Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 49 (1908)
- Issue
- Heft 50 (17.12.1908)
- Date
- 1908-12-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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WWWWW Ä 17. Dezember lSW. Dtt tzSraeltt. Der Königstochter Herlichkeit, Durch so harten Dienst entweiht Bring zur Mutter hin, der Hehren! Latz die Macht in ihrer Pracht Wieder Davids Haupt verklären Und der Priesterweihe, Alten Glanz aufs neue Wolle Ahrons Haupt gewähren. Daß der treue Opsersinn, huldigend vor dich tritt hin Dich durch Hingebung zu ehren. Mit dem Salböl, das geschwunden, Das ich nimmer sonst gefunden, Und die Lichter auf den Lampen, zünden in der alten Schöne Ahrons Söhne — Daß sie allen Volkeskreisen Zu dem Licht die Richtung weisen. h'bn DJi bz: 'bv '21121 “|ÖV '2.118 QJI lpt2 pin ^81 mn D'2TQ in' D'211S Q81 W B.T811 bl nsnön si n 8' 11*1:01 Sib 78 18Ö3C11 .1823.1 ii'n "p Tan iV8 .1111 ]22 11' 1102 ^'121 12V 8123.1 .21212 ]32 DD'32m S'lsn T12 212111 22'Söm D2'Tim W?3,TI ]T3t 112 121' 18 121 pim Die verachtet, nach dir schmachtet Flehend stets zu dir gewandt, Stütz' ihre Hände, Trauter, sende Den Sproß, den du den Strahlenden genannt. Laß' sie warten, den würz'gen Garten, In dem ihr herrlich Brautzelt stand Führ es zurück, zu seinem Königsglück Nach Zijon und in's Golil-Land, Daß des Gesetzes Wort in Liedern klinge fort Und auf der Zither in der Hand, Daß vor der reinen Gottesliebe die Täuschung und der Trug zerstiebe Und aller eitler Göttertand. Das Volk, das jetzt gedrückt, gebückt, Erscheint gesegnet und beglückt Und sieht von allen laut sich preisen, Als die, die allen Menschenkreisen Zu dem Licht die Richtung weisen. Lfc-Q. orrespondenzen und Nachrichten. Deutsches Ketch. Frankfurt a. M., 14. Dezember. Der öfsentliche Vereinstag der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" ist zum Montag, den 28. Dezember nach Frankfurt a. M. einberufen. Der Hauptversammlung geht am Sonntag Abend eine zwanglose Z u s a m m e n k u n f t der Mitglieder mit den Frankfurter Gesinnungsgenossen, den Delegierten des „V erb a n d e s d er 'Sa b b a tf ru n d e". des Bundes gesetzestre uer jüdischer Lehrer und des Bundes jüdischer Akademiker voran, welche ihre Jahrcstagungen ebenfalls in Frankfurt abhalten. Die Kommissionen der „Freien Vereinigung" tagen am Sonntag und Montag; der Vereinstag selbst findet Montag Abend 7 Uhr im großen Festsaale des Kaufmännischen Vereins, Eschenheimer Anlage 40/41 statt, mit folgender Tagesordnung: 1. Begrüßung und Berichterstattung. 2. Referat des Herrn Seminaroberlehrer I. Stoll aus Würzburg: „Die jüdischen Gemeinden und die Lehrerbewegung." 3. Referat des Herrn Rabbiner Dr. E. M u n k aus Berlin: „Die Grundlagen der Ethik im Lichte des Judentums." Um den Inhabern von Doppelmandaten die Teilnahme an den verschiedenen, zum Teil gleichzeitigen Sitzungen zu ermöglichen, ist dafür Sorge getragen, daß die Tagungen am Montag in dicht beieinander gelegenen Sälen stattsinden. Berlin, 13. Dezember. .Der Vorsitzende des Pro-Falaschas-Komitees, Oberrabbiner Dr. Margulies in Florenz, erhielt am 1. Dezember ein Telegramm von Dr. Faitlowitsch aus Adia Abeha, worin dieser ihm mitteilt, daß er vom Negus von Abessinien wiederum in Audienz empfangen wurde und daß Sr. Majestät die ihm überbrachten Geschenke gnädigst entgegennahm. Der Negus versicherte Herrn Faitlowitsch, daß er für die Besserung der Lage der Falaschks Sorge tragen wolle. I Berlin, 14. Dezember. Ter Delegiertentag des „Verbandes der Sabbatfreunde" findet Montag, den 28. Dezember in F r a n k f u r t a. M. statt. — Die Generalversammlung der „Vereinigung traditionell-gesetzestreuer Rabbiner" ist auf den 30. Dezember nach Marburg einberufen. Breslau, 10. Dez. Bei der am Montag, 7. Dez. 1908, hier stattgehabten Repräsentantenwahl der Synagogengemeinde wurden gewählt: Stadtv.-Borst. Geh. Justizrat Dr. Freund, Prof. Dr. Badt, Hermann Hamburger, Dr. med. Paul Jungmann, Kaufmann Eduard Bielschowsky, Armendirektor Hermann Landsberg, Stadtv. und Gymnasialprofessor Dr. Wohlauer. Wahlberechttat waren 4743 Personen. Die Zahl der erschienenen Wähler betrug 1398. Aus die Gewählten entfielen nach obiger Zusammenstellung 1310—1143 Stimmen. Durch diese Wahl scheiden aus der Repräsentantenversammlung aus die Herren Dr. Reich und Rudolf Daniel. Außerdem ist Herr Dr. jur. Paul Hermann vor der Wahl zurückgetreten. An Stelle dieser drei bisherigen Repräsentanten sind durch die Montagswahl zu Repräsentanten auf sechs Jahre neu gewählt worden die Herren Dr. Paul Jungmann, Eduard Bielschowsky und Stadtv. Prof. Dr. Wohlauer. Bon diesen Herren sind die beiden ersteren bereits vor sechs Jahren als Stellvertreter gewählt worden und haben, als sie sich nunmehr einer Neuwahl zu unterziehen hatten, soviel Stimmen erhalten, daß sie an 4. bezw. 5. Stelle gewählt, zu Repräsentanten aufrückten. Wie vorauszusehen war, hat das Wahlkompromiß der liberalen Partei mit der konservativen oppositionellen das Resultat gehabt, daß die offizielle Lifte von 1 —18 durchging, wenn auch in Bezug auf die Reihenfolge der Kandidaten die Berechnung beider Vereine fehlgegangen ist. Der liberale Verein hat seinen ersten Vorsitzenden und einen zweiten Kandidaten, welche schon der Versammlung angehörten, verloren, der konservative Verein hat seinen zweiten Vorsitzenden nicht als Repräsentanten durchbringen können. Breslau, 15. Dezember. Nach 8 40 des Gesetzes, betreffend die Unterhaltung der öffentlichen Volksschulen, haben die Synagogengemeinden einen Anspruch auf eine Beihilfe der bürgerlichen Gemeinden, wenn die Zahl der einheimischen jüdischen Schulkinder einer öffentlichen christlichen Volksschule dauernd mindestens 12 beträgt und der Religionsunterricht dieser Kinder durch die von der Synagogengemeinde bestellten Lehrkräfte erteilt wird. Die erwähnten Berhältniffe treffen in unserer Stadt zu. Außer der von einem Vereine unterhaltenen „Industrieschule für israelitische Mädchen" bestehen hier keine besonderen jüdischen Volksschulen. Die Industrieschule, die in der Fischergasse Nr. 8 liegt, wird von etwa 130 Mädchen besucht, während rund 430 jüdische Kinder in den städttschen evangelischen und katholischen Volksschulen untergebracht sind Diese erhalten zum Teil von Privatpersonen, in der Mehrheit aber — nämlich 340 — in den 3 von der hiesigen Synagogengemeinde unterhaltenen Religionsunterrichtsanstalten den Religionsunterricht. Der Magistrat hat daher auf Vorschlag der Schuldeputatton und im Einverständnisse mit dem Vorstande der Synagogengemeinde den an letztere zu zahlenden jährlichen Beitrag auf 6420 Mark festgesetzt. Sthrvet,. Basel, 11. Dezember. Am 24. Oktober 1907 hat, wie noch in aller Erinnerung sein dürste, das Bundesgericht als Appellattonsinstanz im Gegensatz zu einer Entscheidung des aargauischen -Obergerichts das Schächten des Geflügels als nicht gegen den Art. 25 — bis der Bundesverfassung verstoßend und daher für straffrei erklärt. Die Tierschützler scheinen dies noch immer nicht verschmerzen zu können, denn, wie die „Basler Nachrichten" zu berichten wissen, hat Herr Sanitätsrat Dr. Ramdohr in Leipzig in einer Broschüre über das Schlachten des Geflügels auf Veranlassung des Zentralkomitees der schweiz. Tierschutzvereine auch das Urteil des Bundesgerichts einer „sachkundigen Krittk" unterzogen! Glücklicherweise sind aber nach der Entscheidung der höchsten Gerichtsbehörde von diesen Treibereien keinerlei ernste Folgen mehr zu befürchten. Oesterreich. Interpellationen. Wien, 8. Dezember. Die Mitglieder des Jüdischen Klubs brachten eine Reihe von Jnterpellattonen im Neichsrat ein. Dr. Straucher und Genossen interpellierten über die Verletzung des Handelsvertrages seitens Rußlands durch die Art, wie die österreichischen Reisenden jüdischer Religion von den Russischen Behörden behandelt werden. Nach eingehender 'Schilderung der Mißstände fragen die Interpellanten die k. k. Regierung an, ob sie geneigt sei, im Wege des k. u. k. Ministeriums des Aeußeren bei der russischen Regierung vorstellig zu werden und zu intervenieren, damit dieselbe in der Handhabung des Vertrages eine gleiche, paritätische Behandlung jüdischer Geschäftsreisenden in allen Beziehungen verfüge? Eine Jnterpellatton Dr. Gabel's betrifft einen höchst ttagischen Fall, der sich folgendermaßen zugettagen: Am Donnerstag, den 19. November 1908 kam mit dem Zuge aus Tarnopol ein russischer Jude, namens Marek Antonowicz-Zernicki, Ingenieur vom russischen Gouvernement Zyn, samt Frau und Kindern in Debica an. Der Mann, äußerlich gesund, intelligent und wohlhabend aussehend, war aus einer unbekannten Ursache, noch im Eisenbahn- Waggon plötzlich wahnsinnig geworden. Die berbeigeholte städtische Polizei überführte den Wahnsinnigen, und zwar gekettet, in den Gemeindearrest, wo er nächsten Tages von einem Gendarmen ermordet wurde. Der Gendarm ist aber nach dem von ihm begangenen Verbrechen nicht nur nicht verhaftet oder wenigstens sofort zur strafgerichtlichen Verantwortung gezogen worden, sondern er wurde vielmehr vom Gendarmeriepostenkommando in Debica noch für würdig befunden, sein unschuldiges Opfer auf einer Tragbahre nach Tarnow zu überführen. An all dem nicht genug, werden aber die Witwe und Kinder des Getöteten noch immer im Gefängnisse ganz widergesetzlich zurückgehalten