Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 50 (17.12.1908)
- Date
- 1908-12-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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ttt. 50. QetttlO. Me «Lxvofitur eines ausländischen Verbundes" bei uns, auf dieser für die Judenheit gesegneten Insel, die allein dasteht im große» Meere deS europäischen Antisemitismus^. Bedauerlich ist eS, daß die Verteidigung auch zwei enragierte Judenfresser, Len Abgeordneton Szmrecstvargi und den Redakteur der anlisrmMschen „Allotmanv" Thuri als «Sachverständige" gegen dm ZionikmuS laden Uetz. Roch ein Glück, daß dieselben zufolge besoberwähnten GertcküShof-BeschiuffeS, gar nicht verhört worden find. Die Verhandlung endete mit -er Verurteilung des Angt klagten zu einer Geldstrafe. Riet», 10. Dez. Vorige Woche hat die Polizei in 'et Wohnung des hiesigen territorialtstischen Führers Dr. Jochelmann, sowie in der Wohnung eines bekannten Mitgliedes dcr Jto-Organisation, Ingen eur Levy eine nächtliche Hausdurchsuchung vorgenommen und sämtliche vorgestmüencn Korrespondenzen beschlagnahmt. Grimsby, 14. Dezbr. Der Dampfer „Ashton" meldete gestern abend bei seiner Ankunft, daß an Bord fünf russische Juden auf der Reife nach Antwerpen in rätselhafter Weise gestorben seien. Die Todes' alle hatten sich sämtlich innerhalb eines Zeitraumes von 10 Minuten ereignet. oine Untersuchung ist sofort eingeleitet worden. Der Jsraettt. l7.Dezember verewrvere». SMttttffttti a. M., 15. Dezbr. Unter dem Titel „Einführung ln die soziale HUfsarbeit" veranstaltete der «Jüdische Frauenverein" einen ZykluS von drei Borträgen, durch die Herr M. A. Loeb die Zuhörerinnen in dieses weit verzweigte Gebiet einführte. — In der Einleitung legte der Redner zunächst dar, auf welche Ursachen die Notwendigkeit einer ausgedehnten sozialen Fürsorge zurückzuführen ist. Das IS. Jahrhundert hat sein Gepräge erhalten durch die gewaltige Entwicklung der Technik auf allm Gebieten. Erst diese» Jahrhundert hat die Dampfkraft, die Elektrizität in den Dienst der Industrie gestellt und damit ungeheure Umwälzungen auf allen Gebieten deS Lebens hervorgerufen. Die Verdrängung ber Handarbeit durch Maschinen, die Entwicklung der Großindustrie, das Anetnanoerrückm der Menschen und Völker durch Aufhebung großer Entfernungen führte neben den vielen segmsreichm Folgen auch zu zu einer Unstetigkeit des Besitzes, die man in früheren Jahrhunderten nicht, kannte. Daneben brachte sie die Fabrtköetrtebe in ungesunden Arbettsräumen, die Zusammendrangung eines großen Teiles der Bevölkerung in den Städten mit ihrem Wohnungselend, die AusdehnungderKinderarbeit, die Einführung gesundheitsgefährlicher Betriebe rc. Dies alles untergräbt die. Kraft weiter Schichten des Volkes. Hier hat die soziale Fürsorge einzusetzen und fie unterscheidet sich eben darin von der reinen Wohltätigkeit früherer Zeiten, daß ihr Ziel nicht mehr das einzelne Individuum ist, sondern ganze Schichten und ferner dadurch, daß sie vor allem vorbeugend wirken möchte. Bon diesen Gesichtspunkten ausgehend, führte der Redner feine Zuhörerinnen durch das weite Gebiet der heutigen Wohlfahrtspflege und zeigte, daß heute überall für jedes Alter, fast für jeden Stand Einrichtungen geschaffen find, die jene Schäden, die aus der allgemeinen Entwicklung resultieren, zu heben suchen. Sr zeigte, wie zwar so mancheserretcht ist, wie aber trotz der Hundertraufende edler Männer und Frauen, die sich in den Dienst des sozialen Gedankens gestellt haben, noch so vieles zu tun ist. Am Schluffe ging der Redner auf die speziell jüdischen Verhältnisse ein, um zu beklagen, daß hier die Umwandlung der reinen Wohltätigkeit in soziale Fürsorge noch viel weiter zurück fei als dies bei anderen Lonfefstonen der Fall ist. Er wies darauf hin, daß die Heilighaltung des Sabbarhs, die Landflucht, der Antisemitismus :c. der jüdischen Bevölkerung noch ganz besondere Schwierigkeiten bereiten. Schon aus diesem Grunde müssen die jüdischen Frauen (und natürlich auch Männer) sich mit dem, was auf dem Gebiete der allgemeinen Fürsörge geleistet wird, vertraut machen und daS bisher Versäumte möglichst bald nachzuholen suchen. Frankfurt a. M., 14. Nov. In Frankfurt a. M. hat sich unter dem Vorsitz von Frau Martha Schlesinger eine Ortsgruppe des «Jüdischen Frauenbundes" gebildet. Die nene Bereinigung hat außer der allgemeinen Progaganda für die Jdern der Bundes als Nächstliegende Arbeitsgebiete: die Bekämpfung des Mädchenhandels und die Anregung für unentgeltlichen Arbeitsnachweis in einigen Rachbarstädten in Angriff genommen. Vorsitzende des BundeF ist Fil. Berrha Pappenheim. Mainz, 14. Dezember. Der „Verband der Sabbatfreunde", Ortsgruppe Mainz, hatte aus gestern Abend eine Generalversammlung einberüsen» die sich guten Besuches erfreute. Nacb einem herzlichen Willkommgruße des Vorsitzenden, Herrn Arnild Kahn, brachte das Borstandsmrtglied, Herr Tr. G. Schlesinger, den Bericht für das abgelaufene Geschäftsjahr zur Verlesung. Tre Tätigkeit der einzelnen Ortsgruppen tritt bekanntlich weniger an die Oefsentkichkeit, es ist mehr ihre Aufgabe, dis Zentralbehörde in Berlin zu unterstützen. Auf unsere früheren Bemühungen in Sachen bet Sonntagsruhe gaben die Behörden unserer Stadt den Bescheid, daß mit irgendwelchem Eingreifen in die Verordnungen. über die Sonntagsruhe abgcwartet würde, bis die reichsgcsetzliche Regelung erfolgt ist. Die Anzahl der Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe beträgt nunmehr 77 unb fjaberi mit alle Hoffnung, diese Zahl rrach weiter zu erhöhen. Anstelle des ausscheidenden Vorstandsmitgliedes Herrn Alfred Sommer wurde Herr Siegmund M o r i tz gewählt. Die drei Herren Vorstände wurden gleichzeitig zu Delegierten für die noch in diesem Monate stattfindende "Versammlung Dr Frankfürt a. M. gewählt. Bon Anträgen, dre die Ortsgruppe dem am 28. d. M. stattsindenden Delegiertentag unterbreiten wird, sei der folgende yervorzuheben: Im Hinblick darauf, daß Viele jüdische Geschäftsinhaber, die den Sabbat zwar nicht selbst beobachten, dennoch oft bereit sind, jüdische Angestellte am Sabbat und den israelitischen Feiertagen ovn der Arbeit zu befreien, soll von Jett zu Zeit, besonders zu den Anstellungsterminen, durch Vermittlung der Ortsgruppen denjenigen Geschäftsinhabern des Bezirks, von denen ein solches Entgegenkommen erwartet werden kann, ein Rundschreiben des Verbandes zugehen, das sie, unter prinzipieller Betonung der Unverbrüchlichst des Sabbatgefetzes, ersucht, mitzuteilen, ob sie im Grundsatz geneigt sind, jüdisches Personal unter den genannten Bedingungen anzuftellen, und etwaigenfalls erntretende Vakanzen bei der Israelitischen Stellenvermittlungszentrale in Frankfurt a. M. anzumelden. Auch sollen Eltern und Schuldirektoren aus unsere Einrichtungen cmfmerksain gemacht werden. Einem Verein für junge Leute, der ähnliche Bestrebungen wr'e unser Verband verfolgt, wird eine mäßige Subvention bewilligt. An betreff des Vereins- Organs „Sabbat" werden nich'verschiedene Vorschläge gemacht und das Ergebnis dieser Beratungen soll als geergnetes Material dem geschäftsführenden Ausschuß unterbreitet werden. Mit Tankesworten an die seitherigen Vorstandsmitglieder schloß die alle Teilnehmer befriedigende Versammlung. Hamburg, 15. Dez. Die «Renaissance der Neologie" war das Thema eines Vortrages, den Herr Moritz A. Loeb auS Frankfurt a. M. am Mittwoch, 9. Dezember in einer von, «Verein Me kor Cha j im" gemeinsam mit dem «Verband der Sabbathfreunde" veranstalteten Versammlung bielt. Der Borfivende deS «Mekor Cha,im", Herr Jfibor Isaak, begrüßte im Namen des Vereins den Redner und die erschiennen Gäste und dankte dem ..Verein der Saböathfreunde"sür seine bereitwillige Beteiligung. Dann ergriff Herr Loeb das Wort. Er führte unS einen langen Weg durch die geschichtlichen Ereignisse des 19. Jahrhunderts hindurch bis auf die neologen Bewegungen der Jetztzeit, die natürlich das größte Interesse beanspruchten. Der Redner betonte, daß nicht ber moderne Religionsunterrick t, sondern bas eifrige Lernen und die praktische Verwirklichung des Judentums, sowie in erster Linie de Heilighaltung des Sabbaths, den Juden zum Juden macht. Durch zahlreiche Belege bewies der Redner schlagend, daß ein liberales Judentum unmöglich sei und daß trotz aller Anfechtungen und Fallstricke wir, die Orthodoxen, wenn auch an Zahl geringer, siegen werben. Wenn wir zufammenhalren, dann ist die moderne liberale Bewegung nur die Kraft, die zwar das Böse will, aber die 'das Gute schafft. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden. Herr Michel Jacübsen, als Vorsteher dar Hamburger Ortsgruppe ber „Sabbathfreunbe", schloß den Vortragsabend mit einem herzlichen Dank an den Redner. Emden, 15. Dez. Ter Montejiore-Bere r n hielt am Sonntag, 13. cr. seine diesjährige Hauptversammlung ab. Ter Verein kann aus eine erfolgreiche 3jährige Tätigkeit zurückblicken. Im Laufe dieses Jahres wurden 15 Vorträge aus der jüdischen Geschichte gehalten, auch hatte der Verein drei größere Veranstaltungen. Die Bücher der Biblrtthek wurden das ganze Jahr hindurch fleißig gelesen und ist eine ' Vergrößerung derselben vorgesehen. Tre Wiederwahl des Vorstandes erfolgte einstimmig. Perrooa«ev. Langen-Dembach b. Limburg, 15. Dez. Am N2V stiert Frau Röschen Löwen st ein dahier tn körperlicher und geistiger Frische ihren 94. Geburtstag. Die Greisin, der ein heiterer Lebensabend gegönnt ist, erfreut sich der Achtung aller Bürger und der Verehrung der Kinder, Enkel und Urenkel, die in großer Zahl heute ihr Fest verschönern. (Ähönghös, 7. Dez. Heute war die des Rabbi MordechatZewt Wasserberger. Der Verblichene war 72 Jahre alt und war ein äußerst f.ommer, ehrlicher Jude und n"rv Herr Oberradiner Jungreib der orthodoxen Gemeinde hielt einen ergreifenden "sLON- Hierauf sprachen Herr Rabbiner Günsberger aus Budapest, Schwiegersohn des Verstorbenen, und zulitzt die zwei Söhne ergreifende Abfchiedsworte, die kein Auge rränssnleer ließen. Oerelitskalender. B eret n «Nachlaß Z wi". Mittwoch, 23. Dezbr. im Hörsaal Schützenstraße, Uhr: Anläßlich des Chanukafestes Festvortrag deS Herrn Dr. Bleichrode- Berlin : «Hundert Jahre Hasmonäerherrschaft." Bor und nach dem Vorlrage deklamatorische, musikalische und gesangliche Darbietungen unter Mitwirkung des Herrn Oberkantor Pessachow itf ch. Damen find willkommen. — Samstag, 19. Dezbr., fällt der Lektürevortrag aus. Verein Mekor-Cbaiim, Samstag, 19. Dezbr., Nachmittags 3l}2 Uhr, <chützenstr. 2, Mikry-Bortrag deS Herrn Salomon Steinberger. vtterilsrtes. M. G. in B. Das Gedicht ist leider für uns unbrauchbar. I. R in Gz. Sie erhalten Offerte. A. H. in I. Die Erzählung ist gewiß gut gemeint, eignet fick aber der Form nach nicht zur Veröffentlichung. S. K. in I. Wir haben Ihre Bemerkung dem Autor deS Artikels übermittelt. Dr. N. in L. Wir find zur Zeit mit Arttkeln dieser Art reichlich versehen. Besten Dank! Rabbiner M. in G «Freie Verewigung für die Interessen des orthodoxen Judentums", Frankfurt a. M. «chützenstr. 14 I. L. in G. Für uns leider unverwenbar. M. B. tn Pf. Der betreffende Schriftsteller ist, so Viel wi wissen, Jude von Geburt. M. Gz. in I. Kommt, wie Sie sehen, zu spät. Besten Dank! I. B. in W. B. Wir wollen Ihre Geduld nicht länger auf die Probe stellen unb schicken Ihnen bas Manuskript zurück. Treuer Abonnent in B. Das Gebäck darf, insofern es nicht unter rituller Aussicht hergestellt wird, nicht gegessen werden. . _.__ JamillemiacbricMeii. Verlobte: Esther Mannheimer» Bernhard Seidel Okriftel-Frankfurt a. M. — Gretchen Hofmann» Josef AnSbscher, Rothenburg a. T.-Würzburg. Vermählte: Willi Mainz, Berta geb. Schwab, Frankfurt a. M. Barmizwohfeler: Jacob, Sohn von Sigmd, Levita, Börnevlatz 2». In der Synagoge der Israelitischen Gemeinde, am Börneplatz. — Adolf, Sohn von Leopold Weinberger, Pöstgen._, Sabbat-Anfang u. Ausgang 2V"! N22N rOtt ORT: Anfang Datrun AuSgar 4 MrlMiw 1908! 5669 Uhr M' -. 19. Der. 25. Kißlew Frankfurt a. M 4 — 5 15 Berlin .... — — 4 44 MSuchen . . . 4 15 5 07 Straftburg . 4 BO 5 20 Stuttgart. . . 4 15 5 12 Boten .... — — 4 40 Nürnberg . . — — 5 05 Hamburg. . . — — 5 15 Prag..... — — 4 40 Für tot SRetlamentetl ist die Redaktion nicht veranr wörtlich; insbesondere ist eS anSschließlich Sache der Leser, die in» Reklametell enthaltene« Empfehlungen rituelle? Ware« oder sonstige Angabe» religionsgesetz« ltchen Charakters ans ihre AnverlSfstgkeit »» prüfen. Wir haben's doch herrlich weit gebracht, daß man die Heilkraft berühmter (Duellen in der Westentasche milnehmen und nach Bedarf verwenden kann, Fays Sodener Mineral- PaßiUett sind nämltdf in ihren wirksamen Bestandteilen ein reines Vuelltnprodukt und so erklärt sich's auch ohne weiteres, daß sie bei allen Affektionen des -Halses, der Lungeu, bei ernsten und selbst ganz veralteten K«* tarrhen so ausgezeichnete Dienste tun. Lays ächte Sodener gehören wie Brot in jeden Haushalt. Die Schachtel kostet 85 Pfennig und ist in allen Apotheken, Drogerien und Mmera'- wasierhandlungen zu haben. Man hüte sich ^b^vor^a^ahmungem^^^ u w 4 Landesbuter t Leinen« und Gebild«Weberei F. V. Grünfeld Königl., Qfossherzogl. u. Fürstlicher Hoflieferant Berlin W., Utyl|ffllntH M-2. Grösste AttswaU aller Wäscheartikel für du Hausbedarf. Anfertigung nnnzir AnsstattHngen. Preisliste mit ibblldvmQen sowie KostenanselilSos m Diensten. cwsR