Leuchter in em Llchtglanze erstrahlen zu sehen. n2'ED fiö’l 27T1 1DÜ1 JpT rDlÖ- In gutem Alter, reis uno satt tft er, wie Erzvater Abraham üahingegangeu und eingesammelt worden zu seinem Volke. Sein Wirken war ein stilles, aber deshalb nicht weniger fruchtbares. Er liedte den QlbtP/ aber nur den echten. Der Friede war ihm nur oa gewahrt, wo scharfe Trennung der gegensätzlichen Richtungen durchgesührt war. Er gab dm nicht um deS willen preis. In diesemSinne war er ein Friedensfreund. — Aber im Kreise seiner Gesinnungsgenossen, in unserer Reltgtonsgcsellscha t, der er mit Leib u d Seele angehörte, der er seinen bewährten Rat und seine ganze Tatkraft widmet« da konnte er der rechte OPIJS p, wie sein Name lautete, sein. Da verstand er es wohl, feine Anficht zur Geltung zut bringen, weil er wußte, daß in der Adas Zeschurun, fein Wort gern gehört und befolgt wurde. Da uar A. der sonst.72'^ pXVnxTZtbp den Muud verschloß, wo jein Wort doch kein Gehör gesunden hatte, wo man das Judentum perhorreszierte und mit Zützen trat, *1*3 "1122 '2L2 p 1V22 W- Diese seine goldenen Eigenschaften schilderte Herr Emanuel Kaufmann in ergreifender Rede am Grabe des Verstorbenen. pronttb ab) psan bv hin- Wehe, daß es in Stuttgart nur so wenige. gibt, die seinem Beispiel Folge leisten, die den Lockungen und Verspottungen Andersdenkender so wie er Widerstand entgegenzustellen wissen. n"3s:in Hannover, 23. Dez. Landrabbiner Dr. Grone" mann feiert am 26. Dszember b. Js. sein 25jähriges Amtsjublläum. Nach dem Tode des Landrabbiners Dr. Meyer wurde er zu dessen Nachfolger gewählt und im Dezember 1883 von Stadrdireltor Haltenhoff in sein Amt etngefühtt. Zu Ehren des Jubilars wird am Samstag, 26. Dezember, vormittags m der Synagoge ein Fest, gottesdienst veranstaltet. Am Sonntag, 27. d. Mts., findet tm Hause des Jubilars die Beglück vünschung durch Vertreter der israelitischen Gemeinden, Korporationen usw. statt, woran sich um 2V, Uhr im Konzerthause eine von feinen Freunden veranstaltete Festlichkeit anschließen wird. Schweinsurt, 14. Dez. Bei der gestrigen Wahl der israeltttschen Kultusg,.metnde wurden za Ausschuß- Mitgliedern gewählt: Dr. Hommet, I l. Lehmann, Ludw. Moyr, Jakob Ullmann,' als Ersatzleute: Phil. Mars, Jfidox Mohrenwttz, Stgm. Heufinger. Merge.-theim, 16. Dez Bet d?r heutigen Bürgerausschußwahl wurde von sechs zu Wählenden Mitgliedern auch der Vorsteher der hiestgen israelitischen Gemeinde, Herr Hermann Hirsch gewählt und zwar erhielt derselbe dte meisten Stimmen von sämtlichen Kandidaten. Küuzelsau (Württemberg), 20. Dez Am Sonntag, 19. Ktßlew, haben wir eine Frau zu Grabe gettagen, welcher auch ttn diesem Blatte in Ehren gedacht werden soll. Frau Pauline Ne um an n, geh. Rosenseld, starb nach kurzem, schwerem Krankenlager im Älter von 63' Jahren. Ihre Reltgiöfität, gepaart mit Bescheidenheit und . Zu rückgezogenhest und dem rühmenswerten Streben, stets in Frieden und Eintracht mit ihren Nebenmemenfchen zu leben, erwarb ihr ällseige Liebe und Verehr, ng, waS fich sowohl bei ihrem Kranksein, alS auch bei ihrer Beerdigung zeigte. Auf dem Friedhöfe in Berltchtngen schilderte Lehrer Wißmann in tiefempfundenen Worten die Verdienste Und Tugenden der v; erstorbenen, den Verlust, die die Familie erlitten und die Lücke, die die Verstorbene in unserer Gemeinde hinterlä t. Möge ihr tugendhaftes Leben recht viel - Nachahmerinnen finden. Preftburg, 30. Dez. Am Mittwoch, 16. d. Mts. hat der Uuerbttterliche Tod Herrn Zstga Weiß, Sohn des hiestgen Kaufmanns Mor Weiß jun., nach kurzem, schwerem Leiden im 20, Lebuttjahre dahtngeraffr. Er war rin aupctchttger Freund allm,„öte M lluinren und genoß ihre L ebe und Wertschätzung was bei dem am Frettag, 18. Dezember, stattgefuuüenen Leichen egängni deutlich zum Ausdruck kam. Herr Rabbiner Dr. aM. Funk hielt einen ergreifenden Nachruf, der auf die An. wesenden tiefen Eindruck machte. Der Beistorvene wirb im großen Kreise s ein er Freunde und Bekannteu unvergeßlich bleiben. -n^nsün Briefkasten. F K in F. Im Verzeichnis . des Hamburger Vereins find die betreffenden Plätze nicht aufgerührt. ES wird Ihnen leicht sein, stch darüber an Ort und Stelle zu erkundigen. G. <D. in St. Haben bereits von anderer Sette Bericht erhalten. Besten Dank! H. 100. 1. Das Gebet wird auch ohne Minjan verrichtet. 3. Gewiß wird das Wort auch in 21JY' Ü'Sb nicht ausgelassen. 3. Es wird je nach dem herrschenden M-nhag nur das eine Gebet gesprochen. 4. Das liegt im Charakter der hebräfchen Sprache. M G. in K. Am 712V darf matt nicht telephonieren. 75, Sz. Wenden Sie fich an Herrn Professor Simonjohn ln Kopenhagen. G- L. in D. Kann aus prinzipiellen Gründen nicht ausgenommen werden. S. Z. Ist uns nicht bekannt. S. L. Auch hierzulande hat es an HilfSvereinen für Palästina keinen Mangel, darum halten wir dte Gründung von neuen ^statt der Unterstützung der schon bestehenden llereliirkaleväer. Verein Mekor-Cbajtm, Samstag, 36. Dezbr., Nachmittags 3% Uhr, Schützenstt. 2, Mikro-Borttag des Herrn Jojef Bamberg er. lamlliennachnchten. Oebnrten. Saltz Adler (Grünebaum) hier, Rechnergrabenstr., eipe Tochter. Verlobte: Regina Kann, Heinrich Schwarzsch.sld, beide dahier. — Rose! Eppstein» Eugen Oppenheimer, beide dahier. — Paula Weinberg, Joseph Salowon, Frankfutt a. M.-Beerfklden. — Jenny Moos, Otto Bernherm, Frankfutt a. M.-Cöln. — Mary Myers, JaaueS Moos, Philadelphia-Frankfutta. M. — Mirjam Carlebach, Wilhelm Cohn, beide zu Lübeck. — Recha Katz, Max Aich, Gießen-Fulda. — Ottilie Erb schütz, Max Schnarch. Teredlesti-Jllischestie. > VermäliUe; Dr. med. Siegfr. Goldschmidt. Sofie, geb. Dülken» Frankfurt a. M.-Cöln. — Isidor Bach, Regina» 'geh. Löwensiern, München-Mosbach. — Abraham Ja ff«. Eva, geb. Rohrheimer, Lorsch-BibliS. Verstorbene: Lily Apelt, Halle, SS Jahre. Barmlzwohfeler: Alfred, Sohn von Louis Wassermann hier. In der Synagoge am Börneplatz. Sabbat-Anfang ü. AüsgaW. N212N bv? 'w natr ppv onTi An fang Datn« ÄnSgWg Uhr iMin. 1908] 5669 Uhr.AU». 26. Dez. 2. Tebeth Frankfurt a. M 4 05 5 10 Berlin .... 4 ys München . . . 4 10 5 11 Ttrafchnr« . 4 SO ö 25 Stuttgart. . . 4 15 5 17 Pole» .... — — 4 50 Nürnberg . . — — 5 10 Hamburg. . . — — 6 25 Prag. . .. . . — — 4 60 Für de« wörtlich Leser, dt» _ ,ttneller «Sare« oder liche« Eharakters auf Ihre ME ÜIM Bemn - Iü.l Sollen. Sie hak-n. Die Sodener SeLtzne»... , find fert v elen kfändert Jahren gegen alle I Krankheiten der Lnfttvege, des Kehlkopfs, und | der . Lungen berühmt. Za?s ächte Saf Mineral Pastillen aber entha'ten.all/ wirksamen Bestandteile dieser DueÜri konzentrierter Form. 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